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Feuer und Stein: 1 (German Edition)

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Feuer und Stein: 1 (German Edition)
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»Nun ja«, begann Jamie, »es stimmt schon, was Ned sagt; Seine Durchlaucht hatte ein Auge auf mich geworfen, obwohl ich natürlich mit sechzehn viel zu unschuldig war …« Hier wurde er durch eine Reihe zynischer Bemerkungen unterbrochen, und er hob die Stimme, um weiterzuerzählen. »Da ich also wie gesagt von derlei Dingen keine Ahnung hatte, wusste ich nicht, was er wollte, obwohl es mir ein bisschen seltsam vorkam, dass Seine Durchlaucht mich ständig tätscheln wollte wie ein Hündchen und so neugierig darauf war, was ich wohl in meinem Sporran hätte.«

»Oder darunter!«, brüllte eine betrunkene Stimme.

»Noch seltsamer fand ich es«, fuhr er fort, »als er dazukam, während ich mich am Fluss gewaschen habe, und er mir den Rücken waschen wollte. Als er damit fertig war und mit dem Rest meines Körpers weitermachen wollte, bin ich ein bisschen nervös geworden, und als er mir die Hand unter den Kilt geschoben hat, ist mir langsam ein Licht aufgegangen. Ich mag ja unschuldig gewesen sein, aber ein kompletter Dummkopf war ich nicht. Also habe ich mich gerettet, indem ich mitsamt meinem Kilt ins Wasser gesprungen und zur anderen Seite geschwommen bin, weil der Herzog ja bestimmt nicht vorhatte, sich die teuren Kleider im Schlamm und im Wasser zu ruinieren. Jedenfalls habe ich von da an darauf geachtet, nicht mehr mit ihm allein zu bleiben. Er hat mich ein- oder zweimal im Garten oder auf dem Hof erwischt, aber da hatte ich genügend Platz, ihm auszuweichen, und das Einzige, was mir passiert ist, war, dass er mir das Ohr geküsst hat. Das einzige andere Mal, dass es schlimm wurde, war, als er mir allein im Stall begegnet ist.«

»In meinem Stall?«, fragte Alec entgeistert. Er erhob sich halb und rief zum Tisch an der Stirnseite hinüber: »Colum, sorge dafür, dass sich der Mann dort fernhält! Herzog hin oder her – es kommt nicht in Frage, dass er mir die Pferde scheu macht! Oder auch die Jungen!«, fügte er nachträglich hinzu.

Jamie fuhr mit seiner Geschichte fort, ohne sich durch die Unterbrechung stören zu lassen. Dougals jugendliche Töchter hörten beide mit offenem Mund zu.

»Damals stand ich in einer Pferdebox und hatte nicht viel Platz. Ich hatte mich über die Futterkrippe gebeugt, um sie zu säubern, als ich hinter mir ein Geräusch hörte, und ehe ich mich aufrichten konnte, flog mir der Kilt über die Hüften, und etwas Hartes drückte sich an meinen Hintern.«

Er brachte den Tumult mit einer Handbewegung zum Schweigen und fuhr dann fort. »Nun ja, ich war nicht besonders versessen darauf, in einer Pferdebox vergewaltigt zu werden, aber ich habe auch keinen Ausweg gesehen. Ich hatte schon die Zähne zusammengebissen und habe nur gehofft, dass es nicht zu sehr weh tun würde, als das Pferd – es war dieser große Rappwallach, Ned, den du in Brocklebury gekauft hast … du weißt schon, den Colum an Breadalbin verkauft hat … jedenfalls hatte das Pferd etwas gegen die Geräusche, die Seine Durchlaucht von sich gegeben hat. Die meisten Pferde haben es ja gern, wenn man mit ihnen redet, dieses auch, aber es hatte eine besondere Abneigung gegen sehr hohe Stimmen; ich konnte nicht mit ihm auf den Hof gehen, wenn kleine Kinder in der Nähe waren, weil ihr Gequietsche es nervös gemacht hat und es dann anfing, wild auf der Stelle zu treten. Wie ihr euch vielleicht erinnert, hat Seine Durchlaucht eine ziemlich schrille Stimme, und diesmal war sie sogar noch höher als sonst, weil er ja etwas erregt war. Wie gesagt, das Pferd mochte das nicht – ich genauso wenig, muss ich sagen – und fing an, aufgeregt zu scharren und zu schnauben. Und dann drehte es sich um und quetschte Seine Durchlaucht flach an die Wand. Sobald mich der Herzog losgelassen hatte, bin ich in den Trog gesprungen und habe mich auf der anderen Seite an dem Pferd vorbeigeschlichen. Sollte sich der Herzog doch selbst befreien.«

Jamie hielt inne, um Atem zu schöpfen und einen Schluck Ale zu trinken. Er genoss jetzt die Aufmerksamkeit des ganzen Saals; alle Gesichter waren ihm zugewandt und glänzten im Fackelschein. Hier und da runzelte jemand leicht die Stirn über diese Enthüllungen, die immerhin einen einflussreichen Adelsherrn der englischen Krone betrafen, doch das ungezügelte Entzücken über den Skandal herrschte vor. Ich hatte den Eindruck, dass der Herzog in Leoch nicht übermäßig beliebt war.

»Da er sozusagen so kurz vor der Erfüllung seiner Wünsche gestanden hatte, beschloss Seine Durchlaucht, dass er mich bekommen würde, koste es, was es wolle. Also erzählt er dem MacKenzie tags darauf, dass sein Kammerdiener krank geworden ist, und fragt, ob er mich ausborgen kann, um ihm beim Waschen und Ankleiden zu helfen.« Colum verdeckte zur allgemeinen Belustigung in gespielter Bestürzung sein Gesicht. Jamie nickte Rupert zu.

»Deshalb hast du mich an dem Abend in das Zimmer Seiner Durchlaucht gehen sehen. Sozusagen auf Befehl.«

»Das hättest du mir doch sagen können, Jamie. Ich hätte dich nicht gebeten zu gehen«, rief Colum mit tadelnder Miene.

Jamie zuckte mit den Schultern und grinste. »Das hat mein angeborener Anstand nicht zugelassen, Onkel Colum. Außerdem wusste ich ja, dass du im Begriff warst, eine Einigung mit dem Mann zu treffen; ich dachte, es wäre vielleicht hinderlich für deine Verhandlungen, wenn du gezwungen wärst, Seiner Durchlaucht zu sagen, er soll die Finger vom Hintern deines Neffen lassen.«

»Sehr fürsorglich von dir, Jamie«, entgegnete Colum trocken. »Dann hast du dich also in meinem Interesse geopfert?«

Jamie prostete ihm ironisch zu. »Deine Interessen sind stets das Erste, woran ich denke, Onkel Colum«, sagte er, und ich glaubte, dass diese Bemerkung trotz des spöttischen Tons einen wahren Kern hatte, den Colum genauso wahrnahm wie ich.

Jamie leerte den Krug und stellte ihn hin. »Aber nein«, fuhr er fort und wischte sich den Mund ab, »in diesem Fall war ich der Meinung, dass meine Pflicht gegenüber der Familie dann doch nicht so weit gehen musste. Ich bin in das Zimmer des Herzogs gegangen, weil du es mir aufgetragen hattest, doch das war auch schon alles.«

»Und du bist mit intaktem Arschloch wieder herausgekommen?« Rupert klang skeptisch.

Jamie grinste. »Aye, das bin ich. Ich war nämlich sofort zu Mrs. Fitz gegangen und habe ihr gesagt, ich bräuchte unbedingt Feigensirup. Als sie ihn mir gegeben hat, habe ich mir gemerkt, wohin sie die Flasche gestellt hat. Später bin ich dann zurückgekommen und habe alles ausgetrunken.«

Der Saal bebte vor Lachen, inklusive Mrs. Fitz, die so rot wurde, dass ich schon glaubte, sie hätte einen Schlaganfall erlitten. Doch sie erhob sich feierlich von ihrem Platz, watschelte um den Tisch herum und verpasste Jamie eine freundschaftliche Kopfnuss.

»Das ist also aus meiner guten Medizin geworden, du kleiner Schuft!« Sie stemmte kopfschüttelnd die Hände in die Hüften, so dass ihre grünen Ohrringe aufschimmerten wie Libellen. »Der beste Sirup, den ich je gekocht habe.«

»Oh, er hat wirklich wunderbar gewirkt«, versicherte er ihr lachend.

»Das will ich doch hoffen! Wenn ich mir überlege, was eine solche Menge Sirup mit deinen Innereien angestellt haben muss, Junge, hoffe ich nur, dass es das wert war. Du musst ja tagelang nicht zu gebrauchen gewesen sein.«

Er schüttelte immer noch lachend den Kopf.

»Das stimmt, aber für das, was Seine Durchlaucht vorhatte, war ich ebenfalls nicht zu gebrauchen. Es schien ihn jedenfalls nicht unbedingt zu stören, als ich ihn um die Erlaubnis gebeten habe, mich entfernen zu dürfen. Aber ich wusste, dass ich das kein zweites Mal machen konnte. Sobald die Krämpfe schwächer wurden, habe ich mir also ein Pferd aus dem Stall geholt und bin auf und davon. Allerdings habe ich ziemlich lange bis nach Hause gebraucht, weil ich ungefähr alle zehn Minuten anhalten musste, aber ich habe es bis zum Abendessen am nächsten Tag geschafft.«

Dougal winkte nach einem frischen Bierkrug, der von Hand zu Hand an Jamie weitergereicht wurde.

»Aye, dein Vater hat dann geschrieben, er hätte den Eindruck, du hättest erst einmal genug über das Leben auf einer Burg gelernt«, sagte er mit einem schiefen Lächeln. »Dachte ich mir doch, dass sein Brief einen Unterton hatte, den ich nicht verstand.«

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