Mathias Sandorf
- Автор: Верн Жюль Габриэль
- Язык: немецкий
- Жанр: Другие приключения
Электронная книга - «Mathias Sandorf». Краткое содержание книги:
Dieser befindet sich in einem Haus, das dem Grafen Ladislaus Zathmar, einem ungarischen Adligen, gehört. Graf Zathmar plant, mit seinen Freunden, dem Professor Stefan Bathory und dem Grafen Mathias Sandorf in Ungarn, ihrer Heimat, einen Volksaufstand anzuzetteln ...
Dann sagte er laut:
»Mein lieber Silas, wir wollen uns nicht gegenseitig ärgern. Wozu soll das?… Das regt die Nerven auf und heute dürfen wir nicht nervös sein!… Haben Sie Vertrauen und verzweifeln Sie nicht mehr als ich!… Wenn unglücklicher Weise der Teufel sich gegen uns erklären sollte, so vergessen Sie nicht, daß neue Millionen mich erwarten und daß Sie Ihren Antheil an denselben haben werden.
– Ja, ja! erwiderte Silas Toronthal, ich muß meine Revanche haben. Der Instinct des Spielers, der ihn einen Augenblick verlassen, kam wieder über ihn. Ja, die Bank war gestern zu glücklich, als daß sie heute Abend…
– Heute Abend werden wir reich, sehr reich sein, rief Sarcany, und ich verspreche Ihnen, Silas, diesmal werden wir nicht wieder einbüßen, was wir zurückgewonnen haben. Was auch immer kommen mag, morgen verlassen wir Monte Carlo…. Wir werden reisen…
– Wohin?
– Nach Tetuan, wo wir eine letzte Partie zu spielen haben werden. Es soll aber auch die schönste werden!«
Viertes Capitel.
Der letzte Einsatz.
Die Salons des Fremdencirkels – gemeinhin Casino genannt – waren seit elf Uhr geöffnet. Obwohl die Zahl der Spieler noch eine beschränkte war, begannen doch schon einige Roulettetische ihre Arbeit.
Das Ebenmaß dieser Tische war vorher geregelt worden, denn dieselben müssen an jeder Stelle gleich hoch sein. Die kleinste Unebenheit, welche die Bewegung der in den sich drehenden Cylinder geworfenen Kugel abändern würde, würde schnell bemerkt und zum Schaden der Bank ausgelegt werden.
Auf jedem der sechs Roulettetische waren sechzigtausend Franken in Gold, Silber und Bankbillets niedergelegt; auf jedem der beiden Tische, welche dem Trente et Quarante-Spiel dienten, hundertundfünfzigtausend. Das ist vor Eröffnung der Hauptsaison der gewöhnliche Einsatz, und es kommt selten vor, daß die Administration sich zur Erneuerung dieses Grundfonds veranlaßt sieht. Sie soll nur mit dem Refait und dem Zero gewinnen, deren Profit ihr gehört – und immer. Wenn das Spiel an und für sich schon unmoralisch ist, um wie viel mehr, wenn man unter solchen ungleichen Bedingungen operiren muß.
An jedem Roulettetische hatten die acht Croupiers, ihre Harken in den Händen, bereits die ihnen reservirten Plätze eingenommen. Ihnen zu Seiten saßen oder standen die Spieler oder Zuschauer. Durch die Säle spazierten die Inspectoren und beachteten sowohl die Croupiers als die Aussetzenden, während die Garçons des Saales im Auftrage des Publicums wie der Administration, die über nicht weniger als hundertundfünfzig Angestellte für das Spiel verfügt, hierhin und dorthin eilten.
Gegen zwölfundeinhalb Uhr brachte der Zug von Nizza das übliche Contingent der Spieler. An diesem Tage fanden sie sich vielleicht noch zahlreicher als sonst ein. Die Serie von siebzehnmal Roth hatte ihre natürliche Wirkung gethan. Sie bildete eine Anziehungskraft und Alles, was vom Zufalle lebt, kam herbei, um den Wechselfällen das Spieles mit noch größerem Eifer als zuvor zu fröhnen.
Eine Stunde später hatten sich die Säle gefüllt. Man unterhielt sich namentlich von dem außergewöhnlichen Ereignisse, doch durchschnittlich mit leiser Stimme. Nichts Traurigeres, im Ganzen genommen, als diese riesigen Säle, trotz ihres verschwenderisch aufgetragenen Goldschmuckes, ihrer phantastischen Ornamentirung, des Luxus ihrer Ausstattung, der Fülle ihrer Lustres, welche Ströme von Gasstrahlen entsenden, ohne der Oelhängelampen mit ihren grünen Schirmen zu gedenken, welche die Spieltische noch besonders beleuchten. Was hier trotz des Zuflusses der Besucher vorherrscht, ist nicht das Gesurr der Stimmen, sondern das Klimpern der Gold-und Silberstücke, welche gezählt werden oder über das grüne Tuch rollen, und das Knistern der Bankbillets, das unaufhörliche: »Roth gewinnt und Farbe«, oder »siebzehn, schwarz, impair und manque«, welche Redensarten mit gleichgiltiger Stimme der Spielführer ausruft – höchst traurig Alles das!
Zwei der Verlierer vom vorigen Abend, die zu den berühmtesten zählten, waren noch nicht in den Sälen aufgetaucht. Schon versuchten einige Spieler den verschiedenen Chancen zu folgen, das Glück an ihre Person zu fesseln, theils an der Roulette, theils beim Trente et Quarante. Allein die Alternativen des Gewinnes und Verlustes glichen sich aus und es schien nicht, als ob das »Phänomen« des vorigen Abends sich noch einmal zeigen würde.
Erst gegen drei Uhr betraten Sarcany und Silas Toronthal das Casino. Ehe sie in die Spielsäle gingen, machten sie einen Rundgang durch die Halle, wo die Neugierde des lieben Publicums sich sofort ihnen zuwendete. Man betrachtete sie, stellte sich ihnen in der Weg, man fragte sich, ob sie sich heute abermals mit dem Zufalle in einen Kampf einlassen würden, der ihnen theuer genug zu stehen gekommen war. Einige Spielprofessoren hätten gern die Gelegenheit benützt, ihnen ihre unfehlbaren Tabellen zu verkaufen, wenn Jene in diesem Augenblicke leichter zugänglich gewesen wären. Der Banquier mit seinen verstörten Mienen sah kaum, was um ihn her vorging. Sarcany blickte, zugeknöpfter als je um sich. Beide richteten ihre ganze Aufmerksamkeit auf den Augenblick, in welchem sie ihren letzten Coup ausführen wollten.
Unter den Personen, welche sie mit jener besonderen Neugier beobachteten, die man namentlich Patienten oder Verurtheilten angedeihen läßt, befand sich auch ein Fremder, der sie keinen Augenblick verlassen zu wollen schien.
Es war ein junger Mann, im Alter von zwei-oder dreiundzwanzig Jahren, mit seinen Gesichtszügen, verschmitztem Aussehen, spitzer Nase – einer jener Nasen, welche zugleich zu sehen scheinen. Seine Augen, die eine auffallende Lebhaftigkeit entwickelten, verbargen sich hinter einer mit Schutzgläsern versehenen Brille. Er schien viel baares Geld bei sich zu haben, oder er that so, denn seine Hände steckten tief in den Taschen seines Ueberziehers, vielleicht hätten sie auch sonst irgendwie gesticulirt; seine Füße nahmen, wenn er stillstand, die bekannte erste Position des Tanzunterrichtes ein, gewiß, um seiner Person einen festeren Halt zu geben. Er war angemessen gekleidet, ohne gerade den neuesten Verschrobenheiten des Geckenthums zu huldigen, und legte augenscheinlich keinen besonderen Werth auf seine Erscheinung; vielleicht fühlte er sich auch etwas genirt in den correct sitzenden Kleidungsstücken.
Monte Carlo. – Allgemeine Ansicht.
Man wird ohne besondere Ueberraschung vernehmen, daß kein Anderer als Pointe Pescade dieser junge Fremde war.
Draußen in den Gärten erwartete ihn Kap Matifu.
Die Persönlichkeit, für deren Rechnung sie Beide in besonderer Mission in dieses Paradies oder diese Hölle des Reiches von Monaco kamen, war Doctor Antekirtt.
Das Schiff, welches sie am Abend zuvor auf dem Ufer von Monte Carlo gelandet hatte, war der »Electric 2« der Flotille von Antekirtta gewesen.
Pointe Pescade folgte ihnen in einiger Entfernung. (S. 453.)
Der Zweck ihrer Reise nach Monaco war der folgende:
Zwei Tage nach seiner Ueberbringung an Bord des »Ferrato« war Carpena ans Land gesetzt und trotz seiner Einsprüche in eine der Kasematten der Insel gebracht worden. Dort wurde es dem Flüchtlinge des spanischen Präsidios bald klar, daß er nur ein Gefängniß gegen ein zweites eingetauscht hatte. Anstatt zu der Sträflingskolonie des Gouvernements von Ceuta zu gehören, befand er sich, ohne es zu wissen, in der Gewalt des Doctors Antekirtt. Wo? er hätte es nicht zu sagen gewußt. Hatte er aus diesem Wechsel etwas gewonnen? Das fragte er sich nicht ohne Sorgen. Er war übrigens entschlossen, Alles zu thun, was seine Lage aufbessern konnte.