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Feuer und Stein: 1 (German Edition)

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Feuer und Stein: 1 (German Edition)
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»Jesus H. Roosevelt Christ«, sagte ich. Ich stand da, hielt mir den Ellbogen und hörte mir das Gelächter an. Schließlich nahm mich Jamie bei der Schulter und massierte mir das Gefühl in den Arm zurück, indem er auf die Sehne an der Rückseite des Ellbogens drückte und den Daumen in die Mulde an meinem Handgelenk bohrte.

»Also schön«, sagte ich mit zusammengebissenen Zähnen und bewegte vorsichtig meine kribbelnde rechte Hand. »Was macht man, wenn man einen Knochen trifft und das Messer verliert? Gibt es dafür eine allgemein gültige Vorgehensweise?«

»Oh, aye«, verriet mir Rupert grinsend. »Man zieht mit links die Pistole und erschießt den Mistkerl.« Diese Antwort rief weiteres Gelächter hervor, doch ich beachtete es nicht.

»Schön«, sagte ich mehr oder weniger ruhig. Ich deutete auf die lange Pistole, die Jamie an der Hüfte trug. »Heißt das, du hast vor, mir zu zeigen, wie man dieses Ding lädt und abschießt?«

»Nein«, antwortete er kategorisch.

Jetzt regte sich in mir doch leichte Empörung. »Und warum nicht?«

»Weil du eine Frau bist, Sassenach.«

Ich spürte, wie mein Gesicht rot anlief. »Ach?«, sagte ich sarkastisch. »Meinst du etwa, Frauen sind nicht schlau genug, um zu verstehen, wie man mit einer Pistole umgeht?«

Er sah mich gelassen an, und sein Mund zuckte ein wenig, während er im Kopf eine Reihe von Antworten durchspielte.

»Ich bin fast versucht, es dich ausprobieren zu lassen«, sagte er schließlich. »Es würde dir recht geschehen.«

Rupert schnalzte verärgert mit der Zunge. »Sei nicht dumm, Jamie. Was dich betrifft, Kleine«, sagte er, an mich gewandt, »es ist nicht deswegen, weil Frauen dumm wären, obwohl das auf manche nun wirklich zutrifft; nein, es ist, weil sie zu zierlich sind.«

»Häh?« Im ersten Moment sah ich ihn verständnislos an. Jamie prustete und zog die mit Silber beschlagene Pistole aus ihrem Halteriemen. Aus der Nähe betrachtet war sie enorm; vom Kolben bis zur Mündung maß sie einen guten halben Meter.

»Sieh her«, sagte er und hielt sie mir vor die Nase. »Man hält sie hier fest, stützt sie auf den Unterarm auf und zielt. Und wenn man den Hahn zieht, versetzt sie einem einen Schlag wie ein auskeilendes Maultier. Ich bin einen Kopf größer und einen halben Zentner schwerer als du, und ich weiß, was ich tue. Ich bekomme schon blaue Flecken, wenn ich sie abfeuere; dich wirft sie wahrscheinlich um, wenn sie dich nicht gleich im Gesicht erwischt.« Er ließ die Pistole wieder in ihre Halterung gleiten.

»Ich würde es dich ja selbst herausfinden lassen«, fuhr er mit hochgezogener Augenbraue fort, »aber ich finde dich hübscher, wenn du Zähne hast. Du hast ein schönes Lächeln, Sassenach, auch wenn du ein bisschen kratzbürstig bist.«

Etwas ernüchtert glaubte ich den Männern jetzt auch ohne Widerrede, dass selbst das leichtere Breitschwert zu schwer war, als dass ich es wirkungsvoll hätte benutzen können. Doch den kleinen Sgian dhu, das Strumpfmesser, fand man akzeptabel, und ich bekam ein solches Messer gereicht, ein tückisch aussehendes, nadelscharfes Stück schwarzes Eisen, knapp zehn Zentimeter lang mit einem kurzen Griff. Wieder und wieder übte ich unter den kritischen Blicken der Männer, es aus seinem Versteck zu ziehen, bis ich in der Lage war, in einer Bewegung meinen Rock zu raffen, das Messer zu packen und die richtige Haltung einzunehmen, um einem Gegner von unten damit über die Kehle zu fahren.

Schließlich wurde ich als Dolchkampf-Novizin zugelassen und durfte mich zum Essen setzen. Alle gratulierten mir – mit einer Ausnahme. Murtagh schüttelte skeptisch den Kopf.

»Ich bin nach wie vor der Meinung, dass die einzige gute Waffe für eine Frau Gift ist.«

»Vielleicht«, erwiderte Dougal, »aber im Nahkampf hat es seine Nachteile.«

Kapitel 19

Das Wasserpferd

Am nächsten Abend schlugen wir unser Lager am Ufer des Loch Ness auf. Es war ein seltsames Gefühl, die Gegend wiederzusehen; so wenig hatte sich verändert. Oder würde sich verändern, sollte ich sagen. Das Grün der Lärchen und Erlen war jetzt kräftiger, weil Frühsommer war, nicht mehr Frühling, und die Weißdornblüte war dem warmen Gold des Ginsters gewichen. Das Blau des Himmels war tiefer, doch die Oberfläche des Sees war unverändert; ein mattes Blauschwarz, das die Spiegelbilder des Ufers schluckte und ihre Farben wie unter Milchglas gefangen hielt.

In einiger Entfernung waren sogar ein paar Segelboote zu sehen, doch als eines davon näher kam, sah ich, dass es ein Coracle war, ein mit Leder bespanntes Fischerboot, das einer halben Nussschale ähnelte, keins der schlanken Holzboote, die ich gewohnt war.

Es roch durchdringend wie an jedem Gewässer; eine kräftige Mischung aus würzigem Grün und vermodertem Laub, frischem Wasser, totem Fisch und warmem Schlamm. Vor allem jedoch haftete dem See nach wie vor diese seltsame, lauernde Atmosphäre an. Männer wie auch Pferde schienen es zu spüren, und die Stimmung im Lager war gedämpft.

Als ich ein gemütliches Plätzchen für meine und Jamies Decke gefunden hatte, spazierte ich zum Wasser hinunter, um mir vor dem Essen Gesicht und Hände zu waschen.

Das Ufer fiel steil ab und lief zu einem Streifen durcheinanderliegender Felsbrocken aus, die eine Art Landzunge formten. Unterhalb der Böschung war es sehr friedlich. Das Lager war nicht zu sehen und zu hören, und ich setzte mich unter einen Baum, um einen Moment des Alleinseins zu genießen. Seit meiner hastigen Heirat mit Jamie folgte man mir nicht mehr auf Schritt und Tritt; so viel war zumindest erreicht.

Ich pflückte geistesabwesend alte Samenschoten von einem tief hängenden Ast und warf sie auf den See hinaus, als mir auffiel, dass die kleinen Wellen, die gegen die Felsen schlugen, kräftiger wurden, als würden sie von zunehmendem Wind getrieben.

Ein großer, flacher Kopf durchbrach keine drei Meter von mir entfernt die Oberfläche. Ich konnte sehen, wie das Wasser von den spitz zulaufenden Schuppen abperlte, die sich im Bogen über den gekrümmten Hals zogen. Das Wasser war noch in einiger Entfernung aufgewühlt, und hier und da sah ich, wie sich eine gewaltige Masse unter Wasser bewegte, obwohl der Kopf selbst relativ reglos verharrte.

Ich war aufgestanden und verharrte nun ebenfalls reglos. Seltsamerweise hatte ich überhaupt keine Angst. Stattdessen fühlte ich einen Hauch von Verwandtschaft mit dem Tier, einem Geschöpf, das noch weiter von seiner eigenen Zeit entfernt war als ich. Seine flachen Augen waren so alt wie die See des Eozän, Augen, die in den trüben Tiefen seiner geschrumpften Zuflucht schwach geworden waren. Und doch hatte der irreale Anblick etwas Vertrautes an sich. Die glatte Haut war dunkelblau, der Unterkiefer ein Keil aus schimmerndem Grün. Und die seltsamen, pupillenlosen Augen leuchteten tief wie Bernstein. Einfach wunderschön.

Und so völlig anders als die kleinere, schlammbraune Replik, die ich im fünften Stock des Britischen Museums gesehen hatte. Doch der Umriss war unverwechselbar. Mit dem letzten Atemzug beginnen die Farben eines Lebewesens zu verblassen, und seine elastische Haut und die geschmeidigen Muskeln verrotten innerhalb weniger Wochen. Doch die Knochen überdauern hin und wieder, getreue Echos seiner Gestalt, letzte, leise Zeugen der vergangenen Glorie.

Durch Klappen verschlossene Nüstern öffneten sich plötzlich zu einem verblüffenden, zischenden Atemzug; ein Moment der frei schwebenden Bewegung, und die Kreatur versank wieder im Wasser. Nur ein kochender Wasserstrudel kündete noch davon, dass sie da gewesen war.

Nachdem ich mich erhoben hatte, als das Tier auftauchte, musste ich unbewusst näher herangegangen sein, um es zu beobachten. Denn jetzt fand ich mich auf einer der Felsplatten wieder, die in den See hinausragten, und sah zu, wie die Wogen sich legten, das Wasser sich beruhigte und der See wieder glatt wurde.

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