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Die Suche nach dem Auge der Welt

Электронная книга - «Die Suche nach dem Auge der Welt». Краткое содержание книги:

In dem abgeschiedenen Dorf Emondsfelde erzählt man sich noch immer die alten Geschichten um den Dunklen König und die Magierinnen der Aes Sedai, die das Rad der Zeit drehen. Niemand ahnt, auch der junge Bauernsohn Rand al'Thor nicht, wieviel Wahrheit in diesen Legenden steckt. Dann jedoch berfallen blutrnstige Trollocs, die Häscher des Dunklen Königs, das Dorf und brennen den Bauernhof von Rands Familie nieder. Die Magierin Moiraine verhilft dem Jungen in letzter Minute zur Flucht. Eine phantastische Reise beginnt, während der Rand in sein Schicksal hineinwachsen wird, der Wiedergeborene Drache und der Retter der Welt zu sein ... Dieser Band vereint — wie in der Originalausgabe — den kompletten Auftakt zu Robert Jordans Meisterwerk Das Rad der Zeit.
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»Was machen wir jetzt?« fragte Nynaeve zornig. »Wohin sollen wir uns wenden?«

»Alles, was noch übrigbleibt, sind der Norden und der Westen«, sagte Moiraine. Es war mehr ein lautes Denken als eine Antwort auf die Frage der Seherin. »Im Süden liegen die Hügel von Abscher, kahl und tot, und der Taren. Aber es gibt hier keinen Übergang und kein Boot. Im Norden könnten wir den Arinelle vor Einbruch der Dunkelheit erreichen, und dort ist es auch möglich, das Boot eines Händlers zu finden. Wenn das Eis bei Maradon mittlerweile gebrochen ist.«

»Es gibt einen Ort, an den die Trollocs nicht gehen werden«, sagte Lan, aber Moiraines Kopf fuhr sofort zu ihm herum.

»Nein!« Sie winkte den Behüter heran, und sie steckten die Köpfe zusammen, um nicht gehört zu werden.

Die Hörner erklangen, und Rands Pferd tänzelte nervös.

»Sie versuchen, uns Angst einzujagen«, murrte Thom, der sich bemühte, sein Pferd zu beruhigen. Er klang halb wütend und halb, als hätten die Trollocs damit Erfolg gehabt. »Sie versuchen, uns Angst einzujagen, damit wir in Panik davonlaufen. Dann erwischen sie uns gewiß.«

Egwenes Kopf drehte sich bei jedem Hornstoß. Zuerst sah sie nach vorn, dann nach hinten, als halte sie nach den ersten Trollocs Ausschau. Rand wollte eigentlich das gleiche tun, doch er bemühte sich, den Drang zu unterdrücken. Er trieb Wolke näher zu ihr hin. »Wir reiten nach Norden«, verkündete Moiraine.

Die Hörner tönten schrill, als sie die Straße verließen und zwischen die sie umgebenden Hügel ritten.

Die Hügel waren wohl niedrig, aber es war ein ständiges Auf und Ab; niemals ein ebenes Stück Wegs dazwischen, die Strecke führte unter Bäumen mit kahlen Asten hinweg und durch totes Unterholz. Die Pferde erkletterten mühsam einen Hang und galoppierten den nächsten wieder hinunter. Lan gab ein strammes Tempo vor; viel schneller als vorher auf der Straße.

Zweige peitschten auf Rands Gesicht und Brust. Alte Schlingpflanzen wickelten sich um seine Arme und zogen sogar manchmal seinen Fuß aus dem Steigbügel. Die durchdringenden Töne aus den Hörnern kamen immer näher und erklangen immer häufiger.

So sehr sich Lan auch bemühte, sie kamen einfach nicht sehr schnell vorwärts. Für jeden Schritt nach vorn mußten sie zwei nach oben und wieder einen nach unten tun, und jeder Schritt bedeutete ein mühsames Vorwärtsschieben. Und die Hörner kamen näher. Zwei Meilen, dachte er. Vielleicht noch weniger.

Nach einer Weile blickte Lan unruhig erst in die eine Richtung, dann in die andere. Sein Gesicht zeigte beinahe schon etwas wie Sorge. Einmal stand er aufgerichtet in den Steigbügeln und starrte nach hinten, woher sie gekommen waren. Alles, was Rand sehen konnte, waren Bäume. Lan setzte sich wieder in den Sattel und schob mit einer unbewußten Geste seinen Umhang zurück, um das Schwert griffbereit zu haben, während er mit Blicken den Wald absuchte.

Rand suchte fragend Mats Blick, aber Mat schnitt nur eine Grimasse in Richtung auf den Rücken des Behüters und zuckte hilflos die Achseln.

Dann sagte Lan über seine Schulter hinweg: »Trollocs sind nah.« Sie erreichten die Spitze eines Hügels und begannen den Abstieg. »Einige Kundschafter, die vor den anderen herlaufen. Möglicherweise jedenfalls. Wenn wir auf sie treffen, dann bleibt unter allen Umständen in meiner Nähe und macht dasselbe wie ich. Wir müssen auf dem einmal eingeschlagenen Weg verbleiben.«

»Blut und Asche!« murrte Thom. Nynaeve gab Egwene ein Zeichen, dicht bei ihr zu bleiben.

Verstreute Gruppen von Nadelbäumen boten die einzige wirkliche Deckung für sie. Rand versuchte, in alle Richtungen gleichzeitig zu blicken. Seine Phantasie ließ graue Baumstümpfe, die er aus den Augenwinkeln erblickte, zu Trollocs werden. Auch die Hörner waren wieder ein Stück näher. Und direkt hinter ihnen. Da war er sicher. Hinter ihnen, und sie holten weiter auf.

Wieder erreichten sie einen Hügelkamm. Unter ihnen begannen gerade Trollocs mit langen Stangen, an deren Enden sich Seilschlingen oder große Haken befanden, den Hügel hochzumarschieren. Viele Trollocs. Die Linie erstreckte sich weit nach beiden Seiten. Ein Ende war nicht in Sicht, doch in der Mitte, geradewegs vor Lan, ritt ein Blasser.

Der Myrddraal schien zu zögern, als auf dem Hügel oben die Menschen erschienen, aber im nächsten Augenblick schwang er ein Schwert mit der schwarzen Klinge, an die sich Rand so ungern erinnerte, über seinem Kopf. Die Trolloc-Kette rannte los.

Noch bevor sich der Myrddraal bewegte, hatte auch Lan sein Schwert in der Hand. »Bleibt bei mir!« schrie er, und dann stürzte sich Mandarb hügelabwärts auf die Trollocs. »Für die Sieben Türme!« rief Lan.

Rand schluckte und rammte dem Grauen die Fersen in die Flanken. Die ganze Gruppe galoppierte dem Behüter hinterher. Er war überrascht, Tams Schwert plötzlich in seiner Faust zu finden. Von Lans Schlachtruf mitgerissen, fand er einen eigenen: »Manetheren! Manetheren!«

Perrin fiel mit ein. »Manetheren! Manetheren!«

Aber Mat rief: »Carai an Caldazar! Carai an Ellisande! Al Ellisande!«

Der Kopf des Blassen wandte sich von den Trollocs den Reitern zu, die ihn angriffen. Das schwarze Schwert erstarrte über seinem Kopf, und die Öffnung seiner Kapuze drehte sich hin und her und suchte die auf ihn zu galoppierenden Reiter ab. Dann hatte Lan den Myrddraal erreicht, und gleichzeitig griffen die Menschen die Reihe der Trollocs an. Die Klinge des Behüters traf auf den schwarzen Stahl aus den Schmieden von Thakan'dar. Es gab ein Klingen wie von einer großen Glocke. Der Schlag wurde von den Hügeln als Echo zurückgeworfen, und ein blauer Blitz erfüllte die Luft wie Wetterleuchten. BeinaheMenschen mit Tierschnauzen drängten sich um jeden der Menschen herum. Fangseile und Haken wurden wild umhergeschwenkt. Sie mieden nur Lan und den Myrddraal. Diese beiden fochten in einem freigebliebenen Kreis. Die Rappen paßten ihren Schritt jeweils dem anderen an, und die Schwerter parierten einander Schlag für Schlag. In der Luft blitzte und läutete es.

Wolke rollte mit den Augen und wieherte laut. Er bäumte sich und schlug mit den Hufen nach den knurrenden Gesichtern mit ihren scharfen Reißzähnen, die ihn umgaben. Schwere Körper umringten ihn, Schulter an Schulter. Rand ließ den Grauen die Fersen spüren und trieb ihn rücksichtslos vorwärts. Sein Schwert schwang er — verglichen mit Lan — ungeschickt; er hackte drauflos, als müsse er Holz spalten. Egwene! Verzweifelt suchte er nach ihr, als er den Grauen weitertrieb. Er hackte sich einen Weg durch die haarigen Körper wie durch dichtes Unterholz.

Moiraines weiße Stute galoppierte und schlug bei der leisesten Bewegung der Aes Sedai an ihren Zügeln aus. Moiraines Gesicht war genauso hart wie das Lans, wenn sie ihren Stab auf die Gegner richtete. Trollocs wurden von Flammen eingehüllt, die dann mit einem Aufbrüllen explodierten, das nur noch gekrümmte Gestalten bewegungslos am Boden zurückließ. Nynaeve und Egwene ritten in verzweifelter Eile dicht neben der Aes Sedai. Sie bleckten die Zähne beinahe genauso wild wie die Trollocs und hatten Dolche in den Händen. Diese kurzen Klingen wurden ihnen überhaupt nichts nützen, wenn ein Trolloc ganz nahe kam. Rand versuchte, Wolke in ihre Richtung zu lenken, aber der Graue ging durch. Wiehernd und ausschlagend kämpfte er sich weiter vorwärts, gleich, wie stark Rand an den Zügeln zerrte.

Um die drei Frauen herum ergab sich ein wenig freier Raum, als Trollocs vor Moiraines Stab flüchteten, doch wie sie auch versuchten, ihr zu entgehen, so folgte sie ihnen. Feuer prasselte, und die Trollocs heulten vor Wut und Kampfeslust. Über dem Prasseln und Heulen donnerte der Glockenschlag der Schwerter des Behüters und des Myrddraal; die Luft um sie herum leuchtete blau auf, dann wieder und immer wieder.

Eine Schlinge am Ende einer Stange fuhr auf Rands Kopf zu. Mit einem ungeschickten Schlag spaltete er die Stange in zwei Teile und hackte dann auf den ziegenbockartigen Trolloc los, der sie hielt. Ein Haken erwischte seine Schulter von hinten und verfing sich in seinem Umhang, zog ihn mit einem Ruck nach hinten. Verzweifelt paßte er das Sattelhorn, um nicht zu stürzen, wobei er beinahe noch sein Schwert verloren hätte. Wolke wand sich und wieherte schrill. Rand klammerte sich voller Angst an Sattel und Zügel. Er fühlte, wie er Handbreit um Handbreit abrutschte, von dem Haken gezogen. Wolke drehte sich herum. Einen Augenblick lang sah Rand Perrin, halb aus dem Sattel hängend, der mit drei Trollocs um seine Axt kämpfte. Sie hielten ihn an einem Arm und beiden Beinen fest. Wolke warf sich nach vorn, und Rands Blickfeld war nur noch von Trollocs erfüllt.

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