Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Другие приключения » Die geliehene Zeit: Roman (German Edition)
Die geliehene Zeit: Roman (German Edition) - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Die geliehene Zeit: Roman (German Edition)

Электронная книга - «Die geliehene Zeit: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:

Die geliehene Zeit: Roman (German Edition)
1 ... 165 166 167 168 169 170 171 172 173 ... 278
Перейти на страницу:

In diesem Moment schien Jamie zu begreifen, wie fest er meine Hand hielt. Er lockerte seinen Griff, ließ meine Hand aber nicht los und drehte meinen Ehering zwischen Daumen und Zeigefinger hin und her.

»Wir sind eine ganze Weile geritten«, sagte er leise. »Und dann habe ich hinter mir ein leises Geräusch gehört und habe mein Pferd angehalten, so dass Ians Pferd neben mich kam, und ich konnte sehen, dass er geweint hatte – dass ihm die Tränen immer noch über das Gesicht liefen. Und er hat meinen Blick gesehen und heftig den Kopf geschüttelt, als wäre er noch wütend, aber dann hat er mir die Hand hingehalten. Ich habe sie genommen, und er hat so fest zugedrückt, dass er mir fast die Knochen gebrochen hätte. Dann hat er losgelassen, und wir sind heimgekommen.«

Ich konnte spüren, wie die Anspannung mit dem Ende der Geschichte von ihm wich. »Alles Gute, Bruder«, hatte Ian gesagt, als er auf einem Bein in der Schlafzimmertür stand.

»Dann ist alles gut?«, fragte ich.

»Es wird wieder gut.« Er entspannte sich jetzt ganz und ließ sich in die Gänsedaunenkissen sinken. Ich glitt neben ihm unter die Decken und schmiegte mich eng an seine Seite. Wir sahen zu, wie der Schnee fiel und leise an die Scheibe zischte.

»Ich bin froh, dass du heil zu Hause bist«, sagte ich.

Als ich am Morgen erwachte, herrschte immer noch dasselbe graue Licht. Jamie, der schon für den Tag angekleidet war, stand am Fenster.

»Oh, du bist wach, Sassenach?«, sagte er, als er sah, dass ich den Kopf vom Kissen hob. »Das ist gut. Ich habe dir ein Geschenk mitgebracht.«

Er griff in seinen Sporran und zog mehrere Kupfermünzen, zwei oder drei kleine Steine, ein mit Angelschnur umwickeltes Stöckchen, einen zerknitterten Brief und ein Knäuel aus Haarbändern hervor.

»Haarbänder?«, sagte ich. »Danke, wie hübsch.«

»Nein, die sind nicht für dich«, sagte er und runzelte die Stirn, während er die blauen Bänder von der Maulwurfspfote löste, die er zum Schutz gegen Rheumatismus bei sich trug. »Sie sind für die kleine Maggie.« Er blinzelte skeptisch auf die restlichen Steine in seiner Hand. Zu meinem Erstaunen ergriff er einen davon und leckte daran.

»Nein, der nicht«, murmelte er und steckte die Hand erneut in seinen Sporran.

»Was in aller Welt machst du da?«, erkundigte ich mich neugierig, während ich diese Darbietung beobachtete. Er antwortete nicht, sondern brachte eine neue Handvoll Steine zum Vorschein, an denen er roch, um dann einen nach dem anderen beiseitezulegen, bis ihm eins der Klümpchen sympathisch zu sein schien. Diesmal leckte er daran, um ganz sicherzugehen, dann legte er es mir strahlend in die Hand.

»Bernstein«, sagte er voller Genugtuung, als ich das unregelmäßig geformte Klümpchen mit dem Zeigefinger umdrehte. Es schien warm zu sein, und ich schloss beinahe unbewusst die Hand darum.

»Er muss natürlich geschliffen werden«, erklärte er. »Aber ich dachte, es wäre eine schöne Halskette für dich.« Er errötete ein wenig, während er mich beobachtete. »Es … es ist ein Geschenk zum ersten Jahr unserer Ehe. Als ich es gesehen habe, musste ich an das Stück Bernstein denken, das dir Hugh Munro geschenkt hat, als wir geheiratet haben.«

»Das habe ich noch«, sagte ich leise und liebkoste den seltsamen kleinen Klumpen aus versteinertem Baumharz. In Hughs Bernsteinstück, das an einer Seite aufgeschnitten und zu einem kleinen Fenster poliert war, war eine Libelle eingebettet, in ewigem Flug gefangen. Ich bewahrte es in meiner Arzneitruhe auf, mein machtvollster Talisman.

Ein Geschenk zu unserem ersten Hochzeitstag. Wir hatten natürlich im Juni geheiratet, nicht im Dezember. Aber an unserem ersten Hochzeitstag war Jamie in der Bastille gewesen und ich … in den Armen des Königs von Frankreich. Kein guter Zeitpunkt, um unser eheliches Glück zu feiern.

»Es ist fast Hogmanay«, sagte Jamie und blickte aus dem Fenster auf den sanften Schneefall, der sich wie eine Decke über die Felder von Lallybroch legte. »Ich dachte, das wäre ein guter Zeitpunkt für Neuanfänge.«

»Das denke ich auch.« Ich stieg aus dem Bett, trat zu ihm ans Fenster und legte ihm die Arme um die Taille. Wir blieben eng umschlungen stehen, ohne etwas zu sagen, bis mein Blick plötzlich auf die anderen kleinen, gelblichen Klumpen fiel, die Jamie aus seinem Sporran geholt hatte.

»Was in aller Welt ist das, Jamie?«, fragte ich und ließ ihn kurz los, um darauf zu zeigen.

»Och, das? Das sind Honigkugeln, Sassenach.« Er ergriff einen der Gegenstände und entstaubte ihn mit den Fingern. »Mrs. Gibson im Dorf hat sie mir geschenkt. Sehr lecker, auch wenn sie in meinem Sporran leider ein bisschen staubig geworden sind.« Er hielt mir die offene Hand hin und lächelte. »Willst du eine?«

Kapitel 34

Wenn der Postmann zweimal klingelt

Ich wusste nicht, was – oder wie viel – Ian Jenny von seiner Unterhaltung im Schnee mit Jamie erzählt hatte. Ihr Verhalten gegenüber ihrem Bruder war unverändert – nüchtern und streng mit einem Hauch von liebevoller Hänselei. Doch ich kannte sie jetzt lange genug, um zu begreifen, dass eine von Jennys größten Stärken in der Fähigkeit lag, etwas mit absoluter Klarheit zu sehen – und dann geradewegs hindurchzublicken, als sei es gar nicht da.

Die Dynamik unserer Gefühle füreinander und unseres Umgangs miteinander veränderte sich im Lauf der Monate bei uns vier und nahm schließlich ein solides Muster an, das auf Freundschaft basierte und auf Arbeit begründet war. Gegenseitiger Respekt und Vertrauen waren eine schlichte Notwendigkeit; es gab so viel zu tun.

Je weiter Jennys Schwangerschaft voranschritt, desto größer wurde der Anteil der häuslichen Pflichten, die ich übernahm, und desto öfter ließ sie mir den Vortritt. Niemals hätte ich versucht, ihren Platz einzunehmen; sie war der Dreh- und Angelpunkt des Haushalts, seit ihre Mutter gestorben war, und sie war es, an die sich die Dienstboten oder Pächter normalerweise wandten. Dennoch, allmählich gewöhnten sie sich an mich und behandelten mich mit freundlichem Respekt, der manchmal an Akzeptanz grenzte und manchmal an Ehrfurcht.

Das Frühjahr stand zunächst im Zeichen der Anpflanzung enormer Mengen von Kartoffeln; mehr als die Hälfte des verfügbaren Landes wurde der neuen Feldfrucht gewidmet – eine Entscheidung, die innerhalb weniger Wochen durch einen Hagelsturm gerechtfertigt wurde, der die frisch gekeimte Gerste zu Boden drückte. Die Kartoffelpflanzen, die sich flach und unbeeindruckt über den Boden ringelten, überlebten.

Das zweite Ereignis des Frühjahrs war die Geburt von Jennys und Ians zweiter Tochter Katherine Mary. Sie kam mit einer Plötzlichkeit, die alle verblüffte, sogar Jenny. Eines Tages klagte Jenny über Rückenschmerzen und ging sich hinlegen. Es wurde sehr schnell klar, was tatsächlich im Gange war, und Jamie machte sich ohne Umschweife zu Mrs. Martins, der Hebamme, auf. Die beiden trafen gerade rechtzeitig ein, um gemeinsam mit uns mit einem Glas Wein anzustoßen, während das schrille Plärren des neuen Babys durch die Flure des Hauses hallte.

Und so knospte und grünte das Jahr, und ich erblühte, während die letzten meiner Wunden umfangen von Liebe und Arbeit heilten.

In unregelmäßigen Abständen trafen Briefe ein; manchmal kam einmal in der Woche Post, manchmal kam einen Monat oder länger gar nichts. Angesichts der Strapazen, die ein Kurier auf sich nehmen musste, um in den Highlands Post zuzustellen, fand ich es unglaublich, dass überhaupt je etwas sein Ziel erreichte.

Heute jedoch kam ein großes Paket mit Briefen und Büchern, das zum Schutz vor dem Wetter in einen Bogen Ölpapier eingepackt und mit Zwirn verschnürt war. Nachdem sie den Postkurier in die Küche geschickt hatte, damit er sich stärkte, wickelte Jenny die Schnur vorsichtig ab und verstaute sie sparsam in ihrer Tasche. Sie blätterte den kleinen Briefstapel durch und legte ein verlockend aussehendes Paket, das eine Pariser Adresse trug, vorerst beiseite.

»Ein Brief für Ian – das dürfte die Rechnung für das Saatgut sein, und einer von Tante Jocasta – oh, gut, wir haben seit Monaten nichts von ihr gehört; ich dachte schon, sie ist vielleicht krank, aber ich sehe, dass sie den Stift mit fester Hand geführt hat …«

1 ... 165 166 167 168 169 170 171 172 173 ... 278
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)