Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Фэнтези » Nijura - das Erbe der Elfenkrone
Nijura - das Erbe der Elfenkrone - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Nijura - das Erbe der Elfenkrone

Электронная книга - «Nijura - das Erbe der Elfenkrone». Краткое содержание книги:

Als die junge Halbelfe Nill im Wald ein rätselhaftes Messer findet, ahnt sie nicht, dass sie damit zur Schlüsselfigur in einem alles bedrohenden Konflikt geworden ist. Ein unglaubliches Verbrechen hat den Frieden der Welt erschüttert: Elrysjar, die magische Halbkrone der Moorelfen, wurde von einem Menschen gestohlen! Als ihr Träger ist er unverwundbar und erlangt die blinde Ergebenheit aller Moorelfen. Verführt von seiner neuen Macht, hat der geheimnisvolle Menschenkönig bereits eine Armee Grauer Krieger um sich geschart, um die Welt mit seiner Schreckensherrschaft zu überziehen. Nur eine Waffe kann ihm Einhalt gebieten – geschmiedet aus der zauberkräftigen Halbkrone der Freien Elfen, die dem neuen König noch nicht Untertan sind.
Das Messer braucht eine Trägerin – und es hat sich dafür Nill erwählt. Schnell wird Nill zum Spielball aller Mächte und Interessen. Gejagt von den Grauen Kriegern und unterstützt nur von einigen wenigen mutigen Gefährten, macht sich Nill auf die gefährliche Reise zum Turm des Königs.
Mit atemberaubender Spannung verstrickt Jenny-Mai Nuyen ihre Leser in eine Fantasy-Welt voller überraschender Wendungen – und in eine bewegende Geschichte über Liebe, Loyalität und Verrat.
1 ... 97 98 99 100 101 102 103 104 105 ... 115
Перейти на страницу:

Nill wagte angesichts Kavehs Freude nicht, den Zwillingen einen schrägen Blick zuzuwerfen. Aber sie hätte schwören können, dass sie aus den Augenwinkeln sah, wie sich Mareju und Arjas in die Hände zwickten.

Und wenn Nill glaubte, mit Hirschen gegen die Königin von Korr zu kämpfen, sei verrückt, dann wurde sie drei Tage später eines Besseren belehrt, als Kaveh ihnen siebzig kräftige Wildschweine als Verbündete vorstellte.

In den vergangenen zwei Wochen hatte die Herbstsonne warm und dottergelb über dem Elfendorf gestanden, doch nun wurde es kühler. In der Nacht erwachte Nill vom leisen Regenprasseln, das draußen auf das Blätterdach trommelte. Am nächsten Tag war der Wald grau gewaschen, schwere Wolkenbäuche zogen über den Himmel und im Wind flatterten die letzten Laubblätter, die sich bis jetzt an die Äste der Bäume geklammert hatten. Allein die verwunschenen Buchen im Elfendorf blieben dicht bewachsen, wenngleich das Laub sich stahlgrau färbte wie die restliche Umgebung.

Der Regen versiegte am Abend, und es wurde noch kälter. Sie erwachten mit Frost, der funkelnd die Rinde der Bäume bedeckte und die Grashalme härtete. Bauschige Wolkenfetzen trieben über die Wälder hinweg, es nieselte immer wieder für wenige Augenblicke, und zwischendurch blinzelte die Sonne hervor. Heute hatte Kaveh sich eine Ladung Waffen besorgt und verließ mit Nill das Dorf. Er kannte eine kleine Lichtung zwischen Tannen, die nicht weit entfernt war. Das blassblaue Moos war gefroren und knirschte unter ihren Schuhen. Auch die Zweige der Tannen waren hier und dort von Frost überzogen und glitzerten aus tausend winzigen Schneesternen. Kaveh und Nill trugen warme Lederwämser und Hemden mit langen Kragen, die sie sich am Hals mehrfach umgeschlagen hatten. Der graublaue Stoff fühlte sich dick und flauschig an, aber Nill konnte beim besten Willen nicht sagen, woraus er gemacht war. Darüber trugen beide einen hellen Mantel mit Kapuze. Obwohl er dünn war, hielt er den Wind und sogar Regen ab. Als sie zwischen den Tannen angekommen waren, zog Kaveh seinen Mantel aus und ließ ihn neben den Waffen zu Boden sinken.

»Keine Bange«, sagte er zu Nill, als er die Hand nach ihrem Mantel ausstreckte. »Frieren wirst du schon nicht. Versprochen.«

Nill zog den Mantel mit einem ziemlich flauen Gefühl aus. Kaveh hatte zwei Holzstäbe in die Hand genommen, die etwa so lang waren wie Nill und den Umfang ihres Unterarms hatten. Als Kaveh ihr einen der Stäbe zuwarf, umschloss sie ihn fest mit beiden Händen. Ihr Wille gewann die Oberhand über ihre Zweifel, und sie setzte eine ernste Miene auf. Sie wollte das Kämpfen lernen! Sie musste es lernen.

Dies war auch ihr Krieg. »Zum Aufwärmen«, erklärte Kaveh und hob den Holzstab in Brusthöhe. »Die Stäbe dienen am Anfang als Ersatz für ein Schwert. Schwerter wiegen viel mehr.«

Nill versuchte unauffällig zu schlucken, der Holzstab war schon schwer genug.

»Außerdem verletzen Schwerter mehr als Stäbe, ist ja klar. Obwohl so ein richtiger Stoß von dem Holzstab auch ganz schön ... – ich, ahm, pass auf. Keine Angst.« Kaveh lächelte und sein Lächeln erleichterte Nill. Aber es währte nur einen Augenblick, dann fiel es von Kavehs Gesicht und wich einem sehr ernsten Ausdruck. »Halte ihn so.« Er machte es Nill vor, schloss die Fäuste etwas weiter unten um den Stab, sodass zwischen beiden Händen noch eine Hand breit Abstand war, und hob den Stab in Position.

Nill machte es ihm nach.

»Dein Stand«, sagte Kaveh und wies mit einem Kopfnicken auf ihre Füße. »Beine weiter auseinander. Ein bisschen in die Knie. Du musst fest auf beiden Füßen stehen. Nichts darf dich umwerfen.«

»Nichts darf mich umwerfen«, wiederholte Nill.

Kaveh nickte. »In Ordnung.« Er kam auf sie zu.

Dann hob er den Stab über sie. Da Nill ihm reglos zusah, erklärte er freundlich: »Wenn ich dich von oben angreife, dann wehrst du so ab.« Er zeigte ihr, wie sie den Stab über sich heben sollte. In Zeitlupe versuchten sie den ersten Angriff. Mit einem dumpfen Klock stießen die Stäbe aufeinander.

»Und jetzt von der Seite.« Kaveh holte – abermals in Zeitlupe – von rechts aus und Nill parierte den Schlag. »Gut! Aber halte den Stab so. Knick die Arme nicht ein. Bleib oben gerade, sonst kippst du um. Hände weiter auseinander, dann hast du mehr Halt am Stab. Gut so. Jetzt die andere Seite.«

Allmählich wurden Kavehs Schläge schneller. Natürlich waren die Angriffe noch immer so langsam, dass Nill jede Bewegung seiner Arme beobachten konnte, doch jetzt wurde alles rascher und realistischer. Dann machte Kaveh einen Schritt auf sie zu, sodass sie zurückweichen musste. Und so begannen sie sich im Kreis zu umrunden. Das Zusammenschlagen der Stäbe bekam einen schnelleren Rhythmus. Nills Abwehr wurde fließender, ihre Bewegungen waren nicht mehr so unsicher. Als Kaveh die Angriffe nicht mehr der Reihe nach wiederholte, sondern Nill mit zufälligen Hieben traktierte, gewannen sie abermals an Tempo. Nills Arme wurden allmählich müde. Ihre Hände waren steif vor Kälte. Unter den Kleidern wurde es ihr warm, ihr Atem ging etwas schneller.

Während sie mit den Holzstäben übten, begann es leicht zu schneien. Nasse Flocken fielen durch die Tannen und versickerten im gefrorenen Moos. Bald ließen sich die Flocken auch auf Nills und Kavehs Gesichtern nieder und kühlten ihre geröteten Wangen.

»Gut«, sagte Kaveh endlich und ließ den Stab sinken. Er strich sich die langen Zöpfe zurück. »Gar nicht schlecht, wirklich.« Nill atmete schwer und wischte sich mit dem Handrücken über die Stirn. Sie war nass vom Schnee und vom Schweiß. In Nills Armen pochte es.

»Also.« Kaveh nahm den Stab wieder in beide Hände und stellte sich kampfbereit auf.

»Noch mal?« Nill runzelte die Stirn und versuchte, nicht allzu erschöpft dreinzublicken.

»Oh nein. Jetzt«, fügte Kaveh in der Elfensprache hinzu, »greifst du an, Nijú.«

Es war das erste Mal, dass Nill Elfisch verstand und sich wünschte, sie hätte es nicht getan.

In den folgenden Tagen fiel fast unaufhörlich der Schneeregen. Selten unterbrach ihn ein schneidender Wind, der einzelne Schneekörner durch den Wald trieb, doch Sonnenlicht sickerte kein einziges Mal durch die Wolkendecken. An den abendlichen Herdfeuern blickte der König der Elfen trübe drein und murmelte: »Nasser Schnee im Herbst ... ein schlechtes Omen. Wird im Herbst die Erde von dünnem Schnee gekühlt, tränkt sie im Winter Blut.«

Aryjen senkte bloß das Gesicht und sagte nichts.

Draußen wurde man im Schnee nass, aber nicht nass genug, um es als Entschuldigung dafür zu nehmen, dass man zu Hause blieb. Und so führten Kaveh und Nill ihren Kampfunterricht täglich fort. Wenn sie zur Abenddämmerung heimkehrten, brannten Nill die Handflächen vom Halten der Stäbe, ihre Schultern fühlten sich an, als habe man ihr die Gelenke ausgerenkt. Aber Nill beschwerte sich nicht. Sie stand jeden Morgen von neuem auf, um mit Kaveh zu üben, und gab nicht nach. Sie war eine verbissene Schülerin.

Dann tauschte Kaveh die Stäbe mit Schwertern.

Nill war ein bisschen verzagt wegen des Gewichts der Waffen – allein wenn sie das Schwert hob, kostete sie das schon eine Menge Kraft.

»Ist schon in Ordnung«, munterte Kaveh sie auf.

»Denn wenn die Waffe mehr wiegt, kann sie auch mit mehr Wucht deinen Gegner treffen.«

Er gab ihr ein paar Anweisungen, wie sie das Schwert halten sollte, dann stellte er sich kampfbereit auf. »Also. Ich greife jetzt an. Aber richtig, verstanden?«

»Klar«, sagte Nill fest, obwohl ihr die Knie weich waren.

Kaveh blieb einen Augenblick reglos; dann stieß er einen gedämpften Schrei aus und war plötzlich direkt vor ihr. Sein Schwert sauste in die Höhe – und stieß auf sie herab.

1 ... 97 98 99 100 101 102 103 104 105 ... 115
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)