Die geliehene Zeit: Roman (German Edition)
- Автор: Гэблдон Диана
- Серия: Die Outlander #2
- Год: 2015
- Язык: немецкий
- Год: Knaur eBook
- Жанр: Другие приключения
Электронная книга - «Die geliehene Zeit: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:
Die Fingerknöchel der Hand, die die meine hielt, waren weiß, und ich konnte spüren, wie meine Knochen in seiner Umklammerung knirschten.
Ich entriss ihm meine Hand.
»Jamie, hör mir zu!«
»Nein!«, sagte er. »Nein, ich will es nicht hören …«
»Hör mir zu, verdammt!«
Es lag genug Nachdruck in meiner Stimme, um ihn einen Moment verstummen zu lassen, und während er schwieg, begann ich hastig, ihm die Geschichte von den Gemächern des Königs zu erzählen, von den Kapuzenmännern und der dunklen Kammer, vom Duell der Magier und dem Tod des Comte St. Germain.
Während ich redete, wich ihm die Röte aus den vom Wind gekühlten Wangen, und seine Miene löste sich von Schmerz und Wut in Verwirrung und dann allmählich in erstaunten Glauben auf.
»Himmel«, hauchte er schließlich. »O großer Gott.«
»Das hättest du nicht gedacht, was du mit dieser albernen Geschichte auslösen würdest, oder?« Ich war erschöpft, doch ich brachte ein Lächeln zuwege. »Der … der Comte ist also … es ist alles gut, Jamie. Er ist … fort.«
Er fand keine Erwiderung, sondern zog mich sanft an sich, so dass meine Stirn an seiner Schulter ruhte und meine Tränen ihm das Hemd durchnässten. Doch im nächsten Moment richtete ich mich auf und starrte ihn an, während ich mir die Nase wischte.
»Es fällt mir gerade erst ein, Jamie! Der Portwein – Charles Stuarts Investition! Wenn der Comte tot ist …«
Er schüttelte den Kopf und lächelte schwach.
»Nein, a nighean donn. Der Wein ist gerettet.«
Erleichterung durchspülte mich.
»Oh, Gott sei Dank. Dann hast du es geschafft? Haben die Kräuter bei Murtagh gewirkt?«
»Hm, nein«, sagte er, und sein Lächeln wurde breiter, »aber bei mir haben sie gewirkt.«
Ohne meine Angst und Wut wurde mir jetzt geradezu schwindelig. Der Duft der verregneten Trauben war kräftig und süß, und es war ein Segen, mich an ihn zu lehnen und seine Wärme als Trost zu empfinden, nicht als Bedrohung, und so hörte ich mir seine Geschichte von der Portweinpiraterie an.
»Es gibt Menschen, die für die Seefahrt geboren sind, Sassenach«, begann er, »aber ich gehöre leider nicht dazu.«
»Ich weiß«, sagte ich. »Warst du seekrank?«
»So schlimm wie noch nie«, versicherte er mir ironisch.
Die See von Biskaya war rauh gewesen, und innerhalb einer Stunde war klar gewesen, dass Jamie nicht imstande sein würde, seine eigentliche Rolle bei dem Plan zu spielen.
»Ich konnte ohnehin nichts tun, als stöhnend in meiner Hängematte zu liegen«, sagte er schulterzuckend, »also fand ich, dass ich genauso gut auch die Pocken haben könnte.«
Er und Murtagh hatten hastig die Rollen getauscht, und vierundzwanzig Stunden nach dem Ablegen hatte der Kommandeur der Scalamandre zu seinem Schrecken festgestellt, dass im Unterdeck eine Seuche ausgebrochen war.
Jamie kratzte sich nachdenklich am Hals, als spürte er die Wirkung des Nesselsaftes noch.
»Sie hätten mich am liebsten über Bord geworfen, als sie es herausgefunden haben«, sagte er, »und ich muss sagen, dass ich die Idee sehr verlockend fand.« Er grinste mich schief an. »Bist du schon einmal seekrank gewesen, während du Nesselfieber hattest, Sassenach?«
»Gott sei Dank nicht.« Ich erschauerte bei dem Gedanken. »Hat Murtagh es verhindert?«
»Oh, aye. Mit Murtagh ist nicht zu spaßen. Er hat mit dem Dolch in der Hand auf der Türschwelle geschlafen, bis wir sicher in Bilbao eingelaufen sind.«
Konfrontiert mit der unprofitablen Alternative, die Reise nach Le Havre fortzusetzen und seine Fracht abzuschreiben oder nach Spanien zurückzukehren und seine Zeit mit Warten zu vertun, bis er etwas aus Paris hörte, hatte sich der Kapitän der Scalamandre wie vorhergesehen entschlossen, den Portwein in seinem Frachtraum an den neuen Käufer zu veräußern, den ihm der Zufall geschickt hatte.
»Nicht, dass er nicht das Beste für sich herausgeschlagen hätte«, erinnerte sich Jamie und kratzte sich am Unterarm. »Er hat einen halben Tag gefeilscht – während ich in meiner Hängematte fast gestorben wäre und Blut gepisst und mich ausgekotzt habe!«
Doch der Handel war zustande gekommen, Portwein und Patient waren ohne Umschweife in Bilbao abgeladen worden, und bis auf eine fortdauernde Neigung, zinnoberrot zu urinieren, war Jamies Genesung rapide verlaufen.
»Wir haben den Portwein gleich in Bilbao an einen Makler verkauft«, sagte er. »Ich habe Murtagh sofort nach Paris geschickt, um Monsieur Duverney seinen Kredit zurückzuzahlen – und dann … bin ich hierhergekommen.«
Er senkte den Blick auf seine Hände, die still auf seinem Schoß lagen. »Ich konnte mich nicht entscheiden«, sagte er leise. »Ob ich kommen sollte oder nicht. Ich bin zu Fuß gegangen, um mir Zeit zum Nachdenken zu lassen. Ich bin den ganzen Weg von Paris nach Fontainebleau zu Fuß gegangen. Und dann fast wieder ganz zurück. Ich habe ein halbes Dutzend Mal kehrtgemacht und mich einen Mörder und einen Dummkopf geschimpft … und nicht gewusst, ob ich lieber mich umbringen sollte oder dich …«
Dann seufzte er und blickte zu mir auf, und in seinen dunklen Augen spiegelte sich das flatternde Laub.
»Ich musste kommen«, sagte er schlicht.
Ich sagte nichts, sondern saß nur neben ihm, meine Hand auf der seinen. Der Boden lag voller herabgefallener Trauben, deren durchdringender Fermentationsgeruch Wein und Vergessen versprach.
Die Sonne versank hinter Wolkenfetzen, und ein goldener Schimmer fiel auf Hugo, dessen respektvolle Gestalt als schwarzer Umriss im Eingang der Laube stand.
»Pardon, Madame«, sagte er. »Meine Herrin wünscht zu wissen – wird le seigneur zum Abendessen bleiben?«
Ich sah Jamie an. Er saß reglos da und wartete, und die Sonne, die durch das Weinlaub fiel, streifte sein Haar wie ein Tigerfell und warf ihm Schatten ins Gesicht.
»Das solltest du besser tun«, sagte ich. »Du bist furchtbar dünn.«
Er betrachtete mich mit einem halben Lächeln. »Du auch, Sassenach.«
Er erhob sich und bot mir den Arm an. Ich ergriff ihn, und wir gingen gemeinsam zum Essen ins Haus, während hinter uns das Weinlaub leise flüsterte.
Ich lag dicht neben Jamie, der seine Hand im Schlaf auf meinem Oberschenkel liegen hatte. Ich blickte in die Dunkelheit des Schlafzimmers empor und lauschte dem friedlichen Seufzen seines schlafenden Atems, während ich selbst den frisch gewaschenen Geruch der feuchten Nachtluft einatmete, der mit einem Hauch von Glyzinienduft versetzt war.
Der Zusammenbruch des Comte St. Germain war das Ende des Abends gewesen, zumindest für alle außer Louis. Als sich die Versammlung unter aufgeregtem Gemurmel zum Aufbruch rüstete, nahm er meinen Arm und führte mich durch dieselbe Tür hinaus, durch die ich eingetreten war. So gut er mit Worten umgehen konnte, wenn es nötig war, so überflüssig waren sie hier.
Ich wurde zu der grünen Seidencouch geführt, auf den Rücken gelegt, und meine Röcke wurden sanft gehoben, ehe ich etwas sagen konnte. Er küsste mich nicht; er begehrte mich nicht. Dies war die rituelle Inanspruchnahme der vereinbarten Bezahlung. Louis war ein schlauer Verhandlungspartner, der niemals vergaß, wenn er glaubte, dass ihm jemand etwas schuldig war, ganz gleich, ob die Bezahlung für ihn von Wert war oder nicht. Und vielleicht war sie es sogar; seinen Vorbereitungen haftete mehr als nur ein Hauch von halb angstvoller Erregung an – wer außer einem König wagte es schon, La Dame Blanche in seiner Umarmung zu umfangen?
Ich war verschlossen und trocken, nicht bereit. Ungeduldig nahm er ein Fläschchen rosenduftendes Öl vom Tisch und rieb es mir kurz zwischen die Beine. Ich lag reglos und lautlos da, als sich sein hastig vorfühlender Finger zurückzog und auf der Stelle durch ein kaum größeres Glied ersetzt wurde, und dann … »erlitt« ist das falsche Wort, denn ich empfand weder Schmerzen noch Erniedrigung; es war eine Transaktion … wartete ich also, bis die raschen Stöße vorüber waren, und dann war er auf den Beinen, das Gesicht rot vor Erregung, während seine Hände ungeschickt die Hose wieder über der kleinen Schwellung in ihrem Inneren verschlossen. Er wollte keinen halb königlichen, halb magischen Bastard riskieren, nicht, während Madame de La Tourelle in ihren Gemächern ein Stück den Flur hinunter bereit für ihn war – jedenfalls hoffentlich bereiter als ich.