Der Graf von Monte Christo
- Автор: Дюма Александр
- Язык: немецкий
- Переводчик: Max Pannwitz
- Жанр: Историческая проза
Электронная книга - «Der Graf von Monte Christo». Краткое содержание книги:
Die Gräfin schickte Albert der Dame entgegen. Albert ging auf dieBaronin zu, machte ihr die wohlverdienten Komplimente über ihre Toilette undbot ihr den Arm, um sie nach dem Platze zu führen, den sie nach ihremBelieben wählen sollte. Albert schaute umher. Sie suchen meine Tochter? sagte lächelnd dieBaronin.
Ich gestehe es, sprach Albert, sollten Sie die Grausamkeit gehabt haben, Sie nicht mitzubringen?
Beruhigen Sie sich, sie hat Fräulein von Villefort getroffen und ihren Arm genommen; sehen Sie, sie folgen unsbeide in weißen Kleidern, die eine mit einem Strauße von Kamelien, die andere mit einem Strauße von Vergißmeinnicht. Aber sagen Sie mir doch, werden Sie heute abend den Grafen von Monte Christo nicht hier haben?
Siebenzehn; antwortete Albert.
Was wollen Sie damit sagen?
Ich will sagen, versetzte der Vicomte lachend, daß Sie die siebenzehnte Person sind, welche diese Frage an mich richtet; der Graf hat Glück… ich mache ihm mein Kompliment.
Und antworten Sie jedem wie mir?
Ah! es ist wahr, ich habe Ihnen noch nicht geantwortet; beruhigen Sie sich, gnädige Frau, wir werden den Mann der Mode haben, wir gehören zu seinenBevorzugten.
Lassen Sie mich hier, undbegrüßen Sie Frau von Villefort, sagte dieBaronin, ich sehe, sie stirbt vor Verlangen, Sie zu sprechen. Albert verbeugte sich vor Frau Danglars und ging auf Frau von Villefort zu, die den Mund öffnete, während er sich ihr näherte.
Ich wette, sagte Albert, sie unterbrechend, ich wette, ich weiß, was Sie sagen wollen.
Ah! lassen Sie doch hören! rief Frau von Villefort.
Sie wollen mich fragen, obder Graf von Monte Christo gekommen sei oder kommen werde?
Ichbeschäftige mich in diesem Augenblick nicht mit ihm. Ich wollte Sie fragen, obSie Nachricht von Herrn Franz erhalten hätten?
Ja, gestern; er schriebmir, er werde zu gleicher Zeit mit seinemBriefe abreisen.
Gut… Nun der Graf?…
Seien Sie unbesorgt, der Graf wird kommen.
Sie wissen, daß er einen andern Namen hat, als Monte Christo?
Nein, ich wußte es nicht.
Monte Christo ist der Name einer Insel; er ist Malteser.
Das ist möglich.
Er ist der Sohn eines Reeders.
In der Tat, Sie sollten dies laut erzählen, Sie würden das größte Aufsehen damit machen.
Er hat in Indien gedient, beutet ein Silberbergwerk in Thessalien aus und kommt nach Paris, um in Auteuil eine Anstalt für Mineralbäder zu gründen.
Ah! das lasse ich mir gefallen, das sind Neuigkeiten! Erlauben Sie mir, sie zu wiederholen?
Ja, doch allmählich, eine nach der andern, und ohne zu sagen, daß sie von mir kommen.
Warum?
Weil es ein der Polizei abgelauschtes Geheimnis ist.
Also kommen diese Neuigkeiten?…
Vom Präfekten. Paris ist, wie Sie leichtbegreifen können, durch den Anblick dieses Luxus in Aufregung geraten, und die Polizei hat Erkundigungen eingezogen.
Es fehlte nur noch, daß man den Grafen wie einen Vagabunden unter dem Vorwande, er sei zu reich, verhaftete.
Meiner Treu, das hätte ihm wohlbegegnen können, wenn die Nachrichten nicht so günstig gewesen wären.
Armer Graf! Und er vermutet die Gefahr nicht, der er preisgegeben ist!
Ich glaube nicht.
Dann ist es Pflicht der Nächstenliebe, ihn darauf aufmerksam zu machen. Ich werdebei seiner Ankunft nicht verfehlen, dies zu tun.
In dieser Sekunde verbeugte sich ein schöner junger Mann mit lebhaften Augen, schwarzen Haaren und glänzendem Schnurrbart vor Frau von Villefort. Albert reichte ihm die Hand und sagte: Gnädige Frau, ich habe die Ehre, Ihnen Herrn Maximilian Morel, Kapitänbei den Spahis, einen unserer guten undbesonders unsererbraven Offiziere, vorzustellen.
Ich habebereits das Vergnügen gehabt, den Herrn in Auteuilbei dem Herrn Grafen von Monte Christo zu treffen, antwortete Frau von Villefort, sich mit auffallender Kälte abwendend. Diese Antwort undbesonders der Ton, in dem sie gegeben wurde, schnürten dem armen Morel das Herz zusammen; doch es war ihm eine Entschädigung vorbehalten. Als er sich umdrehte, sah er unweit der Tür ein schönes, ernstes Gesicht, dessenblaue, große und scheinbar ausdruckslose Augen sich auf ihn hefteten, während der Vergißmeinnichtstrauß, den die Person hielt, langsam an die Lippen emporstieg.
Dieser Gruß wurde so gut verstanden, daß Morel mit derselben Miene sein Taschentuch seinem Mund näherte; und, durch die ganzeBreite des Saales voneinander getrennt, vergaßen sich diese zu lebendigenBildsäulen gewordenenbeiden Menschen, deren Herz so rasch unter dem scheinbaren Marmor ihres Gesichtes schlug, einen Augenblick, oder sie vergaßen vielmehr die Welt in dieser stummenBetrachtung.
Sie hätten lange so ineinander verlorenbleiben können, ohne daß es jemandbemerkt hätte; doch der Graf von Monte Christo trat eben ein.
Der Graf zog, wie gesagt, überall, wo er sich zeigte, die Aufmerksamkeit auf sich. Es war nicht sein allerdings dem Schnitte nach tadelloser, aber einfacher schwarzer Frack; es war nicht seine weiße Weste, nicht seinBeinkleid, das einen Fuß von der zartesten Form umhüllte, was die Aufmerksamkeit rege machte, nein, es waren seine schwarzen, wellenförmigen Haare, seine matte Gesichtsfarbe, sein ruhiges, reines Antlitz, sein tiefes, schwermütiges Auge, endlich sein mit wunderbarer Feinheit gezeichneter Mund, der so leicht den Ausdruck stolzer Verachtung annahm, was allerBlicke auf ihn zog.
Es mochten schönere Männer da sein, aber es war kein eigenartigerer da. Alles an dem Grafen wollte etwas sagen und hatte seinen Wert, denn die Gewohnheit guter Gedanken hatte seinen Zügen, dem Ausdrucke seines Gesichtes und seiner unbedeutendsten Gebärde eine unvergleichliche Feinheit und Festigkeit verliehen.
Die Zielscheibe allerBlicke und Grüße, schritt er auf Frau von Morcerf zu, die, vor dem mitBlumen geschmückten Kamine stehend, ihn in einem der Tür gegenüber angebrachten Spiegel erscheinen sah und sich zu seinem Empfang vorbereitete. Sie wandte sich mit einembereit gehaltenen Lächeln in dem Augenblick gegen ihn um, wo er sich vor ihr verbeugte. Ohne Zweifel glaubte sie, der Graf würde mit ihr sprechen; ohne Zweifel glaubte er, sie würde das Wort an ihn richten. Doch sieblieben aufbeiden Seiten stumm, so sehr kambeiden wahrscheinlich eine alltägliche Redensart unwürdig vor, und nach einer gegenseitigenBegrüßung wandte sich Monte Christo zu Albert, der mit offener Hand auf ihn zukam.
Sie haben meine Mutter gesehen? fragte Albert.
Soeben hatte ich die Ehre, sie zubegrüßen, sagte der Graf, doch Ihren Vater habe ich noch nicht wahrgenommen.
Er steht dort in jener kleinen Gruppe von großen Politikern.
In der Tat, sagte Monte Christo, die Herren, die ich dort sehe, sind große Politiker? Ich hätte es nicht vermutet.
In diesem Augenblick fühlte Morcerf, daß man eine Hand auf seinen Arm legte.
Ah, Sie sind es, Baron! sagte er.
Warum nennen Sie michBaron? entgegnete Danglars; Sie wissen wohl, daß ich nichts auf meinen Titel halte. Es ist nicht wiebei Ihnen, Vicomte, nicht wahr, Sie halten darauf?
Allerdings, antwortete Albert, da ich, wenn ich nicht Vicomte wäre, gar nichts wäre, indes Sie IhrenBaronentitel opfern können und immer noch Millionärbleiben.
Was mir der schönste Titel unter dem Julikönigtum zu sein scheint, versetzte Danglars.
Leider, sagte Monte Christo, leider ist man nicht Millionär auf Lebenszeit, wie manBaron, Pair von Frankreich oder Akademiker ist? alsBeweis hierfür dienen die Millionäre Frank und Pullmann in Frankfurt, die soebenBankerott gemacht haben.
Wirklich? fragte Danglars erbleichend.
Meiner Treu, die Nachricht ist mir heute durch einen Kurier zugekommen; ich hatte so etwa eine Millionbei ihnen; zu rechter Zeitbenachrichtigt, forderte ich vor einem Monat Rückzahlung.
Mein Gott! versetzte Danglars, sie haben für 200 000 Franken auf mich gezogen.