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Die Saga von Garth und Torian

Электронная книга - «Die Saga von Garth und Torian». Краткое содержание книги:

Die Saga von Garth und Torian - Ungeahnte Kräfte wurden frei, als der Magier der Tremonen starb. Torian aus Scrooth, verwantwortlich für den Tod des Zauberers, entgeht mit seinem ehemaligen Gegner Garth dem Inferno – aber nur, um noch gefahrvollere Abenteuer bestehen zu müssen. Denn in der Ruinenstadt Rador wartet die Vergangenheit und ersinnt einen teuflischen Plan...
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Schreckensstarr blickte Garth auf den Ort des Grauens. Eine riesige Flutwelle raste heran, doch noch bevor sie das schwer havarierte Schiff erreichte, fuhr der Kommandant der Stadtgarde herum, Verrian. setzte Garth einen Stoß und sprang selbst mit einem gewaltigen Satz an Land zurück. Garth schrie auf, krachte schwer auf das von Gischt überspülte Deck des Schiffes und rappelte sich mühsam wieder auf.

Und im gleichen Moment veränderte sich Bard.

Die rattenartigen Züge seines Gesichtes verschwanden. Er alterte in Bruchteilen von Sekunden um die gleiche Anzahl von Jahrzehnten. In seinen Augen glomm ein düsteres Feuer, während er die Faust wie einen Speer in Richtung der NOVATAN stieß.

Und um Garth herum erlosch die Welt…

Stunden vergingen, bis man Torian wieder aus seiner Zelle holte und erneut ins Zimmer des Kommandanten führte. Bard und Cathar erwarteten ihn bereits, ebenso wie Shyleen und –

»Garth!« rief Torian, schüttelte seine Bewacher mit einem Ruck ab und umarmte den Freund stürmisch. Garth ließ die Begrüßung reglos über sich ergehen. Nur in seinen Augen glomm ein seltsamer Ausdruck auf. Ein klein wenig Freude schwang darin mit – der Rest war eine Mischung aus Ärger und Verlegenheit und etwas anderem, das Torian nicht zu deuten vermochte.

»Dein Freund ist noch nicht ganz wiederhergestellt«, bekundete Cathar ohne jedes Gefühl in der Stimme. Mit einer Handbewegung scheuchte er Torians Bewacher hinaus, bevor er weitersprach: »Garth hat einen Schock erlitten, aber ich bin sicher, daß er schnell darüber hinwegkommen wird.«

»Was habt ihr mit ihm gemacht?« fragte Torian. Er trat einen Schritt auf den Magier zu, blieb dann aber stehen und ballte in mühsam unterdrückter Wut die Fäuste.

»Nichts«, erwiderte Cathar ruhig. »Außer ihm das Leben zu retten. Dein Freund wollte die Stadt unbedingt verlassen. Ich hätte ihn höchstens mit Gewalt zurückhalten können, und das hätte nichts genutzt. Aber mir kam der Zufall zu Hilfe. Sein Schiff wurde ebenso von dem Tor verschlungen, wie zuvor schon die Häuser. Ich konnte ihn gerade noch retten.«

»Und bei dieser Gelegenheit hast du ihn gleich noch in eine willenlose Puppe verwandelt«, fauchte To

»Nein, das hat er nicht«, mischte sich Shyleen ein. »Es handelt sich wirklich nur um einen Schock. In ein paar Stunden wird er wieder wie vorher sein, keine Sorge.« Sie deutete auf Cathar. »Hören wir uns einfach an, was er will.«

Torian sah sich um. Diesmal hielten sich keine Soldaten mehr in dem Zimmer auf, aber durch Cathars Anwesenheit wurden sie auch überflüssig. Unbewaffnet einen Magier anzugreifen, mochte vielleicht nicht die angenehmste, dafür aber die mit Abstand sicherste Methode sein, Selbstmord zu begehen. So warf er Garth noch einen zweifelnden Blick zu, schluckte seinen Ärger hinunter und nickte widerwillig.

»Also gut«, sagte er. »Was hat das alles zu bedeuten?«

»Ich brauche eure Hilfe«, begann Cathar.

»Hilfe?« Torian lachte böse. »Wieso sollten ausgerechnet wir dir helfen?«

»Weil das alles hier ohne euch nicht geschehen wäre«, erklärte Cathar ärgerlich. Er machte eine weit ausholende Handbewegung, welche die ganze Stadt einschließen sollte. »Ihr habt mit eurer Zerstörung der Katakomben der Letzten Nacht weit mehr angerichtet, als ihr ahnt. Es gibt viele Relikte wie die Katakomben aus der alten Zeit. Sie alle werden von unseren Brüdern überwacht, denn ihr wißt, daß wir diese Zeit wiederauferstehen lassen wollen. Aber es geht nicht nur darum.«

»So?« bemerkte Torian höhnisch.

Cathar ignorierte seinen Einwurf. »Zugleich«, fuhr er fort, »müssen wir verhindern, daß die alte Macht in falsche Hände gerät. Bevor das geschieht, vernichten wir den jeweiligen Stützpunkt lieber. Der Untergang der Katakomben war nicht allein euer Werk. Kein Mensch allein wäre dazu in der Lage. Die Entscheidung trafen die Obersten Magier unseres Ordens.«

»Du lügst«, unterbrach Torian. »Alle Magier, die sich in den Katakomben aufhielten, sind tot. Das Höhlenlabyrinth brach zusammen, als ich das Herz des alten Armars zerstörte.«

»Wie du siehst, sind wir nicht alle tot«, erwiderte Cathar gelassen. »Im Gegensatz zu meinen Brüdern konnte ich mich retten – und andere.« Er machte eine wegwerfende Handbewegung, als Torian widersprechen wollte. »Es ist nicht nötig, daß jemand von uns anwesend ist, um einen Stützpunkt zu vernichten. Der Befehl wurde in der Schattenburg erteilt. Die Oberen schufen ein Tor – einen Durchgang zu einer anderen Welt, das alles verschluckt und dabei vernichtet, das in seine Nähe gerät.«

»Und das offenbar sehr gründlich«, ergänzte Torian. »Ich wußte noch nicht, daß die Altstadt Armars ebenfalls zu eurem Stützpunkt gehörte.«

»Sogar zu gründlich«, seufzte Cathar. »Das eben ist das Problem. Jemand… hat einen Fehler begangen. Einen Fehler, der vielen meiner Brüder das Leben kostete. Sie verloren die Kontrolle über das Tor.«

»Das heißt«, murmelte Shyleen, »das, was in Armar geschah – «

»Geschieht«, unterbrach sie Cathar. »Es geschieht noch, Shyleen. Das Tor existiert weiter. Es… es zieht weiter planlos umher und zerstört dabei alles, was ihm im Weg steht. Und es wächst mit jeder Sekunde. Es wird ganz Armar verschlingen und sich dann weiter ausbreiten.«

»Und dann?« fragte Shyleen. Ihre Stimme war kaum noch zu verstehen. Sie war sehr blaß.

Cathar wich ihrem Blick aus. »Bis an die Grenzen Caracons«, antwortete er leise. »Und darüber hinaus, wenn niemand es aufhält.« Cathar schwieg, und auch Torian schluckte die spöttische Bemerkung hinunter, die ihm auf der Zunge lag. Er spürte instinktiv, daß der Magier die Wahrheit sprach, auch wenn noch viele Fragen offen waren und er längst nicht alles verstanden hatte.

Verwirrt sah er sich um. Bard saß mit ernstem Gesicht hinter seinem Schreibtisch, und auch wenn er die Füße in scheinbarer Lässigkeit auf die Tischplatte gelegt hatte, konnte das nicht darüber hinwegtäuschen, daß seine Nerven zum Zerreißen angespannt waren. Shyleen war blaß geworden. Ihr Blick flackerte. Nur Garth starrte weiterhin mit ausdruckslosem Gesicht vor sich hin und schien überhaupt nicht zu begreifen, was um ihn herum geschah. Torian beneidete ihn fast.

»Ich nehme an, du willst, daß wir dieses Tor schließen«, murmelte Shyleen schließlich.

»Nicht ihr«, korrigierte Cathar. »Wir. Meine Macht allein reicht dazu nicht aus. Gemeinsam mit Bard und dreißig ausgewählten Soldaten der Garde aber können wir es schaffen.«

»Was, bei Ch’tuon?« fragte Torian. »Was sollen wir tun, Cathar? Garth und ich sind keine Zauberer. Ich… ich habe weder eine Ahnung, was dieses Tor sein soll noch wie man es schließen kann.«

»Laß dir die Einzelheiten von Shyleen erklären«, antwortete Cathar. Plötzlich wirkte er sehr ungeduldig. »Einzelheiten sind jetzt bedeutungslos. Ich brauche eure Hilfe nur, um den einzigen Ort zu erreichen, von dem aus man das Tor schließen kann.«

»Und wo ist das?« fragte Torian.

»Dort, wo es auch geöffnet wurde. In der Schattenburg.«

Shyleen keuchte. Ihre Augen wurden dunkel vor Schrecken. »Du bist verrückt. Niemand kann die Schattenburg erreichen. Du weißt genau, daß der einzige Weg dorthin über die Straße der Ungeheuer führt. Man weiß nicht einmal, wo sie beginnt.«

»Man vielleicht nicht. Ich weiß es«, widersprach Cathar. »Schließlich bin ich selbst ein Magier. Die Straße beginnt nicht einmal sehr weit von hier, an der Grenze zu Lacom. Aber du hast recht – unter normalen Umständen wäre es unmöglich, sie zu erreichen. Aber die Umstände sind nicht normal. Und wir haben gar keine andere Wahl, als es wenigstens zu versuchen.« Er hob die Stimme ein wenig. Gleichzeitig wurden seine Worte fast beschwörend. »Ihr begreift immer noch nicht, scheint mir. Ihr könnt nicht einfach weglaufen und euch irgendwo verstecken. Es… es wird bald nichts mehr geben, wohin ihr laufen könntet, Shyleen.«

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