Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне

Электронная книга - «Mathias Sandorf». Краткое содержание книги:

Die Handlung setzt 1866 in Triest ein. Die mittellosen Gauner Sarcany und Zirone finden auf einem ihrer Spaziergänge durch die Stadt eine Brieftaube, die eine Geheimbotschaft befördert. Sarcany will sehen, ob sie aus der Botschaft Kapital schlagen können. Sie lassen die Taube von einem Kirchturm aus frei und verfolgen sie mit den Augen bis zu ihrem Taubenschlag.
Dieser befindet sich in einem Haus, das dem Grafen Ladislaus Zathmar, einem ungarischen Adligen, gehört. Graf Zathmar plant, mit seinen Freunden, dem Professor Stefan Bathory und dem Grafen Mathias Sandorf in Ungarn, ihrer Heimat, einen Volksaufstand anzuzetteln ...
1 ... 95 96 97 98 99 100 101 102 103 ... 137
Перейти на страницу:

– Können Sie durchaus nicht Ihre Abreise nach Gibraltar um einen Tag verschieben, Herr Doctor?

– Ich könnte es sehr wohl, wenn mich nicht eine Verabredung, wie schon bemerkt, zwänge, heute Abend noch in See zu gehen.

– Das ist in der That bedauerlich, antwortete der Gouverneur, und ich bin darüber untröstlich, daß es mir nicht gelingt, Sie länger an uns zu fesseln. Doch halt! Ihr Schiff liegt im Bereiche der Kanonen meines Forts; es hängt also nur von mir ab, es in Grund und Boden zu schießen!

– Und die Repressalien, Herr Gouverneur? antwortete lachend Doctor Antekirtt. Wollen Sie sich mit dem mächtigen Reiche Antekirtta in einen Krieg einlassen?

– Ich weiß, daß ich ein gefährliches Spiel beginnen würde, erwiderte der Gouverneur, in demselben scherzhaften Tone fortfahrend. Doch was würde man nicht wagen, nur um Sie vierundzwanzig Stunden länger bei sich zu sehen?«

Peter, der nicht Theil an der Unterhaltung genommen hatte, mußte glauben, der Doctor habe selbst gegen das Ziel gefehlt, welches er zu erreichen hoffte. Der Entschluß, am Abend desselben Tages Ceuta noch zu verlassen, überraschte ihn nicht wenig. Wie wollte der Doctor es ermöglichen, in dieser kurzen Spanne Zeit die nothwendigen Maßregeln zu treffen, welche die Entweichung Carpena’s zur Folge haben sollten? In wenigen Stunden bereits mußten alle Gefangenen in das Präsidio zurückkehren, um über Nacht hinter Schloß und Riegel gehalten zu werden. Es dann noch durchzusetzen, daß dem Spanier die Möglichkeit der freien Bewegung gelassen würde, erschien doch zum Mindesten sehr zweifelhaft.

Allerdings sah Peter andererseits auch ein, daß der Doctor einem genau zurechtgelegten Plane folgen mußte. Er hörte ihn nämlich zum Gouverneur sagen:

»In der That, Herr Gouverneur, ich bin mißgestimmt darüber, Ihnen in dieser Beziehung nicht Genugthuung geben zu können – heute wenigstens nicht. Und doch ließe sich vielleicht noch Alles zum Besten wenden?

– Wie das, Herr Doctor? Sprechen Sie, bitte.

– Da ich morgen Vormittag in Gibraltar sein muß, so ist es allerdings durchaus nothwendig, daß ich heute Abend abfahre. Ich denke aber, daß mein Aufenthalt auf diesem englischen Felsen höchstens zwei bis drei Tage dauern wird. Heute haben wir Donnerstag und anstatt meine Reise in das nördliche Mittelmeer fortzusetzen, soll mich nichts hindern, Sonntag Früh wieder bei Ihnen in Ceuta zu sein.

– Das ginge allerdings, sagte der Gouverneur, und ich wäre Ihnen noch mehr verpflichtet als ich es schon bin. Das klingt zwar stark nach Eigenliebe. Doch gibt es wohl etwas auf dieser Welt, wo hinein sich die Eitelkeit nicht mischt? Also abgemacht, Herr Doctor, auf Sonntag denn.

– Ja, aber unter einer Bedingung.

– Welche es auch sei, ich nehme sie an.

– Daß Sie und Ihr Herr Adjutant dann bei mir, an Bord des »Ferrato«, Ihr Frühstück einnehmen.

– Ich verpflichte mich feierlichst dazu, Herr Doctor Antekirtt…. Doch ebenfalls unter einer Bedingung.

– Wie Sie, Herr Gouverneur, nehme auch ich sie schon im Voraus an, wie sie auch lauten mag.

– Daß Sie und Herr Bathory am Sonntag bei mir zu Mittag speisen.

– Angenommen, sagte der Doctor, so zwar, daß zwischen Frühstück und Mittag…

– Ich mit Hilfe meiner Autorität Sie alle Wunder meines Königreiches schauen lassen werde,« erwiderte Oberst Guyarre, indem er die Hand des Doctors drückte.

Peter Bathory hatte ebenfalls die ihm gewordene Einladung angenommen und verneigte sich vor dem zuvorkommenden und sehr befriedigten Gouverneur von Ceuta.

Der Doctor schickte sich nun an, sich zu verabschieden und Peter las in seinen Blicken, daß Jener sein Ziel erreicht habe. Doch der Gouverneur bestand darauf, seine künftigen Gäste bis zur Stadt zu begleiten. Sie bestiegen also zu Dreien den wartenden Wagen und dieser lenkte in die einzige Straße ein, welche die Residenz mit Ceuta selbst verbindet.

Wenn der Gouverneur während der Fahrt die Gelegenheit ergriff, die Fremden die mehr oder weniger zweifelhaften Schönheiten der kleinen Kolonie bewundern zu lassen, wenn er von den Verbesserungen sprach, die er vom militärischen und civilistischen Gesichtspunkte aus noch einführen wollte, wenn er hinzusetzte, daß die Lage dieses alten Abyla weit werthvoller als diejenige Calpe’s auf der gegenüberliegenden Küste der Meerenge sei, wenn er bestätigte, daß es möglich wäre, daraus ein zweites Gibraltar zu schaffen, welches ebenso uneinnehmbar sein würde als das der Engländer, wenn er gegen die unverschämten Worte des Mr. Ford Verwahrung einlegte, welche lauten: »Ceuta müßte den Engländern gehören, weil Spanien nichts daraus zu machen und kaum es zu halten versteht,« wenn er sich schließlich in sehr bitterer Weise über die zähen Engländer aussprach, die nirgends den Fuß hinstellen können, ohne sich auch sofort festzusetzen, so kann man das einem Spanier nicht übel nehmen.

»Ja rief er. Ehe sie daran denken, sich Ceuta’s zu bemächtigen, sollten sie lieber bedacht sein, Gibraltar ‘zu halten. Es gibt da noch ein Gebirge, das Spanien eines Tages ihnen auf den Kopf schütten könnte!«

Der Doctor wollte nicht fragen, wie die Spanier eine solche geologische Erschütterung hervorzubringen gedächten, und ebenso wenig diese Drohung anfechten, welche mit der ganzen Großthuerei eines Hidalgo hervorgebracht worden war. Die Unterhaltung wurde auch durch ein plötzliches Halten des Wagens unterbrochen. Der Kutscher hatte die Pferde vor einer Ansammlung eines halben Hunderts Sträflinge pariren müssen, welche die Straße versperrten.

Der Gouverneur winkte einen der die Aufsicht führenden Unterofficiere herbei. Dieser eilte sofort im vorschriftsmäßigen Schritte an den Wagen. Mit geschlossenen Absätzen und die rechte Hand an den Schirm der Mütze legend, wartete er in militärischer Haltung auf die Anrede.

»Was gibt es hier? fragte der Gouverneur.

– Wir haben einen Sträfling hier auf der Böschung schlafend gefunden, Excellenz, meldete der Aufseher. Er scheint nur eingeschlafen zu sein und trotzdem gelingt es uns nicht, ihn wach zu machen.

– Wie lange befindet er sich schon in diesem Zustande?

– Seit ungefähr einer Stunde.

– Und er schläft ununterbrochen?

– Zu Befehl, Excellenz. Er ist gerade so unempfindlich, als ob er todt wäre. Man hat ihn geschüttelt, gestochen, sogar einen Pistolenschuß vor seinem Ohr abgefeuert: er fühlte und hörte nichts.

– Warum hat man nicht nach dem Arzt des Präsidio geschickt? fragte der Gouverneur.

– Ich habe nach ihm geschickt, Excellenz, doch war er ausgegangen und bis er zurückkommt, wissen wir nicht, was wir mit dem Menschen machen sollen.

– Man möge ihn in das Hospital bringen.«

Der Unterofficier schickte sich schon an, den Befehl ausführen zu lassen, als der Doctor sich hineinmischte.

– »Wollen Sie mir nicht erlauben, Herr Gouverneur, diesen widerspenstigen Schläfer in meiner Eigenschaft als Arzt zu untersuchen? Ich würde es nicht ungern haben, mir den Mann dort in der Nähe betrachten zu dürfen.

– Richtig, das schlägt ja in Ihr Fach, erwiderte der Gouverneur. Ein Schurke behandelt vom Doctor Antekirtt…. Der Mann hat in der That Glück!«

»Was gibt es hier?« fragte der Gouverneur. (S. 407.)

Die Herren verließen ihren Wagen und der Doctor näherte sich dem Verurtheilten, der noch auf der Böschung der Straße lag. Das Leben zeigte sich bei diesem fest eingeschlafenen Menschen nur durch einen etwas keuchenden Athem und das lebhafte Schlagen des Pulses.

1 ... 95 96 97 98 99 100 101 102 103 ... 137
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)