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Nijura - das Erbe der Elfenkrone

Электронная книга - «Nijura - das Erbe der Elfenkrone». Краткое содержание книги:

Als die junge Halbelfe Nill im Wald ein rätselhaftes Messer findet, ahnt sie nicht, dass sie damit zur Schlüsselfigur in einem alles bedrohenden Konflikt geworden ist. Ein unglaubliches Verbrechen hat den Frieden der Welt erschüttert: Elrysjar, die magische Halbkrone der Moorelfen, wurde von einem Menschen gestohlen! Als ihr Träger ist er unverwundbar und erlangt die blinde Ergebenheit aller Moorelfen. Verführt von seiner neuen Macht, hat der geheimnisvolle Menschenkönig bereits eine Armee Grauer Krieger um sich geschart, um die Welt mit seiner Schreckensherrschaft zu überziehen. Nur eine Waffe kann ihm Einhalt gebieten – geschmiedet aus der zauberkräftigen Halbkrone der Freien Elfen, die dem neuen König noch nicht Untertan sind.
Das Messer braucht eine Trägerin – und es hat sich dafür Nill erwählt. Schnell wird Nill zum Spielball aller Mächte und Interessen. Gejagt von den Grauen Kriegern und unterstützt nur von einigen wenigen mutigen Gefährten, macht sich Nill auf die gefährliche Reise zum Turm des Königs.
Mit atemberaubender Spannung verstrickt Jenny-Mai Nuyen ihre Leser in eine Fantasy-Welt voller überraschender Wendungen – und in eine bewegende Geschichte über Liebe, Loyalität und Verrat.
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In Kesselstadt hatte einst ein Meisterdieb gelebt. Den Legenden nach hieß es, er sei ein verstoßener Sohn adliger Eltern gewesen, aber das sagte man über fast alle Helden und großen Schurken. Viel eher war er wohl in der Gosse zur Welt gekommen, wo er auch gelebt und gestorben war. Unter ihm vereinten sich die mächtigsten Banden Kesselstadts, die Rivalitätskämpfe der Clans kamen zum Erliegen und Organisation wurde in das Dunkel der tiefsten Viertel gebracht. Der Name des Mannes war Jakos Torron.

Torron nahm sich auch einen Lehrling: Es war ein dicklicher, untersetzter Gauner namens Kaav Volrog.

Als Jakos Torron eines Tages durch Kesselstadt ging, traf ihn von hinten ein Wurfmesser und tötete ihn augenblicklich. Den Mörder fand man nie, aber es gab auch niemanden, der sonderlich nach ihm gesucht hätte. Nicht der Tod Torrons war wichtig, sondern seine Hinterlassenschaft. Obgleich es Kaav Volrog gelang, den größten Teil seines Geschäfts zu übernehmen, zerfiel das Bündnis der Banden, und alles zerstreute sich wieder wie zuvor.

Auch Volrog nahm sich einen Lehrling: Es war ein viel versprechender Junge namens Vio Juness, den so viel Kälte auszeichnete, dass er sogar die abgebrühtesten Halsabschneider Kesselstadts übertraf. Er war ehrgeizig – ehrgeiziger als Volrog. Vio wollte das schaffen, was Jakos Torron einst gelungen war: Alle Banden unter sich zu einen und der mächtigste Mann der Stadt zu werden. Als Volrog diesem Ziel im Wege stand, tötete Vio seinen Meister. Doch der Mord geschah in einer finsteren Gasse, die Leiche, die er in einen Kanal warf, wurde nie gefunden – man hätte ebenso gut sagen können, dass Volrog schlichtweg verschwunden war. Das Einzige, das auch jetzt zählte, war Volrogs Hinterlassenschaft.

Vio eignete sich den Namen seines Vorbilds an, als dessen wahren Erben er sich empfand, und wurde als Vio Torron zu einem gefürchteten und verehrten Mann. Mehr als zehn Jahre war Vio Torron der Herrscher über die dunklen Stadtviertel. Kaum einer zuvor hatte es geschafft, so lange diese Machtposition zu halten, und auch danach sollte es nur wenigen gelingen. Das Leben eines Banditen währt kurz.

Torron nahm keinen Lehrling. Er traute niemandem genug, um ihm sein Wissen zu lehren, darum blieb er auch für zehn Jahre mächtig. Aber aus demselben Grund, eben weil er niemandem etwas verriet, sollte man seinen Namen vergessen.

Dann schloss sich eine Gruppe mutiger Straßenkinder unter einem Diebespaar zusammen. Gemeinsam schafften sie das Unmögliche, überwältigten die mächtigsten Männer der Stadt in einer einzigen Nacht und übernahmen die Herrschaft über die dunklen Viertel. Der Junge, der als Herr der Füchse am Himmel von Kesselstadts Unterwelt aufging wie ein Komet – und ebenso kurz nur erstrahlen sollte – hieß Scapa. Drei Jahre lang galt er als Fadenzieher sämtlicher Einbrüche, Raubüberfälle und Hehlereien, wobei seine Diebe stets Kinder waren. Er wurde zu einem Schatten, den man in jeder dunklen Gasse vorbeihuschen sah, und einer Stimme, die aus hundert Diebeskehlen flüsterte. Und eines Tages verschwand er aus Kesselstadt.

Er kam nie wieder.

Ein neuer Bandenführer tauchte auf und der ewige Kreislauf der Stadt begann von neuem. Er nannte sich nicht Herr der Füchse, obgleich er die Geschäfte seines Vorgängers weiterführte und wie er nur die jüngsten Diebe um sich scharte.

Mit der Zeit wurden die Diebe älter. Aus Jungen wurden Männer, aus Mädchen Frauen. So vergaß man die Zeit, in der Kinder die Stadt beherrscht hatten – die Kinder selbst, die keine mehr waren, vergaßen es. Die Vergangenheit wurde erneut verschluckt vom regen Treiben der Stadt, dem Leben.

Kesselstadt veränderte sich täglich. Nur hatten die Menschen sich bereits daran gewöhnt ... Sie merkten es gar nicht mehr, wenn sie morgens aufwachten und in eine neue Welt hinaustraten. Nur in manchen, seltenen Augenblicken bekamen sie ein Gespür dafür, und der neue Bandenführer hatte dieses Gefühl am Tag seiner Wiederkehr von langer Reise. Die Stadt war ihm tausend Jahre älter und tausend Jahre jünger erschienen als an dem Tag, an dem er sie verlassen hatte. Die Gesichter waren ihm allesamt fremd, die Händler hatten neue Ware, die Gerüchte hatten sich verändert, ohne dass jemand es bemerkte. Und obgleich die Vergangenheit des neuen Bandenführers ebenfalls im Licht der Gegenwart verblasste, blieben ihm dennoch Erinnerungen.

Oft musste er an den Jungen und das Mädchen denken – das Diebespaar, das hier Legende gewesen war. Er erinnerte sich an ihre Freundschaft, von der die Wäscherinnen während des Tages geschwärmt hatten, und er dachte warmen Herzens an die Nächte zurück, in denen er selbst durch einen dunkelroten, mottenzerfressenen Vorhang in ein Zimmer gespäht hatte, in dem die beiden beieinander gesessen hatten – erfüllt von ihren Visionen und Träumen. All das hatte Kesselstadt vergessen. Die Stadt hatte sich die Legende vom Dieb und der Straßenprinzessin vom Gesicht gewaschen wie Schminke, nur um sich wieder zu bemalen, täglich aufs Neue. Ihre Namen waren verloren, ihr Schicksal versunken im steten Erneuern der Welt.

Doch eines Tages, als der neue Bandenführer durch die Straßen der Stadt strich, kam er an einem Puppentheater vorbei. Verblüfft blieb er stehen. Es ging um eine Prinzessin und einen Krieg. Die Prinzessin trug eine wunderbare Goldkrone aus gelb bemaltem Holz. Ihre Stimme war zart, aber ihre Worte waren kraftvoll.

Und Fesco konnte kaum fassen, welchen Lauf die Vorstellung nahm. Das Puppentheater führte die Geschichte von Scapa auf – von Scapa und Arane! Genau ihre Geschichte wurde vorgespielt und vor Überraschung und Rührung traten Tränen in die Augen des Bandenführers.

Vielleicht stimmte es, überlegte Fesco und musste lächeln. Menschen kamen und gingen, ihre Herzen, ihre Namen und Taten glommen auf in der Finsternis der Welt und erloschen ebenso schnell wie Funken in einer sternlosen Nacht. Aber ihre Geschichten ... ihre Geschichten wiederholten sich immer.

Danke!

Wenn du um Nill gebangt hast, wenn dir warm geworden ist am Feuer der Elfen und du eine Gänsehaut hattest im Turm ... dann musst du das hier lesen. Und wenn du dieses Buch nicht mochtest, dann lies das hier erst recht, damit du weißt, wer dafür verantwortlich ist.

Nämlich ich. Nun ja. Und ein paar Leute, ohne die Nijura für immer ein stummes Flüstern in meinem Herzen geblieben wäre.

Diese sehr besonderen Leute sind Menschen mit Fleiß, Tatkraft und Talent – zu ihnen gehört mein Literaturagent Thomas Montasser, der an mich geglaubt hat zu einem Zeitpunkt, da mein eigener Glaube schon ins Wanken geraten war. Auch meine Lektorin Susanne Krebs bei cbj, die sich so intensiv um Nijura gekümmert hat und der ich so viel zu verdanken habe. Dank an all die engagierten Mitarbeiter bei cbj, die meinen größten Traum haben wahr werden lassen.

Ein Kuss an meine Mama, weil sie meine Geschichten immer geliebt hat, meinem Papa, weil ich von ihm gelernt habe, was Hartnäckigkeit bedeutet, Kim-Mai, weil ich sie lieb habe, und Mike, dessen Musik mich so inspiriert hat. Ille Middendorf ist meine künstlerische »Mutter« in der Familie – danke dafür! Ich danke Janet Bayer für hundert tiefsinnige Gespräche, alle Gedanken, die wir miteinander teilen, und die Zukunft, die uns gehört. Und natürlich Lizzy Teutsch, meiner »inoffiziellen« Lektorin und Testleserin: Danke für die feinfühlige und sorgfältige »Filterung« von Nijura!

Seit meinem dreizehnten Geburtstag liegen vier Jahre und neun Romane hinter mir. Die Menschen, die mich in dieser Zeit ermutigten, mir weiterhalfen oder ehrlich die Meinung sagten, sind nicht aufzuzählen. Ich schulde ihnen allen Dank. Nicht zu vergessen sind die Leute, die mich zufällig und ungewollt inspirierten, manchmal mit einem Lächeln, einem Wort, einer außergewöhnlichen Nase – ihnen allen wünsche ich noch schöne S-Bahnfahrten.

Und was bleibt? Ah ja, du natürlich! Du, der du dieses Buch gekauft oder geschenkt bekommen, ausgeliehen (oder gemopst?) hast – danke für dein Interesse! Ich hoffe, du konntest zwischen den Buchdeckeln finden, was auch ich beim Schreiben fand ...

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