Der Graf von Monte Christo
- Автор: Дюма Александр
- Язык: немецкий
- Переводчик: Max Pannwitz
- Жанр: Историческая проза
Электронная книга - «Der Graf von Monte Christo». Краткое содержание книги:
Warum werden Sie nicht kommen?
Einmal, weil ich noch nicht eingeladenbin.
Ich erscheine ausdrücklich hier, um Ihnen Ihre Einladung persönlich zu überbringen.
Oh! das ist entzückend; doch ich kann verhindert sein.
Wenn ich Ihnen eines gesagt habe, sind Sie liebenswürdig genug, um uns alle Hindernisse zum Opfer zubringen.
Sprechen Sie! Meine Mutterbittet Sie.
Die Frau Gräfin von Morcerf? versetzte Monte Christobebend. In der Tat, Sie überhäufen mich mit Artigkeiten!
Sehen Sie, diesen Vorzug hat man, wenn man ein lebendiges Problem ist! Sie kommen also Sonnabend?
Da mich Frau von Morcerf darumbittet.
Sie sindbezaubernd.
Und Herr Danglars?
Oh! er hatbereits eine dreifache Einladung erhalten; mein Vater übernahm dies. Wir werden auchbemüht sein, Herrn von Villefort heranzuziehen, doch es ist zweifelhaft, ober zusagt. Tanzen Sie, Herr Graf?
Nein, ich tanze nicht, aber ich sehe gern tanzen. Tanzt Frau von Morcerf?
Niemals; Sie plaudert gern und hat große Lust, mit Ihnen zu plaudern.
Wirklich?
Bei meinem Ehrenwort! Ich erkläre Ihnen, Sie sind der erste Mann, für den meine Mutter Interesse zeigt.
Albert nahm seinen Hut und stand auf; der Graf führte ihn an die Tür.
Ich mache mir einen Vorwurf, sagte er, ihn oben an der Freitreppe zurückhaltend, ich war indiskret, ich hätte nicht von Herrn Danglars sprechen sollen.
Im Gegenteil, sprechen Sie abermals, sprechen Sie oft, sprechen Sie immer davon, doch immer auf die gleiche Weise.
Gut! Sieberuhigen mich, Sagen Sie mir, wann kommt Herr d'Epinay?
Spätestens in fünfbis sechs Tagen.
Und wann heiratet er?
Sobald Herr und Frau von Saint‑Meran eingetroffen find.
Bringen Sie ihn zu mir, wenn er in Paris ist. Obgleich Siebehaupten, ich liebe ihn nicht, erkläre ich Ihnen doch, daß ich mich freuen werde, ihn wiederzusehen.
IhreBefehle sollen vollzogen werden, Herr Graf. Auf Wiedersehen!
Der Graf grüßte Albert mit der Hand und folgte ihm mit den Augen. Als der Vicomte in seinen Phaeton gestiegen war, wandte sich Monte Christo um und fragte, da erBertuccio hinter sich fand: Nun? — Sie ist in den Justizpalast gefahren. — Ist sie lange dort geblieben? — AnderthalbStunden. — Und dann nach Hause zurückgekehrt? — Unmittelbar.
Wohl, mein lieber HerrBertuccio, wenn ich Ihnen nun einen Rat geben soll, so sehen Sie in der Normandie nach, obSie nicht das kleine Landgut finden, von dem ich mit Ihnen sprach.
HerrBertuccio verbeugte sich, und da seine Wünsche mit demBefehle, den er erhalten, vollkommen im Einklang standen, so reiste er noch an demselben Abend ab.
Nachforschungen
Herr von Villefort hielt Frau Danglars undbesonders sich selbst Wort, indem er zu erfahren suchte, wie der Graf von Monte Christo Kenntnis von der Geschichte des Hauses in Auteuil erlangt habe.
Er schrieban demselben Tage an einen gewissen Herrn vonBoville, der, nachdem er einst Inspektor der Gefängnisse gewesen war, jetzt eine höhere Stellungbei der Sicherheitspolizei einnahm, um von diesem die gewünschte Auskunft zu erhalten. Herr vonBoville verlangte zwei Tage, um in Erfahrung zubringen, bei wem man genaue Kunde einziehen könnte. Nach zwei Tagen erhielt Herr von Villefort folgende Note:
Die Person, die man den Grafen von Monte Christo nennt, istbesonders dem Lord Wilmore, einem reichen Fremden, bekannt, den man zuweilen in Paris sieht, und der sich in diesem Augenblick hierbefindet? sie ist ebenfallsbekann! dem AbbéBusoni, einem sizilianischen Priester, der im Orient viele gute Werke verrichtet hat und dort einen großen Ruf genießt.
Herr von Villefort antwortete durch einenBefehl, über diesebeiden Fremden auf das schleunigste und genaueste Erkundigungen einzuziehen; am andern Abend waren seineBefehle vollzogen, und er erhielt folgende Notizen:
Der Abbé, der nur auf einen Monat in Paris war, bewohnte hinter Saint‑Sulpice ein kleines Haus, bestehend aus einem Stocke und einem Erdgeschoß; vier Zimmer, zwei oben, zwei unten, bildeten die ganze Wohnung, deren einziger Mieter er war.
Die zwei unteren Zimmerbestanden aus einem Speisesaal mit Tischen, Stühlen undBüfett von Nußbaumholz und einem Salon mit weiß angemaltem Getäfel, ohne Zieraten, ohne Teppiche und ohne Uhr. Man sah, daß sich der Abbé für seine Person auf das Notwendigstebeschränkte. Der Abbébewohnte vorzugsweise den Salon im ersten Stocke, der ganz mit theologischenBüchern und Pergamenten, unter denen man ihn, wie sein Kammerdiener sagte, sich Monate lang vergraben sah, ausgestattet war.
Sein Dienerbetrachtete dieBesucher durch eine Art von Gitter, und wenn ihm ihr Gesicht unbekannt war oder mißfiel, so antwortete er, der Abbé sei nicht in Paris, womit sich vielebegnügten, denn man wußte, daß er häufig reiste und zuweilen lange auf der Reiseblieb. Mochte er übrigens zu Hause sein oder nicht, so gabder Abbé doch immer reichliche und ständige Almosen. Das andere Zimmer, das neben derBibliothek lag, war ein Schlafzimmer. EinBett ohne Vorhänge, vier Lehnstühle und ein Sofabildeten nebst einemBetpult seine ganze Ausstattung.
Lord Wilmore wohnte in der Rue Saint‑George, Er gehörte zu den englischen Touristen, die ihr ganzes Vermögen auf der Reise verzehren. Er mietete eine möblierte Wohnung, in der er nur zweibis drei Stunden des Tages zubrachte und sehr selten schlief. Er hatte unter andern die Manie, durchaus nicht französisch sprechen zu wollen, jedoch soll er ziemlich korrekt französisch geschrieben haben.
Am andern Tage, nachdem diese kostbare Auskunftbei dem Staatsanwalt eingetroffen war, klopfte ein Mensch, der an der Ecke der Rue Férou aus dem Wagen stieg, an eine olivengrün angemalte Tür, fragte nach dem AbbéBusoni und erhielt von einem Diener die Antwort, der Herr Abbé sei ausgegangen.
Ich kann mich mit dieser Antwort nichtbegnügen, sagte derBesuch, denn ich komme im Auftrage einer Person, für die man immer zu Hause ist. Doch wollen Sie dem Herrn AbbéBusoni…
Ich habe Ihnenbereits gesagt, er sei nicht zu Hause, wiederholte der Diener.
So geben Sie ihm, wenn er zurückkehrt, diese Karte und dieses versiegelte Papier. Wird der Herr Abbé heute abend um acht Uhr zu Hause sein?
Ohne allen Zweifel, mein Herr.
Ich werde heute abend zur genannten Stunde wiederkommen, versetzte derBesuch und entfernte sich.
Zurbestimmten Stunde kam derselbe Mensch in demselben Wagen, der, statt an der Ecke der Rue Férou anzuhalten, diesmal vor der grünen Tür anhielt. Er klopfte, man öffnete ihm, und er trat ein.
Aus den Zeichen der Ehrfurcht, die ihm der Diener erwies, ersah er, daß derBrief die gewünschte Wirkung hervorgebracht hatte.
Ist der Herr Abbé zu Hause? fragte er.
Ja, er arbeitet in seinerBibliothek; doch er erwartet den Herrn, sagte der Diener.
Der Fremde stieg eine ziemlich schlechte Treppe hinauf und erblickte an einem Tische, dessen Oberfläche mit der Helle übergossen war, die ein weiter Lichtschirm konzentrierte, während der Rest des Zimmers im Schatten lag, den Abbé in geistlicher Kleidung, den Kopf mit einer von jenen Kappenbedeckt, wie sie im Mittelalter die Gelehrten trugen. Habe ich die Ehre, mit HerrnBusoni zu sprechen? fragte der Fremde.
Ja, antwortete der Abbé, und Sie sind die Person, die Herr vonBoville, der ehemalige Intendant der Gefängnisse, im Auftrage des Herrn Polizeipräfekten zu mir schickt? — Ganz richtig, mein Herr. — Einer von den Agenten, die für die Sicherheit von Paris zu sorgen haben? — Ja, mein Herr, antwortete der Fremde mit einem gewissen Zögern und etwas errötend.