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Электронная книга - «Mathias Sandorf». Краткое содержание книги:

Die Handlung setzt 1866 in Triest ein. Die mittellosen Gauner Sarcany und Zirone finden auf einem ihrer Spaziergänge durch die Stadt eine Brieftaube, die eine Geheimbotschaft befördert. Sarcany will sehen, ob sie aus der Botschaft Kapital schlagen können. Sie lassen die Taube von einem Kirchturm aus frei und verfolgen sie mit den Augen bis zu ihrem Taubenschlag.
Dieser befindet sich in einem Haus, das dem Grafen Ladislaus Zathmar, einem ungarischen Adligen, gehört. Graf Zathmar plant, mit seinen Freunden, dem Professor Stefan Bathory und dem Grafen Mathias Sandorf in Ungarn, ihrer Heimat, einen Volksaufstand anzuzetteln ...
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Luigi wurde sofort bestellt.

»Luigi, sagte der Doctor, benachrichtige Kapitän Köstrik, er solle Alles vorbereiten, daß der »Ferrato« in zwei Stunden unter Dampf sein kann.

– In zwei Stunden wird er in See stechen können, antwortete Luigi. Geschieht es zu Ihrem eigenen Dienst?

– Ja.

– Handelt es sich um eine weite Ueberfahrt?

– Nur von drei oder vier Tagen.

– Sie reisen allein?

– Nein! Bemühe Dich, Peter aufzusuchen und sage ihm, er solle sich bereit halten, mich zu begleiten.

– Peter ist im Augenblick nicht hier, doch wird er noch vor einer Stunde von den Arbeiten auf Kencraf zurückgekehrt sein.

– Ich wünsche auch, daß Deine Schwester sich mit uns einschifft, Luigi. Sie möchte ihre Vorbereitungen zur Abreise unverzüglich treffen.

– Sofort.«

Luigi ging fort, um die erhaltenen Befehle zur Ausführung zu bringen.

Eine Stunde später betrat Peter das Stadthaus.

»Lies!« sagte der Doctor.

Und er reichte ihm Borik’s Brief hin.

Sechstes Capitel.

Die Erscheinung.

Die Dampf-Yacht ging um Mittag unter den Befehlen des Kapitäns Köstrik und des zweiten Lieutenants Luigi Ferrato in See. Sie hatte nur den Doctor, Peter und Maria als Passagiere an Bord, welch’ Letztere beauftragt war, Frau Bathory Sorgfalt angedeihen zu lassen, für den Fall es unmöglich sein sollte, sie unverzüglich von Carthago nach Antekirtta zu befördern.

Man begreift, ohne daß ein directer Hinweis eigentlich noch nöthig wäre, die Herzensbeklemmungen Peter’s. Er wußte, wo seine Mutter sich befand, er sollte sie wiedersehen!… Doch warum hatte Borik sie Hals über Kopf von Ragusa fort und an die ferne Küste Tunesiens geführt? In welchem Elend würde man Beide antreffen?

Maria erwiderte auf die Klagen, die Peter vor ihr ausschüttete, unablässig mit Worten der Hoffnung und des Trostes. Sie fühlte jedenfalls etwas vom Walten des Vorsehung in der Thatsache, daß der Brief Borik’s beim Doctor eingetroffen war.

Es war Befehl gegeben worden, den »Ferrato« das Maximum von Schnelligkeit entfalten zu lassen. Mit Hilfe seiner Hitzapparate legte er durchschnittlich fünfzehn Meilen in der Stunde zurück. Die Entfernung zwischen dem Golfe der Sidra und Kap Bon, welches auf der äußersten Nordostspitze der tunesischen Küste gelegen ist, beträgt höchstens tausend Kilometer; von Kap Bon bis La Golette, das den Hafen von Tunis bildet, brauchte die schnell fahrende Dampf-Yacht nur anderthalb Stunden zur Ueberfahrt. In dreißig Stunden, vorausgesetzt, daß kein Sturm oder ein Unfall die Fahrt verlangsamte, konnte der »Ferrato« an seinem Bestimmungsorte anlangen.

Das Meer war außerhalb des Golfes ruhig, aber der Wind kam aus Nordwest, ohne eine Neigung zum Stärkerwerden zu verrathen. Kapitän Köstrik steuerte etwas unterhalb von Kap Bon auf die Küste zu, um bequemer den Schutz des Landes zu erreichen, für den Fall, daß die Brise plötzlich auffrischte. Er mußte also die Insel Pantellaria vollständig abseits liegen lassen, welche sich ungefähr auf halbem Wege zwischen Malta und Kap Bon erhebt, da er die Absicht hegte, so dicht als möglich am Kap vorüber zu fahren,

Außerhalb des Golfes der Sidra buchtet sich die Küste breit nach Westen aus und beschreibt eine Curve mit großem Radius. Dort entwickelt sich specieller das Gestade der Regentschaft Tripolis, das bis zum Golf von Gabes, zwischen der Insel Dscherba und der Stadt Sfax hinaufreicht; dann wendet sich die Küste wieder ein wenig nach Osten gegen Kap Dinias, um den Golf von Hammamet zu bilden, und dann entwickelt sie sich nach Süden und Norden bis zum Kap Bon.

Also genau genommen richtete der »Ferrato« auf den Golf von Hammamet zu seine Fahrt. Dort mußte er zuerst das Land doubliren, so zwar, daß er es bis La Golette nicht mehr zu verlassen brauchte.

Während des 3. November und der darauf folgenden Nacht schwollen die Wogen der offenen See sichtbar an. Es gehört nicht viel Wind dazu, um das Meer der Syrten aufrührerisch zu machen, durch welches die eigensinnigsten Strömungen des Mittelmeeres ihren Weg nehmen. Am folgenden Morgen gegen acht Uhr wurde bereits, genau in der Höhe von Kap Dinias, Land gemeldet und unter dem Schutze der hohen Küste ging die Weiterfahrt glatt und schnell von Statten.

Der »Ferrato« hielt knapp zwei Meilen vom Lande ab und man konnte daher von ihm aus viele Einzelheiten an demselben erkennen. Jenseits des Golfes von Hammamet, in der Breite von Kelibia, dampfte er noch näher an die kleine Rhede von Sidi-Yusuf heran, welche im Norden von einer langen Reihe dicht stehender Klippen geschützt wird.

Rückwärts breitet sich ein herrlicher Sandstrand aus. Dahinter schließt sich eine Reihenfolge von Hügeln an, welche mit kleinen, verkrüppelten Staudengewächsen bedeckt sind; sie entsprossen einem Boden, der an Steinen reicher ist als an treibendem Erdreich. Im Hintergrunde schließen sich hohe Berge den »Djebels« an, welche die Gebirge des inneren Landes bilden. Hier und dort verliert sich ein verlassener Marabut, wie ein weißer Fleck in das Grün der fernen Höhenzüge. Im Vordengrunde tauchte ein kleines, in Ruinen liegendes Fort auf, weiter oben erhebt sich ein in besserem Zustande befindliches Fort auf dem Hügel, der im Norden die Bucht von Sidi-Yusuf abschließt.

Die Ortschaft war keineswegs öde. Unter dem Schutze der Klippen ankerten mehrere Schiffe der Levante, Schebecken und Polaken, in der Entfernung einer halben Ankerlänge vor der Küste über einer Tiefe von fünf oder sechs Fäden. Die Klarheit dieser grünen Gewässer ist indessen eine so bedeutende, daß man deutlich den Grund aus schwarzen Steinen mit leicht darüber hingestreuten Streifen Sandes sah, in dem die Anker hafteten. Die Fluth gab ihren Widerschein in phantastischen Formen wieder.

Längs des Ufers, am Fuße der kleinen mit Mastixbäumen und Tamarinden bestandenen Dünen, zeigte ein aus etwa zwanzig Gurbis bestehender Duar seine Zelte aus ungebleichter gelbgestreifter Leinwand. Es sah aus, als wäre ein ungeheurer arabischer Mantel unordentlich auf das Ufer geworfen worden. Außerhalb der Falten dieses Mantels weideten Hammel und Ziegen; sie sahen von Weitem wie dicke schwarze Raben aus, die ein einziger Flintenschuß auseinander sprengen kann.

Die Kapelle des heiligen Ludwig. (S. 483.)

Ein Dutzend Kameele, von denen die einen sich in den Sand ausgestreckt hatten, während die anderen unbeweglich dastanden, als wären sie versteinert worden, wiederkäuten nahe einer Klippenreihe, welche als Anlege-Quai dienen konnte.

Der Doctor konnte beim Vorüberfahren an der Rhede von Sidi-Yusuf beobachten, wie man Munitionen, Waffen, ja selbst einige kleine Feldgeschütze ausschiffte. In Folge ihrer abseitigen Lage auf den Grenzgestaden der Regentschaft Tunis eignete sich die Rhede von Sidi-Yusuf nur zu gut zur Landung solcher Contrebande. Luigi machte den Doctor ebenfalls auf die Ausschiffung der genannten Gegenstände an dieser Küste aufmerksam.

»Ja, Luigi, antwortete dieser, wenn ich mich nicht täuschte, sind es Araber, welche die Lieferung von Kriegsmaterial in Empfang nehmen. Ich weiß bereits zu viel, als daß ich mich noch bei dem Glauben beruhigen könnte, diese Waffen seien für die Bergbewohner bestimmt, zu ihrer Vertheidigung gegen die französischen Truppen, welche jetzt in Tunesien gelandet werden. Es muß leider angenommen werden, daß die Lieferung für Rechnung der zahlreichen Verbündeten der Senusisten vor sich geht, dieser Land-und Seeräuber, die sich augenblicklich auf der Cyrrhenäischen Halbinsel zu sammeln beginnen. Ich glaube sogar unter diesen Arabern viel mehr Typen aus dem Innern Afrikas als aus den tunesischen Provinzen zu erkennen.

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