Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)
- Автор: Гэблдон Диана
- Серия: Die Outlander #5
- Год: 2015
- Язык: немецкий
- Год: Knaur eBook
- Жанр: Другие приключения
Электронная книга - «Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:
Ich zähle deren Mitglieder hier auf, da du sie nicht alle kennen wirst: Claire Fraser, meine geliebte Frau; meine Tochter Brianna mit ihrem Mann Roger MacKenzie und ihrem Kind Jeremiah MacKenzie. Dazu meine Tochter Marsali und ihr Mann Fergus Fraser (der mein Adoptivsohn ist) – sie haben jetzt zwei kleine Kinder namens Germain und Joan. Die kleine Joan ist nach Marsalis Schwester benannt, die Joan Joyce heißt und gegenwärtig immer noch in Schottland lebt. Mir bleibt keine Zeit, dich mit der Vorgeschichte der Situation vertraut zu machen, doch ich bin aus gutem Grund geneigt, auch diese junge Frau als meine Tochter zu betrachten, und fühle mich auch für ihr Wohlergehen verantwortlich, ebenso das ihrer Mutter Laoghaire MacKenzie Joyce.
Ich bitte dich um unserer langen Freundschaft und um deiner Hochachtung für meine Frau und Tochter willen, dein Möglichstes für ihre Sicherheit zu tun, falls mich bei diesem Unternehmen ein Unglück treffen sollte.
Ich breche in der Morgendämmerung auf, die jetzt nicht mehr fern ist.
Dein ergebener und gehorsamer Diener,
James Alexander Malcolm MacKenzie Fraser
Postscriptum: Meinen Dank für deine Informationen bezüglich meiner früheren Anfrage, Stephen Bonnet betreffend. Ich nehme deinen begleitenden Rat mit der größten Dankbarkeit für deine gut gemeinten Absichten zur Kenntnis – doch wie du schon vermutest, wird er mich nicht umstimmen.
Post-Postscriptum: Kopien meines Letzten Willens und Testamentes und der Papiere bezüglich meines Eigentums und meiner Angelegenheiten hier und in Schottland liegen bei Farquard Campbell in Greenoaks bei Cross Creek.
DRITTER TEIL
Nächtlicher Alarm und ein Erkundungsritt
Kapitel 26
Die Miliz erhebt sich
Das Wetter war uns freundlich gesonnen, und es blieb kalt, aber klar. Die Muellers und die Männer aus den nahe gelegenen Ansiedlungen mitgezählt, brachen wir mit einer Truppe von fast vierzig Männern aus Fraser’s Ridge auf – und dazu ich.
Fergus würde nicht in der Miliz dienen, war jedoch mit uns gekommen, um Männer zu mobilisieren, da ihm die umliegenden Siedlungen und Heimstätten am besten vertraut waren.
Als wir uns der Vertragsgrenze und damit dem entlegensten Punkt unserer mobilen Musterung näherten, hatten wir uns zu einer respektablen Kompanie gemausert – zumindest zahlenmäßig, wenn auch nicht an Erfahrung. Einige der Männer hatten schon einmal als Soldaten oder sogar als ausgebildete Infanteristen gedient; entweder in Schottland oder in den Franzosen- und Indianerkriegen. Viele aber auch nicht, und Jamie führte jeden Abend militärische Exerzierübungen durch, wenn sie auch von höchst unorthodoxer Art waren.
»Wir haben keine Zeit, um sie ordentlich auszubilden«, hatte er Roger am Feuer des ersten Abends erzählt. »Es dauert Wochen, Männer so zu formen, dass sie unter Beschuss nicht davonlaufen.«
Roger nickte nur, obwohl ein schwacher Ausdruck der Beklommenheit über sein Gesicht huschte. Ich vermutete, dass ihm sein eigener Mangel an Erfahrung Zweifel einflößte und er sich selbst nicht sicher war, wie er unter Beschuss reagieren würde. Ich war schon vielen jungen Soldaten begegnet.
Ich kniete am Feuer und buk Maisküchlein auf einem Eisenblech, das in der Asche stand. Ich blickte zu Jamie auf und stellte fest, dass auch er mich ansah, ein schwaches Lächeln im Mundwinkel versteckt. Er war nicht nur schon vielen jungen Soldaten begegnet; er war auch selbst einer gewesen. Er hustete und beugte sich vor, um mit einem Stock in den Kohlen herumzustochern und sich noch eine der Wachteln zu suchen, die ich in Lehm verpackt dort gebacken hatte.
»Es ist doch ganz natürlich, vor einer Gefahr wegzulaufen, aye? Der Sinn des Exerzierens ist, dass sich die Truppe an die Stimme eines Offiziers gewöhnt und sie selbst bei Kanonendonner hört und ihm gehorcht, ohne auch nur einen Gedanken an die Gefahr zu verschwenden.«
»Aye, so wie man einem Pferd beibringt, bei einem Geräusch nicht durchzugehen«, unterbrach Roger ziemlich trocken.
»Aye, genauso«, pflichtete Jamie ihm ganz ernst bei. »Mit dem Unterschied, dass man das Pferd davon überzeugen muss, dass man der Klügere ist; der Offizier muss nur der Lautere sein.« Roger lachte, und Jamie fuhr mit einem halben Lächeln fort.
»Als ich in Frankreich Soldat geworden bin, haben sie mich kreuz und quer und auf und ab marschieren lassen, und ich habe ein Paar Stiefel durchgelaufen, bevor sie mir Pulver für mein Gewehr gegeben haben. Nach dem Exerzieren war ich abends so müde, dass man eine Kanone neben meinem Strohlager hätte abschießen können und ich nicht mit der Wimper gezuckt hätte.«
Er schüttelte sacht den Kopf, und das Lächeln verschwand aus seinem Gesicht. »Aber dazu haben wir keine Zeit. Die Hälfte unserer Männer ist wohl schon einmal im Krieg gewesen; wir müssen uns darauf verlassen, dass sie an ihrem Fleck bleiben, wenn es zum Kampf kommt, und den anderen Mut machen.« Er blickte über das Feuer hinweg und wies auf die verblassende Landschaft aus Bäumen und Bergen.
»Hat nicht viel Ähnlichkeit mit einem Schlachtfeld, was? Ich kann nicht sagen, wo die Schlacht stattfinden wird – wenn es eine gibt –, aber ich glaube, wir müssen uns auf einen Kampf einstellen, bei dem es Deckung gibt. Wir werden ihnen beibringen zu kämpfen, wie es die Highlandschotten tun; sich auf mein Wort zu sammeln oder zu zerstreuen und sich ansonsten irgendwie durchzuschlagen. Nur die Hälfte von ihnen sind Soldaten gewesen, aber sie wissen alle, wie man jagt.« Er hob das Kinn und wies auf die Rekruten. Mehrere von ihnen hatten im Lauf des Tagesrittes kleinere Wildtiere erlegt. Den Lindsaybrüdern verdankten wir die Wachteln, die wir gerade aßen.
Roger nickte und bückte sich, um mit seinem Stock einen der geschwärzten Lehmklumpen aus dem Feuer zu holen. Er hielt sein Gesicht verborgen. Fast alle. Seit unserer Rückkehr nach Fraser’s Ridge hatte er täglich schießen geübt, und bis jetzt hatte er noch nicht einmal ein Opossum geschossen. Jamie, der ihn einmal begleitet hatte, hatte mir heimlich gesagt, dass Roger mehr Glück haben würde, wenn er dem Wild seine Muskete über den Schädel zog, als wenn er darauf schoss.
Ich sah Jamie mit zusammengezogenen Augenbrauen an; er zog die seinen hoch und starrte zurück. Rogers Gefühle mussten zusehen, wie sie zurechtkamen, war die deutliche Botschaft in seinem Blick. Ich zog ebenfalls die Brauen hoch und erhob mich.
»Aber es hat nicht viel Ähnlichkeit mit der Jagd, oder?« Ich setzte mich neben Jamie und reichte ihm eins der heißen Maisküchlein. »Vor allem jetzt.«
»Was meinst du damit, Sassenach?« Jamie brach das Küchlein auf und schloss selig die Augen, als ihm der heiße, duftende Dampf in die Nase stieg.
»Erstens weißt du doch gar nicht, ob es überhaupt zum Kampf kommen wird«, sagte ich. »Und zweitens, wenn, dann werdet ihr keiner ausgebildeten Truppe gegenüberstehen – die Regulatoren sind genauso wenig Soldaten wie deine Männer. Drittens wollt ihr die Regulatoren doch nicht tatsächlich umbringen, sondern ihnen nur Angst machen, so dass sie abziehen oder sich ergeben. Und viertens«, – ich lächelte Roger zu, »– geht es bei der Jagd ums Töten. Wenn man in den Krieg zieht, geht es darum, lebend zurückzukommen.«
Jamie verschluckte sich an einem Bissen seines Küchleins. Ich hämmerte ihm hilfsbereit auf den Rücken, und er baute sich funkelnd vor mir auf. Er hustete Krümel, schluckte und stand mit schwingendem Plaid auf.
»Jetzt hör mir gut zu«, sagte er heiser. »Du hast Recht, Sassenach – und du hast Unrecht. Es ist anders als die Jagd, aye. Weil das Wild normalerweise nicht darauf aus ist, dich umzubringen. Pass gut auf –« Er wandte sich mit grimmigem Gesicht an Roger. »Was den Rest angeht, hat sie Unrecht. Im Krieg geht es ums Töten, und das ist alles. Denk an irgendetwas anderes – denk an halbe Sachen, denk daran, dem Gegner nur Angst zu machen, denk vor allem an deine eigene Haut … und bei Gott, Mann, du wirst tot sein, bevor der erste Tag vorüber ist.«