Die Suche nach dem Auge der Welt
- Автор: Джордан Роберт
- Серия: Das Rad der Zeit #1
- Год: 2004
- Язык: немецкий
- Переводчик: Andreas Decker
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Die Suche nach dem Auge der Welt». Краткое содержание книги:
Sie beeilten sich beim Absteigen und trieben die restlichen Pferde zusammen. Der Torbogen, an dem kein Rest einer früheren Tür mehr hing, war mehr als groß genug, um die Tiere hindurchzubringen, sogar immer zwei nebeneinander.
Drinnen fanden sie einen riesigen Saal, so breit wie das ganze Gebäude, mit einem schmutzigen, geplättelten Fußboden und ein paar zerfetzten Wandbehängen, zu einem stumpfen, gleichmäßigen Braun verblaßt, die aussahen, als würden sie bei einer Berührung gleich zerfallen. Sonst nichts. Lan hatte in der nächstgelegenen Ecke für sich und Moiraine einen Lagerplatz mit ihren Umhängen als Unterlagen gerichtet. Nynaeve schimpfte über den Staub, kniete neben der Aes Sedai nieder und kramte in ihrem Beutel herum, den ihr Egwene aufhielt.
»Ich kann sie vielleicht nicht leiden, das mag schon stimmen«, sagte Nynaeve zu dem Behüter, als Rand, der Bela und Wolke führte, hinter Thom eintrat, »aber ich helfe jedem, der meine Hilfe braucht, ob ich ihn mag oder nicht.«
»Ich habe mich nicht beklagt, Seherin. Ich habe nur gesagt, Ihr sollt mit Euren Kräutern vorsichtig umgehen.«
Sie sah ihn aus den Augenwinkeln an. »Es ist nun mal so, daß sie meine Kräuter braucht, und Ihr ebenfalls.« Zu Beginn klang ihre Stimme bitter, doch dann nahm sie einen eher beißenden Tonfall an. »Es ist nun mal so, daß sie eben auch nur soviel und nicht mehr tun kann, selbst mit Ihrer Einen Macht, und sie hat schon soviel getan, wie sie nur konnte, ohne zusammenzubrechen. Es ist nun mal so, Herr der Sieben Türme, daß Euer Schwert ihr jetzt nicht helfen kann, wohl aber meine Kräuter.«
Moiraine legte eine Hand auf Lans Arm. »Entspanne dich, Lan. Sie meint es nicht böse. Sie weiß es einfach nicht besser.« Der Behüter schnaubte verächtlich. Nynaeve hörte mit dem Herumkramen in ihrem Beutel auf und sah ihn mit hochgezogenen Augenbrauen an, dann aber sprach sie Moiraine an. »Es gibt viele Dinge, die ich nicht weiß. Worum geht es hier?«
»Zum einen«, antwortete Moiraine, »brauche ich wirklich nur etwas Ruhe. Zum anderen stimme ich Euch zu. Eure Fähigkeiten und Euer Wissen werden uns mehr nützen, als ich dachte. Wenn Ihr nun noch etwas habt, was mich eine Stunde lang schlafen läßt, ohne daß ich einen schweren Kopf bekomme...?«
»Ein schwacher Tee aus Fuchsschwanzgras, Marisin und... «
Rand versäumte den Rest, als er Thom in einen zweiten Raum folgte, der genauso groß und noch leerer war als der erste. Hier gab es nur Staub, dicht und unberührt, bis sie kamen. Nicht einmal die Spuren von Vögeln oder Kleintieren waren auf dem Fußboden zu sehen.
Rand nahm Bela und Wolke die Sättel ab, Thom sattelte Aldieb und seinen Wallach ab und Perrin sein Pferd und Mandarb. Alle außer Mat. Er ließ seine Zügel mitten im Raum einfach fallen. Es gab außer der Tür, durch die sie eingetreten waren, noch zwei Ausgänge. »Eine Straße«, verkündete Mat, nachdem er den Kopf zum ersten hinausgestreckt hatte. Das konnten sie alle von ihren Standpunkten aus sehen. Die zweite Tür war nur ein schwarzes Rechteck in der hinteren Wand. Mat ging langsam durch und kam viel schneller wieder zurück, wobei er sich lebhaft alte Spinnweben vom Haar streifte.
»Da ist nichts drin«, sagte er und beäugte wieder die Gasse.
»Wirst du dich vielleicht mal um dein Pferd kümmern?« fragte Perrin. Er war bereits mit seinem fertig und hob gerade Mandarbs Sattel ab. Es war seltsam, aber der Hengst mit den wilden Augen machte bei ihm überhaupt keine Schwierigkeiten, obwohl er Perrin genau beobachtete. »Keiner wird das für dich erledigen.«
Mat blickte noch einmal zu der Gasse hinüber und wandte sich dann seufzend seinem Pferd zu. Als Rand Belas Sattel auf den Boden legte, bemerkte er, daß Mat nur trübsinnig in die Luft stierte. Seine Augen schienen tausend Meilen weit weg, und er bewegte sich nur ganz mechanisch.
»Bist du in Ordnung, Mat?« sagte Rand. Mat hob den Sattel von seinem Pferd und stand gedankenverloren da. »Mat? Mat!«
Mat erschrak und ließ beinahe den Sattel fallen. »Was? Oh! Ich... Ich habe nur nachgedacht.«
»Nachgedacht?« höhnte Perrin von drüben her, wo er gerade Mandarbs Geschirr abschnallte. »Du hast geschlafen!«
Mat machte ein finsteres Gesicht. »Ich habe darüber nachgedacht, was... was da hinten geschehen ist. Über diese Worte, die ich... « Alle wandten sich ihm zu, nicht nur Rand, und er trat unsicher von einem Fuß auf den anderen. »Also, ihr habt ja gehört, was Moiraine sagte. Es ist, als habe irgendein toter Mann mit meiner Zunge gesprochen. Es gefällt mir nicht.« Seine Miene verfinsterte sich noch mehr, als Perrin lachte.
»Aemons Schlachtruf, sagte sie — richtig? Vielleicht ist in dir Aemon wiedergeboren. So wie du immer über Emondsfeld herziehst, wie langweilig es dort ist, denke ich, das würde dir gefallen — ein König und wiedergeborener Held zu sein.«
»Sagt so etwas nicht!« Thom holte tief Luft. Jetzt sah jeder ihn an. »Das ist gefährliches, dummes Gerede! Die Toten können wiedergeboren werden oder einen lebenden Körper übernehmen, und das ist nichts, worüber man so leichthin sprechen darf.« Er holte noch mal tief Luft, um sich zu beruhigen, bevor er fortfuhr: »Das alte Blut, hat sie gesagt. Das Blut und kein toter Mann. Ich habe gehört, daß so was manchmal geschehen kann. Gehört, wie gesagt, aber ich dachte niemals im Ernst daran... Es waren deine Wurzeln, Junge. Das geht zurück über deinen Vater zu deinem Großvater und geradewegs zu Manetheren und vielleicht noch weiter. Na ja, jetzt weißt du, daß deine Familie alt ist. Damit solltest du es bewenden lassen und einfach froh sein. Die meisten Leute wissen nicht viel mehr, als daß sie einen Vater hatten.«
Manche von uns können nicht einmal da sicher sein, dachte Rand bitter. Vielleicht hatte die Seherin recht. Licht, ich hoffe, sie hatte recht.
Mat nickte zu den Worten des Gauklers. »Ja, das denke ich auch. Nur... glaubt Ihr, daß es etwas mit dem zu tun hat, was mit uns geschehen ist? Die Trollocs und alles? Ich meine... ach, ich weiß gar nicht, was ich meine.«
»Ich glaube, du solltest es vergessen und dich darauf konzentrieren, heil aus allem rauszukommen.« Thom zog seine langstielige Pfeife aus einer Innentasche seines Umhangs. »Und ich glaube, ich werde ein wenig rauchen.« Er winkte mit der Pfeife in ihre Richtung und verschwand im vorderen Saal.
»Wir stecken alle gemeinsam in dieser Sache, und nicht einzeln«, sagte Rand zu Mat.
Mat schüttelte sich und lachte kurz und hart auf.
»Richtig. Also, wenn wir schon von gemeinsamen Dingen reden: Jetzt sind wir ja mit den Pferden fertig, warum sollten wir dann nicht herumlaufen und ein bißchen mehr von dieser Stadt sehen? Eine richtige Stadt und keine Menschenmengen, wo man ständig angerempelt und getreten wird. Keiner, der uns von oben herab anschaut. Das Tageslicht wird sich noch eine, vielleicht auch zwei Stunden lang halten.«
»Vergißt du nicht die Trollocs?« fragte Perrin.
Mat schüttelte verächtlich den Kopf. »Lan sagte, sie kämen nicht hierher; erinnerst du dich nicht mehr? Du mußt auf das hören, was die Leute sagen.«
»Ich erinnere mich«, sagte Perrin. »Und ich pflege zuzuhören. Diese Stadt — Aridhol? — war ein Verbündeter von Manetheren. Siehst du? Ich höre zu.«
»Aridhol muß wohl während der Trolloc-Kriege die größte Stadt gewesen sein«, sagte Rand, »wenn die Trollocs sie immer noch fürchten. Sie hatten keine Angst, die Zwei Flüsse zu betreten, und Moiraine sagte, daß Manetheren — wie hat sie das ausgedrückt? — ein Dorn im Fuße des Dunklen Königs war.«
Perrin hob die Hände. »Erwähne bitte den Schäfer der Nacht nicht. Bitte!«
»Was meint ihr?« lachte Mat. »Gehen wir!«