Der Graf von Monte Christo
- Автор: Дюма Александр
- Язык: немецкий
- Переводчик: Max Pannwitz
- Жанр: Историческая проза
Электронная книга - «Der Graf von Monte Christo». Краткое содержание книги:
Nun wissen Sie's, ihre Unterschrift ist nicht mehr als fünf Prozent wert.
Ja, aber ich erfahre es zu spät, denn ich habe ihre Unterschrift honoriert.
Gut, sagte Monte Christo, das sind 200 000 Franken, die den anderen nach…
Still! flüsterte Danglars. Sprechen Sie davon nicht, am wenigsten in Gegenwart von Herrn Cavalcanti Sohn, fügte derBankier hinzu, derbei diesen Worten sich lächelnd gegen den jungen Mann umwandte.
Morcerf hatte den Grafen verlassen, um mit seiner Mutter zu sprechen. Danglars verließ ihn, um Cavalcanti Sohn zubegrüßen. Monte Christo fand sich einen Augenblick allein.
Die Hitze sing indessen an, fürchterlich zu werden. DieBedienten gingen in den Salons mit Platten umher, die mit Früchten und verschiedenem Eisbedeckt waren. Monte Christo trocknete sich mit dem Taschentuch sein von Schweiß übergossenes Gesicht; doch er wich zurück, als die Platten an ihm vorübergetragen wurden, und nahm nichts von den Erfrischungen.
Frau von Morcerf ließ mit ihrenBlicken nicht von Monte Christo ab. Sie sah die Platte an ihm vorübergehen, ohne daß er sieberührte; sie faßte sogar dieBewegung auf, mit der er sich entfernte.
Albert, sagte sie, hast dubemerkt, daß der Graf nie etwasbei Herrn von Morcerf genießen wollte?
Ja, doch er hat an einem Frühstückbei mir teilgenommen.
Bei dir ist nichtbei dem Grafen, versetzte Mercedes, und ichbeobachte ihn, seitdem er hier ist. — Nun? — Er hat noch nichts angenommen. — Der Graf ist sehr nüchtern. — Mercedes lächelte traurig. — Nähere dich ihm, sagte sie, undbei der ersten Platte, die herumgereicht wird, dringe in ihn. — Warum das, meine Mutter? — Mache mir das Vergnügen, Albert.
Albert küßte seiner Mutter die Hand und stellte sich zu dein Grafen. Es kam eine neue Platte mit den gleichen Erfrischungen wie die vorhergehende; sie sah Albert in den Grafen dringen, selbst Eis nehmen und es ihm anbieten; doch er weigerte sich hartnäckig. Albert kehrte zu seiner Mutter zurück; die Gräfin war sehrbleich.
Nun, du siehst es, er hat sich geweigert, sagte sie.
Ja, doch wie kann Sie diesbeunruhigen?
Du weißt, Albert, die Frauen sind sonderbar. Ich hätte den Grafen mit Vergnügen irgend etwasbei mir nehmen sehen und wäre es nur ein Granatkern gewesen. Übrigens ist er vielleicht die französische Kost nicht gewöhnt und hat eine Vorliebe für irgend etwas?
Mein Gott, nein! ich sah ihn in Italien von allem nehmen; ohne Zweifel ist ihm heute abend nicht recht wohl.
Da er stets in heißen Klimaten gewohnt hat, ist er vielleicht auch minder empfindlich für die Hitze, als ein anderer, sagte die Gräfin.
Ich glaube nicht, denn erbeklagte sich, daß es zum Ersticken heiß sei, und fragte mich, warum man, da manbereits die Fenster geöffnet, nicht auch die Läden öffne.
In der Tat, das ist ein Mittel, um mir Gewißheit zu verschaffen, obdiese Enthaltsamkeit auf einembestimmten Entschlüsseberuht, sagte Mercedes und verließ den Salon.
Einen Augenblick nachher öffneten sich die Läden, man sah den ganzen Garten mit Lampenbeleuchtet und das Abendessen unter dem Zelte aufgetragen.
Tänzer und Tänzerinnen, Spieler und Plaudernde, stießen einen Freudenschrei aus, die gepreßten Lungen atmeten mit Wollust die Luft ein, die in Wellen in die Säle strömte. In diesem Augenblick erschien Mercedes wieder, bleicher als sie weggegangen war, aber mit jener, bei ihr unter gewissen Umständen merkwürdigen Energie des Gesichtsausdrucks. Sie ging gerade auf die Gruppe zu, deren Mittelpunkt ihr Gattebildete, und sagte: Herr Graf, fesseln Sie diese Herren nicht hier! Wenn sie nicht spielen, werden sie lieber die Lust im Garten einatmen, als hier ersticken.
Ah! gnädige Fran, sagte ein alter, sehr artiger General, der im Jahre 1809»Partant pour la Syrie«(Auf nach Syrien) gesungen hatte, wir gehen nicht allein in den Garten.
Gut, ich werde dasBeispiel geben, versetzte Mercedes.
Und sich zu Monte Christo wendend, sagte sie: Herr Graf, haben Sie die Güte, mir Ihren Arm zubieten. Der Graf wanktebei diesen einfachen Worten; dann schaute er Mercedes einen Moment an. Dieser Moment hatte die Geschwindigkeit einesBlitzes, und dennoch kam es der Gräfin vor, als hätte er ein Jahrhundert gedauert, so viele Gedanken hatte Monte Christo in diesen einzigenBlick gelegt.
Erbot der Gräfin seinen Arm; sie stützte sich darauf, oder sieberührte ihn vielmehr nur mit ihrer kleinen Hand, undbeide stiegen die Stufen der mit Kamelien und Rhododendren eingefaßten Freitreppe hinab.
Brot und Salz
Frau von Morcerf trat mit ihremBegleiter unter eine Lindenallee, die nach einem Treibhause führte. Nicht wahr, es war heiß im Salon, Herr Graf? sagte sie.
Ja, gnädige Frau, und Ihr Gedanke, die Türen und Läden öffnen zu lassen, war vortrefflich.
Als der Gras diese Worte sprach, bemerkte er, daß Mercedes' Hand zitterte.
Doch Sie, sagte er, mit diesem leichten Kleide und ohne ein anderes Schutzmittel um den Hals, als diesen Schal von Gaze, Ihnen ist wohl kalt?
Wissen Sie, wohin ich sie führe? sagte die Gräfin, ohne auf Monte Christos Frage zu antworten.
Nein, gnädige Frau, antwortete dieser, doch Sie sehen, ich leiste keinen Widerstand.
In das Treibhaus, das Sie dort am Ende der Allee erblicken. Der Graf schaute Mercedes an, als wollte er siebefragen; doch sie setzte ihren Weg fort, ohne etwas zu sagen, und Monte Christobliebstumm.
Sie traten in das Gebäude, das ganz mit herrlichen Früchten geschmückt war, die schon Anfang Juli in dieser künstlichen Temperatur reiften.
Mercedes verließ den Arm des Grafen und pflückte an einem Weinstock eine Muskattraube.
Nehmen Sie, Herr Graf, sagte sie mit einem so traurigen Lächeln, daß man die Tränen am Rande ihrer Augen hätte können hervorbrechen sehen, ich weiß wohl, unsere französischen Trauben sind nicht mit denen von Sizilien und Cypern zu vergleichen, doch Sie werden gegen unsere nördliche Sonne nachsichtig sein.
Der Graf verbeugte sich und machte einen Schritt rückwärts.
Sie schlagen es mir ab? fragte Mercedes mit zitternder Stimme.
Gnädige Frau, antwortete Monte Christo, ichbitte Sie demütigst um Entschuldigung, aber ich esse nie Trauben.
Ein herrlicher Pfirsich hing, wie die Weinrebe, an einem durch die künstliche Hitze des Treibhauses erwärmten Spaliere. Mercedes näherte sich der samtartigen Frucht und pflückte sie.
Nehmen Sie diesen Pfirsich, sagte sie.
Doch der Graf machte dieselbe Gebärde der Weigerung.
Abermals! sagte sie mit einem schmerzlichen Tone, daß man fühlen konnte, wie dieser Ton ein Schluchzen unterdrückte, in der Tat, ich habe Unglück.
Einbanges Schweigen folgte auf diese Szene, der Pfirsich war wie die Traube auf den Sand gefallen.
Herr Graf, sagte Mercedes, Monte Christo mit flehendem Auge anschauend, es gibt eine rührende arabische Sitte, die auf ewig die zu Freunden macht, dieBrot und Salz unter demselben Dache geteilt haben.
Ich kenne sie, gnädige Frau, antwortete der Graf, doch wir sind in Frankreich und nicht in Arabien, und in Frankreich gibt es ebensowenig ewige Freundschaften, wie eine Teilung von Salz undBrot.
Doch sprechen Sie, sagte die Gräfin, stammelnd und ihre Augen auf Monte Christos Augen heftend, den sie mit ihrenbeiden Händen am Arme faßte, nicht wahr, wir sind Freunde?
DasBlut floß zu dem Herzen des Grafen zurück, und er wurdebleich wie der Tod, dann stieg es vom Herzen aufwärts, überströmte seine Wangen, und seine Augen schwammen ein paar Sekunden lang im weiten Raume, wie die eines von einemBlendwerk getroffenen Menschen.
Gewiß sind wir Freunde, gnädige Frau, erwiderte er, warum sollten wir es auch nicht sein?
Dieser Ton war so weit von dem entfernt, den Frau von Morcerf zu hören wünschte, daß sie sich umwandte, um einen Seufzer entschlüpfen zu lassen, der einem Stöhnen glich.