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Die Saga von Garth und Torian

Электронная книга - «Die Saga von Garth und Torian». Краткое содержание книги:

Die Saga von Garth und Torian - Ungeahnte Kräfte wurden frei, als der Magier der Tremonen starb. Torian aus Scrooth, verwantwortlich für den Tod des Zauberers, entgeht mit seinem ehemaligen Gegner Garth dem Inferno – aber nur, um noch gefahrvollere Abenteuer bestehen zu müssen. Denn in der Ruinenstadt Rador wartet die Vergangenheit und ersinnt einen teuflischen Plan...
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Torian schwieg, obwohl er gerade zu letzterem eine etwas andere Meinung vertrat.

»Wie kommt Ihr darauf, daß ich Euch mehr verraten würde?« fragte er nach einer Weile, in der sie sich nur stumm gegenseitig gemustert hatten. Das Rattengesicht wurde ihm von Minute zu Minute unsympathischer. »Und warum fragt Ihr überhaupt, wenn Ihr doch anscheinend schon alles wißt?« Es gelang ihm nicht, seiner Stimme den beabsichtigten Sarkasmus zu verleihen.

»Ich weiß vieles, aber eben leider nicht alles«, erwiderte Bard. »Zum Beispiel habe ich wirklich keine Ahnung, wo sich Garth zur Zeit befindet. Aber ich werde es notfalls auch ohne deine Hilfe herausfinden; anders ging es höchstens etwas schneller. Also?«

Torian schüttelte den Kopf.

»Ihr werdet Euch wohl auf den Notfall einrichten müssen. Selbst wenn ich wüßte, wo sich Garth aufhält, würde ich es Euch sicherlich nicht sagen. Aber ich weiß es nicht. Wir haben uns getrennt.«

Der Kommandant starrte ihn mit seinen dunklen Augen einige Sekunden lang durchdringend an.

»Vielleicht ist es ein Fehler, aber ich glaube dir.« Er trommelte mit den Fingern auf die Platte des Schreibtisches. »Im übrigen liegt es mir fern, einen von euch hinzurichten. Im Gegenteil, ich fürchte, daß ich eure Hilfe brauche, um das auszubügeln, was ihr ungewollt angerichtet habt. Diese seltsamen Zerstörungen wurden ausgelöst durch den Untergang der Katakomben.«

»Was… was hat es damit auf sich?« fragte Torian. Seine Verwirrung stieg mit jeder Sekunde. »Was bedeutet das Verschwinden der Häuser?«

»Den Weltuntergang«, antwortete eine Gestalt hinter ihm, die unbemerkt die Tür geöffnet hatte und ins Zimmer getreten war. Torian fuhr herum und sank mit einem ächzenden Keuchen auf den Stuhl zurück.

Die Gestalt hinter ihm war ein Mann in einer dunklen Kutte, dessen Gesicht weitgehend im Schatten einer tief in die Stirn gezogenen Kapuze lag. Das Alter hatte tiefe Furchen in seine Haut gegraben, und sie wies einen bläßlichen, ungesunden Farbton auf, so daß sie an vergilbtes, brüchig gewordenes Pergament erinnerte. Sein Mund war nicht mehr als ein schmaler, blutleerer Strich, und die Augen schienen von einem düsteren Feuer erfüllt zu sein. Doch ihnen schenkte Torian nur flüchtige Aufmerksamkeit. Sein Blick hing wie gebannt an den Kleidern des Mannes, der so jäh hinter ihm aufgetaucht war; ganz genau gesagt, an seinem Mantel.

Der Unbekannte trug die Kutte eines Schwarzen Magiers.

Irgendwann gab es Garth auf, den Rattengesichtigen abschütteln zu wollen. Bard klebte an ihm wie ein Blutegel. Die einzige Möglichkeit, ihn loszuwerden, wäre Gewalt gewesen – ein Unterfangen mit sehr Ungewissem Ausgang, zumal Bard immer noch seine Schwerter besaß, während Garth unbewaffnet war. Außerdem war er ihm trotz allem zum Dank verpflichtet, denn letztlich hatte er ihm geholfen. Also beschloß er, das Rattenmaul schlichtweg zu ignorieren, was ihm um so leichter fiel, da Bard entgegen seiner Ankündigung keinen weiteren Versuch mehr unternahm, ihn von seinem Vorhaben abzubringen. Er war einfach da, schweigend, ein schwarzer Schatten, der zwei Schritte hinter ihm ging und sich die größte Mühe gab, unbefangen zu wirken, und grinste, wenn Garth ihm von Zeit zu Zeit einen finsteren Blick über die Schulter zuwarf.

»Die Stadtgarde wird inzwischen das ganze Hafengebiet abgesperrt haben«, bemerkte er nach einer Weile, nicht besonders laut und ohne sonderliche Betonung, fast wie nebenbei.

»Kümmere dich um deinen eigenen Kram«, schnauzte Garth ihn grob an. »Du mußt mich nicht begleiten, weißt du?«

»Die Soldaten werden jedes Schiff durchsuchen, das heute nacht ausläuft«, fuhr der Rattengesichtige unbeirrt fort. »Und kein Kapitän wird es zu verschweigen wagen, daß ein Fremder ohne Papiere eine Passage bei ihm gebucht hat.«

»Dieser schon.« Garth grinste. »Laß das nur meine Sorge sein. Wenn du unbedingt die Amme spielen willst, dann kümmere dich lieber um Torian. Armar ist ein heißes Pflaster, und er kennt sich hier nicht aus. Er kann Schutz dringender brauchen – auch wenn er neuerdings nicht mehr sehr wählerisch in der Auswahl seiner Freunde zu sein scheint.«

»Aber, aber, keine Beleidigungen«, erwiderte Bard mit gespieltem Tadel in der Stimme. »Im übrigen ist Torian schon längst nicht mehr in der Stadt. Er wartet an einem sicheren Ort außerhalb auf dich.«

»Dann mach ihm klar, daß es keinen Sinn hat, seine Zeit noch länger damit zu vergeuden. Mach, was du willst, aber geh mir endlich aus den Augen, Rattenvisage.«

»Du bist nicht sehr nett zu mir, weißt du das?« hielt ihm Bard entgegen. Es klang eindeutig amüsiert.

Garth erwiderte nichts mehr, und schweigend gingen sie weiter. Garth war in Wahrheit nicht halb so selbstsicher, wie er sich gab. Es gehörte nicht viel Kombinationsgabe dazu, zu erraten, was er vorhatte. Wahrscheinlich wimmelte der Hafen bereits von Soldaten. Kapitän Harlon war zwar vollkommen verrückt, aber auch der berüchtigtste Pirat der Umgebung. Er würde sich von der Stadtgarde nicht einschüchtern lassen, und im Falle einer Auseinandersetzung war ihm zuzutrauen, daß er die Architektur des Hafens mit den Katapulten seiner NOVATAN ein wenig veränderte. Mit Gewalt oder Drohungen würde niemand Harlon ein Wort entlocken können. Andererseits wäre der Freibeuter aber für eine Handvoll Münzen auch bereit, seine eigene Mutter zu verkaufen.

Dennoch war es nicht einmal dieses Wissen, das Garth Sorge bereitete. Er fragte sich, was Bard wirklich wollte. Er wußte vieles, was eigentlich nur Torian und Shyleen wissen konnten, aber für Garth war es trotzdem nicht vorstellbar, daß sich die beiden mit dem Rattengesicht angefreundet hatten. Außerdem – es mußte ihm einfach klarsein, daß Garth dem Rattenmaul eher die Tracht Prügel seines Lebens verpassen würde, ehe er seinetwegen seine Pläne änderte. Nein – irgend etwas stimmte hier nicht. Garth wußte nur noch nicht genau, was. Außerdem fiel ihm das Denken ungewohnt schwer. Vielleicht hatte er doch mehr Alkohol und Schlafkraut in sich hineingeschüttet, als gut gewesen wäre.

Mißmutig stapfte er weiter. Die Straße war menschenleer. Dennoch fühlte er sich beobachtet. In Armar hatten selbst die Wände Augen und Ohren, aber von Soldaten war nichts zu sehen. Nur einmal entdeckte er eine Patrouille, die jedoch mehr als hundert Schritte entfernt die Straße überquerte, so daß er sich rechtzeitig in einen Hauseingang ducken konnte.

Die scheinbare Ruhe gefiel ihm nicht. Es war fast zu ruhig, für seinen Geschmack. Armar machte den Eindruck einer ausgestorbenen Geisterstadt. Angst hing fast greifbar in der Luft.

Und noch etwas fiel Garth auf. Der Statthalter schien beschlossen zu haben, den größten Teil der Stadt einzureißen. Viele der Häuser, die ihren Weg säumten, waren in sich zusammengestürzt, und selbst die Trümmer waren zum größten Teil bereits weggeschafft worden. Einen Moment überlegte der Dieb, ob es eine Folge des unterirdischen Bebens sein könnte, aber er verwarf den Gedanken gleich darauf wieder. Eine Felsdecke von fast einer Meile Stärke lag zwischen den Katakomben und der Stadt. Sie hatte alle Erschütterungen abgefangen. Die Verwüstungen, die ein Erdbeben anrichtete, waren anderer Natur als die, welche er hier sah.

Außerdem – er hatte andere Sorgen, als sich Gedanken über eingerissene Häuser in einer Stadt zu machen, die er in längstens einer Stunde für immer verlassen würde.

Sie waren dem Hafen inzwischen ziemlich nahe gekommen, und er konnte bereits den salzigen Geruch des Meeres wahrnehmen, ohne daß er auch nur einmal den Umhang eines Soldaten zu Gesicht bekommen hatte. Das Gefühl, geradewegs in eine Falle zu laufen, verdichtete sich immer mehr. Auch Bard wirkte nervös. Er schaute sich ein paarmal zu oft um, und er hielt die eine Hand ein wenig zu nahe in der Nähe des Schwertgriffes, als daß es Zufall sein konnte.

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