Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне

Электронная книга - «Mathias Sandorf». Краткое содержание книги:

Die Handlung setzt 1866 in Triest ein. Die mittellosen Gauner Sarcany und Zirone finden auf einem ihrer Spaziergänge durch die Stadt eine Brieftaube, die eine Geheimbotschaft befördert. Sarcany will sehen, ob sie aus der Botschaft Kapital schlagen können. Sie lassen die Taube von einem Kirchturm aus frei und verfolgen sie mit den Augen bis zu ihrem Taubenschlag.
Dieser befindet sich in einem Haus, das dem Grafen Ladislaus Zathmar, einem ungarischen Adligen, gehört. Graf Zathmar plant, mit seinen Freunden, dem Professor Stefan Bathory und dem Grafen Mathias Sandorf in Ungarn, ihrer Heimat, einen Volksaufstand anzuzetteln ...
1 ... 110 111 112 113 114 115 116 117 118 ... 137
Перейти на страницу:

In der kleinen Hauptstadt der Kolonie Antekirtta, nicht weit vom Stadthause, bewohnte Maria Ferrato eines der zierlichsten Häuser von Artenak. Die Erkenntlichkeit des Doctors wollte, daß sie hier alle Annehmlichkeiten, die das Leben bieten kann, genoß. Ihr Bruder wohnte mit ihr zusammen, wenn er sich nicht gerade auf der See behufs eines Transportes oder einer Ueberwachung befand. Nicht ein Tag verging, ohne daß die Geschwister nicht dem Doctor einen Besuch abgestattet hätten, oder daß dieser nicht zu ihnen gekommen wäre. Seine Neigung zu den Kindern des Fischers von Rovigno wuchs, je genauer und besser er sie kennen lernte.

Kap Matifu ließ sich auf einem Felsen nieder. (S. 463.)

»Wie glücklich könnten wir sein, wiederholte oft Maria, wenn Peter es wäre.

– Er wird es sein, pflegte Luigi zu antworten, sobald er eines Tages seine Mutter wiedergefunden haben wird. Ich habe nicht alle Hoffnung aufgegeben, Maria! Mit den Mitteln, über welche der Doctor verfügt, muß schließlich ausgekundschaftet werden, wohin Borik Frau Bathory hat führen müssen, nachdem sie Ragusa verlassen.

– Ich hege ebenfalls dieselbe Hoffnung, Luigi. Würde aber auch Peter, selbst wenn seine Mutter ihm wiedergegeben werden sollte, schon ganz getröstet sein?

– Nein, Maria, das ist ganz unmöglich, weil Sarah Toronthal niemals seine Frau wird sein können.

– Ist das, was dem Menschen unmöglich scheint, nicht Gott möglich, Luigi?« fragte Maria.

Als Peter zu Luigi gesagt hatte, sie wollten Brüder sein, wußte er noch nicht, welche zärtliche und ergebene Schwester er in Maria Ferrato finden würde Als er sie näher kennen gelernt hatte, zögerte er nicht, ihr alle seine Sorgen anzuvertrauen. Es beruhigte ihn etwas, wenn er mit ihr sich aussprechen konnte. Was er dem Doctor nicht sagen wollte, was sich von selbst verbot, diesem mitzutheilen, davon sprach er mit Maria. Er fand hier ein liebevolles Herz, welches sich mitleidig öffnete, ein Herz, das begriff und tröstete, eine Gott vertrauende Seele, welche die Verzweiflung nicht kannte. Wenn Peter unsäglich litt, wenn das Uebermaß des Schmerzes seine Brust zu sprengen drohte, ging er zu ihr, und stets wußte Maria ihm ein wenig Vertrauen auf die Zukunft einzuflößen.

Ein Mann befand sich in den Kasematten von Antekirtta, welcher wissen mußte, wo sich Sarah befand und ob sie noch immer in Sarcany’s Gewalt schmachtete. Es war das Silas Toronthal, der sie für seine Tochter ausgegeben hatte. Doch aus Rücksicht auf das Andenken an seinen Vater würde Peter niemals gewagt haben, ihn hierüber zum Sprechen zu bringen.

Silas Toronthal war auch seit seiner Gefangennahme in einer so bedenklichen Gemüthsverfassung, von einer so großen physischen und moralischen Erschlaffung befallen worden, daß er nichts hätte sagen können, selbst wenn sein Vortheil ihn genöthigt haben würde, es zu thun. Im Ganzen genommen hatte er kein Interesse zu enthüllen, was er über Sarah wußte, da er einerseits nicht ahnte, daß es der Doctor Antekirtt war, dessen Gefangener er geworden, und andererseits, daß Peter Bathory sich lebend auf der Insel Antekirtta befand, deren Name sogar ihm fremd war.

Wie Maria Ferrato ganz richtig gesagt hatte, nur Gott konnte diese Situation zu einem befriedigenden Ende führen.

Der actuelle Zustand der kleinen Kolonie würde nicht in das volle Licht gerückt sein, vergäße man in dem Personalbestande von Antekirtta Pointe Pescade und Kap Matifu aufzuführen.

Obwohl es Sarcany gelungen, zu entschlüpfen, obwohl seine Fährte für den Augenblick verloren gegangen war, hatte die Ergreifung von Silas Toronthal doch eine so hohe Wichtigkeit, daß man Pointe Pescade äußerst freigebig mit Belobungen überhäufte. Der tapfere Junge hatte, seiner alleinigen Eingebung überlassen, genau so gehandelt, wie man bei dieser Lage der Dinge nicht anders hätte handeln können. Von dem Augenblicke an, in welchem sich der Doctor befriedigt zeigte, wären die beiden Freunde schlecht angekommen, wenn sie selbst es nicht gewesen sein würden. Sie hatten also ihr niedliches Heim wieder bezogen und warteten, daß man ihre Dienste wieder in Anspruch nehmen würde. Sie hofften sehr stark, der gerechten Sache noch von großem Nutzen sein zu können.

Gleich nach ihrer Ankunft in Antekirtta hatten Pointe Pescade und Kap Matifu Maria und Luigi Ferrato einen Besuch abgestattet, ebenso hatten sie sich einigen Notablen von Artenak vorgestellt. Ueberall empfing man sie gern, denn sie hatten sich bereits beliebt zu machen gewußt. Es war ein Spaß, Kap Matifu bei diesen feierlichen Gelegenheiten sehen zu können; seine enorme Persönlichkeit, die gut ein Zimmer für sich allein beanspruchte, schien ihn an allen Ecken und Enden zu geniren.

»Ich bin so schmächtig, daß sich das ausgleicht,« bemerkte gewöhnlich Pointe Pescade.

Dieser war die Freude der Kolonie, welche er mit seiner stets ungetrübten Laune auf das Beste belustigte. Er stellte seine Klugheit und seine Geschicklichkeit in den Dienst Aller. Wenn die Dinge einen allgemein befriedigenden Verlauf nehmen würden, welche Feste wollte er zu Stande bringen, welches Programm von Vergnügungen und Sehenswürdigkeiten sollte sich in der Stadt und ihrer Umgebung entwickeln. Ja, wenn es sein mußte, würden Kap Matifu und er nicht zögern, noch einmal das Akrobatenhandwerk zu beginnen, um die Bevölkerung Antekirtta’s in Staunen zu versetzen.

Pointe Pescade und Kap Matifu beschäftigten sich inzwischen, in Erwartung dieses schönen Tages, ihren Garten zu verschönern, der von prächtigen Bäumen beschattet war, und ihre Villa, welche vollständig unter Blumen verschwand. Die Arbeiten am kleinen Bassin ließen dieses nun auch schon festere Formen annehmen. Wenn man so Kap Matifu ungeheure Felsstücke losbrechen und fortschleppen sah, konnte man bald erkennen, daß der provençalische Hercules noch nichts von seiner wunderbaren Stärke eingebüßt hatte.

Weder die Agenten, welche der Doctor mit den Nachforschungen über den Verbleib der Frau Bathory beauftragt hatte, noch diejenigen, welche auf die Spur Sarcany’s gelenkt worden waren, hatten glückliche Erfolge zu verzeichnen. Keiner von ihnen hatte entdecken können, wohin sich der Elende nach seiner Abreise von Monte Carlo begeben hatte.

Kannte Silas Toronthal dessen Zufluchtsort? Es war das in Anbetracht der Umstände, unter denen sie sich von einander auf der Landstraße nach Nizza getrennt hatten, zum Mindesten zweifelhaft. Doch zugegeben, daß er es wußte, würde er es freiwillig sagen?

Der Doctor wartete höchst ungeduldig darauf, daß der Banquier in die Lage kommen würde, die Probe zu bestehen.

In einem in der nordwestlichen Spitze von Artenak eingerichteten kleinen Fort war es, wo sich Silas Toronthal und Carpena im strengsten Gewahrsam befanden. Beide kannten sich, doch nur dem Namen nach, denn der Banquier hatte sich niemals direct in die sicilianischen Geschäfte Sarcany’s gemischt. Es war auch eine Verordnung erlassen, dahin zielend, Beide nicht vermuthen zu lassen, daß sie sich zusammen in dem Fort befänden. Sie bewohnten zwei Kasematten, die von einander getrennt lagen, und sie verließen dieselben nur, um in abgesonderten Höfen frische Luft zu schöpfen. Auf die Treue Derjenigen, welche sie bewachten – es waren stets zwei Unterofficiere der Miliz von Antekirtta – konnte der Doctor zählen und gewiß sein, daß kein Verkehr zwischen den beiden Gefangenen sich anbahnte.

Es war also keine Indiscretion zu befürchten, noch mehr: auf alle Fragen die Silas Toronthal und Carpena, die Oertlichkeit ihres Aufenthaltes betreffend, stellten, war ihnen nie geantwortet worden und sollte es auch nicht werden. Nichts konnte weder den Einen noch den Anderen vermuthen lassen, daß sie in die Hände dieses geheimnißvollen Doctors Antekirtt gefallen waren, den der Banquier kannte, weil er ihn mehrfach in Ragusa zu Gesicht bekommen hatte.

1 ... 110 111 112 113 114 115 116 117 118 ... 137
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)