Die Suche nach dem Auge der Welt
- Автор: Джордан Роберт
- Серия: Das Rad der Zeit #1
- Год: 2004
- Язык: немецкий
- Переводчик: Andreas Decker
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Die Suche nach dem Auge der Welt». Краткое содержание книги:
»Wir sollten Moiraine erst fragen«, sagte Perrin, und Mat hob nun die Hände in einem Anfall von Verzweiflung. »Moiraine fragen? Denkst du, sie wird uns aus ihrer Sichtweite lassen? Und wie steht's mit Nynaeve? Blut und Asche, Perrin, warum willst du nicht auch noch Frau Luhhan fragen, wenn du schon dabei bist?«
Perrin nickte zögernd, und Mat wandte sich grinsend an Rand. »Wie steht's mit dir? Eine richtige Stadt? Mit Palästen!« Er lachte hinterhältig. »Und keine Weißmäntel, die uns anstarren.«
Rand warf ihm einen spöttischen Blick zu, zögerte aber nur kurz. Diese Paläste hätten aus einer Gauklergeschichte stammen können. »Geht klar!«
Sie bewegten sich ganz leise, damit man sie in dem vorderen Saal nicht hören konnte, und verließen das Gebäude über die Gasse. Sie folgten ihr von der Vorderfront des Gebäudes bis zu einer Straße auf der anderen Seite. Sie gingen schnell, und als sie sich einen Häuserblock weit von dem weißen Steingebäude entfernt hatten, begann Mat plötzlich zu hüpfen und zu tanzen.
»Frei.« Er lachte. »Frei!« Er ging langsamer, bis er schließlich einen Kreis beschrieb und dabei alles um sich herum betrachtete und immer weiter lachte. Die Nachmittagsschatten erstreckten sich lang und gezackt, und die sinkende Sonne färbte die in Ruinen liegende Stadt golden. »Habt ihr euch je einen solchen Ort erträumt? Habt ihr das?«
Perrin lachte auch, aber Rand zuckte nur unangenehm berührt die Achseln. Das glich in nichts der Stadt aus seinem ersten Traum, doch trotzdem... »Wenn wir noch etwas sehen wollen«, sagte er, »dann sollten wir losmarschieren. Es wird nicht mehr lange Tag sein.«
Mat wollte einfach alles sehen, so schien es jedenfalls, und er riß mit seiner Begeisterung die anderen mit. Sie kletterten über verstaubte Brunnen, deren Wasserbecken groß genug waren, um alle Emondsfelder auf einmal unterzubringen, liefen in Gebäude hinein und wieder heraus, die sie ohne irgendein System per Zufall auswählten, aber es waren immer die größten, die sie finden konnten. Einiges verstanden sie, anderes nicht. Ein Palast war immer noch ein Palast, aber was konnte man mit einem Gebäude anfangen, das nur aus einer runden, weißen Kuppel bestand, außen so groß wie ein ganzer Hügel und mit einem riesenhaften Saal im Inneren? Und was sollte dieser von Mauern begrenzte Platz ohne Dach, groß genug, um ganz Emondsfeld darin unterzubringen, mit Reihe auf Reihe auf Reihe von Steinbänken außenherum?
Mat wurde ungeduldig, als sie nichts außer Staub, Schutt und farblosen Wandbehängen fanden, die bei der leisesten Berührung zerfielen. Einmal waren Holzstühle an einer Mauer aufgestapelt, doch als Perrin versuchte, einen davon aufzuheben, zerfielen sie alle.
Die Paläste mit ihren riesigen leeren Sälen — in einigen davon hätte man gut die Weinquellenschenke unterbringen können, und es wäre auf allen Seiten und nach oben hin noch genug Platz geblieben — ließen Rand oft an die Menschen denken, die sie einst bewohnt hatten. Er glaubte, daß alle Einwohner der Zwei Flüsse unter dieser runden Kuppel Platz gefunden hätten, und was den Ort mit den Steinbänken betraf... Er konnte sich beinahe plastisch vorstellen, die Menschen in den Schatten zu erkennen, wie sie mißbilligend den drei Eindringlingen zusahen, die ihre Ruhe störten.
Schließlich wurde selbst Mat müde, auch wenn die Gebäude noch so beeindruckend waren, und er erinnerte sich daran, daß er in der Nacht zuvor nur eine Stunde lang geschlafen hatte. Alle begannen, sich daran zu erinnern. Gähnend saßen sie auf den Stufen vor einem hohen Gebäude, an dessen Vorderseite viele Reihen hoher Steinsäulen aufgestellt waren, und stritten sich darüber, was sie als nächstes machen sollten.
»Zurückgehen«, sagte Rand, »und etwas schlafen.« Er hielt sich den Handrücken vor den Mund. Als er wieder zu sprechen in der Lage war, sagte er: »Schlafen. Das ist alles, was ich will.«
»Du kannst doch immer schlafen«, sagte Mat zielbewußt. »Schau mal, wo wir uns hier befinden. Eine Ruinenstadt. Schätze.«
»Schätze?« Perrins Kiefer knackten. »Hier gibt es keinen Schatz. Es gibt nichts als Staub.«
Rand hob die Hand an die Stirn, damit er nicht von der Sonne geblendet wurde, die wie ein roter Ball über den Dächern hing. »Es wird spät, Mat. Bald ist es dunkel.«
»Es könnte Schätze geben«, beharrte Mat tapfer. »Auf jeden Fall möchte ich auf einen der Türme steigen. Schaut mal den dort drüben an. Er ist unversehrt geblieben. Ich wette, von dort droben kann man meilenweit sehen. Was meint ihr?«
»Die Türme sind nicht sicher«, sagte eine Männerstimme hinter ihnen.
Rand sprang auf die Füße und wirbelte herum, wobei er sein Schwert am Griff packte. Die anderen waren genauso schnell. Ein Mann stand im Schatten unter den Säulen oben an der Treppe. Er trat einen halben Schritt vor, hob die Hand, um seine Augen zu schützen, und trat wieder zurück. »Vergebt mir«, sagte er weich. »Ich bin eine ganze Zeit drinnen im Dunkeln gewesen. Meine Augen sind noch nicht an das Licht gewöhnt.«
»Wer seid Ihr?« Rand hielt den Akzent des Mannes für eigenartig, sogar nach dem, was sie in Baerlon gehört hatten; er betonte einige Worte so seltsam, daß Rand sie kaum verstehen konnte. »Was macht Ihr hier? Wir dachten, die Stadt sei leer.«
»Ich heiße Mordeth.« Er legte eine Pause ein, als erwarte er, daß sie den Namen erkannten. Als keiner von ihnen ein Anzeichen dafür zeigte, murmelte er etwas vor sich hin und fuhr fort: »Ich könnte Euch dasselbe fragen.
Es ist schon lange niemand mehr in Aridhol gewesen. Lange, lange Zeit. Ich hätte nicht gedacht, daß ich auf der Straße drei junge Männer finde.«
»Wir sind auf dem Weg nach Caemlyn«, sagte Rand. »Wir sind hier geblieben, um uns ein Nachtquartier zu suchen.«
»Caemlyn«, sagte Mordeth langsam und rollte den Namen um seine Zunge herum. Dann schüttelte er den Kopf. »Ein Nachtquartier, sagt Ihr? Vielleicht schließt Ihr Euch mir an?«
»Ihr habt noch immer nicht gesagt, was Ihr hier macht«, sagte Perrin.
»Also, ich bin natürlich Schatzsucher.«
»Habt Ihr einen gefunden?« wollte Mat aufgeregt wissen.
Rand glaubte, Mordeth lächeln zu sehen, aber er konnte im Schatten nicht sicher sein. »Habe ich«, sagte der Mann. »Mehr als ich erwartete. Viel mehr. Mehr als ich wegtragen kann. Ich habe nicht erwartet, drei kräftige, gesunde junge Männer zu finden. Wenn Ihr mir helft, das, was ich wegtragen kann, zu meinen Pferden zu schleppen, könnt Ihr alle einen Teil des Rests bekommen. Soviel Ihr tragen könnt. Was ich auch zurücklasse, wird schnell weg sein, von einem anderen Schatzsucher weggeschleppt, bevor ich zurückkommen und es holen kann.«
»Ich habe euch gesagt, daß es an einem solchen Ort Schätze geben muß«, rief Mat. Er schoß die Treppe hoch. »Wir werden Euch helfen, ihn zu tragen. Bringt uns nur dorthin.« Er und Mordeth gingen tiefer in die Schatten unter den Säulen hinein. Rand sah Perrin an. »Wir können ihn nicht allein lassen.« Perrin sah hinüber zu der sinkenden Sonne und nickte.
Sie gingen mißtrauisch die Treppe hoch. Perrin lockerte die Axt in seiner Gürtelschlaufe. Rand spannte die Hand um den Griff seines Schwertes. Mat und Mordeth warteten zwischen den Säulen. Mordeth hatte die Arme vor der Brust verschränkt, während Mat ungeduldig nach innen spähte.
»Kommt«, sagte Mordeth. »Ich zeige Euch den Schatz.« Er schlüpfte hinein, und Mat folgte ihm. Den anderen blieb nichts anderes übrig, als ebenfalls nachzukommen.
In dem Saal drinnen herrschte Düsternis, aber Mordeth wandte sich sofort zur Seite und betrat eine enge Treppe, die sich in vielen Windungen durch immer tiefere Dunkelheit nach unten zog. Schließlich ertasteten sie sich den Weg durch pechschwarze Nacht. Rand tastete mit einer Hand an der Wand entlang und war sich nie sicher, ob eine weitere Stufe kommen würde, bis sein Fuß sie schließlich fand. Selbst Mat fühlte sich nicht mehr wohl in seiner Haut. Man hörte es seiner Stimme an, als er sagte: »Es ist schrecklich dunkel hier unten.«