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Электронная книга - «Mathias Sandorf». Краткое содержание книги:

Die Handlung setzt 1866 in Triest ein. Die mittellosen Gauner Sarcany und Zirone finden auf einem ihrer Spaziergänge durch die Stadt eine Brieftaube, die eine Geheimbotschaft befördert. Sarcany will sehen, ob sie aus der Botschaft Kapital schlagen können. Sie lassen die Taube von einem Kirchturm aus frei und verfolgen sie mit den Augen bis zu ihrem Taubenschlag.
Dieser befindet sich in einem Haus, das dem Grafen Ladislaus Zathmar, einem ungarischen Adligen, gehört. Graf Zathmar plant, mit seinen Freunden, dem Professor Stefan Bathory und dem Grafen Mathias Sandorf in Ungarn, ihrer Heimat, einen Volksaufstand anzuzetteln ...
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Sie setzten sich in schnellere Bewegung und hatten sich bald Silas Toronthal genähert.

Dieser stieg rüstig auf der Straße der Turbie weiter. Nachdem er den kleinen Hügel, welcher den Thurm des Augustus beherrscht, zur Linken gelassen hatte, eilte er fast im Laufschritt an den schon geschlossenen Häusern vorüber und kam endlich auf die Straße der Corniche.

Pointe Pescade und Kap Matifu waren fünfzig Schritte hinter ihm.

Von Sarcany konnte keine Rede mehr sein. Entweder war er auf der Kante der Anhöhen zur rechten Seite weiter gegangen oder er hatte seinen Genossen definitiv verlassen und war nach Monte Carlo heruntergestiegen.

Die Straße der Corniche, der Ueberrest einer alten römischen Landstraße, senkt sich von der Turbie aus nach Nizza zu und führt in halber Höhe des Gebirges durch herrliche Felspartien, an einzeln stehenden Kegeln und tiefen Abgründen vorüber, welche sich bis zum Eisenbahndamm, der längs des Gestades führt, kreuzen. Jenseits tauchten in dieser sternenklaren Nacht, beim Schimmer des sich im Osten erhebenden Mondes flüchtig sechs Golfe auf, die Insel vom Heiligen Hospiz, die Mündung des Var, die Halbinsel La Garoupe, das Kap d’Antibes, der Golf Juan, die Lerin-Inseln, der Golf der Napoule, der Golf von Cannes und dahinter die Gebirgszüge der Esterel. Hier und dort blitzten Leuchtfeuer auf, das von Beaulieu, am Fuße der Abhänge von Klein-Afrika, das von Villefranche, welches den Berg Leuza beherrscht, ferner einige Signalfeuer von Fischerbooten, welche die ruhigen Gewässer des Meeres zurückwarfen.

Die Uhr zeigte bereits nach Mitternacht. Silas Toronthal bog jetzt dicht hinter der Turbie von der Straße der Corniche ab und lenkte in einen schmalen Pfad ein, der direct nach Eza führt, einer Art Adlernest mit fast uncivilisirter Bevölkerung, das sich auf seinem aus einem Walde von Pinien und Johannisbrodbäumen aufsteigenden Felsen ungemein erhaben fühlt.

Dieser Weg lag vollständig verlassen da. Der Unsinnige verfolgte ihn eine Zeit lang, ohne seinen Schritt zu verlangsamen oder den Kopf zurückzuwenden; plötzlich betrat er einen zur Linken sich öffnenden schmalen Fußweg, welcher nahe den hohen Felsen des Gestades entlang führt, unter denen der Schienenweg und eine Fahrstraße sich durch einen Tunnel ziehen.

Pointe Pescade und Kap Matifu waren ihm jetzt dicht auf den Fersen Hundert Schritte weiter stand Silas Toronthal plötzlich still. Er war einen Felsen hinausgegangen, der einen Abgrund überragte, in dessen Tiefe von vielleicht mehreren hundert Fuß die Brandung schäumte.

Was wollte Silas Toronthal beginnen? Hatte der Gedanke an einen Selbstmord sein Hirn durchkreuzt? Wollte er seinem elenden Leben durch einen Sturz in diesen Abgrund ein Ziel setzen?

»Tausend Teufel! schrie Pointe Pescade. Wir müssen ihn lebendig haben!… Greise ihn Kap Matifu und halte ihn gut fest!«

Beide hatten kaum zwanzig Schritte gemacht, als sie einen Mann rechts vom Wege auftauchen, ihn die Böschung zwischen Büscheln von Mastix-und Myrthenbäumen entlang gleiten sahen und sein offenbares Streben erkannten, den Fels zu erreichen, auf welchem Silas Toronthal stand.

Es war Sarcany.

»Himmel! rief Pointe Pescade, er wird seinem Genossen gewiß einen Genickstoß geben wollen, um ihn von dieser in die andere Welt zu schicken!… Kap Matifu, Du nimmst den Einen, ich nehme den Anderen!«

Sarcany war aber stehen geblieben…. Er fürchtete wiedererkannt zu werden. Ein Fluch entfuhr seinen Lippen. Er entschlüpfte nach rechts, noch ehe Pointe Pescade ihn erreicht hatte und verschwand inmitten der Gebüsche.

Einen Augenblick später, gerade als Silas Toronthal sich hinabstürzen wollte, war dieser von Kap Matifu angepackt und auf den Weg zurückgebracht worden.

»Lassen Sie mich! rief er. Lassen Sie mich!

– Sie einen Fehltritt thun lassen? Nimmermehr, Herr Toronthal,« rief Pointe Pescade.

Der einsichtige Mensch war auf diesen Zwischenfall, den seine Instructionen nicht vorgesehen hatten, in keiner Weise vorbereitet. Wenn nun auch Sarcany entkommen war, so hatte er doch wenigstens Silas Toronthal abgefangen und es handelte sich jetzt zunächst darum, ihn nach Antekirtta zu bringen, wo er mit allen Ehren, die er beanspruchen konnte, empfangen werden sollte.

»Willst Du Dich mit dem Transporte dieses Herrn – zu ermäßigtem Preise – befassen? fragte Pointe Pescade Kap Matifu.

– Gern!«

Silas Toronthal hatte kaum das Bewußtsein von dem, was hier vorging und wagte daher nicht den geringsten Widerstand. Pointe Pescade schlug einen ziemlich abschüssigen Fußpfad ein, der zum Ufer hinab, an dem Abgrunde herum führte, und wurde von Kap Matifu gefolgt, der den trägen Körper des Banquiers bald zog, bald schleppte.

Das Herniedersteigen war ein höchst mühseliges und ohne die wunderbare Geschicklichkeit Pointe Pescade’s, ohne die außerordentliche Kraft seines Genossen, hätten Beide im Umsehen einen tödtlichen Sturz erleiden können.

Nachdem sie gewiß zwanzig Mal ihr Leben auf’s Spiel gesetzt hatten, langten sie endlich glücklich bei den letzten, schon im Niveau des Meeres liegenden Klippen an. Dort wird das Ufer von einer Reihenfolge von kleinen Buchten gebildet, welche von der Natur willkürlich in die Sandsteinmasse hineingetrieben worden sind. Sie werden von hohen röthlichen Felswänden umrahmt und von eisenhaltigen Klippen eingeschlossen, so daß sie kleinen, mit Blut gefärbten Uferseen gleichen.

Der Tag begann schon heraufzudämmern, als Pointe Pescade eine Höhle im Innern einer dieser Einbuchtungen fand, welche die Brandung zur Zeit der geologischen Bewegungen geschaffen haben mag. In dieser konnte man Silas Toronthal bergen und Kap Matifu bei ihm als Wache bleiben.

»Du wirst hier bleiben und auf mich warten, Kap, sagte Pointe Pescade zu dem Riesen.

– So lange es nöthig sein wird, Pointe Pescade.

– Selbst zwölf Stunden, wenn ich so lange fortbleiben muß?

– Selbst zwölf Stunden.

– Ohne zu essen?

– Wenn ich heute Früh auch nicht frühstücken kann, so werde ich doch zu Mittag speisen können. – Dann für Zwei.

– Und solltest Du selbst nicht für Zwei zu Mittag essen können, dann magst Du für Vier das Abendbrod genießen.«

Kap Matifu ließ sich auf einem Felsen nieder, so zwar, daß er seinen Gefangenen stets vor Augen hatte. Pointe Pescade ging an den Rändern der verschiedenen Buchten entlang, bis er Monaco vor sich hatte.

Er sollte weniger Zeit zu seiner Rückkehr gebrauchen, als er geglaubt hatte. In knapp zwei Stunden hatte er den »Electric« wiedergefunden, der auf einer der verlassenen Rheden ankerte, welche die Brandung gegen die Wogen der offenen See stützt. Eine Stunde später langte das Eilschiff vor der schmalen Bucht an, an welcher Kap Matifu, vom Meere aus gesehen, wie der mythologische Proteus auftauchte, die Heerden Neptun’s hütend. Einen Augenblick später waren Silas Toronthal und Kap Matifu an Bord. Weder die Zollwächter noch die Fischer der Küste hatten den »Electric« bemerkt, der mit Entwickelung seiner größten Schnelligkeit die Richtung nach Antekirtta einschlug.

Fünftes Capitel.

Durch die Güte Gottes.

Es sei jetzt erlaubt, einen umfassenden Einblick in die Kolonie Antekirtta zu nehmen.

Silas Toronthal und Carpena befanden sich jetzt in den Händen des Doctors und dieser zögerte nicht, die Spuren Sarcany’s zu verfolgen. Seine mit dem Auffinden von Frau Bathory betrauten Agenten hörten nicht auf, ihre Nachforschungen fortzusetzen – bis jetzt waren diese indessen von keinem Erfolge begleitet gewesen. Seit die Mutter verschwunden, deren einzige Stütze der alte Borik war, kam es alle Augenblicke wie Verzweiflung über Peter; welchen Trost hätte auch der Doctor diesem zweimal gebrochenen Herzen spenden können? Wenn Peter mit ihm von seiner Mutter sprach, mußte der Doctor da nicht fühlen, daß Peter auch gleichzeitig an Sarah dachte, wenn auch ihr Name zwischen ihnen nicht ausgesprochen wurde?

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