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Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)

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Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)
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Roger grinste als Antwort. Wie die anderen hatte auch er sich seit unserem Aufbruch aus Fraser’s Ridge nicht mehr rasiert; jetzt, acht Tage später, verlieh ihm ein dicker, dunkler Stoppelpelz in der Tat das wilde Aussehen eines Bären. Mir kam der Gedanke, dass einem – von der Bequemlichkeit einmal ganz abgesehen – ein dichter Bart in Nächten wie dieser zweifellos das Gesicht wärmte; ich vergrub mein nacktes, verletzliches Kinn tief in den schützenden Falten meines Schultertuches.

Jamie, der gerade rechtzeitig von den Pferden zurückkam, um das zu hören, lachte ebenfalls, doch sein Gelächter endete in einem Hustenanfall. Evan wartete, bis er vorbei war.

»Was sagst du, Mac Dubh? Kopfende oder Fußende?«

Jamie wischte sich den Mund am Ärmel ab und lächelte. Haarig wie der Rest, sah er wie ein echter Wikinger aus, und das Feuer glitzerte rot, golden und silbern in seinen Bartstoppeln und seinem losen Haar auf.

»Keine Sorge, Jungs«, sagte er. »Ich werde warm schlafen, ganz gleich, wie herum.« Er neigte den Kopf in meine Richtung, und es folgten allgemeines Gelächter und eine Reihe leicht anzüglicher Bemerkungen von Seiten der Männer aus Fraser’s Ridge.

Ein oder zwei der neuen Rekruten betrachteten mich kurz voll instinktiver Spekulation, die sie jedoch rasch vergaßen, nachdem sie einen Blick auf Jamies Körpergröße, seine breiten Schultern und sein wildes Aussehen geworfen hatten. Ich erwiderte den Blick eines der Männer und lächelte; er machte ein erschrockenes Gesicht, lächelte dann aber zurück und senkte schüchtern den Kopf.

Wie zum Teufel machte Jamie das nur? Ein kurzer, grober Scherz, und er hatte in aller Öffentlichkeit klargestellt, dass ich die Seine war, mich von jeder Bedrohung durch unerwünschte Avancen befreit und seine Anführerposition erneut sichergestellt.

»Wie die Paviane«, murmelte ich vor mich hin. »Und ich schlafe mit dem Oberpavian!«

»Paviane? Sind das nicht die Affen ohne Schwänze?«, fragte Fergus und unterbrach seinen Wortwechsel mit Evan über die Pferde, um sich mir zuzuwenden.

»Das weißt du ganz genau.« Ich fing Jamies Blick auf, und sein Mund kräuselte sich auf einer Seite. Ich wusste, was er dachte, und er wusste, dass ich es wusste; sein Lächeln wurde breiter.

Louis von Frankreich unterhielt in Versailles einen Privatzoo, unter dessen Insassen sich auch eine kleine Herde von Mandrillaffen befand. An den Frühlingsnachmittagen gehörte es zu den beliebtesten höfischen Unternehmungen, das Mandrillgehege zu besuchen, um dort die sexuellen Fähigkeiten des Männchens sowie seinen farbenfrohen Hintern zu bewundern.

Ein gewisser Monsieur de Ruvel hatte vor meinen Ohren angeboten, sich seinen Allerwertesten ähnlich tätowieren zu lassen, wenn ihn dies der Gunst der Hofdamen ebenso versichern würde. Allerdings hatte ihn Madame de la Tourelle in bestimmtem Ton davon in Kenntnis gesetzt, dass sein Körperbau dem des Affen in jeder Weise unterlegen sei und auch eine neue Farbgebung da kaum helfen würde.

Im Schein des Feuers war es schwer zu sagen, doch ich war mir einigermaßen sicher, dass auch Jamies Gesicht seine tiefe Färbung ebenso sehr der unterdrückten Belustigung wie der Hitze verdankte.

»Wo wir gerade von Schwänzen reden«, murmelte er mir ins Ohr. »Hast du diese infernalische Hose an?«

»Ja.«

»Zieh sie aus.«

»Was, hier?« Ich riss die Augen auf und sah ihn mit gespielter Unschuld an. »Willst du, dass ich mir den Arsch abfriere?«

Er kniff die Augen ein Stückchen zu, und in ihren Tiefen glitzerte es blau und katzenhaft.

»Oh, der wird nicht frieren«, sagte er leise. »Das garantiere ich dir.«

Er trat hinter mich, und der heftige Glutschimmer auf meiner Haut wich der Kühle seines Körpers. Auch dieser hatte jedoch etwas Heftiges an sich, wie ich feststellte, als er die Arme um meine Taille legte und mich an sich zog.

»Oh, du hast ihn wieder gefunden«, sagte ich. »Wie schön.«

»Was gefunden? Hattest du etwas verloren?« Roger blieb auf dem Rückweg von den Pferden bei uns stehen. Er trug eine dicke Deckenrolle unter dem einen Arm und das Bodhran unter dem anderen.

»Oh, nur eine alte Hose«, sagte Jamie in neutralem Ton. Im Schutz meines Schultertuches ließ er eine Hand in den Taillenbund meines Rockes gleiten. »Hast du vor, uns etwas vorzusingen?«

»Wenn jemand das möchte?« Roger lächelte, und das Feuer spiegelte sich rot in seinem Gesicht. »Eigentlich hatte ich aber vor, ein Lied zu lernen; Evan hat mir versprochen, mir ein Lied über ein Silkie vorzusingen, das er von seiner Großmutter kennt.«

Jamie lachte.

»Oh, ich glaube, das kenne ich.«

Eine von Rogers Augenbrauen fuhr empor, und ich drehte mich so weit um, dass ich überrascht zu Jamie aufblicken konnte.

»Nun, ich könnte es nicht singen«, sagte er nachsichtig, als er unser Erstaunen sah. »Aber ich kenne den Text. Evan hat es oft im Gefängnis von Ardsmuir gesungen. Es ist ein bisschen obszön«, sagte er in jenem gezierten Tonfall, den die Hochlandschotten oft einschlagen, bevor sie einem etwas durch und durch Schockierendes erzählen.

Roger erkannte den Ton und lachte.

»Dann werde ich es vielleicht aufschreiben«, sagte er. »Zum Nutzen der kommenden Generationen.«

Jamies Finger hatten sich kundig vorgearbeitet, und an diesem Punkt löste sich die Hose – die ihm gehörte und mir daher ungefähr sechs Nummern zu groß war – und fiel geräuschlos zu Boden. Ein kalter Luftzug fuhr mir unter den Rock und traf auf meine frisch entblätterten, unteren Regionen. Ich schnappte leise nach Luft.

»Kalt, nicht wahr?« Roger zog die Schultern hoch und lächelte, während er sich meinem Zittern mitfühlend anschloss.

»Ja, wirklich«, sagte ich. »Eine echte Affenkälte.«

Jamie und Roger brachen in simultane Hustenanfälle aus.

Als die Wachen postiert und die Pferde für die Nacht versorgt waren, zogen wir uns zu unserem Ruheplatz zurück, der sich in diskretem Abstand von der Runde am Feuer befand. Bis Jamie mit seinem letzten Rundgang durch das Lager fertig war, hatte ich die größten Steine und Zweige aus der Laubschicht ausgegraben, ein paar Fichtenzweige geschnitten und unsere Decken darüber gebreitet. Die Wärme des Essens und des Feuers hatte nachgelassen, doch so richtig begann ich erst zu zittern, als er mich berührte.

Ich hätte mich gern sofort Richtung Bettdecke in Bewegung gesetzt, doch Jamie hielt mich immer noch fest. Seine ursprüngliche Absicht schien nicht nachgelassen zu haben – gelinde gesagt –, doch seine Aufmerksamkeit war abgelenkt. Seine Arme hielten mich nach wie vor umfasst, doch er stand völlig still, den Kopf erhoben, als lauschte er auf etwas, und spähte in die Finsternis des Waldes. Es war vollständig dunkel; von den Bäumen war nicht mehr zu sehen als der Feuerschein, der von den Stämmen reflektiert wurde, die dem Lager am nächsten standen – der letzte Hauch von Zwielicht war verblichen, und dahinter lag nur noch bodenlose Schwärze.

»Was ist denn?« Ich trat ein bisschen zurück und drückte mich instinktiv an ihn, und seine Arme umfassten mich fester.

»Ich weiß es nicht. Aber ich spüre etwas, Sassenach.« Er bewegte sich hin und her und hob unruhig suchend den Kopf wie ein Wolf, der in den Wind wittert, doch es kam keine Botschaft bei uns an außer dem fernen Klappern blattloser Äste.

»Vielleicht ja keine Rhinozerosse, aber irgendetwas ist da«, sagte er leise, und ein Hauch von Beklommenheit ließ mir die Nackenhaare zu Berge stehen. »Warte einen Augenblick.«

Er ließ mich stehen, und der Wind umwehte mich plötzlich kalt, als er nicht mehr da war. Er trat zu einer Gruppe von Männern und sprach leise mit ihnen.

Und was spürte er wohl da draußen in der Dunkelheit? Ich hegte den allergrößten Respekt vor Jamies Gespür für Gefahren. Er hatte zu lange als Jäger und als Gejagter gelebt, um nicht die nervöse Spannung zwischen den beiden Polen zu spüren – und mochten sie noch so unsichtbar sein.

Kurz darauf kam er zurück und hockte sich neben mich, während ich mich zitternd in den Decken vergrub.

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