Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition)
- Автор: Гэблдон Диана
- Серия: Die Outlander #4
- Год: 2017
- Язык: немецкий
- Год: Knaur eBook
- Жанр: Другие приключения
Электронная книга - «Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:
Wir lagen ineinander verschlungen und schläfrig da und regten uns nur, um vorwitzige Insekten fortzuwedeln, bis die ersten Schatten unsere Füße berührten. Jamie stand leise auf und deckte mich mit einem Umhang zu – er dachte, dass ich schlief. Ich hörte das verstohlene Rascheln, als er sich anzog und dann durch das Gras schritt.
Ich rollte mich auf die andere Seite und sah ihn ein kleines Stück entfernt am Waldrand stehen und über das Land blicken, das zum Fluss hin abfiel.
Er hatte sich nur das zerknitterte, blutbefleckte Plaid um die Taille geschlungen, das Haar fiel ihm ungebändigt auf die Schultern – er sah aus wie der wilde Highlander, der er war. Was ich für sein Verderben gehalten hatte – seine Familie, sein Clan –, war seine Stärke. Und was ich für meine Stärke gehalten hatte – meine Einsamkeit, mein Mangel an Bindungen –, war meine Schwäche.
Da er Nähe erfahren hatte, im Guten wie im Schlechten, hatte er die Kraft, sie aufzugeben, jeden Sicherheitsgedanken hinter sich zu lassen und allein aufzubrechen. Und ich – die ich einmal so stolz auf meine Selbstgenügsamkeit gewesen war – konnte die Vorstellung, wieder einsam zu sein, nicht ertragen.
Ich hatte mich entschlossen, nichts zu sagen, nur für den Augenblick zu leben, zu akzeptieren, was auch immer kam. Doch der Augenblick war gekommen, und ich konnte ihn nicht akzeptieren. Ich sah, wie er den Kopf hob und seinen Entschluss fasste, und im selben Augenblick sah ich seinen Namen in kalten Stein gemeißelt. Schrecken und Verzweiflung überfluteten mich.
Als hätte er das Echo meines stummen Schreis gehört, wandte er mir den Kopf zu. Was auch immer er in meinem Gesicht sah, es brachte ihn rasch zu mir.
»Was ist, Sassenach?«
Es hatte keinen Zweck zu lügen; nicht, wenn er mich sehen konnte.
»Ich habe Angst«, platzte ich heraus.
Er sah sich schnell nach einer Gefahr um, und seine Hand griff nach seinem Messer, doch ich legte ihm die Hand auf den Arm und unterbrach ihn.
»Nicht das. Jamie – halt mich fest. Bitte.«
Er umarmte mich und wickelte den Umhang um mich. Ich zitterte, obwohl es immer noch warm war.
»Ist ja gut, a nighean donn«, murmelte er. »Ich bin hier. Was hat dir denn dann Angst gemacht?«
»Du«, sagte ich und klammerte mich an ihn. Sein Herz schlug genau unter meinem Ohr, stark und regelmäßig. »Dieser Ort. Es macht mir Angst, dass du hierherwillst, mir vorzustellen, dass wir hierherziehen –«
»Angst?«, fragte er. »Wovor, Sassenach?« Seine Arme hielten mich fester. »Als wir geheiratet haben, habe ich doch versprochen, dafür zu sorgen, dass du immer zu essen hast, oder?« Er zog mich näher an sich heran und lehnte meinen Kopf an seine Schulter.
»An diesem Tag habe ich dir drei Dinge gegeben«, sagte er leise. »Meinen Namen, meine Familie und den Schutz meines Körpers. Diese Dinge wirst du immer haben, Sassenach – solange wir beide leben. Wo wir auch sind. Ich werde dich nicht hungern oder frieren lassen; ich werde nicht zulassen, dass dir etwas zustößt, niemals.«
»Vor diesen Dingen habe ich keine Angst«, platzte ich heraus. »Ich habe Angst, dass du sterben wirst, und das kann ich nicht ertragen, Jamie, ich will, dass du nie stirbst!«
Er fuhr überrascht zurück und blickte mir ins Gesicht.
»Hm, ich werde mir alle Mühe geben, dir den Gefallen zu tun, Sassenach«, sagte er, »aber du weißt, dass ich nicht der Einzige bin, der in dieser Sache mitzureden hat.« Sein Gesicht war ernst, doch einer seiner Mundwinkel zuckte.
Dieser Anblick gab mir den Rest.
»Lach nicht!«, sagte ich wütend. »Wage es bloß nicht zu lachen!«
»Och, ich lach doch gar nicht«, versicherte er mir und versuchte, ein ernstes Gesicht aufzusetzen.
»Doch!« Ich boxte ihn in die Brust. Jetzt lachte er wirklich. Ich boxte ihn noch einmal, fester, und ehe ich michs versah, hämmerte ich mit aller Kraft auf ihn ein. Durch das Plaid klang es wie gedämpfte Trommelschläge. Er griff nach meiner Hand, doch ich senkte den Kopf und biss ihn in den Daumen. Er schrie auf und zog die Hand zurück.
Einen Moment lang untersuchte er meine Zahnabdrücke, dann sah er mich mit hochgezogenen Augenbrauen an. Seine Augen glitzerten immer noch amüsiert, doch immerhin hatte der Schuft aufgehört zu lachen.
»Sassenach, du hast mich dutzendmal so gut wie tot gesehen und hast nicht mit der Wimper gezuckt. Warum zum Kuckuck regst du dich jetzt so auf, obwohl ich nicht einmal krank bin?«
»Nicht mit der Wimper gezuckt?« Ich starrte ihn in wütendem Erstaunen an. »Du meinst, es hat mir nichts ausgemacht?«
Er rieb sich mit dem Finger über seine Oberlippe und betrachtete mich mit einiger Belustigung.
»Oh. Hm. Natürlich hatte ich das Gefühl, dass du dir Sorgen machst. Aber ich muss zugeben, dass ich es noch nie aus diesem Blickwinkel betrachtet habe.«
»Natürlich nicht. Und wenn du es getan hättest, liefe es doch auf dasselbe heraus. Du – du – Schotte!« Es war die schlimmste Beschimpfung, die mir einfiel. Da ich keine Worte mehr fand, drehte ich mich um und stapfte davon.
Unglücklicherweise hat Stapfen eine relativ geringe Wirkung, wenn man es barfuß auf einer Wiese tut. Ich trat auf etwas Scharfes, schrie leise auf und hinkte noch ein paar Schritte, bevor ich stehen bleiben musste.
Ich war auf eine Klette getreten; ein halbes Dutzend Stacheln steckte in meiner nackten Fußsohle, und Blutstropfen quollen aus den kleinen Einstichen. Leise fluchend und unsicher auf einem Bein balancierend, versuchte ich, sie herauszuziehen.
Ich wankte und fiel fast hin. Eine starke Hand ergriff mich unter dem Ellbogen und stützte mich. Ich biss die Zähne zusammen und riss den Rest der Klettenstacheln heraus. Ich entzog ihm meinen Ellbogen, machte auf dem Absatz kehrt und ging – sehr viel vorsichtiger – zu der Stelle zurück, wo ich meine Kleider liegen gelassen hatte.
Ich warf den Umhang ab und begann, mich so würdevoll wie möglich anzuziehen. Jamie stand mit verschränkten Armen da und sah mir kommentarlos zu.
»Als Gott Adam aus dem Paradies geworfen hat, hat Eva ihn immerhin begleitet«, sagte ich zu meinen Fingern, während ich das Zugband meiner Hosen festzog.
»Aye, das ist wahr«, stimmte er nach einer vorsichtigen Pause zu. Er warf mir einen Seitenblick zu, um zu sehen, ob ich vorhatte, erneut auf ihn einzuschlagen.
»Äh – du hast nicht zufällig ein paar von diesen Pflanzen gegessen, die du heute Morgen gepflückt hast, oder, Sassenach? Nein, habe ich auch nicht gedacht«, fügte er hastig hinzu, als er meinen Gesichtsausdruck sah. »War nur so ein Gedanke. Myers sagt, von manchen Sachen hier bekommt man heftige Alpträume.«
»Ich habe keine Alpträume«, sagte ich mit mehr Nachdruck, als nötig gewesen wäre, wenn ich die Wahrheit gesagt hätte. Ich hatte Alpträume im Wachen, die allerdings nicht von der Einnahme halluzinogener Pflanzensubstanzen herrührten.
Er seufzte.
»Hast du vor, mir geradeheraus zu sagen, wovon du redest, Sassenach, oder möchtest du, dass ich erst ein bisschen leide?«
Ich starrte ihn wütend an, wie üblich hin- und hergerissen zwischen dem Drang zu lachen und dem Drang, mit einem stumpfen Gegenstand auf ihn einzuschlagen. Dann besiegte eine Welle der Verzweiflung das Lachen und die Wut. Schicksalsergeben ließ ich die Schultern sinken.
»Ich rede von dir«, sagte ich.
»Von mir? Warum?«
»Weil du ein verdammter Highlander bist und es dir nur um Ehre und Mut und Treue geht, und ich weiß, dass du nichts daran ändern kannst, das würde ich auch gar nicht wollen, nur – nur, verdammt, es wird dich nach Schottland führen und dich umbringen, und ich kann nichts dagegen tun!«
Er sah mich mit ungläubigem Blick an.
»Schottland?«, sagte er, als hätte ich etwas völlig Verrücktes gesagt.
»Schottland! Wo dein verdammtes Grab ist!«
Er fuhr sich langsam mit der Hand durch die Haare und sah mich von oben herab an.
»Oh«, sagte er schließlich. »Ich verstehe schon. Du meinst, wenn ich nach Schottland fahre, muss ich dort sterben, weil ich dort begraben werde. Ist es so?«