Die geliehene Zeit: Roman (German Edition)
- Автор: Гэблдон Диана
- Серия: Die Outlander #2
- Год: 2015
- Язык: немецкий
- Год: Knaur eBook
- Жанр: Другие приключения
Электронная книга - «Die geliehene Zeit: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:
»Ich … weiß es nicht«, sagte ich schwach. »Darüber habe ich … noch nicht nachgedacht. Wut natürlich. Ich war wütend – außer mir. Und elend. Und ich hatte Angst um dich. Und … du hast mir leidgetan.«
»Warst du eifersüchtig? Als ich es dir später erzählt habe – dass er mich erregt hatte, obwohl ich es nicht wollte?«
Ich holte tief Luft, und das Gras kitzelte mich an den Brüsten.
»Nein. Zumindest glaube ich das nicht; damals jedenfalls nicht. Es war schließlich nicht so, als hättest du … es gern getan.« Ich biss mir auf die Unterlippe und senkte den Blick. Seine Stimme erklang leise und nüchtern neben mir.
»Ich glaube nicht, dass du gern mit Louis geschlafen hast – oder?«
»Nein!«
»Aye, nun ja«, sagte er. Er nahm einen Grashalm zwischen die Daumen und konzentrierte sich darauf, ihn langsam an der Wurzel auszuziehen. »Ich bin auch wütend gewesen. Und habe mich elend gefühlt, und es hat mir leidgetan.« Der Grashalm rutschte leise quietschend aus seiner Hülle.
»Als ich es war«, fuhr er beinahe flüsternd fort, »habe ich gedacht, du würdest den Gedanken nicht ertragen können, und ich hätte es dir nicht übelgenommen. Ich war mir sicher, dass du dich nur von mir abwenden konntest, und ich habe versucht, dich fortzuschicken, um deinen Ekel und deinen Schmerz nicht sehen zu müssen.« Er schloss die Augen und hob den Grashalm zwischen den Daumen hoch, bis er gerade eben seine Lippen streifte.
»Aber du hast dich geweigert zu gehen. Du hast mich an deine Brust gelegt und mich gepflegt. Stattdessen hast du mich geheilt. Trotz allem hast du mich geliebt.« Zögernd holte er tief Luft und wandte mir erneut den Kopf zu. In seinen Augen glänzten die Tränen, doch es entwich kein Tropfen, um ihm über die Wangen zu gleiten.
»Ich dachte, ich könnte mich vielleicht überwinden, das für dich zu tun, so wie du es für mich getan hast. Und das ist der Grund, warum ich schließlich nach Fontainebleau gekommen bin.«
Er kniff die Augen fest zu, und die Tränen verschwanden.
»Als du mir dann gesagt hast, dass nichts geschehen wäre … erst habe ich dir geglaubt, weil ich es mir so sehr gewünscht habe. Aber dann … ich konnte es sehen, Claire. Ich konnte mir nichts vorgaukeln, und ich wusste, dass du mich angelogen hattest. Ich dachte, du vertraust vielleicht nicht darauf, dass ich dich trotzdem liebe, oder … dass du ihn tatsächlich wolltest und Angst hattest, es mir zu zeigen.«
Er ließ den Grashalm fallen, und sein Kopf sank nach vorn, bis er auf seinen Fingerknöcheln ruhte.
»Du hast gesagt, du wolltest mir weh tun. Nun, die Vorstellung, wie du mit dem König schläfst, war schmerzhafter als der Brand auf meiner Brust oder der Riemen auf meinem nackten Rücken. Aber dass du dachtest, du könntest mir nicht vertrauen, war wie ein Erwachen aus der Henkersschlinge, nur um zu spüren, wie sich das Messer in meine Eingeweide bohrt. Claire …« Sein Mund öffnete sich tonlos, dann schloss er sich fest, bis er die Kraft zum Weitersprechen fand.
»Ich weiß nicht, ob die Verletzung tödlich ist, aber Claire – ich spüre, wie mir das Herz ausblutet, wenn ich dich ansehe.«
Das Schweigen zwischen uns zog sich in die Länge. Der leise Lockruf eines Insekts, das zwischen den Steinen summte, ließ die Luft vibrieren.
Reglos wie ein Fels blickte Jamie mit ausdrucksloser Miene zu Boden. Ich konnte dieses ausdruckslose Gesicht nicht ertragen – und die Vorstellung, was dahinter verborgen liegen musste. Ich hatte in der Laube eine Ahnung von seiner verzweifelten Wut bekommen und fühlte mich leer bei dem Gedanken, was es ihn gekostet haben musste, diese Rage zu meistern, sie jetzt in diesem eisernen Griff zu halten, der nicht nur seine Wut unterdrückte, sondern auch Freude und Vertrauen.
Ich wünschte mir verzweifelt, ich könnte das Schweigen brechen, das uns trennte; könnte die verlorene Wahrheit zwischen uns zurückgewinnen. Jetzt setzte sich Jamie hin und legte die Arme fest um seine Oberschenkel, während er über das friedliche Tal hinausblickte.
Besser Gewalt, dachte ich, als Schweigen. Ich griff über den Abgrund zwischen uns hinweg und legte ihm die Hand auf den Arm. Er war warm von der Sonne und lebendig unter meiner Berührung.
»Jamie«, flüsterte ich. »Bitte.«
Langsam wandte er den Kopf in meine Richtung. Sein Gesicht schien immer noch ruhig, obwohl sich die Katzenaugen noch enger zusammenzogen, als er mich schweigend ansah. Schließlich streckte er die Hand aus und packte mich beim Handgelenk.
»Dann soll ich dich schlagen?«, sagte er leise. Sein Griff wurde fester, so dass ich unwillkürlich zusammenfuhr und versuchte, mich ihm zu entziehen. Er zog seinerseits und riss mich über das stachelige Gras, bis mein Körper ihn berührte.
Ich spürte, wie ich zitterte, und die Härchen auf meinen Unterarmen richteten sich auf, doch es gelang mir zu sprechen.
»Ja«, sagte ich.
Seine Miene war unergründlich. Ohne den Blick von meinen Augen abzuwenden, streckte er die freie Hand aus und tastete suchend über die Steine, bis er ein Büschel Nesseln fand. Er holte Luft, als seine Finger die beißenden Stiele berührten, doch dann biss er die Zähne zusammen, schloss die Hand zur Faust und riss die Pflanzen an den Wurzeln aus.
»Die Bauern der Gascogne schlagen eine untreue Ehefrau mit Nesseln«, sagte er. Er senkte die gezackten Blätter und strich mir sacht damit über die Brust. Der plötzliche Schmerz ließ mich aufkeuchen, und ein schwacher roter Fleck erschien wie von Zauberhand auf meiner Haut.
»Soll ich das auch tun?«, fragte er. »Soll ich dich so bestrafen?«
»Wenn du … wenn du willst?« Meine Lippen zitterten so sehr, dass ich die Worte kaum herausbekam. Von den Nesselwurzeln waren mir ein paar Erdkrümel zwischen die Brüste gefallen; einer kullerte mir jetzt über die Rippen, ausgelöst vom Hämmern meines Herzens, dachte ich. Die Strieme auf meiner Brust brannte wie Feuer. Ich schloss die Augen und malte mir lebhaft bis in die Einzelheiten aus, wie es sich anfühlen würde, mit einem Büschel Nesseln geschlagen zu werden.
Plötzlich entspannte sich die Schraubzwinge an meinem Handgelenk. Als ich die Augen öffnete, saß Jamie im Schneidersitz neben mir. Er hatte die Pflanzen weggeworfen, und sie lagen auf dem Boden zerstreut. Auf seinen Lippen spielte ein schwaches, reumütiges Lächeln.
»Einmal habe ich dich mit Recht verprügelt, Sassenach, und du hast gedroht, mir mit meinem eigenen Dolch die Eingeweide herauszuschneiden. Jetzt bittest du mich, dich mit Nesseln zu schlagen?« Langsam und verwundert schüttelte er den Kopf, und seine Hand hob sich wie aus eigener Kraft an meine Wange. »Ist dir mein Stolz denn so viel wert?«
»Ja! Ja, verdammt, das ist er!« Ich setzte mich ebenfalls hin, packte ihn bei den Schultern und überraschte uns beide damit, dass ich ihn fest und unbeholfen küsste.
Ich spürte, wie er im ersten Moment unwillkürlich zusammenfuhr, dann zog er mich an sich, den Arm fest um meinen Rücken gelegt, und sein Mund antwortete dem meinen. Und dann hatte er mich fest auf den Boden gepresst, und sein Gewicht hielt mich unbeweglich unter sich. Seine Schultern verdunkelten den Himmel über mir, und seine Hände drückten mir die Arme an die Seiten und hielten mich gefangen.
»Also schön«, flüsterte er. Seine Augen bohrten sich in die meinen, verboten mir, sie zu schließen, zwangen mich, ihn anzublicken. »Also schön. Wenn du es wünschst, werde ich dich bestrafen.« Eine gebieterische Bewegung seiner Hüften, und ich spürte, wie sich meine Beine für ihn öffneten – ich die Schleusen aufschwang, um mich mitreißen zu lassen.
»Niemals«, flüsterte er mir zu. »Niemals. Niemals ein anderer als ich! Sieh mich an! Sag’s mir! Sieh mich an, Claire!« Er bewegte sich heftig in mir, und ich stöhnte auf und hätte gern den Kopf abgewandt, doch er hielt mein Gesicht zwischen den Händen und zwang mich, ihm in die Augen zu blicken, seinen breiten, schönen Mund zu sehen, der sich vor Schmerz verzerrte.