Die geliehene Zeit: Roman (German Edition)
- Автор: Гэблдон Диана
- Серия: Die Outlander #2
- Год: 2015
- Язык: немецкий
- Год: Knaur eBook
- Жанр: Другие приключения
Электронная книга - «Die geliehene Zeit: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:
»Niemals«, sagte er sanfter. »Denn du bist mein. Meine Frau, mein Herz, meine Seele.« Sein Gewicht hielt mich reglos wie ein Fels auf meiner Brust, doch seine Haut rieb sich an der meinen, und ich bäumte mich gegen ihn auf, denn ich wollte mehr. Und mehr.
»Mein Körper«, sagte er keuchend und gab mir, was ich wollte. Ich krümmte mich unter ihm, als wollte ich entfliehen, und mein Rücken spannte sich wie ein Bogen und presste mich an ihn. Jetzt lag er der Länge nach auf mir und bewegte sich kaum, so dass unsere intimste Verbindung kaum enger zu sein schien als das Einssein unserer Haut.
Das Gras unter mir war borstig, der Duft der zerdrückten Halme so scharf wie der Geruch des Mannes, der mich nahm. Meine Brüste wurden unter ihm flach gedrückt, und ich spürte das leise Kribbeln der Haare auf seiner Brust, als wir uns aneinanderrieben, hin und her. Ich wand mich, drängte ihn zur Heftigkeit, spürte die Anspannung seiner Oberschenkel, als er mich niederdrückte.
»Niemals«, flüsterte er mir zu, das Gesicht dicht vor dem meinen.
»Niemals«, sagte ich und wandte den Kopf, um der Intensität seines Blicks zu entrinnen.
Mit sanftem, unausweichlichem Druck wandte er mich wieder zu sich hin, und die kleinen, rhythmischen Bewegungen setzten sich fort.
»Nein, meine Sassenach«, sagte er leise. »Mach die Augen auf. Sieh mich an. Denn das ist meine Bestrafung und die deine. Sieh, was du mir angetan hast, so wie ich weiß, was ich dir angetan habe. Sieh mich an.«
Und ich sah ihn an, gefangen gehalten, an ihn gebunden. Sah, wie er die letzte Maske fallen ließ und mir seine Tiefen zeigte und die Wunden seiner Seele. Ich hätte um seinen Schmerz geweint und um den meinen, wenn ich es gekonnt hätte. Doch sein Blick hielt den meinen, seine Augen tränenlos und offen, uferlos wie die Salzsee. Sein Körper hielt den meinen gefangen und trieb mich vor sich her wie der Westwind in den Segeln einer Barke.
Und wir reisten vereint, und er schrie auf, als mich die letzten kleinen Stürme der Liebe zu schütteln begannen, und gemeinsam ritten wir die Wellen, als wären wir eins, und wir erblickten einander in den Augen des anderen.
Die Nachmittagssonne brannte heiß auf die weißen Kalksteinfelsen und warf tiefe Schatten in die Zerklüftungen und Mulden. Schließlich fand ich, was ich suchte; es wuchs aus einer schmalen Spalte in einem riesigen Felsen und trotzte fröhlich dem Mangel an Erde. Ich brach ein fleischiges Aloeblatt von der Staude, knickte es auf und verteilte das kühle grüne Gelee darin auf den Striemen an Jamies Hand.
»Besser?«, sagte ich.
»Viel besser.« Jamie bewegte die Hand und verzog das Gesicht. »Himmel, brennen diese Nesseln!«
»Das stimmt.« Ich zog meinen Ausschnitt in die Tiefe und verteilte vorsichtig ein wenig Aloesaft auf meiner Brust. Die Kühle brachte sofort Erleichterung.
»Ich bin ziemlich froh, dass du mein Angebot nicht angenommen hast«, sagte ich ironisch mit einem Blick auf eine blühende Nesselstaude neben uns.
Er grinste und tätschelte mir mit der anderen Hand den Hintern.
»Nun, viel hat nicht gefehlt, Sassenach. Du solltest mich nicht so in Versuchung führen.« Dann wurde er ernst. Er beugte sich vor und küsste mich sanft.
»Nein, a nighean donn. Ich habe es dir geschworen, und ich habe es genau so gemeint. Niemals werde ich aus Wut die Hand gegen dich erheben. Außerdem«, fügte er leise hinzu und wandte sich ab, »habe ich dir schon genug weh getan.«
Ich zuckte vor dem Schmerz der Erinnerung zurück, doch auch ich war ihm Gerechtigkeit schuldig.
»Jamie«, sagte ich, und meine Lippen bebten ein wenig. »Das … Baby. Es war nicht deine Schuld. Es hat sich zwar so angefühlt, aber es war nicht so. Ich glaube … ich glaube, es wäre so oder so geschehen, ob du mit Jack Randall gekämpft hättest oder nicht.«
»Aye? Ah … nun ja.« Sein Arm umfing mich warm und tröstend, und er drückte meinen Kopf in die Mulde seiner Schulter. »Es erleichtert mich ein wenig, wenn du das sagst. Ich habe aber nicht das Kind gemeint, sondern Frank. Glaubst du, du kannst mir das vergeben?« Seine blauen Augen waren sorgenvoll, als er jetzt auf mich hinunterblickte.
»Frank?« Ich erschrak überrascht. »Aber … aber da gibt es doch nichts zu vergeben.« Dann kam mir der Gedanke, dass er am Ende gar nicht wusste, dass Jack Randall noch lebte – er war schließlich unmittelbar nach dem Duell verhaftet worden. Aber wenn er es nicht wusste … Ich holte tief Luft. Es war ohnehin unumgänglich, dass er es herausfand; vielleicht besser durch mich.
»Du hast Jack Randall nicht umgebracht, Jamie«, sagte ich.
Zu meiner Überraschung schien ihn das weder zu schockieren noch zu überraschen. Er schüttelte den Kopf, und die Nachmittagssonne schlug Funken in seinem Haar. Es war zwar noch nicht so lang, dass man es zusammenbinden konnte, doch es war im Gefängnis ein ganzes Stück gewachsen, und er musste es sich ständig aus den Augen streichen.
»Das weiß ich, Sassenach«, sagte er.
»Du weißt es? Aber … was …« Ich wusste nicht weiter.
»Du … weißt es nicht?«, sagte er zögernd.
Trotz der Sonnenhitze kroch mir ein kaltes Gefühl über die Arme.
»Was denn?«
Er kaute auf seiner Unterlippe und betrachtete mich widerstrebend. Schließlich holte er tief Luft und atmete mit einem Seufzer aus.
»Nein. Ich habe ihn nicht getötet. Aber ich habe ihn verletzt.«
»Ja, Louise sagt, du hast ihn schwer verletzt. Aber sie sagt auch, dass er auf dem Weg der Besserung ist.« Plötzlich sah ich in Gedanken diese letzte Szene im Bois de Boulogne vor mir; das Letzte, was ich gesehen hatte, ehe mich die Schwärze umfing. Jamies scharfe Schwertspitze, die sich durch das regennasse Leder der Kniehose bohrte. Den plötzlichen roten Fleck, der das Material dunkel färbte … und den Winkel, den die Klinge nahm, glitzernd von der Wucht, die sie abwärtsstieß.
»Jamie!«, sagte ich, und meine Augen weiteten sich vor Schreck. »Du hast doch nicht … Jamie, was hast du getan!«
Er senkte den Blick und rieb sich die verbrannte Hand an seinem Kilt. Er schüttelte den Kopf, verwundert über sich selbst.
»Ich bin so ein Narr gewesen, Sassenach. Ich war überzeugt, dass ich kein Mann wäre, wenn ich ihn ungestraft davonkommen ließ, nach dem, was er dem Jungen angetan hatte, und doch … habe ich ohne Unterlass gedacht, du kannst das Schwein nicht umbringen, du hast es versprochen. Du kannst ihn nicht umbringen.« Er lächelte schwach und humorlos, den Blick auf die Flecken an seiner Hand gerichtet.
»Mein Kopf hat gekocht wie ein Porridgetopf auf offener Flamme, und doch habe ich mich an diesen Gedanken geklammert. Du kannst ihn nicht umbringen. Und ich habe ihn nicht umgebracht. Aber ich war halb von Sinnen vom Rausch des Kampfes, und das Blut hat mir in den Ohren gesummt – und ich habe nicht einen Moment darüber nachgedacht, warum ich ihn nicht umbringen durfte, abgesehen davon, dass ich es dir versprochen hatte. Und als ich ihn dort vor mir am Boden hatte und mir die Erinnerung an Wentworth und an Fergus kam, und die Klinge bebte in meiner Hand …« Plötzlich brach er ab.
Ich spürte, wie mir das Blut aus dem Kopf sackte, und setzte mich abrupt auf einen Felsblock.
»Jamie«, sagte ich. Er zuckte hilflos mit den Schultern.
»Nun, Sassenach«, sagte er, immer noch ohne mich anzusehen, »alles, was ich sagen kann, ist, dass es eine fürchterliche Stelle für eine Verletzung ist.«
»Großer Gott.« Ich saß reglos da, wie gelähmt über diese Enthüllung. Jamie saß wortlos neben mir und betrachtete die breiten Rückseiten seiner Hände. Die rechte trug noch immer eine kleine rosa Narbe. Jack Randall hatte einen Nagel dort hindurchgetrieben, in Wentworth.
»Hasst du mich jetzt, Claire?« Seine Stimme war leise und beinahe zögerlich.
Ich schüttelte mit geschlossenen Augen den Kopf.
»Nein.« Ich öffnete sie und sah sein Gesicht dicht vor mir, die Stirn sorgenvoll gerunzelt. »Ich weiß nicht, was ich jetzt denke, Jamie, wirklich nicht. Aber ich hasse dich nicht.« Ich legte meine Hand auf die seine und drückte sie sacht. »Lass mich nur … eine Minute für mich sein, ja?«