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Die Saga von Garth und Torian

Электронная книга - «Die Saga von Garth und Torian». Краткое содержание книги:

Die Saga von Garth und Torian - Ungeahnte Kräfte wurden frei, als der Magier der Tremonen starb. Torian aus Scrooth, verwantwortlich für den Tod des Zauberers, entgeht mit seinem ehemaligen Gegner Garth dem Inferno – aber nur, um noch gefahrvollere Abenteuer bestehen zu müssen. Denn in der Ruinenstadt Rador wartet die Vergangenheit und ersinnt einen teuflischen Plan...
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»Trotzdem ist es Wahnsinn.«

»Ja«, gab Cathar ruhig zu.

»Was hat es mit dieser Schattenburg auf sich?« fragte Torian leise, als Shyleen nicht weitersprach.

»Die Schattenburg ist die Festung der Schwarzen Magier«, antwortete sie, ohne ihn anzusehen. »Das Zentrum ihrer Macht, wenn du so willst. Und wahrscheinlich der bestgeschützte Ort dieser Welt. Wer sie gegen den Willen ihrer Herrscher erreichen will, muß über die Straße der Ungeheuer.«

»Das klingt… nicht sehr beruhigend«, bemerkte Torian vorsichtig.

Shyleen lachte humorlos. »Das ist es auch nicht. Es ist ein perfektes System von Fallen, eine tödlicher als die andere. Nicht einmal alle Heere Caracons gemeinsam könnten die Schattenburg erstürmen.« Sie schnaubte und deutete auf Cathar. »Dieser Narr da glaubt offenbar, sie mit dreißig Gardisten im Handstreich nehmen zu können.«

»Unsinn«, mischte sich Bard ein, der bislang nur schweigend zugehört hatte. »Es kommt nicht auf die Zahl an. Ob dreißig oder dreihundert machen keinen Unterschied. Cathar kennt die Straße der Ungeheuer, und ihr habt bewiesen, daß ihr der Macht der Schwarzen Magier gewachsen seid. Deshalb ist es wichtig, daß ihr uns begleitet, aus keinem anderen Grund.«

»Wir haben bislang nur Glück gehabt«, wandte Shyleen ein. »Andere an unserer Stelle wären – «

»- längst ein dutzendmal gestorben«, führte Cathar den Satz zu Ende. »Glaubt ihr, es hätte in den letzten tausend Jahren nicht genug Narren gegeben, die unserer Macht zu trotzen versucht hätten? Vielleicht habt ihr wirklich nur Glück gehabt«, fügte er lächelnd hinzu, »aber warum solltet ihr dieses Glück nicht auch weiterhin haben?«

»Das… das ist verrückt«, murmelte Torian. Er sah Cathar an. »Noch vor wenigen Stunden haben wir versucht, einander umzubringen, und jetzt… jetzt willst du, daß wir Seite an Seite zu einem Selbstmordunternehmen aufbrechen, als wäre nichts gewesen. Der Witz ist nicht schlecht. Ich werde ihn mir merken.«

»Ich weiß, daß du mich haßt«, stellte Cathar gelassen fest. »Und wenn es das Tor nicht gäbe, würde ich dir ebenfalls mit dem allergrößten Vergnügen den Hals umdrehen.« Er lächelte kalt. »Natürlich könnt ihr ablehnen, aber ihr verurteilt nicht nur euch selbst, sondern alle Einwohner Armars, vielleicht ganz Caracon zum Tode.«

»Während dir daran gelegen ist, die Menschheit zu retten, wie?« Torian merkte, daß seine Worte längst nicht so sarkastisch klangen, wie er beabsichtigte.

»Nein«, widersprach Cathar ruhig. »Deine sogenannten Menschen interessieren mich nicht. Aber das Tor stellt auch für mich eine Bedrohung dar. Für unseren ganzen Orden. Nur die Schattenburg gewährt uns das ewige Leben. Solange wir keinen Kontakt dorthin haben, altern wir wie jeder normale Sterbliche. Sogar schneller. Du hast die Möglichkeit, uns alle zu töten, aber du solltest dir überlegen, ob der Preis dafür nicht zu hoch ist. Ganz abgesehen davon, daß wir mit großer Wahrscheinlichkeit auch ohne euch die Schattenburg erreichen, selbst wenn es etwas länger dauern sollte. Die meisten meiner Brüder halten sich weit entfernt auf.«

»Glaub ihm kein Wort«, ließ sich Shyleen vernehmen. »Ich bleibe dabei, daß es Wahnsinn ist. Wir haben keine Chance, die Straße der Ungeheuer zu überwinden, nicht einmal wenn uns ein Dutzend Magier begleiten würden. Niemand kann das!«

»Haben wir denn eine andere Wahl?« fragte Torian leise.

»Ja, die haben wir.« Noch bevor Torian richtig begriff, was ihre Worte zu bedeuten hatten, oder bevor er gar einen Versuch machen konnte, sie festzuhalten, sprang sie auf und federte wie eine Raubkatze auf Cathar zu, um ihm die Augen auszukratzen. Sie erreichte ihn nicht einmal. Der Magier hob die Hand, vollführte eine komplizierte Geste und murmelte ein einzelnes, düster klingendes Wort. Einen halben Meter vor ihm prallte Shyleen gegen ein unsichtbares Hindernis, schrie auf und wurde zurückgeschleudert. Regungslos blieb sie vor Cathars Füßen liegen.

»Keine Angst, ihr ist nichts passiert«, versicherte Cathar rasch. »Noch nicht. Aber sie könnte ebensogut tot sein. Betrachte es als eine Warnung.« Er wandte sich an Bard. »Bring sie hinaus und veranlasse, daß sie versorgt wird.«

Ohne Widerspruch stand der Rattengesichtige auf, hob Shyleen hoch und trug sie aus dem Zimmer.

»Ich habe ihn fortgeschickt, um mit dir unter vier Augen reden zu können«, begann der Magier, als sie allein waren. »Garth kann uns nicht hören. Ich weiß, daß du das, was in deiner Schulter sitzt, vor den anderen verbergen willst.«

»Woher… weißt du davon?« fragte Torian verwirrt. Instinktiv hob er die Hand und tastete nach der kaum fühlbaren Ausbeulung unter seinem Wams.

»Das ist unwichtig. Die Brut der Blutspinne wurde vernichtet, aber etwas ist zurückgeblieben. Eine Art…« Er suchte nach Worten und zuckte schließlich eindeutig hilflos die Achseln. »Eine Art Parasit, der sich in deinem Körper eingenistet hat und dich von innen her auffressen wird, wenn man ihn nicht entfernt. Nicht wahr?«

Torian starrte ihn haßerfüllt an. Er hatte versucht, es zu vergessen, mit aller Macht. Irgendwie hatte er sich damit abgefunden, sterben zu müssen, aber er hatte es geschafft, den Gedanken daran aus seinem Bewußtsein zu verdrängen. Er schwieg.

»Nur ein Magier kann dies tun«, fuhr Cathar fort. »Dein Sterben wird sich über Wochen und Monate hinziehen, vielleicht Jahre. Und es wird unvorstellbar qualvoll sein. Du wirst dir tausendmal den Tod wünschen, aber der Parasit wird verhindern, daß du dich selbst umbringst. Und du wirst Dinge tun, die dich entsetzen.«

»Dann entferne ihn«, verlangte Torian ruhig. »Wenn du alles weißt, dann – «

»Ich werde mich hüten, etwas derart Dummes zu tun, bevor wir unser Ziel erreicht haben«, entgegnete Cathar mit einem kalten Lächeln. »Gerade er wird uns helfen, die Straße der Ungeheuer zu überwinden. Garth und Shyleen brauche ich nicht. Ich… nehme sie nur deinetwegen mit, Torian. Vielleicht auch, weil ihr ein gut eingespieltes Team seid. Und die anderen, weil uns auch Gefahren drohen mögen, denen wir mit Magie allein nicht wirkungsvoll begegnen können. Du siehst also, daß ich dich gleich mehrfach in der Hand habe. Aber ich biete dir ein faires Geschäft an. Deine Hilfe gegen dein Leben.« Er machte eine ungeduldige Handbewegung. »Uns bleibt nicht viel Zeit, also entscheide dich. Jetzt und hier.«

Sekundenlang starrte Torian Cathar voller unverhohlenem Haß an. Aber das Lächeln des Magiers erlosch nicht. Er wußte zu genau, daß er gewonnen hatte. Schließlich nickte Torian. »Wann brechen wir auf?«

Cathar lächelte zufrieden. Und allein für dieses Lächeln, dachte Torian entschlossen, würde er ihn töten.

Aber er war sehr sicher, daß Cathar auch dies wußte.

Cathar hatte ihren Aufbruch für den Abend des nächsten Tages festgelegt, aber die Lage in der Stadt zwang sie dazu, die Garnison bereits um die Mittagsstunde zu verlassen – heimlich und durch einen verborgenen Ausgang an der Rückfront des gewaltigen Gebäudekomplexes. Die Verwüstungen, die das Tor anrichtete, wurden immer verheerender, und die Angst der Menschen verwandelte sich in Haß auf ihre Herrscher, wie es oft der Fall war, wenn diese das Versprechen auf Schutz nicht einlösten, mit dem sie sich ihre Macht erkauft hatten. Eine vieltausendköpfige Menge hatte den Palast des Statthalters gestürmt und ihn aus dem Fenster gestürzt – freilich dem höchsten, das sie finden konnten. Anschließend waren sie weiter zur Garnison der Garde gezogen, diesmal allerdings nur, um sich an ihren Toren vorerst die Köpfe blutig zu rennen. Aber es konnte nur noch eine Frage von Stunden sein, bis auch diese fallen würde. Ihr Abmarsch aus Armar war mehr als alles andere eine Flucht.

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