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Die Saga von Garth und Torian

Электронная книга - «Die Saga von Garth und Torian». Краткое содержание книги:

Die Saga von Garth und Torian - Ungeahnte Kräfte wurden frei, als der Magier der Tremonen starb. Torian aus Scrooth, verwantwortlich für den Tod des Zauberers, entgeht mit seinem ehemaligen Gegner Garth dem Inferno – aber nur, um noch gefahrvollere Abenteuer bestehen zu müssen. Denn in der Ruinenstadt Rador wartet die Vergangenheit und ersinnt einen teuflischen Plan...
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Garth nickte, und Torian lachte bitter. »Das hätten sie kaum getan«, sagte er. »Ich bin nicht sicher, ob sie sprechen konnten.«

»Wie meinst du das?«

»Schau sie dir genauer an«, sagte Torian ruhig.

Garth starrte ihn noch einen Herzschlag lang irritiert an, dann erhob er sich auf Hände und Knie, kroch zu einem der Toten hinüber und sog erschrocken die Luft ein. Plötzlich fuhr er hoch, hastete zu einem zweiten, dritten.

»Sie sind blind«, murmelte er. »Sie sind... alle blind! Aber wie ist das möglich? Sie haben doch wie Besessene gekämpft!«

Torian seufzte. »Ich hatte gehofft, daß du die Antwort wüßtest«, sagte er. »Verdammt, ich habe keine Ahnung, wer die Männer sind, wer sie geschickt hat und erst recht nicht, warum sie uns umbringen wollten. Allmählich begreife ich überhaupt nichts mehr. Aber offenbar ist die Unterkunft hier doch nicht so sicher, wie du geglaubt hast.«

Kopfschüttelnd richtete Garth sich auf und kam zu ihm zurück. »Soldaten der Stadtwache sind das jedenfalls nicht«, sagte er überzeugt. »Und auch keine einfachen gedungenen Mörder. Ich habe noch nie von blinden Killern gehört, die besser als mancher Krieger zu kämpfen verstehen.« Er zögerte einen Moment und dachte nach. »Es sind die fünf, die wir gestern abend gesehen haben, nicht wahr?«

Torian nickte. »Ich glaube schon.«

»Ich war mir sicher, wir hätten sie im Nebel abgeschüttelt«, fuhr Garth fort. »In dieser Brühe können sie uns nicht einmal gehört haben. Ich möchte wissen, wie sie unsere Spur wiedergefunden haben.«

»Vielleicht mußten sie das gar nicht«, murmelte Torian. »Diese Schenke hier ist dein Stammlokal, nicht?«

»Niemand hier weiß, daß ich noch lebe«, erwiderte Garth, eine Spur zu überzeugt, wie Torian fand.

»Irgendwer in der Schenke hat uns erkannt und verraten«, behauptete Torian. »Ob man dich nun für tot hielt oder nicht. Aber das«, fügte er mit leicht erhobener Stimme und einer besänftigenden Geste hinzu, als Garth abermals auffahren wollte, »erklärt noch nicht, wieso sie uns überhaupt gefolgt sind. Sie waren hinter uns her, bevor wir hierherkamen, vergiß das nicht. Vielleicht schon vom Haus deines sogenannten Freundes aus.«

»Boron hat nichts damit zu tun«, widersprach Garth heftig. »Ich kenne ihn seit Jahren. Er würde mich niemals verraten.«

»Auch nicht, wenn er es muß?«

»Auch dann nicht«, sagte Garth.

Torian öffnete den Mund, schluckte seine Entgegnung dann aber doch hinunter. Er spürte, daß es sinnlos war, mit Garth über diesen Punkt zu diskutieren. Offenbar konnte Garth sich einen Verrat Borons ebensowenig vorstellen, wie er selbst es bei Garth vermocht hätte.

»Vielleicht haben sie auch schon vor unserer Ankunft auf uns gewartet«, sagte er deshalb, obwohl er selbst spürte, wie dünn diese Erklärung klang. »Immerhin haben wir mächtige Feinde. Wir sollten zusehen, daß wir so schnell wie möglich wieder aus der Stadt verschwinden. Offenbar haben wir ein Talent, zielsicher in jedes erreichbare Wespennest zu stechen.«

»Wir?« brummte Garth. »Du hat dieses Talent. Du scheinst ein Naturtalent zu sein. Und ich ein Idiot, dich nicht längst zur Hölle geschickt zu haben. Vielleicht sollte ich mich besser freiwillig dem Kommandanten stellen und wieder in die Söldnerlisten eintragen lassen. So ein gemütlicher Krieg ist die reinste Entspannung gegen ein paar Tage in deiner Nähe.«

Er verdrehte die Augen, seufzte übertrieben und wurde dann übergangslos ernst. »Zeig mir deinen Arm. Du blutest.«

Torian hatte gar nicht mehr an die Verletzung gedacht, die einer der Unbekannten ihm beigebracht hatte. Erst jetzt, nachdem Garth ihn daran erinnert hatte, spürte er das Brennen der Wunde wieder, lange nicht mehr so entsetzlich wie am Anfang, aber noch immer schlimm genug. Sein Arm war blutüberströmt.

Der Dieb streckte die Hand nach seinem Arm aus, aber Torian schüttelte nur den Kopf und riß einen Stoffstreifen aus seinem Umhang, den er zu einem provisorischen Verband knotete. »Nur ein Kratzer«, erklärte er und winkte ab.

Garth runzelte die Stirn, schwieg aber. Er stand auf. »Kaam muß uns helfen, die Leichen zu beseitigen. Ich möchte überhaupt gerne wissen, wo er steckt.«

Sie verließen das Zimmer. Das Sonnenlicht fügte Torian zwar keine Schmerzen mehr zu, aber es bereitete ihm auch jetzt noch Unbehagen. Das Halbdunkel des Flures kam ihm vor wie eine lindernde Hand aus Schatten.

Doch er spürte auch, wie das finstere Etwas in ihm schlagartig an Macht gewann und das Dämmerlicht mit einem stummen, freudigen Schrei willkommen hieß. Dürre Spinnenfinger tasteten nach seinem Geist, während sie die Treppe hinunterschritten. Torian krampfte die Hände so fest zu Fäusten zusammen, daß die Nägel in sein Fleisch schnitten, und er begrüßte den Schmerz, der ihm half, gegen die unverständlichen, fremden Gedanken anzukämpfen und sie wieder tief in sich zu vergraben. Was, um alles in der Welt, geschah bloß mit ihm?

Unauffällig musterte er Garth. Er wollte dem Dieb von dem Ding in seinem Inneren und den Schmerzen, die das Sonnenlicht ihm zugefügt hatte, erzählen, aber wie schon mehrmals zuvor konnte er es nicht. Etwas, das stärker war als sein Wille, hielt ihn davon ab.

Vielleicht wäre es ihm sogar gelungen, wenn sie nicht in diesem Moment den Schankraum erreicht hätten und über Kaam gestolpert wären.

Im wahrsten Sinne des Wortes.

Er lag reglos auf dem Boden, gekleidet in ein fremdartig aussehendes, schreiend buntes Nachtgewand aus glänzender Seide, das sich langsam mit dem Blut tränkte, das eine große Lache unter seinem Körper bildete. Noch im Tode hielt er die Faust um einen Wurfdolch gekrampft. Nicht einmal seine Schnelligkeit im Umgang mit diesen Waffen hatte ihm etwas gegen die blinden Mörder genutzt. Sie hatten ihm die Kehle durchgeschnitten.

Schaudernd wandte Torian den Blick ab. Und fuhr erschrocken zusammen. »Das Mädchen!«

Garth stürmte durch die Tür hinter der Theke. Als er nach einigen Sekunden zurückkehrte, war sein Gesicht blaß. »Diese Bestien haben auch sie umgebracht. Wir müssen...«

Ein wuchtiger Schlag ließ die Tür erbeben. Torian und Garth fuhren in einer einzigen Bewegung herum; eine halbe Sekunde, ehe auch hinter ihren Rücken das Geräusch splitternden Holzes laut wurde und auf sehr drastische Weise bewies, daß das Haus umstellt war.

»Im Namen des Statthalters, aufmachen!« brüllte jemand. »Wir wissen, daß du dort drinnen bist, Garth. Komm heraus, oder wir brechen die Tür auf!«

Mit zwei raschen Sätzen erreichte Torian eines der Fenster neben der Tür und spähte zwischen den vorgelegten Läden hindurch. Obwohl das grelle Sonnenlicht auf der Straße ihn auch jetzt wieder peinigte und ihn so stark blendete, daß er außer verschwommenen Schemen und bunten Kreisen kaum etwas sah, wandte er den Kopf nicht ab. Seine Augen tränten, aber nach einigen Sekunden schälten sich die Umrisse eines guten Dutzends uniformierter Soldaten aus der gleißenden Lichtflut.

»Es sind zu viele«, sagte er kopfschüttelnd. »Sinnlos, zu kämpfen.«

»Zu spät.« Garth deutete auf die Tür, deren Holz von wuchtigen Schwerthieben gespalten wurde, und duckte sich.

»Hier rein.« Er riß einen kleinen Verschlag unter der gedrungenen Theke auf und stieß Torian hinein, bevor er selbst hinterherkletterte.

Der Verschlag war für Wein- und Bierfässer gedacht; ein kleines, nur halb unterirdisches Loch, das man kaum als Raum bezeichnen konnte. Sie kauerten sich auf dem festgestampften Lehmboden zusammen, während die Soldaten die Tür kurzerhand aus den Angeln schlugen. Der Holzboden bebte unter den Schritten schwerer Stiefel. Torian wagte kaum zu atmen. Auch über ihren Köpfen waren jetzt polternde Schritte, dann hörte Torian einen gedämpften, sehr erschrockenen Schrei.

»Sie haben Kaam umgebracht«, rief eine Stimme.

»Durchsucht das Haus!« befahl eine andere, wohl die des Kommandanten des Trupps. »Sie müssen noch hier sein.«

Einige Soldaten polterten die Treppe hinauf, die anderen durchsuchten die Räume im Erdgeschoß. Noch kam niemand auf die Idee, unter der Theke nachzusehen, aber lange würde auch dieses Versteck nicht unentdeckt bleiben, darüber war sich Torian im klaren. Seine Hand tastete im Dunkeln nach dem Schwert und schmiegte sich darum, und...

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