Feuer und Stein: 1 (German Edition)
- Автор: Гэблдон Диана
- Серия: Die Outlander #1
- Год: 2015
- Язык: немецкий
- Год: Knaur eBook
- Жанр: Другие приключения
Электронная книга - «Feuer und Stein: 1 (German Edition)». Краткое содержание книги:
»Nun, ich hoffe, es gibt neuen Feigensirup, Mrs. Fitz«, unterbrach Rupert und stieß sie vertraulich in die Rippen. »Seine Durchlaucht dürfte in ein oder zwei Tagen hier sein. Oder zählst du darauf, dass dich diesmal deine Frau beschützt, Jamie?« Er warf mir einen anzüglichen Blick zu. »Nach allem, was ich höre, wirst du eher auf sie aufpassen müssen. Wie ich höre, teilt der Diener des Herzogs zwar seine Vorlieben nicht, aber seinen Appetit.«
Jamie schob die Bank zurück, erhob sich und reichte mir die Hand. Dann legte er mir den Arm um die Schultern und lächelte Rupert an.
»Nun, in dem Fall werden wir beide es wohl Rücken an Rücken ausfechten müssen.«
Rupert riss entsetzt die Augen auf.
»Rücken an Rücken?«, rief er aus. »Ich wusste doch, dass wir dir vor deiner Hochzeit irgendetwas nicht erzählt haben, Junge! Kein Wunder, dass sie noch nicht schwanger ist!«
Jamies Hand legte sich fester um meine Schulter, um mich zum Ausgang zu wenden, und wir flüchteten unter einem Hagel lachender Grobheiten.
Draußen im dunklen Korridor lehnte sich Jamie an die steinerne Wand und klappte vor Lachen vornüber. Ich konnte auch nicht länger stehen und sank hilflos kichernd zu seinen Füßen auf den Boden.
»Du hast ihm doch nichts erzählt, oder?«, keuchte Jamie schließlich.
Ich schüttelte den Kopf. »Nein, natürlich nicht.« Immer noch atemlos tastete ich nach seiner Hand, und er zog mich hoch. Ich ließ mich an seine Brust fallen.
»Lass mich sehen, ob es jetzt richtig ist.« Er nahm mein Gesicht in beide Hände und drückte seine Stirn an die meine. Sein Gesicht war so nah, dass seine Augen zu einem großen blauen Rund verschwammen und mir sein Atem das Kinn wärmte.
»Auge in Auge. Ja?« Das sprudelnde Gelächter in meinem Blut erstarb und wich etwas nicht minder Berauschendem. Meine Zunge berührte seine Lippen, während sich meine Hände weiter unten beschäftigten.
»Die Augen sind zwar nicht das, worauf es ankommt. Aber du lernst es langsam.«
Am nächsten Tag war ich in meinem Sprechzimmer und hörte geduldig einer älteren Dame zu, die irgendwie mit der Suppenköchin verwandt war und mir ziemlich ausführlich von der Diphtherie ihrer Schwiegertochter erzählte, die theoretisch etwas mit ihrer eigenen Mandelentzündung zu tun hatte, obwohl ich im Moment keine Verbindung sehen konnte. Ein Schatten fiel über den Eingang und unterbrach die alte Dame bei ihrer Litanei von Symptomen.
Als ich verblüfft aufblickte, sah ich Jamie hereinhasten, gefolgt von Alec. Beide Männer wirkten besorgt und erregt. Jamie nahm mir ohne Umschweife das Zungenstäbchen aus der Hand, zog mich zum Stehen hoch und nahm meine Hände in die seinen.
»Was –«, begann ich, wurde aber durch Alec unterbrochen, der über Jamies Schulter hinweg auf meine Hände schaute, die Jamie ihm hinhielt.
»Aye, das ist ja alles schön und gut, aber die Arme, Mann? Hat sie den richtigen Arm dafür?«
»Sieh doch.« Jamie nahm eine meiner Hände und streckte den Arm gerade aus, um ihn an seinem Arm zu messen.
»Nun ja«, meinte Alec mit einem skeptischen Blick, »könnte reichen. Aye, das könnte es.«
»Würdet ihr so freundlich sein, mir zu verraten, was ihr da macht?«, erkundigte ich mich, doch ehe ich weiterreden konnte, wurde ich zwischen den beiden Männern die Treppe hinuntergeschoben. Meine betagte Patientin blieb zurück und starrte uns perplex hinterher.
Einige Augenblicke später blickte ich meinerseits skeptisch auf das große, glänzende braune Hinterteil eines Pferdes, das sich etwa zwanzig Zentimeter vor meinem Gesicht befand. Das Problem hatte man mir unterwegs erklärt, Jamie als Wortführer, Alec mit Zwischenbemerkungen, Ermahnungen und Einwürfen.
Losgann, eigentlich eine gute Zuchtstute, war in Schwierigkeiten. So viel konnte ich selbst sehen; die Stute lag auf der Seite, und hin und wieder hoben sich ihre glänzenden Flanken, und der mächtige Körper schien zu erbeben. Ich ließ mich auf alle viere nieder und sah, dass sich die Lippen der Vagina mit jeder Kontraktion leicht öffneten, doch mehr passierte nicht; keine Spur eines kleinen Hufs oder feuchten Näschens tauchte in der Öffnung auf. Das Fohlen, das ohnehin spät dran war, lag offenbar entweder auf der Seite oder in Steißlage. Alec glaubte an die Seitenlage, Jamie an die Steißlage, und sie stritten sich einen Moment darüber, bis ich die Versammlung zur Ordnung rief, um zu fragen, was sie im jeweiligen Fall von mir erwarteten.
Jamie sah mich an, als wäre ich ein bisschen schwer von Begriff. »Dass du das Fohlen drehst, natürlich«, sagte er geduldig. »Hol die Vorderbeine zu dir, damit es herauskann.«
»Oh, das ist alles?« Ich warf einen Blick auf das Pferd. Losgann, deren eleganter Name in Wirklichkeit »Frosch« bedeutete, war zwar ein zierliches Pferd, aber sie war trotzdem verdammt groß und kräftig.
»Äh, du meinst, ich soll da hineinfassen?« Ich warf einen verstohlenen Blick auf meine Hand. Sie würde wahrscheinlich hineinpassen – die Öffnung war groß genug –, aber was dann?
Beide Männer hatten eindeutig zu große Hände dafür. Und Roderick, der Stalljunge, der normalerweise in solch prekären Situationen dienstverpflichtet wurde, war natürlich durch eine Schiene und eine Schlinge am rechten Arm außer Gefecht gesetzt, die ich selbst dort angebracht hatte – er hatte sich vor zwei Tagen den Arm gebrochen. Willie, der andere Stalljunge, hatte Roderick trotzdem geholt, damit er mir mit Rat und moralischer Unterstützung zur Seite stehen konnte. Er traf gerade ein, nur mit einer zerschlissenen Kniehose bekleidet, und seine schmale Brust schimmerte weiß im Zwielicht des Stalls.
»Es ist harte Arbeit«, sagte er skeptisch, nachdem man ihn über die Situation und den Vorschlag aufgeklärt hatte, dass ich für ihn einspringen sollte. »Kniffelig. Man braucht Gefühl dafür, aber auch ein bisschen Kraft.«
»Keine Sorge«, sagte Jamie überzeugt. »Claire ist viel stärker als du, du Hänfling. Wenn du ihr nur sagst, wonach sie tasten und was sie tun soll, schafft sie das schon.«
Ich war zwar dankbar für den Vertrauensbeweis, war aber selbst ganz und gar nicht so überzeugt. Entschlossen sagte ich mir, dass es auch nicht schlimmer sein konnte, als bei einer Bauchoperation zu assistieren. Also zog ich mich in eine Box zurück, um mein Kleid gegen eine Kniehose und einen groben Hemdkittel einzutauschen, und schäumte mir Hand und Arm bis zur Schulter mit Schmierseife ein.
»Nun denn, los geht’s«, murmelte ich, kniete mich nieder und ließ meine Hand hineingleiten.
Es war nur wenig Platz zum Manövrieren, und zunächst konnte ich gar nicht sagen, was meine Hand fühlte. Doch ich schloss die Augen, um mich besser zu konzentrieren, und tastete vorsichtig umher. Es gab glatte Flächen und Verdickungen. Die glatten Stellen waren dann wohl der Körper und die Verdickungen Beine oder Kopf. Ich wollte Beine – Vorderbeine, um genau zu sein. Allmählich fand ich mich zurecht und gewöhnte mich an die Notwendigkeit, völlig stillzuhalten, wenn eine Wehe kam; die erstaunlich kräftigen Uterusmuskeln klammerten sich wie eine Schraubzwinge um meine Hand und meinen Arm und mahlten mir schmerzhaft die Knochen, bis die Wehe nachließ und ich mich weiter vortasten konnte.
Schließlich fanden meine suchenden Finger etwas, das ich erkannte.
»Ich habe meine Finger in seiner Nase!«, rief ich triumphierend aus. »Ich habe den Kopf gefunden!«
»Gut gemacht, gut! Nicht loslassen!« Alec hockte sich nervös neben mich und klopfte die Stute beruhigend, als die nächste Wehe kam. Ich biss die Zähne zusammen und lehnte die Stirn an das Pferd, während die Macht der Wehe mir schier das Handgelenk zermalmte. Doch dann verebbte sie, und es war mir gelungen, nicht loszulassen. Vorsichtig tastete ich mich weiter nach oben vor und fand die Rundungen von Augenhöhle und Stirn und die kleine Wölbung des zusammengefalteten Ohrs. Nachdem ich eine weitere Wehe abgewartet hatte, folgte ich dem Hals hinunter zur Schulter.