Feuer und Stein: 1 (German Edition)
- Автор: Гэблдон Диана
- Серия: Die Outlander #1
- Год: 2015
- Язык: немецкий
- Год: Knaur eBook
- Жанр: Другие приключения
Электронная книга - «Feuer und Stein: 1 (German Edition)». Краткое содержание книги:
»Es hat den Kopf auf der Schulter liegen«, berichtete ich. »Der Kopf zeigt zumindest in die richtige Richtung.«
»Gut.« Jamie, der sich am Kopf der Stute befand, streichelte ihr mit der Hand beruhigend über den schweißnassen Hals. »Dann hat es die Beine vermutlich unter der Brust gefaltet. Versuch, ob du das Gelenk zu fassen bekommst.«
So ging es weiter. Ich tastete und fühlte mich weiter vor bis zur Schulter – von der warmen Dunkelheit des Pferdes umschlossen, bedrängt von der Macht der Geburtswehen und dankbar, wenn sie nachließen, blind auf der Suche nach meinem Ziel. Ich hatte ganz das Gefühl, als brächte ich selbst ein Kind zur Welt, und es war verdammt harte Arbeit.
Schließlich ertastete meine Hand einen Huf; ich konnte die runde Oberfläche und die noch unbenutzte Kante fühlen. So gut ich konnte, folgte ich den nervösen, oftmals widersprüchlichen Anweisungen meiner Helfer, indem ich abwechselnd zog und drückte und die sperrige Masse des Fohlens drehte, einen Fuß nach vorn holte, einen anderen zurückschob und genau wie die Stute schwitzte und grunzte.
Und dann funktionierte es plötzlich. Eine Wehe ließ nach, und auf einmal glitt alles mühelos an seinen Platz. Ich wartete reglos auf die nächste Wehe. Sie kam, und eine kleine nasse Nase kam zum Vorschein und drückte meine Hand mit heraus. Die kleinen Nüstern blähten sich kurz, als hätte die neue Empfindung ihre Neugier geweckt, dann verschwand die Nase wieder.
»Bei der nächsten!« Alec tanzte geradezu vor Ekstase, und seine rheumageplagte Gestalt hüpfte im Heu auf und ab. »Komm schon, Losgann. Komm, mein kleines Fröschchen!«
Wie als Antwort stöhnte die Stute krampfhaft auf. Ihre Kruppe beugte sich abrupt, und das Fohlen glitt mit knubbeligen Beinen und großen Ohren in einem Rutsch in das saubere Heu.
Ich setzte mich ins Heu und grinste wie eine Idiotin vor mich hin. Ich war voller Seife, Schleim und Blut, erschöpft und wund und roch intensiv nach den weniger angenehmen Teilen eines Pferdes. Ich war euphorisch.
Im Sitzen sah ich zu, wie sich Willie und Roderick um den Neuankömmling kümmerten und ihn mit Stroh massierten. Und ich jubelte mit den anderen, als sich Losgann umdrehte und ihm über das Fell leckte, um ihn schließlich sacht mit der Nase anzustoßen, damit er sich auf seine langen, wackeligen Beine stellte.
»Gut gemacht, Kleine! Verdammt gut!« Alec war außer sich vor Freude und schüttelte mir gratulierend die unverschleimte Hand. Da ihm klarwurde, dass ich im Sitzen wankte und alles andere als präsentabel aussah, drehte er sich um und bellte einen der Jungen an, Wasser zu holen. Dann trat er hinter mich und legte mir die schwieligen Hände auf die Schultern. Die erstaunlich gekonnten, sanften Bewegungen seiner Massage linderten die Überanstrengung in meinen Schultern und löste mir die Knoten im Nacken.
»So, Kleine«, sagte er schließlich. »Harte Arbeit, nicht wahr?« Er lächelte anerkennend auf mich hinunter, dann richtete sich sein strahlender Blick bewundernd auf den neugeborenen kleinen Hengst.
»Feiner Junge«, gurrte er. »Was für ein hübscher Kerl du bist.«
Jamie half mir auf, damit ich mich waschen und umziehen konnte. Meine Finger waren zu steif, um mein Mieder zu verschließen, und ich wusste, dass mein ganzer Arm am nächsten Morgen blau geschwollen sein würde, doch ich war durch und durch von Frieden und Glück erfüllt.
Der Regen schien gar nicht enden zu wollen, und als endlich doch ein Tag mit blauem Himmel und Sonnenschein hereinbrach, blinzelte ich in das Tageslicht wie ein Maulwurf, der gerade aus seinem Bau gekommen ist.
»Deine Haut ist so fein, dass ich sehen kann, wie sich das Blut darunter bewegt«, sagte Jamie und zeichnete den Weg eines Sonnenstrahls auf meinem nackten Bauch nach. »Ich könnte dem Verlauf der Adern von deinen Händen bis zu deinem Herzen folgen.« Er fuhr mir mit dem Finger sanft vom Handgelenk zur Ellenbeuge, an der Innenseite meines Oberarms entlang und über die Fläche unter meinem Schlüsselbein.
»Das ist die Arteria subclavia«, erklärte ich, während ich dem Weg seines Fingers mit den Augen folgte.
»Ach ja? Oh, aye, weil das Schlüsselbein auch Klavikula heißt. Erzähl mir mehr davon.« Der Finger wanderte langsam abwärts. »Ich finde es schön, die lateinischen Namen zu hören; ich hätte mir nie träumen lassen, dass es so angenehm sein würde, eine Heilerin zu lieben.«
»Das«, sagte ich spröde, »ist eine Areola, was du genau weißt, weil ich es dir letzte Woche schon mitgeteilt habe.«
»Das stimmt«, murmelte er. »Und da ist noch eine, stell dir vor.« Sein Kopf senkte sich, um den Finger durch seine Zunge zu ersetzen, dann wanderte er weiter in die Tiefe.
»Umbilicus.« Ich keuchte auf.
»Ah«, murmelte er, und seine unsichtbaren Lippen dehnten sich auf meiner transparenten Haut zu einem Lächeln. »Und was ist das?«
»Sag du’s mir.« Ich klammerte mich an seinen Kopf. Doch er war gerade unfähig zu sprechen und mit etwas anderem beschäftigt.
Später ruhte ich mich allein auf dem Stuhl in meinem Sprechzimmer aus und badete verträumt in meiner Erinnerung daran, in einem Bett aus Sonnenstrahlen aufzuwachen, in dem die Laken blendend weiße Untiefen formten wie der Sand an einem Strand. Eine Hand ruhte auf meiner Brust, und ich spielte geistesabwesend mit der Brustwarze, die sich unter dem dünnen Kaliko meines Mieders genüsslich erhob.
»Macht es Spaß?«
Die sarkastische Stimme an der Tür ließ mich so hastig auffahren, dass ich mir den Kopf an einem Wandbord stieß.
»Oh«, sagte ich missmutig. »Geilie. Wer sonst? Was machst du denn hier?«
Sie glitt in das Sprechzimmer, als bewegte sie sich auf Rädern. Ich wusste, dass sie Füße hatte; ich hatte sie ja schon gesehen. Mir war nur ein Rätsel, wo sie sie beim Gehen ließ.
»Ich habe Mrs. Fitz spanischen Safran gebracht; sie braucht ihn für den Herzog.«
»Noch mehr Gewürze?«, sagte ich, denn allmählich fand ich meine gute Laune wieder. »Wenn der Mann auch nur die Hälfte von dem isst, was sie für ihn zubereitet, werden sie ihn nach Hause rollen müssen.«
»Das könnte man auch jetzt schon. Ich habe gehört, dass er aussieht wie eine Kugel.« Ohne weiter auf den Herzog und seinen Körperbau einzugehen, fragte sie, ob ich sie vielleicht auf einen Ausflug begleiten würde.
»Ich brauche frisches Moos«, sagte sie. Sie bewegte ihre langen, glatten Hände elegant hin und her. »Wenn man es mit etwas Schafwolle in Milch kocht, bekommt man eine herrliche Salbe für die Hände.«
Ich blickte zu meinem Fensterschlitz hinauf, wo der Staub ausgelassen im goldenen Licht tanzte. Ein schwacher Duft nach reifem Obst und frisch geschnittenem Heu schwebte mit einem Windhauch herein.
»Warum nicht?«
Während ich meine Körbe und Flaschen sammelte, schlenderte Geillis durch mein Sprechzimmer und nahm hier und dort wahllos Dinge in die Hand und legte sie wieder hin. Sie blieb an einem Tischchen stehen und griff stirnrunzelnd nach dem Gegenstand, der dort lag.
»Was ist denn das?«
Ich hielt inne und trat neben sie. Sie hielt ein kleines Bündel getrockneter Pflanzen in die Höhe, die mit einem schwarzen Faden zusammengebunden waren.
»Jamie sagt, es ist eine Verwünschung.«
»Da hat er recht. Woher hast du das?«
Ich erzählte ihr, wie ich das kleine Bündel in meinem Bett gefunden hatte.
»Am nächsten Tag bin ich zu der Stelle gegangen, wo Jamie es aus dem Fenster geworfen hatte, und habe es gefunden. Eigentlich wollte ich es dir mitbringen und dich fragen, ob du etwas darüber weißt, aber ich habe es vergessen.«
Sie tippte sich nachdenklich mit den Fingernägeln an die Schneidezähne und schüttelte den Kopf.
»Nein, ich kann nicht behaupten, dass ich etwas darüber weiß. Aber es gibt vielleicht eine Möglichkeit, herauszufinden, wer es dir ins Bett gelegt hat.«
»Tatsächlich?«
»Aye. Komm morgen früh zu mir nach Hause, dann erzähle ich es dir.«