Die Suche nach dem Auge der Welt
- Автор: Джордан Роберт
- Серия: Das Rad der Zeit #1
- Год: 2004
- Язык: немецкий
- Переводчик: Andreas Decker
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Die Suche nach dem Auge der Welt». Краткое содержание книги:
Thom tat, was er konnte, um die Leute nicht an Meuterei denken zu lassen. Er erzählte jeden Morgen und jeden Abend Geschichten, schön ausgeschmückt, und dazwischen spielte er jedes gewünschte Lied. Um den Eindruck zu verstärken, daß Rand und Mat wirklich Gaukler-Lehrlinge waren, nahm er sich jeden Tag Zeit, sie zu unterrichten, und auch das diente der Besatzung zur Unterhaltung. Er ließ natürlich keinen von beiden an seine Harfe heran, und ihr Flötenunterricht führte zu schmerzhaftem Jaulen des Instruments, zumindest zu Beginn, und die Fahrensleute lachten und hielten sich die Ohren zu.
Er brachte den Jungen einige der leichteren Geschichten bei, dazu ein wenig einfache Akrobatik und natürlich das Jonglieren. Mat beklagte sich darüber, daß Thom zuviel von ihnen verlange, aber Thom pustete seine Schnurrbartenden weg und sah ihn zornig an.
»Ich spiele nicht, wenn ich versuche, euch etwas beizubringen, Junge. Entweder ich unterrichte euch, oder ich lasse es. Also! Selbst eine Landpomeranze sollte fähig sein, einen einfachen Handstand zu machen. Hoch mit dir!«
Die Besatzungsmitglieder, die gerade nichts zu tun hatten, versammelten sich und hockten sich im Kreis um sie herum. Einige probierten die Dinge, die Thom lehrte, sogar selbst aus und lachten über die eigenen schwerfälligen Bemühungen. Gelb stand allein dahinter, beobachtete alles und haßte sie alle.
Rand verbrachte einen großen Teil jedes Tages damit, an der Reling zu lehnen und die Ufer zu beobachten. Es war nicht so, daß er wirklich erwartet hätte, Egwene oder einen der anderen plötzlich am Ufer auftauchen zu sehen, aber der Kahn bewegte sich so langsam fort, daß er manchmal schon darauf hoffte. Sie könnten sie einholen, ohne zu schnell reiten zu müssen. Falls sie entkommen waren. Falls sie noch am Leben waren.
Der Fluß strömte ohne ein Anzeichen irgendwelchen Lebens dahin und es war außer der Gischt auch kein anderes Schiff zu sehen. Das hieß aber nicht, daß es gar nichts zu sehen und zu bestaunen gab. Am ersten Tag floß der Arinelle zwischen steilen Klippen hindurch, die sich zu beiden Seiten eine halbe Meile weit erstreckten. Diese ganze Strecke entlang waren aus dem Stein Figuren gehauen, hundert Fuß hohe Männer und Frauen mit Kronen, die sie als Könige und Königinnen auswiesen. In dieser königlichen Reihe glichen sich keine zwei Figuren, und eine lange Zeitspanne trennte die ersten von den letzten. Der Wind und der Regen hatten diejenigen am Nordende glattgeschliffen und ihre Züge beinahe beseitigt; weiter nach Süden zu wurden die Gesichter und ihre Einzelheiten immer deutlicher. Der Fluß plätscherte um die Füße der Statuen herum, Füße, die bis auf glatte Stummel abgeschliffen waren, soweit der Fluß sie nicht ganz zerstört hatte. Wie lange stehen sie schon hier? fragte Rand sich. Wie lange braucht der Fluß, um soviel Stein wegzuschleifen? Keiner der Besatzung blickte auch nur von der Arbeit auf, so oft hatten sie die uralten Skulpturen schon gesehen.
Ein andermal, als das östliche Ufer sich wieder zu flachem Grasland gewandelt hatte, gelegentlich von kleinen Hainen unterbrochen, wurde die Sonne von irgend etwas in der Ferne reflektiert. »Was kann das sein?« staunte Rand laut. »Es sieht wie Metall aus.«
Kapitän Domon kam gerade vorbei; er blieb stehen und blinzelte zu dem Gleißen hinüber. »Das sein Metall«, sagte er. Seine Sprache war noch immer radebrechend, aber Rand hatte mittlerweile gelernt, ihn zu verstehen, ohne jedesmal rätseln zu müssen. »Ein Metallturm. Ich haben ihn nahe gesehen und so ich weiß. Flußhändler ihn benutzen als Markierung. Wir sein zehn Tage vor Weißbrücke, wenn so weiterfahren.«
»Ein Turm aus Metall?« sagte Rand, und Mat, der mit übereinandergeschlagenen Beinen an ein Faß gelehnt dasaß, unterbrach sein Grübeln, um zu lauschen.
Der Kapitän nickte. »Ja. Glänzender Stahl, so es sich anfühlen und aussehen, aber kein bißchen Rost daran. Er sein zweihundert Fuß hoch, so dick wie ein Haus und kein Zeichen darauf und keine Öffnung darin zu finden.«
»Ich wette, es liegt ein Schatz darin«, sagte Mat. Er stand auf und starrte hinüber zu dem fernen Turm während die Gischt vom Fluß weitergetragen wurde. »So etwas muß gebaut worden sein, um etwas Wertvolles zu schützen.«
»Vielleicht, Junge«, polterte der Kapitän. »Aber es sein seltsamere Dinge auf der Welt als das. Auf Tremalking, was ist eine Insel der Meerleute, da stecken eine Steinhand fünfzig Fuß hoch aus einem Hügel und halten eine Kristallkugel, groß wie dies Schiff. Da sein Schatz unter diese Hügel, wenn überhaupt irgendwo sein Schatz, aber die Inselleute wollen nicht graben dort, und die Meerleute nichts anderes tun wollen, als mit ihre Schiffe segeln und nach Coramoor suchen, ihrer Auserwählten.«
»Ich würde graben«, sagte Mat. »Wie weit ist es nach diesem... Tremalking?« Eine Baumgruppe schob sich vor den glänzenden Turm, doch er blickte hinüber, als könne er ihn immer noch erkennen.
Kapitän Domon schüttelte den Kopf. »Nein, Junge, Schatz nicht sein so gut wie sehen die Welt. Wenn du finden eine Handvoll Gold oder Juwelen von tote König, gut und schön, aber es sein das Fremde, das du sehen, was dich zu nächstem Horizont hinziehen. In Tanchico — das sein Hafen an Aryth-Meer — Teil von Palast des Panarch war gebaut in Zeitalter von Legenden, man sagt. Da sein eine Wand mit Fries, der zeigt Tiere, die kein lebend Mann je gesehen haben.«
»Jedes Kind kann ein Tier zeichnen, das niemand je gesehen hat«, sagte Rand, und der Kapitän schmunzelte.
»Ja, Junge, das sein so. Aber kann Kind machen die Knochen von diese Tiere? In Tanchico sie haben Knochen und haben befestigt zusammen, so, wie Tier war. Sie stehen in Teil von Panarch-Palast, wo jeder kann hineingehen und ansehen. Die Zerstörung hinterlassen tausend Wunder, und es geben seither halbes Dutzend Weltreiche, manche beinahe so groß wie das von Artur Falkenflügel; jedes hinterlassen Dinge zu sehen und finden. Lichtstäbe und Schneidegewebe und Herzstein. Ein Kristallgitter, das ganze Insel bedecken, und es summen, wenn Mond am Himmel. Ein ausgehöhlter Berg wie Schüssel, und in Mitte ein Silberdorn, hundert Spannen hoch, und jeder, wo kommt näher als eine Meile, sterben muß. Verrostete Ruinen und abgebrochene Stücke und Dinge, gefunden am Meeresgrund, Dinge, auch nicht älteste Bücher wissen, was bedeuten. Ich selbst haben gefunden einiges. Dinge du nie träumen von, an mehr Orten als du kannst sehen in zehnmal Leben. Das sein das Fremde, was dich locken immer weiter.«
»Wir haben in den Sandhügeln nach alten Knochen gegraben«, sagte Rand bedächtig. »Eigenartige Knochen. Da war einmal ein Teil eines Fisches — ich glaube, es war ein Fisch -, so groß wie dieses Schiff. Einige behaupteten, es bringe Unglück, in den Hügeln zu graben.«
Der Kapitän beäugte ihn schelmisch. »Du schon denken an zu Hause, Junge, kaum du aufgebrochen, zu sehen Welt? Die Welt wird einen Haken drücken in deine Mund. Du werden aufbrechen und Sonnenuntergang jagen. Du schon sehen wirst... und wenn du je kommen zurück, dein Dorf werden sein zu klein, um dich zu halten.«
»Nein!« Er fuhr innerlich zusammen. Wie lange hatte er schon nicht mehr an Emondsfeld, an zu Hause gedacht? Und an Tam? Es mußte Tage her sein. Es schien Monate her zu sein. »Ich werde eines Tages nach Hause zurückkehren, wenn ich kann. Dann werde ich Schafe züchten wie... wie mein Vater, und wenn ich niemals mehr weggehe, ist es immer noch zu früh. Stimmt's, Mat? Sobald wir können, kehren wir zurück und vergessen, daß dies alles überhaupt existiert.«
Mit sichtbarer Mühe riß sich Mat von dem Anblick des Landes flußaufwärts los, hinter dem sich der verschwundene Turm verbarg. »Was? Oh! Ja, natürlich.
Wir gehen nach Hause. Klar.« Als er sich abwandte, um wegzugehen, hörte Rand ihn vor sich hin murmeln: »Ich wette, er will nicht, daß irgend jemand anders nach dem Schatz sucht.« Er schien gar nicht zu merken, daß er das laut ausgesprochen hatte.