Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Другие приключения » Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)
Das flammende Kreuz: Roman (German Edition) - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)

Электронная книга - «Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:

Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)
1 ... 108 109 110 111 112 113 114 115 116 ... 424
Перейти на страницу:

Er warf die Reste seines Maisküchleins ins Feuer und stapfte davon.

Ein paar Sekunden saß ich erstarrt da, bis die Hitze des frischen Maisküchleins in meiner Hand durch das Tuch drang und ich mir die Finger verbrannte. Ich legte es mit einem unterdrückten »Autsch« auf den Baumstamm, und Roger rutschte ein wenig hin und her.

»Alles klar?«, sagte er, ohne mich jedoch anzusehen. Sein Blick war in die Richtung geheftet, in die Jamie verschwunden war, zu den Pferden.

»Ja.« Ich hielt meine versengten Fingerspitzen an die lindernde, feuchtkalte Rinde des Baumstamms. Da das peinliche Schweigen nun durch diesen kurzen Wortwechsel gebrochen war, konnte ich das Problem ansprechen.

»Zugegebenermaßen«, sagte ich, »hat Jamie ein gewisses Maß an Erfahrung, auf die er sich berufen kann. Aber ich finde, was er gesagt hat, war eine Überreaktion.«

»Meinst du?« Jamies Worte schienen Roger nicht aufgeregt oder verblüfft zu haben.

»Natürlich. Wohin diese Sache mit den Regulatoren auch immer führt, wir wissen doch genau, dass es kein richtiger Krieg wird. Wahrscheinlich verläuft das Ganze eher im Sand!«

»Oh, aye.« Roger blickte nach wie vor in die Dunkelheit, die Lippen nachdenklich geschürzt. »Nur – darum ging es, glaube ich, gar nicht.«

Ich zog eine Augenbraue hoch und musterte ihn, und er wandte mir mit einem ironischen Lächeln den Blick zu.

»Als er mit mir auf die Jagd gegangen ist, hat er mich gefragt, was ich über die Dinge wüsste, die auf uns zukommen. Ich habe es ihm gesagt. Brianna sagt, er hat sie auch gefragt, und sie hat es ihm auch gesagt.«

»Was auf uns zukommt – du meinst die Revolution?«

Er nickte, den Blick auf die Bruchstücke des Maisküchleins gerichtet, das er gerade zwischen seinen langen, schwieligen Fingern zerkrümelte.

»Ich habe ihm erzählt, was ich wusste. Über die Schlachten und die politischen Schachzüge. Natürlich nicht jedes Detail, aber die wichtigsten Schlachten, an die ich mich erinnern konnte; was für ein endloser, blutiger Schlamassel es wird.« Er schwieg einen Moment, dann sah er zu mir auf, ein schwaches, grünes Glitzern in den Augen.

»Ich nehme an, es war nur fair. Bei ihm ist es schwer zu sagen, aber ich glaube, ich habe ihm Angst gemacht. Das hat er mir gerade heimgezahlt.«

Ich prustete belustigt auf, erhob mich und strich mir Krümel und Asche von meinem Rock.

»Der Tag, an dem du Jamie Fraser mit Kriegsgeschichten Angst machst, Junge«, sagte ich extrem trocken, »wird der Tag sein, an dem die Hölle gefriert.«

Er lachte, nicht im Geringsten aus der Fassung gebracht.

»Dann habe ich ihm eben vielleicht keine Angst gemacht – aber er ist jedenfalls ziemlich still geworden. Aber ich sage dir etwas –« Sein Tonfall wurde nüchterner, wenn das Glitzern in seinen Augen auch nicht erlosch. »Er hat mir gerade Angst gemacht.«

Ich blickte in die Richtung, wo die Pferde standen. Der Mond war noch nicht aufgegangen, und ich konnte nichts sehen außer einer undeutlichen Ansammlung großer, unruhiger Schatten. Gelegentlich spiegelte sich der Feuerschein auf einer runden Kruppe, oder ein Auge glänzte kurz auf. Jamie war nicht zu sehen, aber ich wusste, dass er da war; unter leisem Wiehern und Schnauben ging eine kaum merkliche Bewegung durch die Pferde, die mir sagte, dass sich jemand Vertrautes unter ihnen befand.

»Er ist nicht nur Soldat gewesen«, sagte ich schließlich mit leiser Stimme, obwohl ich mir ziemlich sicher war, dass Jamie zu weit weg war, um mich zu hören. »Er war Offizier.«

Ich setzte mich wieder auf den Baumstamm und legte meine Hand auf das Maisküchlein. Es war jetzt nur noch lauwarm. Ich nahm es in die Hand, biss aber nicht hinein.

»Ich war Feldkrankenschwester. In einem Lazarett in Frankreich.«

Er nickte und hielt mir seinen dunklen Kopf interessiert entgegen geneigt. Das Feuer warf tiefe Schatten auf sein Gesicht und betonte den Kontrast zwischen seiner Stirn und seinen kräftigen Knochen und der sanften Rundung seines Mundes.

»Ich habe Soldaten gepflegt. Sie hatten alle Angst.« Ich lächelte traurig. »Diejenigen, die schon einmal unter Beschuss gewesen waren, erinnerten sich daran, und diejenigen, die es noch nicht erlebt hatten, stellten es sich vor. Aber es waren die Offiziere, die nachts nicht schlafen konnten.«

Ich fuhr geistesabwesend mit dem Daumen über die unregelmäßige Oberfläche des Küchleins. Sie war leicht fettig vom Schmalz.

»Ich habe einmal bei Jamie gesessen, als er nach der Schlacht von Preston einen seiner Männer im Arm hielt, der im Sterben lag. Und er hat geweint. Er kann sich gut daran erinnern. Er erinnert sich nicht an Culloden – weil er es nicht ertragen kann.« Ich blickte auf den frittierten Teigklumpen in meiner Hand und pickte mit dem Daumennagel an den verbrannten Stellen herum.

»Ja, du hast ihm Angst gemacht. Er will nicht um dich weinen. Und ich auch nicht«, fügte ich leise hinzu. »Mag sein, dass es jetzt noch nicht zum Kampf kommt, aber wenn es so weit ist, pass auf dich auf, ja?«

Es folgte eine lange Pause. Dann sagte er leise »Ja«. Er stand auf und ging, und seine Schritte verhallten schnell auf dem feuchten Boden.

Die anderen Lagerfeuer brannten hell, und die Nacht schritt voran. Noch suchten die Männer die Gesellschaft ihrer Verwandten und Freunde, und jede der kleinen Gruppen saß um ihr eigenes, kleines Feuer herum. Im Verlauf des Weges würden sie allmählich zusammenwachsen, das wusste ich. In ein paar Tagen würden wir ein großes Feuer haben, und alle würden sich in einem großen Lichtkreis sammeln.

Jamie hatte keine Angst vor dem, was Roger ihm erzählt hatte, dachte ich – sondern vor dem, was er selbst wusste. Es gab zwei Möglichkeiten für einen guten Offizier: sich vor Sorge um seine Verantwortlichkeiten zu zerreißen – oder sich von den Umständen zu Stein erhärten zu lassen. Das wusste er.

Und was mich betraf … auch ich war nicht völlig ahnungslos. Ich hatte zwei Soldaten geheiratet – beide Offiziere, denn auch Frank war einer gewesen. Ich war Krankenschwester und Heilerin gewesen, auf den Schlachtfeldern zweier Kriege.

Ich kannte die Namen und die Daten der Schlachten; kannte den Geruch des Blutes. Und den von Erbrochenem und entleerten Därmen. Ein Feldlazarett sieht die zerschmetterten Glieder, die aufgeplatzten Bäuche, die Knochensplitter … doch es sieht auch Männer, die nie eine Waffe erhoben haben, aber dennoch dort gestorben sind, am Fieber und am Schmutz, an Krankheit und Verzweiflung.

Ich wusste, dass Tausende an den tödlichen Wunden zweier Weltkriege gestorben waren; ich wusste, dass Aberhunderttausende dort durch Infektionen und Seuchen umgekommen waren. Es würde jetzt nicht anders sein – und in vier Jahren ebenso wenig.

Und das machte mir in der Tat große Angst.

Am nächsten Abend schlugen wir unser Lager in den Wäldern des Balsam Mountain auf, etwa eine Meile oberhalb einer Siedlung namens Lucklow. Einige der Männer hätten den Weg gern noch bis zu einem Örtchen namens Brownsville fortgesetzt. Brownsville war der äußerste Punkt unseres Weges, bevor wir uns wieder Richtung Salisbury zurück wandten, und möglicherweise gab es dort ein Wirtshaus – oder wenigstens eine gastliche Scheune zum Übernachten –, doch Jamie hielt es für besser zu warten.

»Ich will den Leuten da unten keinen Schrecken einjagen«, hatte er Roger erklärt, »indem ich nach Anbruch der Dunkelheit mit einem Trupp Bewaffneter in den Ort reite. Besser, wenn wir unser Anliegen bei Tageslicht vortragen und den Männern dann einen Tag – und eine Nacht – Zeit lassen, sich zum Aufbruch fertig zu machen.« Dann hatte er inne gehalten und so heftig gehustet, dass seine Schultern bebten.

Mir gefiel weder Jamies Aussehen noch die Art, wie er sich anhörte. Er hatte das fleckige Aussehen einer verschimmelten Quiltdecke, und als er zum Feuer kam, um sich seine Suppenschüssel zu füllen, hörte ich bei jedem Atemzug ein schwaches Pfeifen. Den meisten anderen Männern ging es auch nicht anders; fast alle hatten rote Nasen und husteten, und alle paar Sekunden knallte und zischte es, wenn sich jemand hustend vom Schleim befreite und ihn in das Feuer spuckte.

1 ... 108 109 110 111 112 113 114 115 116 ... 424
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)