Der Graf von Monte Christo
- Автор: Дюма Александр
- Язык: немецкий
- Переводчик: Max Pannwitz
- Жанр: Историческая проза
Электронная книга - «Der Graf von Monte Christo». Краткое содержание книги:
Diejenigen, die ihre Papierebehalten oder die Danglars' gekauft hatten, wähnten sich ruiniert undbrachten eine sehr schlimme Nacht zu.
Am andern Morgen las man im Moniteur:
Ohne allen Grund hat der Messager gestern die Flucht des Don Carlos und den Ausstand inBarcelona gemeldet. Eine falsche telegraphische Depesche veranlaßte die irrtümliche Nachricht.
Die Fonds stiegen wieder um das Doppelte.
Dies machte an Verlust und entgangenem Gewinn für Danglars eine Ziffer von einer Million.
Gut! sagte Monte Christo zu Morel, der sich in dem Augenblickbei ihmbefand, wo man ihm den seltsamenBörsenumschlag meldete, dessen Opfer Danglars geworden war, ich habe für fünfundzwanzigtausend Franken eine Entdeckung gemacht, für die ich hunderttausendbezahlt hätte.
Was haben Sie denn entdeckt? fragte Morel.
Das Mittel, wie man einen Gärtner von den Murmeltierenbefreit, die seine Pfirsiche fressen.
Gespenster
Beim ersten Anblick und von außenbetrachtet, hatte das Haus in Auteuil nichts Glänzendes, nicht was man von einer Wohnung des prachtliebenden Grafen von Monte Christo erwartete. Jedoch diese Einfachheit lag in dem Willen desBesitzers, der den strengenBefehl gegeben hatte, nichts an dem Äußeren zu ändern. Sobald aber die Tür geöffnet war, änderte sich das Schauspiel.
Herr Bertuccio hatte sich inBezug auf geschmackvolle Ausstattung und schnelle Ausführung selbst übertroffen. So hatte er in drei Tagen einen völlig nackten Hofbepflanzt, und schöne Pappelbäume und Sykomoren, welche mit ihren ungeheuren Wurzelblöcken angekommen waren, beschatteten die Hauptfassade des Hauses, vor der, statt eines halbunter Gras verborgenen Pflasters, ein frischgrüner Rasen sich ausbreitete und einen großen das Auge erquickenden Teppichbildete.
Die Befehle rührten übrigensbis ins einzelne vom Grafen her; er selbst hatteBertuccio einen Plan eingehändigt, worauf die Zahl und die Stelle derBäume, sowie die Form und der Umfang des Rasens angegeben waren.
So war das Innere des Hauses ganz unkenntlich geworden. Dem Intendanten wäre es nicht unangenehm gewesen, wenn er den Garten ebenfalls einigen Veränderungen hätte unterwerfen dürfen, aber der Graf hatte es aufsbestimmteste verboten, irgend etwas darin zuberühren. Bertuccio entschädigte sich dadurch, daß er die Vorzimmer, die Treppen und die Kamine mitBlumen überlud.
Die außerordentliche Gewandtheit des Intendanten und die große Umsicht desBesitzers zeigten sich darin, daß das seit zwanzig Jahren verlassene Haus in einem Tage den Anblick frischen Lebens gewonnen hatte. Der Graf fand zu seinem freudigen Erstaunen seineBücher und seine Waffenbei der Hand, seine Lieblingsgemälde an günstigen Plätzen aufgehängt; in den Vorzimmern traf er die Hunde, deren Liebkosungen ihn erfreuten, und die Vögel, deren Gesang ihn ergötzte. Kurz das Haus war wie Dornröschens Schloß aus seinem langen Schlafe wiedererweckt; in allen Teilen lebte, sang, blühte es, wie in unserer Phantasie die von uns seit langem geliebten Häuser, in denen wirbeim Scheiden einen Teil unserer Seele zurücklassen.
Die Diener gingen freudig in dem schönen Hofe hin und her, die einenbesorgten Küche und Keller und schlüpften, als wären sie hier stets zu Hause gewesen, über die am Tage zuvor wiederhergestellten Treppen hin; die andern tummelten sich in den Stallungen, wo die numerierten Equipagen schon seit fünfzig Jahren aufgestellt zu sein schienen, und die Pferde ließen an der Raufe ein frohes Wiehern hören, als wollten sie auf den Zuruf der Knechte antworten, die mit unendlich mehr Achtung mit ihnen sprachen, als viele Diener mit ihren Herren.
Die Bibliothek war in einem Flügel aufgestellt und enthielt ungefähr zweitausendBände; eine ganze Abteilung war für die moderne Novellistikbestimmt, und der am Tage zuvor erschienene Roman prunktebereits an seiner Stelle in rotem Einband mit Goldschnitt.
Auf der andern Seite des Hauses fand sich, als Gegenstück zurBibliothek, das Treibhaus, geschmückt mit den seltensten Pflanzen, die hier in großen japanischen Gefäßenblühten; und mitten in dem Treibhause, einem Wunder an Farbenpracht und Wohlgeruch, stand einBillard, das aussah, als wäre es erst eine Stunde zuvor von den Spielern verlassen worden.
An einem einzigen Zimmer hatte HerrBertuccio keine Veränderungen vorgenommen. Vor diesem Zimmer, das in der linken Ecke des ersten Stockes lag, und zu dem man auf der großen Treppe hinaufsteigen konnte, während eine geheime Treppe von dort herabführte, gingen die Diener mit Neugierde undBertuccio mit Schrecken vorbei.
Schlag fünf Uhr fuhr der Graf, von Alibegleitet, vor. Bertuccio erwartete diese Ankunft ziemlich ungeduldig und ruhig; er hoffte auf einige Komplimente, während er zugleich ein Stirnrunzelnbefürchtete.
Monte Christo stieg im Hofe aus, durchschritt das ganze Haus und ging im Garten umher, schweigsam und ohne das geringste Zeichen vonBilligung oder Mißbilligung von sich zu geben.
Nur streckte er, als er in sein Schlafzimmer trat, das dem geschlossenen Zimmer gegenüber lag, die Hand nach der Schublade eines kleinen Schrankes von Rosenholz aus, den erbereitsbei seiner ersten Reise wahrgenommen hatte, und sagte: Das kann nur als Handschuhbehälter dienen.
In der Tat, Exzellenz, erwiderteBertuccio entzückt, öffnen Sie, und Sie werden Handschuhe darin finden.
In den andern Schränken fand der Graf ebenfalls, was er zu finden hoffte, Flacons, Zigarren, Juwelen.
Gut! sagte der Graf. UndBertuccio entfernte sich mit dem freudigsten Gemüte; so groß und unwiderstehlich war Monte Christos Einfluß auf seine ganze Umgebung.
Pünktlich um sechs Uhr hörte man ein Pferd vor der Haustür. Es war unser Kapitän der Spahis, der auf Medea kam. Monte Christo erwartete ihn, ein Lächeln auf den Lippen, auf der Freitreppe.
Ichbin sicherlich der Erste, rief ihm Morel zu: ich richtete dies so ein, um Sie, ehe die andern Gäste da sind, einen Augenblick für mich allein zu haben. Julie und Emanuel sagen Ihnen tausend schöne Dinge. Doch wissen Sie, daß es hier herrlich ist?
In diesem Augenblick langte ein Wagen, dem Debray und Chateau‑Renaud zu Pferde folgten, vor der Treppe an.
Debray sprang auf der Stelle von seinem Pferde, eilte an den Kutschenschlag und reichte seine Hand derBaronin Danglars, die ihm ein unmerkliches, aber dem Grafen von Monte Christo nicht entgehendes Zeichen machte.
Zugleich sah der Graf ein kleinesBillett glänzen, das mit einer Leichtigkeit, welche von Übung in diesem Manöver zeugte, aus Frau Danglars' Hand in die des Sekretärs überging.
Hinter seiner Frau stieg derBankier aus; er war sobleich, als käme er aus dem Grabe.
Man trat ins Haus und fing an, die Kunstwerke zubewundern, alsBaptistin den MajorBartolomeo Cavalcanti und den Grafen Andrea Cavalcanti anmeldete.
Mit einer Halsbinde von schwarzem Atlas, soeben erst aus den Händen des Fabrikanten kommend, das Kinn frisch rasiert, grauer Schnurrbart, sicheres Auge, Majorsuniform mit drei Sternen und fünf Kreuzen geschmückt, in Summa tadellose Haltung des alten Soldaten,… so erschien der MajorBartolomeo Cavalcanti, der uns wohlbekannte zärtliche Vater.
Neben ihm schritt in einem frischglänzenden Gewande, ein Lächeln auf den Lippen, der Graf Andrea Cavalcanti, der unsbekannte ehrfurchtsvolle Sohn.
Die drei, Debray, Morel und Renaud, plauderten miteinander; ihreBlicke richteten sich von dem Vater auf den Sohn undblieben natürlich länger auf dem letzteren haften, den sie zergliederten.
Cavalcanti! sagte Debray.
Pest! ein schöner Name, sagte Morel.
Ja, versetzte Chateau‑Renaud, es ist wahr, diese Italiener nennen sich geschmackvoll, kleiden sich aber geschmacklos.
Sie sind sehr heikel, Chateau‑Renaud, sagte Debray, diese Kleider sind von einem vortrefflichen Schneider und ganz neu.