Feuer und Stein: 1 (German Edition)
- Автор: Гэблдон Диана
- Серия: Die Outlander #1
- Год: 2015
- Язык: немецкий
- Год: Knaur eBook
- Жанр: Другие приключения
Электронная книга - «Feuer und Stein: 1 (German Edition)». Краткое содержание книги:
»Nein, nicht vor den Männern. Außerdem wollten Dougal und Colum ja nicht unbedingt meinen Tod – vor allem Dougal nicht.«
»Aber …« Mir wurde wieder schwindelig, was immer zu geschehen schien, wenn ich mit den Verwicklungen des schottischen Familienlebens konfrontiert wurde.
Jamies Worte klangen ein wenig gedämpft, weil er das Kinn nach vorn reckte und den Kopf zurücklegte, um an die Stoppeln unter seinem Kinn zu gelangen.
»Es geht um Lallybroch«, erklärte er und tastete mit der freien Hand nach übrig gebliebenen Barthaaren. »Es ist nicht nur ein ertragreiches Anwesen; es befindet sich auch am Eingang eines Bergpasses. Der einzige brauchbare Pass in die Highlands im Umkreis von zehn Meilen. Sollte es zu einem weiteren Aufstand kommen, wäre es ein wertvolles Stück Land für den, der es kontrolliert. Und falls ich unverheiratet gestorben wäre, wäre es vermutlich an die Frasers zurückgefallen.«
Er grinste und strich sich über den Hals. »Nein, ich bin wirklich ein Problem für die MacKenzie-Brüder. Einerseits sähen sie mich am liebsten tot, damit ich nicht zur Bedrohung für Hamish werden kann. Andererseits wollen sie mich und mein Land verlässlich auf ihrer Seite haben, wenn es zum Krieg kommt – und nicht auf der Seite der Frasers. Aus diesem Grund sind sie ja bereit, mir bei der Sache mit Horrocks zu helfen. Solange ich vogelfrei bin, kann ich nicht viel mit Lallybroch anfangen, auch wenn das Land nach wie vor mir gehört.«
Ich rollte die Decken zusammen und schüttelte verwundert den Kopf angesichts der komplizierten – und gefährlichen – Umstände, denen Jamie so gelassen zu trotzen schien. Und dann begriff ich mit einem Mal, dass das alles nicht länger nur Jamie betraf. Ich hob den Kopf.
»Du hast gesagt, wenn du unverheiratet gestorben wärst, wäre das Land zurück an die Frasers gefallen«, sagte ich. »Aber du bist jetzt verheiratet. An wen …«
»Das stimmt«, sagte er und nickte mir mit einem schiefen Grinsen zu. Die Morgensonne schlug Funken aus Gold und Kupfer in seinem Haar. »Wenn ich jetzt umkomme, Sassenach, gehört Lallybroch dir.«
Als sich der Nebel gelichtet hatte, war es ein herrlicher, sonniger Morgen. Vögel sausten geschäftig im Heidegebüsch umher, und die Straße war hier zur Abwechslung einmal breit und staubte nur leicht unter den Hufen der Pferde.
Wir überquerten gerade einen niedrigen Hügel, als Jamie dicht an meine Seite ritt. Er wies kopfnickend nach rechts.
»Siehst du das Wäldchen da unten?«
»Ja.« Es war ein kleiner Flickenteppich aus Kiefern, Eichen und Espen, ein Stückchen von der Straße entfernt.
»Unter den Bäumen gibt es eine Quelle mit einem kleinen Teich und dichtem Gras. Wirklich hübsch dort.«
Ich sah ihn fragend an.
»Ein bisschen früh zum Mittagessen, oder?«
»Das ist auch nicht ganz das, was mir vorschwebte.« Wie ich vor ein paar Tagen zufällig herausgefunden hatte, war Jamie nicht imstande, nur ein Auge zuzukneifen. Stattdessen blinzelte er feierlich wie eine große rote Eule.
»Und was war es, was dir vorschwebte?«, erkundigte ich mich. Mein argwöhnischer Blick traf auf zwei unschuldige blaue Kinderaugen.
»Ich hatte mich nur gefragt, wie du wohl aussehen würdest … im Gras … unter den Bäumen … am Wasser … mit dem Rock über den Ohren.«
»Äh …«, sagte ich.
»Ich sage Dougal, dass wir Wasser holen.« Er gab seinem Pferd die Sporen und kehrte kurz darauf mit den Wasserflaschen der anderen Pferde zurück. Ich hörte, wie uns Rupert etwas auf Gälisch nachrief, als wir den Hügel hinunterritten, konnte aber nicht ausmachen, was er sagte.
Ich erreichte den Wald zuerst, glitt vom Pferd, setzte mich entspannt ins Gras und schloss die Augen zum Schutz vor der gleißenden Sonne. Jamie kam im nächsten Moment dazu und schwang sich aus dem Sattel. Er gab seinem Pferd einen Klaps, damit es sich zum Grasen trollte, dann sank er auf Knien in das Gras. Ich streckte die Arme aus und zog ihn zu mir herunter.
Der Tag war warm und roch nach Gras und Blumen. Auch Jamie roch wie ein frisch gepflückter Grashalm, scharf und süß.
»Wir müssen uns beeilen«, sagte ich. »Sonst fragen sie sich, warum es so lange dauert, ein bisschen Wasser zu holen.«
»Sie fragen sich gar nichts«, sagte er und öffnete mir geübt das Mieder. »Sie wissen Bescheid.«
»Wie meinst du das?«
»Hast du nicht gehört, was Rupert uns nachgerufen hat?«
»Selbstverständlich habe ich ihn gehört, aber sein Gälisch konnte ich nicht verstehen.« Mein Gälisch hatte sich zwar so weit verbessert, dass ich die häufigsten Worte verstehen konnte, aber ein Gespräch war immer noch weit jenseits meiner Fähigkeiten.
»Gut. Es war sowieso nichts für deine Ohren.« Er hatte jetzt meine Brüste entblößt und vergrub das Gesicht darin, saugte und biss mich sacht, bis ich es nicht mehr ertragen konnte und unter ihn rutschte, während ich meine Röcke aus dem Weg schob. Nach unserem wilden, primitiven Zusammensein auf dem Felsen hatte eine absurde Befangenheit von mir Besitz ergriffen. Ich war zu schüchtern gewesen, um in der Nähe des Lagers mit ihm zu schlafen, und die Wälder waren zu dicht, um sich gefahrlos vom Lager zu entfernen. Jetzt hatten wir beide leise, angenehme Entzugserscheinungen und stießen daher außer Reichweite der neugierigen Augen und Ohren mit einer Wucht aufeinander, die mir das Blut in die Lippen und Finger rauschen ließ.
Wir näherten uns beide dem Ende, als Jamie abrupt erstarrte. Ich öffnete die Augen und sah sein Gesicht dunkel im Gegenlicht der Sonne. Es trug einen absolut unbeschreiblichen Ausdruck. Etwas Schwarzes war an seinen Kopf gepresst. Als sich meine Augen endlich an das Gleißen gewöhnt hatten, sah ich, dass es sich um einen Musketenlauf handelte.
»Steh auf, du geiler Bock.« Der Lauf bewegte sich unsanft und rutschte Jamie hart über die Schläfe. Ganz langsam stand er auf. Aus dem Kratzer quoll ein Blutstropfen auf, der sich dunkel auf seinem weißen Gesicht abzeichnete.
Sie waren zu zweit; desertierte Rotröcke, dem Aussehen ihrer zerlumpten Uniformen nach. Beide waren mit Musketen und Pistolen bewaffnet und schienen sehr amüsiert über das zu sein, was ihnen der Zufall in die Hände gespielt hatte. Jamie stand mit erhobenen Händen da, den Musketenlauf vor der Brust, das Gesicht bedachtsam ausdruckslos.
»Du hättest ihn zum Ende kommen lassen können, ’Arry«, sagte einer der Männer. Er grinste breit und stellte dabei seine faulen Zähne zur Schau. »Es ist nicht gut für die Gesundheit, wenn man so mittendrin aufhören muss.«
Sein Kamerad stieß Jamie mit der Muskete vor die Brust.
»Seine Gesundheit ist nicht meine Sorge. Und seine Sorge ist sie bald auch nicht mehr. Ich würde mir gern ein Häppchen davon gönnen.« Er nickte kurz in meine Richtung. »Und ich habe keine Lust, als Zweiter an die Reihe zu kommen, schon gar nicht nach so einem schottischen Hurensohn.«
Faulzahn lachte. »Ich bin da nicht so wählerisch. Dann bring ihn um und leg los.«
Harry, ein kurz gewachsener, stämmiger Mann mit einem Silberblick, überlegte kurz und betrachtete mich nachdenklich. Ich saß immer noch mit hochgezogenen Knien auf dem Boden und hatte mir die Röcke fest um die Knöchel gewickelt. Zwar hatte ich mich bemüht, mein Mieder zu schließen, doch das meiste meines Oberkörpers lag immer noch bloß. Schließlich lachte der kurze Mann und winkte seinem Kameraden.
»Nein, lass ihn zusehen. Komm her, Arnold, und halt ihn mit der Muskete in Schach.« Arnold gehorchte mit einem breiten Grinsen. Harry legte seine Muskete auf den Boden und ließ den Pistolengürtel zur Vorbereitung danebenfallen.
Während ich meine Röcke niederpresste, spürte ich einen festen Gegenstand in der rechten Tasche. Der Dolch, den Jamie mir gegeben hatte. Konnte ich mich überwinden, ihn zu benutzen? Ja, beschloss ich mit einem Blick auf Harrys lüsternes Pickelgesicht, das konnte ich definitiv.