Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Другие приключения » Die geliehene Zeit: Roman (German Edition)
Die geliehene Zeit: Roman (German Edition) - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Die geliehene Zeit: Roman (German Edition)

Электронная книга - «Die geliehene Zeit: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:

Die geliehene Zeit: Roman (German Edition)
1 ... 102 103 104 105 106 107 108 109 110 ... 278
Перейти на страницу:

»Ja, das tut es«, sagte ich sanft. »Ich habe dir Kräuter mitgebracht. Du musst sie in heißem Wasser ziehen lassen, und wenn der Aufguss abkühlt, kannst du ihn mit einem Tuch auftragen oder ein Sitzbad darin nehmen, wenn ihr eine Wanne habt. Das wird helfen.« Ich holte die Kräuterpäckchen aus meiner Handtasche und legte sie auf ihren Nachttisch.

Sie nickte und biss sich auf die Unterlippe. Offensichtlich wollte sie noch etwas sagen, und ihre angeborene Schüchternheit kämpfte mit dem Wunsch nach Gewissheit.

»Was ist denn?«, fragte ich, so gelassen ich konnte.

»Bekomme ich jetzt ein Kind?«, entfuhr es ihr, und sie sah mich angstvoll an. »Du hast doch gesagt …«

»Nein«, sagte ich, so entschlossen ich konnte. »Nein. Er ist ja nicht … zum Ende gekommen.« Ich kreuzte die Finger beider Hände in meinen Rockfalten und hoffte inbrünstig, dass ich recht hatte. Die Wahrscheinlichkeit war zwar gering, aber es wäre ja nicht der erste derartige Zufall gewesen. Doch es hatte wenig Sinn, sie mit dieser entfernten Möglichkeit weiter zu alarmieren. Dennoch wurde mir ein wenig übel bei dem Gedanken. War es möglich, dass ein solcher Zufall die Antwort auf das Rätsel von Franks Existenz war? Ich schob die Idee von mir; wir brauchten nur einen Monat zu warten, dann würde sie sich bewahrheiten oder in Luft auflösen.

»Es ist hier ja so heiß wie in einem Backofen«, sagte ich und löste die Schleife an meinem Hals, um atmen zu können. »Und verqualmt wie im Vorzimmer der Hölle, wie es mein alter Onkel ausgedrückt hätte.« Da ich keine Ahnung hatte, was in aller Welt ich als Nächstes zu ihr sagen sollte, erhob ich mich und ging durch das Zimmer, um die Vorhänge beiseitezuziehen und die Fenster zu öffnen.

»Tante Helen meinte, es darf mich niemand sehen«, sagte Mary und kniete sich im Bett hin, während sie mir zusah. »S-Sie sagt, ich bin entehrt, und die Leute werden auf der Straße mit dem Finger auf mich zeigen, wenn ich ausgehe.«

»Das ist gut möglich.« Ich beendete meinen Rundgang und kehrte zu ihr zurück. »Das heißt aber nicht, dass du dich lebendig begraben und dabei ersticken musst.« Ich setzte mich zu ihr und lehnte mich auf meinem Stuhl zurück, während mir die frische Luft durch das Haar wehte und den Qualm aus dem Zimmer vertrieb.

Sie schwieg lange und spielte mit den verpackten Kräutern. Schließlich blickte sie zu mir auf und lächelte tapfer, obwohl ihre Unterlippe leise zitterte.

»Zumindest brauche ich jetzt den V-Vicomte nicht zu heiraten. Mein Onkel sagt, jetzt nimmt er mich im Leben nicht mehr.«

»Nein, vermutlich nicht.«

Sie nickte und senkte den Blick wieder auf das Gazepäckchen auf ihrem Knie. Ihre Finger spielten nervös mit der Schnur, so dass sich ein Ende löste und etwas Goldrute auf die Bettdecke fiel.

»Ich … habe mir das vorgestellt; was du mir erzählt hast, wie ein M-Mann …« Sie hielt inne und schluckte, und ich sah eine Träne auf die Gaze fallen. »Ich habe nicht geglaubt, dass ich es ertragen könnte, ihn das mit mir tun zu lassen. N-Nun ist es geschehen … und n-niemand kann es ungeschehen machen, und ich muss es nie wieder t-tun … und … und … oh, Claire, Alex wird nie wieder mit mir sprechen! Ich werde ihn nie, nie wiedersehen!«

Sie ließ sich hysterisch weinend in meine Arme sinken und verstreute die Kräuter. Ich drückte sie an meine Schulter und tätschelte sie mit leisen, beruhigenden Lauten, obwohl auch ich ein paar Tränen vergoss, die unbemerkt in ihrem dunkel glänzenden Haar verschwanden.

»Du wirst ihn wiedersehen«, flüsterte ich. »Natürlich siehst du ihn wieder. Ihn wird es nicht kümmern. Er ist ein guter Mensch.«

Doch ich wusste, dass das nicht stimmte. Ich hatte gestern Abend die Not in Alex Randalls Gesicht gesehen und sie zunächst nur für das Mitleid gehalten, das ich auch bei Jamie und Murtagh sah. Aber seit er mir seine Liebe zu Mary gestanden hatte, war mir klar, wie viel tiefer sein Schmerz reichen musste – und seine Angst.

Er schien ein guter Mensch zu sein. Doch er war auch ein armer, jüngerer Sohn, um dessen Gesundheit es nicht gut stand und der kaum Chancen hatte, im Leben weiterzukommen; schon jetzt war er ja vollständig auf das Wohlwollen des Herzogs von Sandringham angewiesen. Und ich hegte kaum Hoffnungen, dass es dem Herzog gefallen würde, wenn sein Sekretär eine Verbindung mit einer entehrten jungen Frau einging, die jetzt weder über gesellschaftliche Verbindungen noch über eine Mitgift verfügte.

Und wenn Alex irgendwie den Mut aufbrachte, sie trotz allem zu heiraten – was für eine Chance würden sie haben, mittellos, von der feinen Gesellschaft verstoßen, überschattet von dem furchtbaren Wissen um die Vergewaltigung.

Es gab nichts, was ich tun konnte, außer sie zu halten und mit ihr um das zu weinen, was verloren war.

Es dämmerte schon, als ich aufbrach, und die ersten Sterne erschienen als schwache Flecken über den Schornsteinen. In meiner Tasche befand sich ein Brief, den Mary unter Zeugen verfasst hatte und der ihre Aussage bezüglich der Ereignisse des gestrigen Abends enthielt. Sobald dieser an die zuständigen Behörden überbracht war, sollte uns zumindest das Gesetz keine weiteren Schwierigkeiten bereiten. Und das war gut so, es braute sich ja genug anderes zusammen.

Da ich die Gefahr diesmal ernst nahm, hatte ich keine Einwände gegen Mrs. Hawkins’ widerwilliges Angebot, mich und Fergus mit der Kutsche der Familie heimbringen zu lassen.

Als ich meinen Hut auf den Kartentisch im Vestibül warf, bemerkte ich die vielen Briefe und Blumensträußchen, die das Tablett zum Überquellen brachten. Anscheinend waren wir also nach wie vor keine Pariahs, auch wenn sich der Skandal längst in den gesellschaftlichen Sphären von Paris herumgesprochen haben musste.

Ich winkte die nervösen Fragen der Dienstboten beiseite und driftete nach oben auf das Schlafzimmer zu. Unterwegs befreite ich mich achtlos von meinen Übergewändern. Ich fühlte mich viel zu ausgelaugt, um mich noch um irgendetwas zu kümmern.

Doch als ich die Schlafzimmertür aufschob und Jamie sah, der am Feuer in einem Sessel lag, wich meine Apathie sogleich einem Ansturm von Zärtlichkeit. Seine Augen waren geschlossen, und sein Haar stand in alle Himmelsrichtungen ab, ein sicheres Zeichen dafür, dass sich seine Gedanken irgendwann in Aufruhr befunden hatten. Doch beim leisen Geräusch meines Eintretens öffnete er die Augen und lächelte mich an, und seine Augen waren klar und blau im warmen Licht des Kandelabers.

»Es ist alles gut«, war alles, was er mir zuflüsterte, als er mich in seine Arme nahm. »Du bist zu Hause.« Dann schwiegen wir und entkleideten uns und gingen zu Boden, und wortlos fand ein jeder endlich Zuflucht in der Umarmung des anderen.

Kapitel 21

Auferstehung zur Unzeit

In Gedanken war ich noch mit Bankiers beschäftigt, als unsere Kutsche vor der angemieten Residenz des Herzogs an der Rue Ste. Anne vorfuhr. Es war ein großes, schönes Haus mit einer langen, geschwungenen, von Pappeln gesäumten Auffahrt und einem großen Park. Ein reicher Mann, der Herzog.

»Meinst du, es ist Manzettis Kredit, den Charles bei St. Germain investiert?«, fragte ich.

»Es muss so sein«, erwiderte Jamie. Er streifte die Lederhandschuhe über, die sich für einen offiziellen Besuch geziemten, und schnitt eine kleine Grimasse, als er das eng sitzende Leder über den steifen Ringfinger seiner rechten Hand zog. »Das Geld, von dem sein Vater glaubt, dass er es benutzt, um in Paris Hof zu halten.«

»Also versucht Charles tatsächlich, Geld für eine Armee aufzutreiben«, sagte ich und konnte mich einer gewissen Bewunderung für Charles Stuart nicht erwehren. Die Kutsche kam zum Halten, und unser Bediensteter sprang zu Boden, um die Tür zu öffnen.

»Nun, auf jeden Fall versucht er, Geld aufzutreiben«, korrigierte Jamie und half mir aus der Kutsche. »Es könnte genauso gut sein, dass er es benutzen will, um mit Louise de La Tour und seinem Bastard durchzubrennen.«

Ich schüttelte den Kopf. »Das glaube ich nicht. Nicht nach dem, was mir Meister Raymond gestern erzählt hat. Außerdem sagt Louise, sie hat ihn nicht mehr gesehen, seit sie und Jules … nun ja …«

1 ... 102 103 104 105 106 107 108 109 110 ... 278
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)