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Электронная книга - «Mathias Sandorf». Краткое содержание книги:

Die Handlung setzt 1866 in Triest ein. Die mittellosen Gauner Sarcany und Zirone finden auf einem ihrer Spaziergänge durch die Stadt eine Brieftaube, die eine Geheimbotschaft befördert. Sarcany will sehen, ob sie aus der Botschaft Kapital schlagen können. Sie lassen die Taube von einem Kirchturm aus frei und verfolgen sie mit den Augen bis zu ihrem Taubenschlag.
Dieser befindet sich in einem Haus, das dem Grafen Ladislaus Zathmar, einem ungarischen Adligen, gehört. Graf Zathmar plant, mit seinen Freunden, dem Professor Stefan Bathory und dem Grafen Mathias Sandorf in Ungarn, ihrer Heimat, einen Volksaufstand anzuzetteln ...
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Er zögerte deshalb auch nicht, in dem ersten Verhör, welchem der Doctor selbst ihn unterwarf, freimüthige Antworten zu geben.

Kannte er Silas Toronthal und Sarcany?

Silas Toronthal nicht, Sarcany ja – er hatte ihn sogar mit nur kurzen Unterbrechungen zu Gesicht bekommen.

Hatte Sarcany Fühlung mit Zirone und seiner Bande, seit Jener in der Umgebung von Catania hauste?

Ja, da Sarcany in Sicilien erwartet wurde und auch sicher dorthin gekommen wäre, wenn der Ausgang jener unglücklichen Expedition, die mit dem Tode Zirone’s endete, ein anderer gewesen wäre.

Wo befand sich Sarcany jetzt?

In Monte Carlo, falls er nicht diese Stadt bereits wieder verlassen hatte, in der er seit einiger Zeit lebte und zwar wahrscheinlich mit Silas Toronthal zusammen.

Mehr wußte Carpena nicht, doch genügte das, was er erfahren dem Doctor, um einen neuen Feldzug zu beginnen.

Natürlich hatte der Spanier keine Ahnung davon, welches Interesse der Doctor gehabt, ihn aus Ceuta entkommen zu lassen und sich seiner Person zu bemächtigen, ebenso wenig, daß sein an Andrea Ferrato begangener Verrath dem wohl bekannt war, der ihn ausfragte. Er wußte nicht einmal, daß Luigi der Sohn des Fischers von Rovigno war. Der Gefangene wurde in seiner Kasematte viel strenger bewacht, als es in Ceuta der Fall gewesen. Er sollte mit Niemandem Verkehr haben können bis zu dem Tage, an dem über sein Schicksal beschlossen werden sollte.

Von den drei Verräthern also, welche den blutigen Ausgang der Triester Verschwörung herbeigeführt hatten, befand sich jetzt Einer in den Händen des Doctors. Es erübrigte nur noch, sich der beiden Anderen zu bemächtigen und Carpena selbst hatte gesagt, wo man sie würde finden können.

Da der Doctor von Silas Toronthal, Peter von diesem und von Sarcany gekannt wurde, so schien es ihnen gerathen, erst in dem Augenblick aufzutauchen, in welchem sie es mit Erfolg thun konnten. Jetzt, nachdem man die Spur der beiden Genossen wieder aufgefunden hatte, war es von Wichtigkeit, sie nicht mehr aus den Augen zu verlieren, so lange, bis die Umstände es erlauben würden, gegen sie zu operiren.

Deshalb waren Pointe Pescade, um Jenen überallhin zu folgen, wohin sie gingen, und Kap Matifu, um wenn nöthig, Pointe Pescade die starke Hand zu reichen, nach Monaco gesandt worden, wohin der Doctor, Peter und Luigi sich auf dem »Ferrato« ebenfalls begeben wollten, sobald der richtige Zeitpunkt gekommen sein würde.

Die in der Nacht angelangten Freunde hatten sich sofort an ihr Werk gemacht. Es war ihnen nicht schwer geworden, das Hotel zu entdecken, in welchem Silas Toronthal und Sarcany abgestiegen waren. Während Kap Matifu in der Umgegend in Erwartung des Abends umherpromenirte, sah Pointe Pescade, der auf der Lauer stand, die beiden Verbündeten in der ersten Nachmittagsstunde fortgehen. Es schien ihm, als ob der sehr niedergeschlagen aussehende Banquier wenig sprach, während Sarcany ihn ziemlich lebhaft unterhielt. Pointe Pescade hatte des Vormittags erzählen gehört, was am Abend vorher in den Sälen des Casino zu Monte Carlo vorgegangen war, das heißt, von jener unglaublichen Serie, die zahlreiche Opfer gefordert hatte, darunter in hervorragender Weise Silas Toronthal und Sarcany. Er folgerte daraus, daß ihre Unterhaltung sich auf dieses unglückliche Ereigniß bezog. Da er übrigens erfahren, daß die beiden Spieler in der letzten Zeit bedeutende Einbußen erlitten hatten, so schloß er nicht weniger juridisch genau daraus, daß ihre letzten Mittel fast vollständig erschöpft sein mußten und daß gewiß der Augenblick herannahe, in dem der Doctor zu passender Zeit auftauchen könnte.

Das Erfahrene wurde einer Depesche anvertraut, die gleich am frühen Morgen ohne Namensnennung an die Station La Vallette auf Malta gerichtet wurde; von dort wurde sie auf einem besonderen Draht schnell nach Antekirtta befördert.

Als Sarcany und Silas Toronthal die Halle des Casino betraten, war Pointe Pescade hinter ihnen; als sie die Thürschwelle zu den Sälen der Roulette und des Trente et Quarante überschritten, that er das Gleiche.

Es war gerade drei Uhr Nachmittags. Das Spiel begann lebhafter zu werden. Der Banquier und sein Gefährte machten erst einen Spaziergang durch die Säle. Sie standen vor den Spieltischen einige Augenblicke und beobachteten die Züge, nahmen aber selbst nicht am Spiele Theil.

Pointe Pescade bewegte sich neugierig hin und her, verlor aber seine beiden Leute dabei nicht aus den Augen. Er glaubte sogar, um nicht die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, einige Fünkfrankstücke auf die Rubriken der Roulette setzen zu müssen; er verlor sie selbstverständlich, übrigens mit einer bewundernswerthen Kaltblütigkeit. Warum hatte er auch nicht den trefflichen Rath eines äußerst verdienstvollen Spielprofessors befolgt, der zu ihm gesagt hatte:

»Wenn man beim Spiele Glück haben will, mein Herr, so muß man die kleinen Treffer schießen lassen und nur die großen gewinnen. Darin gipfelt die ganze Kunst!«

Vier Uhr schlug es, als Sarcany und Silas Toronthal die Zeit für gekommen erachteten, einen Einsatz zu wagen. An einem der Roulettetische waren mehrere Plätze unbesetzt. Beide ließen sich nebeneinander nieder. Der Leiter des Spieles sah sich sofort nicht nur von Spielern, sondern auch von Zuschauern umringt, die begierig waren, der Revanche der beiden am Abend vorher ausgeplünderten Berühmtheiten der Spielsäle beizuwohnen.

Pointe Pescade stellte sich natürlich in die vorderste Reihe der Neugierigen und er war gewiß nicht Einer der am Wenigsten von den Wechselfällen des Spieles aufgeregten Zuschauer.

Während der ersten Stunden waren die Chancen fast die gleichen. Um sie besser zu verwerthen, spielte Jeder von Beiden für sich. Sie pointirten besonders und machten bedeutende Coups, theils auf Grund einfacher Combinationen, theils auf vervielfachten, wie sie die Roulette ermöglicht, theils mit Hilfe verschiedener Combinationen auf einmal. Das Schicksal wendete sich nicht gegen sie, aber auch nicht ihnen zu.

Zwischen vier und sechs Uhr schien das Glück ihnen am holdesten zu sein. Sie gewannen mehrfach das Maximum auf vollen Nummern, welches sich bei der Roulette auf sechstausend Franken beläuft.

Die Hände von Silas Toronthal zitterten, wenn sie sich über das grüne Tuch ausstreckten, um seinen Einsatz hinzuschieben oder um das Gold und die Bankbillets der Croupiers fast noch unter deren Harke fortzunehmen.

Sarcany, stets seiner mächtig, ließ nicht ein einziges seiner Gefühle sich in seinen Mienen widerspiegeln. Er begnügte sich, mit Blicken seinen Compagnon anzufeuern, und Silas Toronthal war es, auf dessen Seite die Chancen augenblicklich mit großer Beständigkeit lagen.

Pointe Pescade, obwohl etwas benebelt von dem fortwährenden Hin-und Herschieben des Goldes und der Bankbillets, hörte nicht auf, Beide zu beobachten. Er fragte sich, ob sie wohl klug genug sein würden, zur richtigen Zeit abzubrechen, um dieses Vermögen, welches sich unter ihren Händen aufbaute, sich zu erhalten. Dann kam ihm der Gedanke, daß, wenn Sarcany und Silas Toronthal wirklich so klug waren – woran er übrigens zweifelte – sie vielleicht versucht sein würden, Monte Carlo zu verlassen und in irgend einen anderen Winkel Europas zu fliehen, wo man sie dann aufsuchen müßte. Wenn ihnen das Geld wieder zu Gebote stand, würden sie auch nicht mehr so bequem von dem Doctor zu erreichen sein.

»Entschieden, so schloß er seine Ueberlegung, ist es werthvoller, wenn sie sich ruiniren, und ich täusche mich sehr, wenn ich diesen Schuft Sarcany für den Mann halte, der im Stande ist, zur richtigen Zeit aufzuhören.«

Wie auch Pointe Pescade’s Ideen in dieser Hinsicht gewesen sein mögen, ebenso seine Hoffnungen, die Chancen blieben den beiden Associés treu. Sie hätten in der That dreimal die Bank gesprengt, wenn nicht der Spielleiter Zuschüsse von zwanzigtausend Franken erbeten hätte.

Das war unter den Zuschauern dieses Kampfes eine Aufregung! Die Stimmung der Meisten war eine den Spielern günstige. Sah das nicht wie eine Revanche für die unverschämte Serie im Roth aus, aus der die Administration am Abend zuvor einen so reichlichen Nutzen gezogen hatte?

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