Die geliehene Zeit: Roman (German Edition)
- Автор: Гэблдон Диана
- Серия: Die Outlander #2
- Год: 2015
- Язык: немецкий
- Год: Knaur eBook
- Жанр: Другие приключения
Электронная книга - «Die geliehene Zeit: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:
»Deine Haut muss ja wie Ziegenleder sein«, stellte ich fest. »Wie kannst du so auf dem blanken Boden liegen?« Da ich genauso nackt war wie er, ließ ich mich deutlich bequemer auf einem doppelten Stück des Plaids nieder, das er mir rücksichtsvollerweise überlassen hatte.
Er zuckte mit den Schultern, die Augen zum Schutz vor der warmen Nachmittagssonne geschlossen. Das Licht überzog ihn in seiner Mulde mit rötlichem Gold, das sich glänzend vom dunklen Ton des stacheligen Grases unter ihm abzeichnete.
»Es geht schon«, sagte er entspannt und verfiel in Schweigen. Seine Atemgeräusche waren so nah, dass ich sie auch im leisen Singen des Windes hörte, der über uns die Hügelkämme streifte.
Ich legte mich auf den Bauch und stützte das Kinn auf die verschränkten Unterarme auf, um ihn zu beobachten. Seine Schultern waren breit und seine Hüften schmal, seine langen, kraftvollen Beine leicht gefurcht, weil er seine Muskeln selbst in Ruhe angespannt hielt. Der leise warme Windhauch bewegte die trocknenden, weichen Zimthaarbüschel unter seinen Armen und wellte das Kupfer und Gold auf den Handgelenken unter seinem Kopf mit sanften Bewegungen. Der Windhauch war mir willkommen, denn auch die Frühherbstsonne brannte mir noch heiß auf Schultern und Waden.
»Ich liebe dich«, sagte ich leise, nicht, weil ich wollte, dass er es hörte, sondern nur aus Freude, es zu sagen.
Doch er hörte mich, denn sein breiter Mund kräuselte sich zu einem kleinen Lächeln. Im nächsten Moment drehte er sich auf den Bauch, so dass er neben mir auf dem Plaid zu liegen kam. Grashalme klebten ihm an Rücken und Gesäß. Ich strich ein Hälmchen sacht beiseite, und seine Haut erschauerte bei meiner Berührung.
Ich beugte mich zu ihm hinüber, um ihn auf die Schulter zu küssen, und genoss den warmen Geruch seiner Haut und seinen schwachen Salzgeschmack.
Doch statt meinen Kuss zu erwidern, zog er sich ein wenig zurück, stützte sich auf einen Ellbogen und sah mich an. Seine Miene hatte etwas an sich, das ich nicht verstand, und mir wurde ein wenig beklommen zumute.
»Ich wüsste zu gern, was du denkst«, sagte ich und fuhr mit dem Finger durch die tiefe Furche seine Rückgrats. Er rückte gerade so weit beiseite, dass er meiner Berührung auswich, und holte tief Luft.
»Nun ja, ich habe mich gefragt …«, begann er, dann hielt er inne. Er senkte den Blick und spielte mit einer kleinen Blume, die aus dem Gras wuchs.
»Du hast dich was gefragt?«
»Wie es gewesen ist … mit Louis.«
Im ersten Moment dachte ich, mir wäre das Herz stehengeblieben. Ich wusste, dass mir das Blut aus dem Gesicht gesackt war, weil meine Lippen taub waren, als ich die Worte hervorzwang.
»Wie … es … gewesen … ist?«
Jetzt blickte er auf und versuchte sich halbherzig an einem schiefen Lächeln.
»Nun ja«, sagte er. »Er ist ein König. Man würde doch meinen, dass es … irgendwie anders wäre. Du weißt schon … besonders vielleicht?«
Das Lächeln entglitt ihm, und sein Gesicht war so weiß, wie es das meine sein musste. Wieder senkte er den Kopf und wich meinem betroffenen Blick aus.
»Ich habe mich wohl einfach gefragt«, murmelte er, »war … war er … war er anders als ich?« Ich sah, wie er sich auf die Lippen biss, als wünschte er, er könnte die Worte zurücknehmen, aber dazu war es viel zu spät.
»Woher zum Teufel hast du das gewusst?«, sagte ich. Ich fühlte mich benommen und entblößt und drehte mich auf den Bauch, um mich fest in das stachelige kurze Gras zu pressen.
Er schüttelte den Kopf, die Zähne immer noch fest in die Unterlippe gebohrt. Als er schließlich losließ, zeichnete sich der Biss dunkelrot ab.
»Claire«, sagte er leise. »Oh, Claire. Du hast dich mir vom ersten Mal an ganz gegeben und mir nichts vorenthalten. Noch nie. Schon als ich dich damals um Aufrichtigkeit gebeten habe, habe ich dir gesagt, dass du nicht fähig bist zu lügen. Und dann habe ich dich so berührt …« Er bewegte die Hand, um sie auf mein Gesäß zu legen, und ich fuhr zurück, weil ich das nicht erwartete.
»Wie lange liebe ich dich nun?«, fragte er ganz leise. »Ein Jahr? Seit dem Moment, als ich dich das erste Mal gesehen habe. Und deinen Körper habe ich wie oft geliebt – ein halbes tausend Mal oder öfter?« Jetzt berührte mich sein Finger; sacht wie das Bein eines Falters folgte er meinem Arm und meiner Schulter und glitt an meinem Brustkorb hinunter, bis ich unter seiner Berührung erschauerte und mich auf die Seite drehte, so dass ich ihm zugewandt war.
»Nie bist du vor meiner Berührung zurückgewichen«, sagte er, und seine Augen folgten dem Weg, den seine Finger nahmen, um dann weiter abwärts über die Rundung meiner Brust zu gleiten. »Nicht einmal anfangs, als es verständlich gewesen wäre und mich nicht überrascht hätte. Aber du hast es nicht getan. Vom ersten Mal an hast du dich mir ganz gegeben, hast nichts zurückgehalten, mir keinen Teil deiner selbst verweigert. Aber jetzt …«, sagte er und entfernte seine Hand. »Anfangs dachte ich, es läge daran, dass du das Kind verloren hattest und deshalb mir gegenüber zurückhaltend warst, oder dass ich dir nach der langen Trennung fremd geworden war. Aber dann habe ich begriffen, dass es das nicht war.«
Dann war es lange still. Ich konnte mein Herz rhythmisch und schmerzvoll gegen den kalten Boden pochen spüren und unter uns das Flüstern des Windes in den Kiefern hören. In der Ferne riefen kleine Vögel. Ich wünschte mir, ich wäre einer von ihnen. Oder zumindest weit entfernt von hier.
»Warum?«, fragte er leise. »Warum hast du mich angelogen? Wo ich doch in dem Glauben zu dir gekommen bin, es ohnehin schon zu wissen?«
Ich blickte auf meine Hände hinunter, die unter meinem Kinn verschränkt waren, und schluckte.
»Wenn …«, begann ich und schluckte erneut. »Wenn ich dir erzählt hätte, dass ich Louis … gelassen hatte … hättest du weiter nachgefragt. Ich dachte, du könntest es nicht vergessen … verzeihen vielleicht, aber du würdest es nie vergessen, und es würde immer zwischen uns stehen.« Wieder schluckte ich krampfhaft. Trotz der Hitze waren meine Hände kalt, und ich spürte eine Kugel aus Eis in meinem Magen. Doch wenn ich ihm jetzt die Wahrheit sagte, musste ich ihm alles erzählen.
»Wenn du gefragt hättest – und das hast du ja, Jamie, das hast du ja! Ich hätte darüber sprechen müssen, es erneut durchleben müssen, und ich hatte Angst …« Ich verstummte, weil ich nicht weiterreden konnte, doch er ließ nicht locker.
»Angst wovor?«, bohrte er.
Ich drehte den Kopf ein kleines Stück, nicht um ihm ins Auge zu sehen, doch so, dass ich durch den in der Sonne glitzernden Vorhang meines Haars seinen Umriss im Gegenlicht sehen konnte.
»Angst, dass ich dir sagen würde, warum ich es getan habe«, sagte ich leise. »Jamie … ich musste es tun, um dich aus der Bastille freizubekommen – ich hätte noch Schlimmeres getan, wenn ich es gemusst hätte. Aber dann … und hinterher … habe ich sogar halb gehofft, dass es dir jemand erzählen würde, dass du es herausfinden würdest. Ich war so wütend, Jamie – über das Duell und das Baby. Und weil du mich gezwungen hattest, es zu tun … an Louis heranzutreten. Ich wollte etwas tun, was dich fortjagte, was dafür sorgte, dass ich dich niemals wiedersah. Ich habe es … auch … getan, weil ich dich verletzen wollte«, flüsterte ich.
Neben seinem Mundwinkel spannte sich ein Muskel an, doch er hielt den Blick weiter auf seine verschränkten Hände gesenkt. Der Abgrund, den wir unter solchen Gefahren überbrückt hatten, gähnte wieder unpassierbar zwischen uns.
»Aye. Nun, das hast du auch getan.«
Sein Mund verschloss sich zu einer schmalen Linie, und eine Weile sagte er nichts. Schließlich wandte er den Kopf und sah mich direkt an. Ich wäre seinem Blick gern ausgewichen, doch ich konnte es nicht.
»Claire«, sagte er leise. »Was hast du empfunden … als ich Jack Randall meinen Körper überlassen habe? Als ich zugelassen habe, dass er mich nimmt, in Wentworth?«
Ein leiser Schock durchfuhr mich von der Kopfhaut bis zu den Fußnägeln. Ich öffnete und schloss den Mund mehrere Male, ehe ich eine Antwort fand.