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Die Saga von Garth und Torian

Электронная книга - «Die Saga von Garth und Torian». Краткое содержание книги:

Die Saga von Garth und Torian - Ungeahnte Kräfte wurden frei, als der Magier der Tremonen starb. Torian aus Scrooth, verwantwortlich für den Tod des Zauberers, entgeht mit seinem ehemaligen Gegner Garth dem Inferno – aber nur, um noch gefahrvollere Abenteuer bestehen zu müssen. Denn in der Ruinenstadt Rador wartet die Vergangenheit und ersinnt einen teuflischen Plan...
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»Sonderbar?« Boron runzelte demonstrativ die Stirn. »Was soll das heißen?«

»Sie waren blind«, antwortete Torian an Garths Stelle. »Aber sie kämpften wie...«

»Blind?« Boron fuhr so heftig von seinem Stuhl hoch, daß das Möbelstück umfiel. Alle Farbe wich aus seinem Gesicht. »Was redest du da? Blind, sagst du?« Torian schluckte die bissige Bemerkung hinunter, die ihm auf der Zunge lag. Borons Reaktion zeigte deutlich genug, daß die Männer keine Fremden für ihn waren. Und nicht unbedingt seine Freunde.

»Sie hatten keine Augen«, bestätigte er. »Du kennst sie?«

Boron nickte, schwieg aber. Sein Atem ging schnell.

»Was weißt du über sie?« fragte Garth. »Wer sind die Männer?«

Boron trank erneut einen Schluck. Seine Hände zitterten so stark, daß der Flaschenhals gegen seine Zähne klapperte. Ein Teil des Weines lief ihm wieder aus dem Mund, ohne daß er es merkte.

»Ich weiß nichts«, sagte er. »Ich...«

Torians Geduld war endgültig aufgebraucht. Bevor Boron auch nur eine Abwehrbewegung machen konnte, hatte Torian sein Schwert gezogen und setzte ihm die Spitze auf die Kehle. Mit einem Schrei prallte der Dieb zurück, doch Torian vollzog die Bewegung unbarmherzig mit.

»Vielleicht frischt das deine Erinnerung etwas auf«, sagte er kalt. »Du weißt etwas über diese Männer. Und du solltest möglichst schnell mit der Sprache herausrücken. Ich werde nämlich ziemlich nervös und ungeduldig, wenn man mich schon vor dem Frühstück aufzuschlitzen versucht, mußt du wissen. Das ist so eine Schwäche bei uns Zwergen.«

Boron warf einen hilfesuchenden Blick zu Garth hinüber, doch dieser machte keinerlei Anstalten, ihm zu helfen, sondern lächelte nur freundlich. Zwei weitere Diebe, von dem Schrei herbeigelockt stürmten ins Zimmer, erstarrten aber, als sie die Situation erkannten, und blieben neben der Tür stehen.

»Also gut«, gab Boron nach einigen Sekunden nach. »Ich sage euch, was ich weiß. Es ist nicht viel, und es bringt Unglück, darüber zu sprechen.«

»Red nicht lange um den Brei herum«, forderte Torian, ohne das Schwert zu senken oder die Diebe an der Tür auch nur eine Sekunde aus den Augen zu lassen. »Sonst bringt es nämlich dir Unglück, nicht darüber zu sprechen.«

»Es heißt, daß es unter der Stadt ein gewaltiges System von Katakomben gibt«, berichtete Boron. Seine Stimme war zu einem leisen Flüstern abgesunken. »Ich... ich weiß nicht, was davon wahr ist und was nicht. Aber es gibt viele, die behaupten, es gebe eine gigantische unterirdische Anlage, vielleicht größer als Armar selbst. Es soll Menschen dort unten geben, die Cra’thal. Ein ganzes Volk, das sich schon vor Jahrhunderten dorthin zurückgezogen und eine eigene Zivilisation gegründet hat.«

»Geschwätz«, knurrte Torian. »Wir sind nicht gekommen, um uns Ammenmärchen anzuhören. Wer waren die Blinden?«

»Laß ihn«, mischte sich Garth ein. »Ich kenne Boron. Er ist ein Schlitzohr, aber kein Lügner.« Er machte eine besänftigende Bewegung und wandte sich selbst an Boron. »Wieso habe ich von diesen Gerüchten nie etwas gehört? Ich war schließlich lange genug in der Stadt.«

»Es hat sich vieles in den letzten Jahren verändert«, fuhr Boron mit brüchiger Stimme fort. »Etwas geht in den letzten Monaten in Armar vor, aber niemand weiß, was es ist. Die Blinden sind mehrfach gesehen worden, und meist brachten sie nur Tod und Unheil. Es sind die Cra’thal, die Nachkommen der Menschen, die sich damals in den Katakomben verkrochen haben. Sie leben seit Generationen in völliger Finsternis, so daß sie ihr Augenlicht verloren haben. Ihre Augen verkümmerten, doch sie haben andere Fähigkeiten zur Orientierung ausgebildet. Man sagt, daß sie magische Fähigkeiten besitzen und trotz ihrer Blindheit unbesiegbare Kämpfer sind.«

»Nicht ganz«, brummte Torian. »Sie sterben nicht anders als normale Menschen auch.«

»Sie ster...« Boron krümmte sich zusammen, als hätte er einen Schlag bekommen. »Soll das heißen, daß ihr sie... getötet habt?«

»Genau das«, sagte Torian kalt.

»Ihr Narren!« Borons Stimme wurde zu einem schrillen Kreischen. »Dann seid ihr schon jetzt tot. Ihre Brüder werden nicht eher Ruhe geben, bis sie sich gerächt haben.«

»Noch sind wir am Leben, aber wir wären es wohl kaum noch, wenn wir diese Cra’thal nicht erschlagen hätten.«

»Sie werden sich rächen«, murmelte Boron, als hätte er Torians Worte überhaupt nicht gehört. »Und sie werden niemanden verschonen, der euch hilft. Ein einziges Mal ist es einem Krieger gelungen, einen Cra’thal zu töten. Einen Tag später war er tot, ebenso wie seine Familie und alle seine Freunde. Und ihr kommt ausgerechnet her zu mir! Geht, verlaßt mein Haus, sofort, bevor...«

»Du hast deine Geschichte noch nicht zu Ende erzählt«, unterbrach ihn Torian kalt und hob das Schwert ein wenig an, so daß die Spitze wieder direkt auf Borons Kehle wies. »Was hat es mit diesen Cra’thal auf sich?«

Boron starrte ihn einen Herzschlag lang haßerfüllt an, dann senkte er den Blick.

»Ihr Name heißt übersetzt Die Jünger der Letzten Nacht«, berichtete er mit furchterfüllter Stimme. »Es heißt, sie stünden mit finsteren Mächten im Bunde. Ein Heer der Finsternis, das irgendwann aus den Katakomben aufsteigen und Caracon verwüsten wird, wenn die Letzte Nacht, der Weltuntergang, gekommen ist. In letzter Zeit sind einige von ihnen in Armar aufgetaucht und haben Chaos und Verwirrung gestiftet, besonders in den Slums. Immer kamen sie nachts. Die Menschen haben panische Angst und verkriechen sich bei Einbruch der Dämmerung in ihren Häusern. Bitte, geht jetzt, bevor ihr mich mit ins Verderben reißt. Seht zu, daß ihr so schnell wie möglich aus Armar flieht, dann habt ihr vielleicht noch eine Chance. Ich...«

Etwas warnte Torian. Er spürte die Gefahr den Bruchteil einer Sekunde, bevor es geschah, aber wieder kam seine Reaktion zu spät. Lautlos wie Schatten glitten die Gestalten in den Raum.

Wieder waren es fünf, und wieder waren sie auf die gleiche Weise gekleidet wie ihre toten Kameraden. Die beiden Diebe neben der Tür kamen nicht mal dazu, sich dem neuen Feind zuzuwenden, bevor sie blutüberströmt zusammenbrachen. Sie waren tot, noch bevor sie auf dem Boden aufschlugen.

Instinktiv ließ sich Torian zur Seite fallen. Ein Schwerthieb spaltete die Rückenlehne des Stuhles, vor dem er gestanden hatte. Aus den Augenwinkeln sah er ein weiteres Schwert heranpfeifen, riß seine eigene Waffe hoch und parierte den Hieb noch im Fallen. Er keuchte, als die Klingen funkenstiebend aufeinandertrafen und ihm das Schwert fast aus der Hand geprellt worden wäre. Wieder spürte er die ungeheuerliche Kraft der blinden Krieger.

Blindlings trat er um sich, traf einen der Cra’thal und brachte ihn zu Fall, während er selbst auf die Beine federte.

Auch Garth und Boron hatten zu ihren Waffen gegriffen, doch sie wurden von den Angreifern mit wuchtigen Streichen zurückgedrängt. Trotz ihrer gewaltigen Kräfte besaßen sie keine Chance gegen die unheimlichen, übermenschlich schnellen Katakombenwesen.

Es geschah wieder. Torian wollte sich dagegen wehren, aber die finstere Macht in seinem Inneren war stärker. Wie schon beim Kampf in ihrem Nachtquartier schien die Zeit plötzlich langsamer abzulaufen. Die Bewegungen der Angreifer wirkten abgehackt und hatten mit einem Male nichts mehr von ihrer tödlichen Schnelligkeit.

Er unterlief einen Schwerthieb und tötete den Jünger mit einem raschen Stich. Eine weitere Klinge zischte von der linken Seite heran, doch es war nur ein Scheinangriff. Torian durchschaute die Finte und wich nicht zurück. Statt dessen sprang er auf den Mann zu, als dieser sein Schwert in die andere Hand wechselte, und erschlug ihn mit einem gewaltigen Hieb. Eine Kombination blitzschneller Schläge trieb die anderen Cra’thal zurück.

Boron rannte auf die Tür zu. Garth versuchte ihm zu folgen, doch einer der Cra’thal bekam ihn zu packen und versetzte ihm mit dem Schwertknauf einen Schlag gegen das Kinn, der Garth zusammenbrechen ließ.

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