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Die Saga von Garth und Torian

Электронная книга - «Die Saga von Garth und Torian». Краткое содержание книги:

Die Saga von Garth und Torian - Ungeahnte Kräfte wurden frei, als der Magier der Tremonen starb. Torian aus Scrooth, verwantwortlich für den Tod des Zauberers, entgeht mit seinem ehemaligen Gegner Garth dem Inferno – aber nur, um noch gefahrvollere Abenteuer bestehen zu müssen. Denn in der Ruinenstadt Rador wartet die Vergangenheit und ersinnt einen teuflischen Plan...
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Nein! dachte er entsetzt. Nicht schon wieder! Er konnte dieses Etwas in sich nicht noch einmal entfesseln. Nicht einmal, wenn sein Leben davon abhinge. Er war nicht sicher, ob er noch einmal die Kraft aufbringen würde, es zurückzudrängen.

Es dauerte nicht lange, bis die Soldaten zurückkehrten und Bericht erstatteten. Torian konnte nicht verstehen, was sie sagten, aber ihr kleinlauter, beinahe ängstlicher Tonfall und die ungehemmten Flüche, mit denen der Kommandant darauf antwortete, machten es überflüssig, die Worte zu verstehen. Torian begriff, daß sie von diesen Männern keine Gnade zu erwarten hatten, wenn sie ihnen in die Hände fielen. Er konnte es ihnen nicht einmal verdenken nach dem, was sie oben gesehen haben mußten.

»Das ist ein verdammtes abgekartetes Spiel«, flüsterte er. »Die stempeln uns zu Massenmördern, wenn sie uns schon nicht kriegen können.«

»Und wir werden kaum Gelegenheit haben, alles aufzuklären«, gab Garth zurück. Torian spürte, wie er in der Dunkelheit neben ihm nickte. »Die hängen uns, bevor wir ein Wort sagen können. Jemand möchte uns anscheinend ganz wahnsinnig gern tot sehen.

Wir...«

»Still!« zischte Torian. Garth verstummte mitten im Wort. Er atmete nicht mal mehr.

Die Schritte zweier Männer näherten sich der Theke. Torian hörte, wie eine Hand auf das schartige Holz klatschte. Einer der Männer sagte etwas, das er nicht verstand, und der andere antwortete mit einem halblauten, rauhen Lachen darauf.

Torian spannte sich. Wenn es sein mußte, würden sie kämpfen – aber er flehte alle Götter an, daß er nicht noch einmal gezwungen sein würde zu töten, nicht auf diese entsetzliche Art.

Möglicherweise wurde sein Gebet erhört; wahrscheinlich aber war es nur Zufall und die Folge von Kaams Feigheit. Torian verlagerte sein Körpergewicht, um in die richtige Position für einen raschen Sprung ins Freie zu kommen, lehnte sich mit der Schulter gegen die Tür – und unterdrückte im allerletzten Moment einen erschrockenen Ausruf, als der Boden unter seinen Füßen nachgab. Was er für natürlich gewachsenen Erdboden gehalten hatte, das entpuppte sich als eine dünne Lehmschicht, unter der der Zugang zu einem schmalen Stollen verborgen war. Torians Hände ertasteten eine verrottete, fast senkrecht in die Tiefe führende Holzleiter. Ein Schwall faulig riechender Luft schlug ihm entgegen, als er sich nach unten beugte und vergeblich versuchte, mehr als schwarze Schatten zu erkennen.

»Was, zum Teufel, ist das?« flüsterte er.

Garth bewegte sich unruhig neben ihm. »Vielleicht ein Vorratsraum«, wisperte er. »Oder ein Fluchttunnel. Kaam ist ein vorsichtiger Mann. Oder war es.«

Über ihnen scharrte Metall über das Holz der Theke, und der Laut brachte Torian davon ab, sich länger den Kopf über das »was« dieses jäh aufgetauchten Fluchtweges zu zerbrechen. Sie mußten es einfach riskieren.

Entschlossen rollte er ein zentnerschweres Faß zur Seite- und so, daß es die Klappe wenigstens für Augenblicke blockieren würde, sollten die Soldaten den Verschlag entdecken und ihn durchsuchen wollen –, tastete im Dunkeln mit dem Fuß nach der obersten Sprosse und begann rasch die Leiter hinunterzusteigen. Die altersschwache Konstruktion bebte und zitterte unter seinem Gewicht, als wolle sie jeden Moment zusammenbrechen, und er hoffte inständig, daß Garth ihm nicht unmittelbar folgte.

Glücklicherweise führte der Weg nur ein knappes Dutzend Stufen weit in die Tiefe, ehe unter seinem tastenden Fuß wieder fester Lehmboden war. Torian trat rasch einen Schritt von der Leiter zurück, gab Garth mit einem halblauten Ruf zu verstehen, daß er ihm folgen konnte, und sah sich um.

Es war nicht vollständig dunkel. Es gab keine direkte Lichtquelle, aber ein blasses, graues Leuchten hing in der Luft, in dem er seine Umgebung zwar mehr erahnte, als er sie wirklich sah, zumindest aber nicht vollständig blind war. Er erkannte, daß die Leiter in einem roh ausgeschachteten Hohlraum endete, der vollständig leer war. An der gegenüberliegenden Wand befand sich der Durchgang zu einem weiteren Tunnel, der allerdings so niedrig war, daß man darin nur kriechen konnte. Es war ein Fluchtweg, den Kaam für alle Fälle angelegt hatte. Ihm nutzte er nichts mehr, aber Garth und ihm würde er vielleicht das Leben retten.

Ungeduldig wartete er, bis Garth zu ihm herabgestiegen war, dann deutete er wortlos auf den Stollen. Garth blinzelte verwirrt. Er mußte nicht einmal etwas sagen, damit Torian begriff, daß er den Gang nicht sah. Mehr noch – er sah überhaupt nichts...

Aber wieder kam er nicht dazu, irgendwelche Einwände vorzubringen, denn über ihnen wurde es laut. Überraschte Schreie klangen auf, dann das Splittern von Holz. Die Soldaten hatten den Verschlag entdeckt.

Torian zögerte nicht länger, sondern ergriff Garth kurzerhand am Arm und riß ihn einfach mit sich. Mit purer Gewalt zwang er ihn auf die Knie herab und versetzte ihm einen Stoß, der ihn halbwegs in den Tunnel hineinschleuderte. Garth prallte unsanft mit dem Schädel gegen die Wand, grunzte überrascht – und begann ganz automatisch loszukriechen. Erneut fiel Torian auf, wie eng der Fluchttunnel geraten war. Er war für einen Mann von Kaams Statur gemacht, nicht für einen breitschultrigen Riesen wie Garth, und einen Moment lang rechnete er ernsthaft damit, daß der Dieb wie ein Korken im Flaschenhals einfach darin steckenbleiben würde.

Aber sie hatten Glück: Garth ächzte und schnaubte, aber er blieb nicht stecken.

Torian sah nervös zur Leiter zurück, ehe er dem Dieb folgte. Die Stimmen über ihnen wurden lauter. Noch folgte ihnen niemand, aber es konnte nur noch Augenblicke dauern. Er zögerte einen Moment, dann zog er mit einem entschlossenen Ruck seine Waffe aus dem Gürtel und ließ die Klinge wuchtig auf das morsche Holz krachen. Die Leiter zerbarst schon unter dem ersten Hieb. Lange würden sich die Verfolger davon sicher nicht aufhalten lassen, aber vielleicht waren wenige Minuten schon die Frist, die über Leben und Tod entschied. Torian steckte seine Waffe ein und folgte Garth.

Auch das letzte bißchen Licht verschwand, nachdem er wenige Schritte tief in den Stollen eingedrungen war. Er hörte Garth dicht vor sich schnaubend entlangkriechen, und ab und zu lösten sich kleine Steine von der Decke und rieselten auf ihn herab, aber auch er war jetzt vollkommen blind.

Er wußte nicht, wie lange sie durch den engen Stollen krochen, jeden Moment darauf gefaßt, an eine Stelle zu kommen, an der der Gang zu eng wurde, um weiterzukriechen, oder von einem Pfeil oder einem Schwert in den Rücken getroffen zu werden – was war, wenn die Soldaten den Stollen entdeckten und vorsichtshalber erst einmal ein paar Pfeile hineinschossen, ehe sie ihnen folgten?-, aber es konnten nur Minuten gewesen sein, obgleich sie ihnen hinterher wie Stunden vorkamen. Nach einer Weile begann der Boden unter ihren Händen und Knien sanft anzusteigen, und kurz darauf wurde es vor ihnen wieder hell. Dann begann sich der Stollen auszuweiten, und ganz plötzlich war wieder Holz unter ihnen.

Garth richtete sich mit einem erleichterten Seufzer wieder auf. Sie waren in einem kleinen, mit Kisten und Fässern und großen in Leinen eingeschlagenen Bündeln vollgestopften Raum, offensichtlich Kaams Keller, in dem er nicht nur seine Lebensmittelvorräte, sondern vor allem seine Hehlerware verstaute. Garth verschenkte allerdings an all die aufgehäuften Kostbarkeiten keinen Blick, sondern deutete stumm auf eine kleine Klappe, die in die Decke eingelassen war. Es gab keine Leiter, aber der Raum war so niedrig, daß Garth nur die Hände auszustrecken brauchte, um sie zu erreichen. Mit einem einzigen Ruck riß er den Riegel auf, griff nach oben und zog sich mit einer kraftvollen Bewegung in die Höhe. Augenblicke später tauchte seine Hand auf und streckte sich nach Torian aus. Torian packte sie und stieß sich vom Boden ab. Er fand mit dem Fuß Halt an der Wand und hangelte sich vollends durch die Öffnung.

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