Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Фэнтези » Nijura - das Erbe der Elfenkrone
Nijura - das Erbe der Elfenkrone - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Nijura - das Erbe der Elfenkrone

Электронная книга - «Nijura - das Erbe der Elfenkrone». Краткое содержание книги:

Als die junge Halbelfe Nill im Wald ein rätselhaftes Messer findet, ahnt sie nicht, dass sie damit zur Schlüsselfigur in einem alles bedrohenden Konflikt geworden ist. Ein unglaubliches Verbrechen hat den Frieden der Welt erschüttert: Elrysjar, die magische Halbkrone der Moorelfen, wurde von einem Menschen gestohlen! Als ihr Träger ist er unverwundbar und erlangt die blinde Ergebenheit aller Moorelfen. Verführt von seiner neuen Macht, hat der geheimnisvolle Menschenkönig bereits eine Armee Grauer Krieger um sich geschart, um die Welt mit seiner Schreckensherrschaft zu überziehen. Nur eine Waffe kann ihm Einhalt gebieten – geschmiedet aus der zauberkräftigen Halbkrone der Freien Elfen, die dem neuen König noch nicht Untertan sind.
Das Messer braucht eine Trägerin – und es hat sich dafür Nill erwählt. Schnell wird Nill zum Spielball aller Mächte und Interessen. Gejagt von den Grauen Kriegern und unterstützt nur von einigen wenigen mutigen Gefährten, macht sich Nill auf die gefährliche Reise zum Turm des Königs.
Mit atemberaubender Spannung verstrickt Jenny-Mai Nuyen ihre Leser in eine Fantasy-Welt voller überraschender Wendungen – und in eine bewegende Geschichte über Liebe, Loyalität und Verrat.
1 ... 101 102 103 104 105 106 107 108 109 ... 115
Перейти на страницу:

Abschied und Aufbruch

Wie benommen lief Nill durch den Wald. Mit jedem Herzschlag schien die Dunkelheit rings um sie tiefer zu werden. Der Wind heulte in den Baumkronen und warf Nill kleine Zweige und welkes Laub entgegen.

Es begann heftiger zu schneien. Die Flocken rieselten aus dem matten Schwarz, das den Himmel überzogen hatte, und tanzten durch die Wälder. Allmählich bildeten sich hier und da zarte weiße Überzüge auf Wurzeln und Moos.

»Nijura!«, hallte es durch den Wald.

Nill drehte sich um. Nichts. Nur schummriges Dämmerlicht und wogender Schnee. Als sie sich wieder umdrehte, stand kaum ein paar Meter entfernt Celdwyn vor ihr.

Nill legte beide Hände um den Schwertgriff. »Was willst du von mir?«, rief sie.

Die Seherin lächelte. »Du bist aufgeblüht wie ein unscheinbares kleines Kraut, das plötzlich eine Blume hervorbringt.«

Nill starrte die krumme Gestalt an. Dachte die Alte allen Ernstes, das sei ein Kompliment?

»Du bist verrückt!«, fauchte Nill. »Lass mich endlich in Ruhe!« Als sie weiterstapfen wollte, bewegte sich der graue Schemen flink mit ihr.

»Oh, ich werde doch nicht die hübsche Pflanze in Ruhe lassen, die ich so lange hegte und pflegte.«

Nill spürte, wie ihr kalte Schauder über den Rücken liefen. Celdwyn bewegte sich, aber Nill erkannte nicht genau, was sie tat. Wie es aussah, fingerte sie irgendwo in ihren Kleidertaschen herum. Es gab ein Zischen und plötzlich glomm eine runde Laternenkugel auf. Verwundert starrte Nill auf das gelbe Licht. Wo hatte Celdwyn plötzlich das Feuer her?

War in der Laterne überhaupt Feuer? Nill riss ihren Blick von der leuchtenden Kugel los und sah in das runzlige Gesicht der Seherin.

»Sei mir nicht böse, Nijura, bitte«, sagte sie in einem wesentlich vernünftigeren Ton. »Aber verstehe – es musste so sein.«

»Was musste so sein? Was weißt du eigentlich? Wer bist du?«

»Ich bin eine Vertraute von König Lorgios.«

Größer hätten Nills Augen nicht werden können.

Von ihm wusste die Seherin also alles – Nills neuen Namen, zum Beispiel.

»Dann ... stehst du auf der Seite der Elfen?«

Celdwyn schlug die Augen nieder und machte eine Geste, halb Kopfnicken, halb Schulterzucken, was entweder »Ja« heißen mochte oder »egal«.

»Wieso«, fragte Nill, die von der ersten Möglichkeit ausging, »hast du mir dann nicht im Hykadendorf vorhin geholfen? Du hättest die Menschen überzeugen können!« Wieder stieg Zorn in ihr auf.

»Es ist nicht das Schicksal der Menschen, in diesem Krieg mitzuwirken«, sagte Celdwyn schlicht.

Nill atmete schwer. »Das Weiße Kind ist ein Mensch!«

Celdwyn verzog das Gesicht wieder zu jenem versonnenen Lächeln, bei dem Nill nie wusste, was es wirklich zu bedeuten hatte. »Ja, da hast du Recht. Die Königin ist ein Mädchen menschlichen Geblüts. Aber obwohl sie diesen Krieg beginnen wird, ist es trotz allem ein Krieg der Elfen. Es ist ihr Krieg um das Fortbestehen ihres Volkes. Ganz egal, wer mitkämpft. Verstehst du das?«

Nill nickte knapp.

»Tut mir Leid, Nijura«, murmelte Celdwyn und es klang aufrichtig. »Mehr kann ich dir auch nicht sagen. Doch ich will nicht, dass du auf alle Menschen böse bist. Es ist dumm, ein ganzes Volk zu verabscheuen, weil man nie ein ganzes Volk kennen lernen kann, weißt du? Es sind immer nur die Einzelnen.«

»Und die Einzelnen haben mir gereicht! Alle Menschen sind verdorben. Und du verlangst ernsthaft, dass ich sie trotzdem einfach so mag?«

Celdwyn sah sie eindringlich an. »Ja.«

Nill hob verächtlich das Gesicht. Ein Name pochte in ihrem Hinterkopf, ein verzweifelter Ausruf; doch sie zwang alle Gedanken an ihn zurück. Ja, selbst er – vor allem er – war schlecht gewesen.

»Das stimmt doch nicht, dass du die Menschen hasst«, flüsterte Celdwyn. »Sie haben dir sehr wehgetan. Und dafür willst du sie hassen. Der Hass ist oft eine warme Zuflucht. Aber in Wirklichkeit haben die Menschen dich traurig und unglücklich gemacht. Oder nicht?«

Einen Moment war Nill unfähig, etwas zu sagen.

Warm stieg das Bedürfnis in ihr auf, zu weinen, jetzt und hier, in der Dunkelheit. Aber sie trat einen Schritt zurück. »Ja – und dafür hasse ich die Menschen, sie sind ignorant und fürchten alles, was anders ist und – und ...«

»Hörst du überhaupt, was du da sagst?«, fragte Celdwyn und ihre Stimme war plötzlich schneidend.

Jede Zärtlichkeit war aus ihr gewichen. »Sprichst du mit deiner eigenen Zunge, Nijura, oder hat ein böser Geist Besitz von dir ergriffen?« Die Alte kam einen Schritt näher und legte den Kopf schief. »Du sagst also, du hasst sie alle. Und was ist mit Grenjo?«

Der Name fiel wie ein Stein durch Nills Körper.

Sie hatte schon an ihn gedacht. Bestimmt hundertmal, seit sie wieder in den Dunklen Wäldern war.

Sie öffnete den Mund, aber ihre Stimme klang erstickt. »Wie geht es ihm?«

»Grenjo ist tot.«

Das Schwert glitt ihr aus der Hand und die Klinge stieß dumpf in den Schnee. »Tot?« Sie war überrascht, als sie plötzlich alles durch einen Tränenschleier sah. »Aber ... wie?«

»Er ist zur Jagd in den Wald gegangen und nicht wiedergekehrt. Das war im Sommer. Vielleicht ist er in eine Schlucht gestürzt, vielleicht im Fluss ertrunken. Vielleicht war es ja seine Absicht, wer weiß.«

Tot ... Grenjo! Und Nill hatte es die ganze Zeit über nicht gewusst. Während er gestorben war, hatte sie sich irgendwo durch den Schlamm gekämpft und an nichts anderes gedacht als an den Steindorn und ihr Abenteuer.

Nill wischte sich mit dem Ärmel über Augen und Nase. »War er ... war er mein Vater?«, flüsterte sie.

Das Licht der Laterne schwenkte über ihr Gesicht. »Würde die Antwort einen Unterschied machen?«, flüsterte Celdwyn zurück.

»Nein.« Nill ließ sich auf die Knie fallen. Ihre Hände waren ganz rot, als sie sich im Schnee aufstützte. Sie spürte die Kälte nicht. Schneeflocken rieselten ihr auf die Wange.

Das Licht kam näher. Eine raue Hand streichelte ihren Kopf, ganz sachte.

»Ich hasse die Menschen nicht«, hauchte Nill, ohne die Augen zu öffnen. In Gedanken sah sie Celdwyn vor sich, die verständnisvoll nickte. Ihre dünnen Lippen formten die Worte Ich weiß ...

Vielleicht war bereits viel Zeit vergangen. Vielleicht kniete Celdwyn aber noch immer neben ihr.

Nill wollte sich nicht bewegen und aufstehen. Sie wollte hier, nah an die Erde gepresst, liegen bleiben.

Erinnerungen und Gefühle durchzogen sie ... Erinnerungen an Grenjo, an warme Sommertage, als sie klein gewesen war und noch nicht gewusst hatte, dass sie anders war als die anderen Menschen. Als sie durch die hohen, rauschenden Gräser gerannt war und über die Äcker, auf eine große Männergestalt zu, die schweren Schrittes aus dem Wald kam. Sie dachte an alle Menschen, die sie gekannt und geliebt hatte und die ihre Liebe nicht erwidert hatten. Agwin war ihr nie eine Mutter gewesen. Grenjo hatte sich nicht zu ihr bekannt. Im entscheidenden Augenblick hatte Scapa sie verlassen. Sie war so oft enttäuscht worden. Sie hasste sie nicht. Sie wollte sie lieben können. Sie wollte von ihnen geliebt werden. Wieso hatte Scapa sie im Stich gelassen?

»Nijù ... Nijù! Bist du von allen guten Geistern verlassen?!«

Lichter glommen auf, als Nill die Augen öffnete.

Verschwommen erschien Kavehs Gesicht über ihr.

»Was ist passiert? Bei allen Baumgeistern! Warst du bei den Hykaden?«

Jemand griff so fest nach ihren Händen, dass sie das Gesicht verzog. Dann erst fiel ihr auf, dass der Griff nicht fest war – sondern heiß.

»Du bist ja blau vor Kälte!«

Zwei Arme schoben sich unter sie. Alles begann sich zu drehen, als sie hochgehoben wurde. Kavehs besorgte Stimme begleitete sie, während sie nach Hause getragen wurde und in den Schlaf glitt, und sie wachte erst wieder am Herdfeuer im Baumhaus des Königs auf.

1 ... 101 102 103 104 105 106 107 108 109 ... 115
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)