Die Suche nach dem Auge der Welt
- Автор: Джордан Роберт
- Серия: Das Rad der Zeit #1
- Год: 2004
- Язык: немецкий
- Переводчик: Andreas Decker
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Die Suche nach dem Auge der Welt». Краткое содержание книги:
»Nichts lieber als das«, sagte Perrin.
Egwene blickte ihn durchdringend an. Er hoffte, sie werde nicht damit herausplatzen, daß sie eine Aes Sedai werden wolle. Aber sie sagte nichts, auch wenn sich ihre Mundpartie straffte, und Perrin fuhr fort: »Aber wir haben eben keine Wahl. Trollocs haben uns gejagt, ebenso Blasse und Draghkar. Alle außer den Schattenfreunden. Wir können uns nicht verstecken, und wir können nicht allein dagegen ankämpfen. Also, wer hilft uns dann? Wer sonst wäre stark genug, außer eben den Aes Sedai?«
Elyas schwieg eine Weile und betrachtete die Wölfe -vor allem Scheckie und Brand. Perrin rutschte nervös hin und her und bemühte sich, nicht hinzusehen. Wenn er hinblickte, hatte er das Gefühl, er könne beinahe hören, was sich Elyas und die Wölfe zu sagen hatten. Selbst wenn es nichts mit der Macht zu tun hatte, wollte er nichts davon wissen. Er muß sich da einen verrückten Scherz erlaubt haben. Ich kann nicht mit Wölfen sprechen. Einer der Wölfe, Springer, glaubte er, sah ihn an und schien zu grinsen. Er fragte sich, woher er den richtigen Namen gewußt hatte. »Ihr könntet bei mir bleiben«, sagte Elyas schließlich. »Bei uns.« Egwenes Augenbrauen schossen nach oben, und Perrins Mund klappte auf. »Na ja, wo könntet ihr wohl sicherer sein?« sagte Elyas herausfordernd. »Die Trollocs benützen jede Gelegenheit, einen einzelnen Wolf zu töten, aber sie machen einen meilenweiten Umweg, um ein ganzes Rudel zu meiden. Und ihr braucht euch auch keine Gedanken über die Aes Sedai zu machen. Sie kommen nicht oft in diese Wälder.«
»Ich weiß nicht.« Perrin vermied es, die Wölfe an seiner Seite anzublicken. Die eine war Scheckie, und er konnte ihren Blick auf sich ruhen fühlen. »Es geht nicht nur um die Trollocs.«
Elyas lachte kalt. »Ich habe schon gesehen, wie ein Rudel sogar einen der Augenlosen zerrissen hat. Wir haben das halbe Rudel verloren, aber sie gaben nicht auf, sobald sie seine Witterung hatten. Trollocs, Myrddraal, das ist für die Wölfe alles dasselbe. Du bist es, den sie wirklich wollen, Junge. Sie haben von anderen Männern gehört, die mit den Wölfen sprechen können, aber du bist der erste außer mir, den sie je getroffen haben. Sie werden auch deine Freundin akzeptieren, und hier seid ihr sicherer als in jeder Stadt. In den Städten gibt es Schattenfreunde.«
»Hört mal«, sagte Perrin nachdrücklich. »Ich wünschte, Ihr würdet aufhören, so was zu sagen. Ich kann nicht das tun was Ihr tut, wie Ihr sagt.«
»Wie du willst, Junge. Spiele ruhig den Esel, wenn es dir gefällt. Willst du nicht in Sicherheit sein?«
»Ich betrüge mich doch nicht selbst. Es gibt nichts, womit ich mich selbst betrügen könnte. Alles, was wir wollen... «
»Wir gehen nach Caemlyn«, sagte Egwene mit fester Stimme. »Und dann nach Tar Valon.«
Er schloß den Mund, und dann sah Perrin sie genauso ärgerlich an, wie sie ihn. Er wußte, daß sie seiner Führung folgte, wenn sie wollte, und wenn sie nicht wollte, dann eben nicht, aber sie konnte ihn wenigstens für sich selbst sprechen lassen. »Wie steht's mit dir, Perrin?« sagte er und antwortete dann gleich selbst: »Ich? Na ja, laß mich mal überlegen. Ja. Ich denke, ich werde mitgehen.« Er warf ihr ein Lächeln zu. »Also Egwene, dann sind wir schon zu zweit. Ich schätze, ich werde wohl mit dir zusammenbleiben. Gut, so was auszudiskutieren, bevor man sich entscheidet, nicht wahr?« Sie wurde rot, doch ihr Kinn blieb unverändert vorgestreckt.
Elyas brummte. »Scheckie hat gesagt, daß ihr euch so entscheiden würdet. Sie sagte, das Mädchen sei fest in der Welt der Menschen verankert, während du« — er nickte Perrin zu — »zur Hälfte zwischen den Welten stehst. Unter den gegebenen Umständen denke ich, wir gehen besser mit euch zusammen in den Süden. Sonst verhungert ihr vielleicht noch oder verirrt euch oder... «
Plötzlich stand Brand auf, und Elyas drehte den Kopf, um den großen Wolf anzublicken. Einen Moment später stand auch Scheckie auf. Sie stellte sich dicht neben Elyas, so daß auch sie Brands Blick erwidern konnte. Die Szene erstarrte minutenlang. Dann wirbelte Brand herum und verschwand in der Nacht. Scheckie schüttelte sich und nahm dann ihren Platz wieder ein. Sie ließ sich zu Boden fallen, als sei nichts geschehen.
Elyas sah in Perrins fragende Augen. »Scheckie ist Anführerin dieses Rudels«, erklärte er. »Ein paar von den Männchen könnten sie besiegen, wenn sie sie herausforderten, aber sie ist klüger als alle anderen, und das wissen sie alle. Sie hat mehr als einmal das Rudel gerettet. Aber Brand glaubt, das Rudel verschwende nur seine Zeit mit euch dreien. Alles, woran er denken kann, ist sein Haß auf die Trollocs, und wenn sich schon Trollocs so weit im Süden befinden, dann will er los und sie töten.«
»Wir verstehen das schon«, sagte Egwene, die erleichtert klang. »Wir können wirklich unseren eigenen Weg finden... wenn Ihr uns nur die Richtung zeigt.«
Elyas wehrte mit einer Handbewegung ab. »Ich sagte, daß Scheckie dieses Rudel führt, oder? Am Morgen breche ich mit euch in den Süden auf, und sie gehen mit.« Egwene sah aus, als sei das nicht unbedingt die beste Nachricht, die sie je erhalten hatte.
Perrin hüllte sich in Schweigen. Er konnte fühlen, wie Brand weglief. Und der Rüde mit der Narbe war nicht der einzige; ein Dutzend andere, alles junge Rüden, sprang ihm nach. Er wollte gern glauben, daß er das nur Elyas Überzeugungskraft und seiner eigenen Einbildung verdankte, doch es war umsonst. Bevor die aufbrechenden Wölfe aus seinem Geist verschwanden, fühlte er noch einen Gedanken, von dem er wußte, daß er von Brand stammte, so scharf und klar, als sei es sein eigener. Haß. Haß und den Geschmack von Blut.
24
Flucht auf dem Arinelle
Wasser tropfte in einiger Entfernung, hohles Klatschen, das widerhallte, und auch das Echo hallte wider, und so verlor sich die Quelle des Tropfens in der Ewigkeit. Überall gab es Steinbrücken und Rampen ohne Geländer; alle begannen an breiten Steintürmen mit flachen Spitzen; alle schimmerten glatt und wiesen rote und goldene Streifen auf. Schicht um Schicht erstreckte sich dieses Labyrinth durch die Düsternis nach oben und nach unten, ohne klar sichtbaren Beginn oder Ende. Jede Brücke führte zu einem Turm, jede Rampe zu einem anderen Turm und zu anderen Brücken. In welche Richtung auch immer Rand blickte, so weit seine Augen in der Dämmerung sehen konnten: Es war immer dasselbe, oben genau wie unten. Das Licht war zu schwach, um alles genau zu sehen, und Rand war fast froh über diese Tatsache. Einige der Rampen führten zu Plattformen, die sich genau über denen darunter befinden mußten. Er konnte bei keiner ein Fundament erkennen. Er wehrte sich dagegen, suchte die Freiheit; wußte, daß es eine Illusion war. Alles war nur Illusion.
Er kannte diese Illusion; er war ihr schon zu oft gefolgt, um sie nicht zu kennen. Wie weit er auch ging, hinauf oder hinunter oder in irgendeine Richtung: Es gab immer nur den schimmernden Stein. Stein, und doch durchdrang der faulige Geruch tiefer, frisch aufgeworfener Erde die Luft — die ekelerregend süße Fäulnis eines Grabes, das viel zu früh geöffnet wurde. Er bemühte sich, die Luft anzuhalten, aber der Geruch füllte seine Nase. Er klebte wie Öl an seiner Haut.
Eine kaum sichtbare Bewegung erregte seine Aufmerksamkeit, und er erstarrte dort, wo er sich gerade befand, halb gebückt an das matt glänzende Geländer um eine der Turmspitzen herum gekauert. Es war kein Versteck. Von tausend Standorten aus hätte ihn ein Beobachter sehen können. Schatten erfüllte die Luft, doch tiefere Schatten, in denen er sich hätte verbergen können, gab es nicht. Das Licht entsprang keinen Lampen oder Laternen oder Fackeln; es war einfach da, als sickere es aus der Luft heraus. Stark genug, um in etwa sehen zu können, und stark genug, um gesehen zu werden. Nur die Stille gewährte ein wenig Schutz.