Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Другие приключения » Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)
Das flammende Kreuz: Roman (German Edition) - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)

Электронная книга - «Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:

Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)
1 ... 131 132 133 134 135 136 137 138 139 ... 424
Перейти на страницу:

»Aber wir sind doch bestimmt nicht weit davon entfernt?« Ich sah mich um und blinzelte vergeblich in die Dunkelheit, als könnte irgendwo ein beleuchtetes Straßenschild die Position des Weges anzeigen. Ich wusste nicht einmal, in welcher Richtung er lag.

»Nein«, pflichtete Jamie mir bei. »Und wenn ich allein wäre, würde ich auch früher oder später darauf stoßen. Aber ich habe nicht vor, mit dieser Truppe hier durch den Wald zu irren.« Er sah sich um und zählte offensichtlich die Häupter seiner Lieben. Zwei höchst nervöse Pferde, zwei Frauen – von denen sich eine ausgesprochen merkwürdig verhielt und womöglich eine potentielle Mörderin war – und sechs Ziegen, von denen zwei nicht laufen konnten. Ich konnte ihn gut verstehen.

Er richtete sich auf und zuckte leicht mit den Achseln, als wollte er ein zu enges Hemd zurechtrücken.

»Ich gehe mich umsehen. Wenn ich den Pfad sofort finde, schön und gut. Wenn nicht, schlagen wir für die Nacht ein Lager auf«, sagte er. »Bei Tageslicht wird der Pfad sehr viel einfacher zu finden sein. Sei achtsam, Sassenach.«

Mit einem abschließenden Niesen verschwand er im Wald und ließ die Witwen und Waisen in meiner Obhut zurück.

Das Jammern des mutterlosen Zickleins wurde immer lauter und drängender; es tat mir in den Ohren und in der Seele weh. Mrs. Beardsley dagegen wurde in Jamies Abwesenheit zusehends lebendiger; ich vermutete, dass sie große Angst vor ihm hatte. Jetzt führte sie eine der anderen Ziegen herbei und überredete sie, still zu stehen, damit das Zicklein trinken konnte. Es zögerte einen Augenblick, doch dann wurde es von Hunger und dem Bedürfnis nach Wärme überwältigt, und kurz darauf trank es schon eifrig und wackelte dabei mit seinem dunklen Schwänzchen.

Ich freute mich, das zu sehen, wurde mir jedoch auch eines schwachen Neidgefühls bewusst; ich spürte jetzt, dass ich den ganzen Tag noch nichts gegessen hatte, dass ich furchtbar fror, hundemüde war und mich diverse Körperteile schmerzten – und mir war klar, dass ich längst heil in Brownsville sein könnte und satt und warm an einem freundlichen Kamin sitzen könnte, wenn Mrs. Beardsley und ihre Begleiter nicht für solche Komplikationen gesorgt hätten. Ich legte eine Hand an den Bauch des Zickleins, der jetzt von der Milch rund und fest wurde, und mir kam der sehnsüchtige Gedanke, wie schön es wäre, wenn sich jemand einmal einfach nur um mich kümmern würde. Doch im Augenblick schien ich die Gute Hirtin zu sein, daran war nichts zu ändern.

»Meint Ihr, er kommt vielleicht zurück?« Mrs. Beardsley hockte sich neben mich, das Schultertuch fest um die breiten Schultern gezogen. Sie sprach ganz leise, so als hätte sie Angst, dass sie jemand hören könnte.

»Was, der Panther? Nein, das glaube ich nicht. Warum sollte er?« Dennoch durchlief mich ein leiser Schauer bei dem Gedanken, dass Jamie dort irgendwo im Dunkeln allein war. Hiram, der seine Schulter fest an meinen Oberschenkel gedrückt hatte, schnaubte, dann legte er mit einem langen Seufzer den Kopf auf mein Knie.

»Manche Leute sagen, dass Katffen paarweise jagen.«

»Wirklich?« Ich unterdrückte ein Gähnen – nicht aus Langeweile, sondern schlicht vor Erschöpfung. Ich blinzelte in die Dunkelheit, und mit der Kälte stahl sich auch die Lethargie über mich. »Oh. Nun, ich denke, eine ordentliche Ziege reicht auch für zwei. Außerdem –« Ich gähnte erneut, dass meine Kiefer knackten. »Außerdem würden wir es an den Pferden merken.«

Gideon und Mrs. Piggy beknabberten sich unter der Pappel kameradschaftlich die Kruppen, ohne die geringste Nervosität an den Tag zu legen. Das schien Mrs. Beardsley zu beruhigen, und sie setzte sich abrupt auf den Boden und ließ die Schultern hängen, als hätte man die Luft aus ihr herausgelassen.

»Und wie fühlt Ihr Euch?«, erkundigte ich mich mehr aus dem Bedürfnis heraus, das Gespräch in Gang zu halten, als ich es wirklich wissen wollte.

»Ich bin froh, von dort wegzukommen«, sagte sie schlicht.

Diese Meinung teilte ich definitiv; selbst wenn man den einen oder anderen Panther mit einrechnete, war unsere gegenwärtige Situation immer noch besser als der Hof der Beardsleys. Das bedeutete allerdings nicht, dass ich besonders darauf brannte, hier länger zu verweilen.

»Habt Ihr Bekannte in Brownsville?«, fragte ich. Ich wusste nicht genau, wie groß die Ansiedlung war, obwohl es sich den Gesprächen der Männer nach anhörte wie ein richtiges Dorf.

»Nein.« Sie schwieg ein paar Sekunden, und ich sah, nein, spürte eher, wie sie den Kopf zurücklegte und zu den Sternen und dem friedvollen Mond aufsah.

»Ich … bin noch nie in Brownsville gewesen«, fügte sie beinahe schüchtern hinzu.

Geschweige denn anderswo, wie es schien. Sie erzählte ihre Geschichte zögernd, aber dennoch beinahe eifrig, ohne dass ich sie großartig gedrängt hätte.

Beardsley hatte sie ihrem Vater – mehr oder minder – abgekauft und sie zusammen mit den anderen Waren, die er in Baltimore erworben hatte, zu seinem Haus gebracht, wo er sie im Prinzip wie eine Gefangene gehalten hatte, denn er hatte ihr verboten, den Hof zu verlassen oder sich eventuellen Besuchern des Hauses zu zeigen. Wenn Beardsley mit seinen Waren das Land der Cherokee bereiste, blieb sie zurück, um den Hof zu versorgen, und der Stallbursche war ihre einzige Gesellschaft gewesen – was ihr nicht viel genützt hatte, da er taub war und nicht redete.

»Tatsächlich«, sagte ich. Angesichts der Ereignisse des Tages hatte ich Josiah und seinen Zwillingsbruder ganz vergessen. Ich fragte mich, ob sie sie beide gekannt hatte oder nur Keziah.

»Wie lange seid Ihr schon in North Carolina?«, fragte ich.

»Ffwei Jahre«, sagte sie leise. »Ffwei Jahre, drei Monate und fünf Tage.« Mir fielen die Kerben am Türpfosten wieder ein, und ich fragte mich, wann sie damit angefangen hatte zu zählen. Von Anfang an? Ich reckte meinen Rücken und störte damit Hiram, der mit einem Brummen reagierte.

»Verstehe. Übrigens, wie heißt Ihr eigentlich mit Vornamen?«, fragte ich, da mir etwas spät zu Bewusstsein kam, dass ich keine Ahnung hatte.

»Franceff«, sagte sie, dann versuchte sie es noch einmal, da sie mit dem gemurmelten Klang nicht zufrieden war. »Fran-cess«, die letzte Silbe war ein Zischen durch ihre abgebrochenen Zähne. Dann zuckte sie mit den Achseln und lachte – ein leises, schüchternes Geräusch. »Fanny«, sagte sie. »Meine Mutter hat mich Fanny genannt.«

»Fanny«, sagte ich ermutigend. »Das ist ein sehr hübscher Name. Darf ich Euch so nennen?«

»Das … wäre schön«, sagte sie. Sie holte erneut Luft, hielt aber inne, ohne etwas zu sagen, da sie offenbar zu schüchtern war, das auszusprechen, was ihr auf der Zunge lag. Nach dem Tod ihres Mannes machte sie einen vollkommen passiven Eindruck, ihrer früheren Triebkraft ganz und gar beraubt.

»Oh«, sagte ich und begriff etwas verspätet. »Claire. Bitte nennt mich Claire.«

»Claire – wie schön.«

»Nun, zumindest kommt kein ›s‹ darin vor«, sagte ich, ohne zu überlegen. »Oh – ich bitte vielmals um Verzeihung.«

Sie tat es mit einem leisen »Pff«-Laut ab. Durch die Dunkelheit und den Hauch von Intimität ermutigt, der durch den Austausch unserer Vornamen aufgekommen war – vielleicht auch einfach nur aus dem Bedürfnis heraus, nach so langer Zeit endlich zu reden, erzählte sie mir von ihrer Mutter, die gestorben war, als sie zwölf war, ihrem Vater, einem Krabbenfischer, und ihrem Leben in Baltimore, wo sie bei Ebbe hinausgewatet war, um Austern zu harken und Muscheln zu sammeln und den Fischerbooten und Kriegsschiffen zuzusehen, die von Fort Howard hereinkamen, um den Patapsco hinaufzusegeln.

»Es war … friedvoll«, sagte sie voller Sehnsucht. »Es war so offen – nichts als Himmel und Waffer.« Sie legte erneut den Kopf zurück, als sehnte sie sich nach dem kleinen Stückchen Nachthimmel, das durch das Geflecht der Äste über uns zu sehen war. Für einen Highlander wie Jamie mochten die bewaldeten Höhen North Carolinas Zuflucht und Umarmung sein, doch auf einen Menschen, der an die Gewässer von Chesapeake gewöhnt war, konnten sie gut einen klaustrophobischen und feindseligen Eindruck machen.

1 ... 131 132 133 134 135 136 137 138 139 ... 424
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)