Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Другие приключения » Die geliehene Zeit: Roman (German Edition)
Die geliehene Zeit: Roman (German Edition) - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Die geliehene Zeit: Roman (German Edition)

Электронная книга - «Die geliehene Zeit: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:

Die geliehene Zeit: Roman (German Edition)
1 ... 163 164 165 166 167 168 169 170 171 ... 278
Перейти на страницу:

»Wir waren zwei Meilen vor dem Dorf bergab unterwegs und haben die Pferde geführt, weil der Boden so schlecht war, und Ian ist in ein Maulwurfsloch getreten und hat sich das Bein gebrochen«, erklärte Jamie.

»Das Holzbein«, stellte Ian klar. Er grinste ein wenig verlegen. »Der Maulwurf ist dabei deutlich besser weggekommen.«

»Also sind wir so lange in einer Kate in der Nähe geblieben, bis wir ihm ein neues gezimmert hatten«, beendete Jamie die Geschichte. »Können wir essen? Mir kleben schon die Magenwände zusammen.«

Wir gingen ohne Umschweife ins Haus, und Mrs. Crook und ich trugen das Essen auf, während Jenny Ians Gesicht mit Zaubernuss badete und sich eindringlich nach etwaigen anderen Verletzungen erkundigte.

»Es ist nichts«, versicherte er ihr. »Nur ein paar blaue Flecken.« Doch ich hatte ihn beobachtet, als er ins Haus kam, und gesehen, dass er deutlich stärker humpelte als sonst. Ich wechselte ein paar leise Worte mit Jenny, während wir die Teller abräumten, und als der Inhalt der Satteltaschen sicher verstaut war und wir in der Wohnstube saßen, kniete sie sich neben Ian auf den Teppich und ergriff das neue Bein.

»Also, nimm es ab«, sagte sie entschlossen. »Du hast dich verletzt, und ich möchte, dass Claire einen Blick darauf wirft. Sie kann dir vielleicht besser helfen als ich.«

Die eigentliche Amputation war mit einigem Können und noch mehr Glück ausgeführt worden; der Wundarzt, der den Unterschenkel abgenommen hatte, hatte das Kniegelenk retten können. Dadurch besaß Ian deutlich mehr Bewegungsfreiheit, als es sonst vermutlich der Fall gewesen wäre. Im Moment jedoch war das Kniegelenk eher ein Schwachpunkt als ein Vorteil.

Der Sturz hatte ihm das Bein brutal verdreht; das Ende des Stumpfes war dort, wo sich die scharfe Kante der Manschette in die Haut gebohrt hatte, blau angelaufen und aufgeplatzt. Es musste qualvoll sein, es zu belasten, selbst wenn alles andere normal gewesen wäre. Doch das Knie hatte sich ebenfalls verdreht, und die Haut an der Innenseite des Gelenks war geschwollen, rot und heiß.

Ians langes, gutmütiges Gesicht war beinahe genauso rot wie das verletzte Gelenk. Er verlor zwar nie ein Wort über seine Behinderung, doch ich wusste, dass er es hasste, wenn sie ihn hin und wieder hilflos dastehen ließ. Seine Verlegenheit, jetzt so entblößt zu sein, schmerzte ihn vermutlich nicht weniger als meine Berührung an seinem Bein.

»Dir ist hier ein Band gerissen«, sagte ich zu ihm und zeichnete die Schwellung an der Innenseite seines Knies sanft mit dem Finger nach. »Ich kann nicht sagen, wie schlimm es ist, aber schlimm genug. Im Gelenk hat sich Flüssigkeit gesammelt, deshalb ist es geschwollen.«

»Kannst du ihm helfen, Sassenach?« Jamie beugte sich über meine Schulter und betrachtete die aggressiv aussehende Körperstelle mit sorgenvoll gerunzelter Stirn.

Ich schüttelte den Kopf. »Ich kann nicht viel dagegen tun außer kalten Kompressen, um die Schwellung zu lindern.« Ich blickte an Ian auf und heftete meine beste Imitation eines Mutter-Hildegarde-Blicks auf ihn.

»Was du tun kannst«, sagte ich, »ist, im Bett zu bleiben. Morgen kannst du Whisky gegen die Schmerzen haben; heute Abend gebe ich dir Laudanum, damit du schlafen kannst. Schone das Bein mindestens eine Woche, dann sehen wir, wie es sich entwickelt.«

»Das kann ich nicht!«, protestierte Ian. »Die Wand im Stall muss repariert werden, zwei Zäune am oberen Feld haben Löcher; die Pflugscharen müssen geschliffen werden und …«

»Und dein Bein muss heilen«, sagte Jamie entschlossen. Er warf Ian jenen Blick zu, den ich insgeheim seinen »Gutsherrenblick« nannte, ein durchdringendes blaues Funkeln, das die meisten anderen Menschen bewog, ihm seine Wünsche lieber gestern als heute zu erfüllen. Ian, der von klein an zusammen mit Jamie gegessen, gespielt, gejagt, gekämpft und Prügel bezogen hatte, war nicht so leicht zu beeindrucken wie die meisten anderen Menschen.

»Ich werde den Teufel tun«, sagte er ausdruckslos. Seine brennenden braunen Augen warfen Jamie einen Blick zu, in dem sich Schmerz und Wut mit Verachtung mischten – und noch etwas, das ich nicht einordnen konnte. »Glaubst du etwa, du kannst mich herumkommandieren?«

Jamie richtete sich auf und errötete, als hätte man ihn geohrfeigt. Er schluckte mehrere naheliegende Erwiderungen herunter und sagte schließlich leise: »Nein, ich werde nicht versuchen, dich herumzukommandieren. Aber darf ich dich bitten – auf dich zu achten?«

Die Männer wechselten einen langen Blick, dessen Botschaft ich nicht entziffern konnte. Schließlich ließ Ian die Schultern fallen und entspannte sich, und er nickte mit einem schiefen Lächeln.

»Das kannst du.« Er seufzte und rieb sich den Kratzer an seiner Wange. Als er die aufgeschürfte Haut berührte, zuckte er zusammen. Er holte tief Luft, um sich wieder zu fassen, dann hielt er Jamie die Hand hin. »Hilfst du mir dann auf?«

Es war eine umständliche Angelegenheit, einen einbeinigen Mann zwei Treppen hinaufzubefördern, doch schließlich war es geschafft. An der Schlafzimmertür gab Jamie Ian in die Obhut seiner Schwester. Als er zurücktrat, sagte Ian schnell etwas Leises auf Gälisch zu Jamie. Ich beherrschte die Sprache zwar immer noch nicht fließend, glaubte aber, dass er gesagt hatte: »Alles Gute, Bruder.«

Jamie hielt inne und blickte zurück, dann lächelte er, und der Kerzenschein erfüllte seine Augen mit Wärme.

»Dir auch, mo brathair

Ich folgte Jamie durch den Flur zu unserem eigenen Zimmer. An seinen hängenden Schultern konnte ich erkennen, dass er müde war, doch ich wollte ihm gern ein paar Fragen stellen, ehe er einschlief.

»Es sind nur hier und da ein paar blaue Flecken«, hatte Ian gesagt, um Jenny zu beruhigen. Das stimmte. Hier und da. Neben den Blutergüssen in seinem Gesicht und an seinem Bein hatte ich auch die dunklen Flecken gesehen, die halb unter seinem Hemdkragen verborgen waren. Ganz gleich, wie sehr Ian den Maulwurf gestört haben mochte, ich konnte mir nicht vorstellen, dass das Tier versucht hatte, ihn zur Strafe zu erwürgen.

Doch Jamie wollte gar nicht sofort schlafen.

»Oh, die Liebe wächst mit der Entfernung, wie?«, sagte ich. Das Bett, das in der Nacht zuvor noch so unermesslich gewesen war, schien jetzt kaum für uns zu reichen.

»Mm?«, sagte er, die Augen zufrieden halb geschlossen. »Oh, Liebe? Aye, die auch. O Gott, hör nicht auf, das ist herrlich.«

»Keine Sorge, ich mache weiter«, versicherte ich ihm. »Lass mich nur das Licht löschen.« Ich erhob mich und blies die Kerze aus; da wir die Fensterläden offen gelassen hatten, warf der verschneite Himmel auch ohne ihre Flamme genug Helligkeit ins Zimmer. Ich konnte Jamie deutlich sehen, den langen Umriss seines Körpers, der sich unter den Decken entspannte, die halb geöffneten Hände. Ich kroch neben ihm hinein und setzte meine langsame Massage seiner Finger und seiner Handfläche fort.

Er stieß einen langen Seufzer aus, fast ein Stöhnen, als ich mit dem Daumen in festen Kreisen über die Verdickungen an seinen Fingerwurzeln fuhr. Seine Finger, die vom stundenlangen Umklammern der Zügel steif geworden waren, wärmten und entspannten sich langsam unter meiner Berührung. Es war still im Haus und kalt im Zimmer, außerhalb der Zuflucht unseres Betts. Es war schön zu spüren, wie sein Körper den Platz neben mir wärmte, und die Intimität der Berührung zu genießen, ohne dass sie irgendwie fordernd war. Möglich, dass im Lauf der Zeit mehr aus dieser Berührung entstand; es war Winter, und die Nächte waren lang. Er war da und ich auch, und im Moment war ich zufrieden mit den Dingen, wie sie waren.

»Jamie«, sagte ich nach einer Weile, »wer hat Ian verletzt?«

Er öffnete die Augen nicht, stieß aber einen langen Seufzer aus, ehe er antwortete. Doch er erstarrte nicht abwehrend; er hatte die Frage erwartet.

»Ich«, sagte er.

»Was?« Erschrocken ließ ich seine Hand los. Er ballte sie zur Faust und öffnete sie, um die Beweglichkeit seiner Finger zu prüfen. Dann legte er die linke Hand daneben auf den Bettüberwurf und zeigte mir die Fingerknöchel, die durch den Zusammenprall mit den Vorsprüngen in Ians knochigem Gesicht leicht geschwollen waren.

1 ... 163 164 165 166 167 168 169 170 171 ... 278
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)