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Der Graf von Monte Christo

Электронная книга - «Der Graf von Monte Christo». Краткое содержание книги:

Mit erst neunzehn Jahren steht der französische Seemann Edmond Dantes vor dem Abgrund: Zwei schurkische Freunde haben ihn seiner Geliebten und seiner Zukunft beraubt, boshafte Intrigen haben ihn ins Gefängnis gebracht. Nach vierzehn schmachvollen Jahren jedoch gelingt ihm die Flucht aus seinem düsteren Kerker im Château d`If. Als begüterter Graf von Monte Christo kehrt er ins Leben zurück und bewegt sich fortan in den höheren Kreisen der Pariser Gesellschaft – beseelt nur von einem Gedanken: Rache. Nun ist er derjenige, der die Fäden zieht, um seinen Peinigern das Handwerk zu legen …
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Er fing an, die Weinblätter abzupflücken, welche die Trauben vor der Sonne verbargen, und gewann sich dadurch das Herz des Gärtners.

Der Herr ist wohl gekommen, um den Telegraphen zu sehen? fragte dieser.

Ja, mein Herr, wenn es nicht durch die Vorschriften verboten ist?

Oh! nicht im geringsten, da ja keine Gefahr dabei ist und auch niemand weiß oder wissen kann, was wir telegraphieren. Ist es Ihnen gefällig, mit mir hinaufzugehen?

Ich folge Ihnen.

Monte Christo trat in den in drei Stockwerke abgeteilten Turm; der unterste enthielt einiges Gartengerät, wie Spaten, Rechen, Gießkannen. Der zweite diente dem Angestellten als Wohn- und Schlafraum; er enthielt einen armseligen Hausrat, einBett, einen Tisch, zwei Stühle, ein steinernes Waschbecken und an der Decke getrocknete Kräuter, in denen der Graf spanischeBohnen und wohlriechende Erbsen erkannte. Es war alles so sorgfältig mit Etiketten versehen, wie im PariserBotanischen Garten.

Braucht man viel Zeit, um telegraphieren zu lernen? fragte Monte Christo.

Das Studium dauert nicht lange, wohl aber die Zeit, die man als überzählig zu dienen hat.

Und wieviel erhält man Gehalt?

Tausend Franken, mein Herr.

Das ist nicht viel.

Nein, aber man hat freie Wohnung, wie Sie sehen.

Monte Christobetrachtete sich das Zimmer.

Wenn er nur nicht zu große Stücke auf seine Wohnung hält, murmelte er.

Sie gingen in den dritten Stock, wo sich das Telegraphenzimmerbefand. Monte Christo schaute den zierlichen Apparat an. Das ist sehr interessant, sagte er, aber in der Länge der Zeit muß Ihnen ein solches Leben etwas einförmig erscheinen.

Ja, am Anfang, doch nach Verlauf von ein paar Jahren ist man daran gewöhnt, und während meiner freien Zeit gehe ich meiner Lieblingsbeschäftigung, der Gärtnerei, nach, pflanze, schneide, raupe, und sobleibe ich vor Langeweilebewahrt.

Seit wie lange sind Sie hier?

Seit zehn Jahren, und fünf Jahre als Überzähliger, das macht fünfzehn.

Wie lange müssen Sie dienen, um Ruhegehalt zubekommen?

Oh! Herr, fünfundzwanzig Jahre.

Und wievielbeträgt dieser Ruhegehalt?

Hundert Taler.

Arme Menschheit! murmelte Monte Christo.

Was sagen Sie, mein Herr? fragte der Mann.

Ich sage, es sei alles sehr interessant, was Sie mir zeigen… setzt sich nicht soeben die Mechanik Ihres Apparates inBewegung?

Ah! es ist wahr, mein Herr.

Und was sagt Ihnen Ihr Korrespondent?

Er fragt mich, obichbereit sei, und wird sogleich eine Nachricht telegraphieren, die ich an die nächste Station weiterzubefördern habe.

Mein lieber Herr, sagte Monte Christo, Sie lieben die Gärtnerei?

Leidenschaftlich.

Und Sie wären glücklich, wenn Sie statt einer Terrasse von zwanzig Fuß ein Grundstück von zwei Morgen hätten?

Mein Herr, ich würde ein irdisches Paradies daraus machen.

Mit Ihren tausend Franken leben Sie schlecht?

Ziemlich schlecht; doch ich lebe.

Ja; aber Sie haben einen elenden Garten.

Es ist wahr, der Garten ist nicht groß.

Und dabei noch voll von Murmeltieren, die alles auffressen. — Sagen Sie mir, wenn Sie das Unglück hätten, ein Telegramm zu übersehen, was geschähe dann?

Ich würde wegen Nachlässigkeit um Geld gestraft.

Um wieviel?

Um hundert Franken, den zehnten Teil meines Einkommens.

Ist Ihnen das schonbegegnet? fragte Monte Christo.

Einmal, mein Herr, während ich einen Rosenstock pfropfte.

Gut. Wenn es Ihnen nun einfiele, etwas an dem Texte zu ändern oder ein anderes Telegramm dafür einzusetzen?

Dann würde ich entlassen und verlöre mein Ruhegehalt. Siebegreifen daher, mein Herr, daß ich nie etwas dergleichen tun würde.

Nicht einmal für fünfzehn Jahre Ihres Gehaltes?

Für 15 000 Franken? Mein Herr, Sie erschrecken mich.

Bah!

Mein Herr, Sie wollen mich in Versuchung führen?

Ganz richtig! Für 15 000 Franken, begreifen Sie?

Mein Herr, lassen Sie mich nach meinem Apparat schauen!

Im Gegenteil schauen Sie nicht nach ihm, sondern schauen Sie dies an. Kennen Sie diese Papierchen nicht?

Banknoten!

Ja, Tausender; es sind fünfzehn.

Wem gehören sie?

Ihnen, wenn Sie wollen.

Mir! rief der Telegraphist zitternd.

Mein Gott! ja, Ihnen, als freies Eigentum.

Mein Herr, sehen Sie, mein Apparat arbeitet.

Lassen Sie ihn arbeiten.

Mein Herr, Sie haben mich aufgehalten, und ich werde gestraft.

Das kostet Sie hundert Franken; Siebegreifen, Sie haben alles Interesse daran, meine fünfzehnBanknoten zu nehmen. Der Graf legte das Päckchen in die Hand des Angestellten. Doch das ist noch nicht alles, sagte er; mit Ihren 15 000 Franken können Sie nicht leben.

Ich werde immerhin noch meinen Platz haben.

Nein, Sie werden ihn verlieren; denn Siebefördern ein anderes Telegramm, als das Ihres Korrespondenten.

Oh! mein Herr, was verlangen Sie von mir?

Monte Christo zog aus seiner Tasche ein zweites Päckchen und sagte: Hier sind noch weitere 10 000 Franken; mit denen, die Sie in der Tasche haben, macht das 25 000 Franken; mit 5000 Franken kaufen Sie ein hübsches Häuschen und zwei Morgen Land, aus den weiteren 20 000 Franken ziehen Sie eine Rente von 1000 Franken.

Einen Garten von zwei Morgen?

Und tausend Franken Rente.

Mein Gott! mein Gott!

So nehmen Sie doch! Und Monte Christo steckte mit Gewalt die zehntausend Franken in die Hand des Angestellten.

Was soll ich tun?

Dieses Telegramm weiterbefördern. Monte Christo zog aus seiner Tasche ein Papier, auf dem sich in deutlicher Schrift der Textbefand. Das ist schnell getan, wie Sie sehen.

Ja, aber…

Dafür haben Sie sodannBlutpfirsiche und Gott weiß was.

Dieser Streich wirkte. Rot vor fieberhafter Aufregung und dicke Tropfen schwitzend, beförderte der gute Mann das Telegramm, das für das Ministerium des Innernbestimmt war.

Nun sind Sie reich, sagte Monte Christo.

Ja, erwiderte der Gartenfreund, aber um welchen Preis?

Hören Sie, mein Freund, Sie sollen keine Gewissensbisse haben; glauben Sie mir, ich schwöre Ihnen, Sie haben niemand geschadet.

Der Angestelltebetrachtete dieBanknoten, befühlte und zählte sie; er wurdebleich, er wurde rot; endlich stürzte er halbohnmächtig in sein Zimmer, um ein Glas Wasser zu trinken.

Fünf Minuten, nachdem die telegraphische Nachricht im Ministerium des Innern angelangt war, ließ Debray anspannen und eilte zu Danglars. Ihr Gatte hat spanische Anleihwerte? sagte er zurBaronin.

Ich glaube wohl! Er hat für sechs Millionen.

Er soll sie um jeden Preis verkaufen; Don Carlos ist ausBourges entflohen und nach Spanien zurückgekehrt.

Woher wissen Sie dies?

Bei Gott! Wie man Nachrichten erfährt, erwiderte Debray, die Achseln zuckend.

DieBaronin ließ sich das nicht zweimal sagen; sie lief zu ihrem Manne, der seinerseits zu seinem Wechselagenten eilte und ihm den Auftrag gab, um jeden Preis zu verkaufen.

Als man sah, daß Danglars verkaufte, fielen die spanischen Papiere sogleich. Danglars verlor dabei 500 000 Franken, doch er entäußerte sich aller seiner spanischen Papiere.

Am Abend las man im Messager:

Telegraphische Depesche.

Don Carlos ist der Überwachung, unter der er stand, inBourges entgangen und über die katalonische Grenze nach Spanien zurückgekehrt. Barcelona hat sich für ihn erhoben.

Den ganzen Abend hindurch war nur von der Vorsicht Danglars', der seine Spanier verkauft hatte, und von seinem Glücke alsBörsenhändler die Rede, weil erbei einem solchen Schlage nur fünfmalhunderttausend Franken verlor.

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