Der Borowski-Betrug
- Автор: Ладлэм Роберт
- Язык: немецкий
- Переводчик: Heinz Nagel
- Жанр: Триллеры
Электронная книга - «Der Borowski-Betrug». Краткое содержание книги:
«Aber welchen Zweck hatte denn diese Reise nicht!« sagte Stevens, der zu begreifen begann.»Das Offensichtliche verbirgt also das Nicht-Offensichtliche.«
«So ist es.«
«Kann ich Ihnen behilflich sein?«Der Präsidentenberater schien von der Aktentasche fasziniert.
«Danke«, sagte Webb,»ziehen Sie einfach die Schnur durch.«
Das tat Stevens.»Ich dachte immer, das wären Ketten ums Handgelenk«, sagte er.
«Dabei würden zu viele Hände abgeschnitten«, erklärte der Major und lächelte, als er die Reaktion des anderen bemerkte.»In der Nylonschnur ist ein Stahldraht. «Er hatte jetzt die Aktentasche von der Schnur gelöst und öffnete sie auf dem Tisch. Kurz sah er sich in der elegant ausgestatteten Bibliothek um. Am Ende des Raums gab es Türen, die offenbar in einen Garten führten. Durch die dicken Glasscheiben konnte man die Umrisse einer hohen Steinmauer erkennen.»Das also ist Treadstone Seventy-One. Ich hatte mir das ganz anders vorgestellt.«
«Ziehen Sie wieder die Vorhänge zu, bitte, Elliot«, sagte Abbott. Der Mann aus dem persönlichen Stab des Präsidenten ging zu der Terrassentüre und tat, worum man ihn gebeten hatte. Abbott trat an einen Bücherschrank, öffnete das Kästchen darunter und griff hinein. Ein leises Summen war zu hören; dann löste sich der ganze Bücherschrank aus der Wand und drehte sich langsam nach links. Auf der anderen Seite war eine elektronische Radiokonsole zu sehen, Gordon Webb hatte selten eine ähnlich komplizierte Anlage gesehen.»Kommt das dem, was Sie sich vorgestellt hatten, näher?«fragte der >Mönch<..
«Herrgott…«Der Major pfiff leise durch die Zähne, während er die Skalen, Register, Steckerverbindungen und sonstigen Geräte studierte. Die Kriegsräume des Pentagon waren besser ausgestattet, aber man konnte ohne Übertreibung sagen, daß das hier etwa der Einrichtung einer mittleren Abwehrstation gleichkam.
«Da würde ich auch pfeifen«, sagte Stevens, der vor dem dichten Vorhang stand.»Aber Mr. Abbott hat mir bereits meine persönliche Show geliefert. Das ist erst der Anfang. Noch fünf weitere Knöpfe, und das hier sieht aus wie ein Stützpunkt des strategischen Luftkommandos in Omaha.«
«Dieselben Knöpfe verwandeln diesen Raum aber auch in eine elegante Bibliothek an der East-Side. «Der alte Mann griff in das Schränkchen, und binnen weniger Sekunden war die riesige Konsole wieder durch Bücherregale ersetzt. Dann trat er an den Bücherschrank daneben, öffnete wieder das Schränkchen darunter und schob erneut die Hand hinein. Wieder summte es; der Bücherschrank schob sich heraus, und kurz darauf standen an seiner Stelle drei hohe Ablagekästen. Der >Mönch< holte einen Schlüssel aus der Tasche und zog eine Schublade heraus.»Ich will ja hier nicht angeben, Gordon. Wenn wir fertig sind, möchte ich, daß Sie sich das hier ansehen. Ich zeige Ihnen den Schalter, wie man sie wieder zurückschiebt. Wenn Sie irgendwelche Probleme haben, wird unser Gastgeber sich um alles kümmern.«
«Wonach soll ich denn suchen?«
«Darauf kommen wir; im Augenblick interessiert mich Zürich. Was haben Sie erfahren?«
«Entschuldigen Sie, Mr. Abbott«, unterbrach Stevens.»Wenn ich ein wenig langsam bin, dann weil mir das alles so neu ist. Aber ich habe über etwas nachgedacht, was Sie vor ein oder zwei Minuten über Major Webbs Reise sagten.«
«Was denn?«
«Sie sagten, die Reise sei in die Zeitpläne von G-Zwo eingetragen gewesen.«
«Richtig.«
«Warum? Der Aufenthalt des Majors in Zürich diente doch dazu, die Leute dort zu verwirren, nicht Washington. Oder nicht?«
Der >Mönch< lächelte.»Ich begreife schon, daß der Präsident nicht auf Sie verzichten will. Wir hatten nie angezweifelt, daß Carlos sich hier in Washington in den einen oder anderen Kreis eingekauft hat. Er findet unzufriedene Männer und lockt sie mit etwas, das sie nicht besitzen. Ein Carlos könnte ohne solche Leute nicht existieren. Sie dürfen nicht vergessen, daß er nicht nur den Tod verkauft, er verkauft auch die Geheimnisse einer Nation. Viel zu häufig an die Sowjets, und sei es auch nur, um ihnen zu beweisen, wie vorschnell es war, ihn aus der Organisation hinauszuwerfen.«
«Der Präsident würde das gerne wissen«, sagte der Assistent,»um einige Dinge zu klären.«
«Deshalb sind Sie ja hier, oder nicht?«meinte Abbott.
«Ja, ich denke schon.«
«Das ist ein guter Ausgangspunkt«, sagte Webb und trug seine Aktentasche zu einem Armsessel vor den Aktenschränken. Er setzte sich, klappte seine Tasche auf und entnahm ihr einige Blätter.»Mag sein, daß Sie es schon wissen, aber ich kann bestätigen, daß Carlos in Washington ist.«
«Wo? Bei Treadstone?«
«Dafür gibt es keine klaren Beweise, aber ausschließen kann man es auch nicht. Er hat den Hinweis entdeckt und verändert.«
«Du großer Gott, wie?«
«Dazu kann ich nur Vermutungen anstellen; wer es getan hat, weiß ich.«
«Wer?«
«Ein Mann namens Koenig. Bis vor drei Tagen war er für Überprüfungen in der Gemeinschaftsbank zuständig.«
«Wo ist er jetzt?«
«Tot. Ein verrückter Autounfall auf einer Straße, die er wie seine Westentasche kannte. Hier ist der Polizeibericht; ich habe ihn übersetzen lassen. «Abbott griff nach den Papieren und setzte sich auf einen Sessel, der in der Nähe stand. Elliot Stevens blieb stehen. Webb fuhr fort:»Interessanterweise sagt er uns zwar nichts Neues, aber es gibt hier einen Hinweis, dem ich gerne nachgehen würde.«
«Was denn?«fragte der >Mönch<, ohne mit Lesen aufzuhören.»Der Unfall wird genau beschrieben: Die
Geschwindigkeit des Fahrzeugs und wie es aus der Kurve kam; ein Ausweichmanöver.«
«Das steht ganz am Ende. Der Mord in der Gemeinschaftsbank wird erwähnt und die schnelle Flucht.«
«Aha!«Abbott blätterte um.
«Lesen Sie doch selbst die letzten paar Sätze. Verstehen Sie dann?«
«Nicht ganz«, erwiderte Abbott und runzelte die Stirn.»Hier steht nur, daß Koenig ein Angestellter der Gemeinschaftsbank war, wo vor kurzem ein Mord stattgefunden hatte… Und er war Augenzeuge dieses Schußwechsels. Das ist alles.«
«Ich glaube nicht, daß das >alles< ist«, sagte Webb.»Jemand fing an, Fragen zu stellen: Fragen jedoch wurden im Keim erstickt. Ich würde gerne erfahren, wer bei den Zürcher Polizeiberichten den Rotstift ansetzt. Das kann nur einer von Carlos' Leuten sein!«
Der >Mönch< lehnte sich im Sessel zurück und hatte immer noch die Stirn gerunzelt.»Angenommen, Sie haben recht, warum ist dann der ganze Hinweis nicht einfach gelöscht worden?«
«Weil das zu auffällig wäre. Der Mord hat ja stattgefunde; Koenig war tatsächlich Zeuge; der Beamte, der die Untersuchungen durchführte und den Bericht schrieb, tat nur seine Pflicht. Im Schweizer Bankwesen sind gewisse Bereiche offiziell unverletzbar, sofern nicht Beweise vorgelegt werden.«
«Wie ich höre, hatten Sie mit den Zeitungen großen Erfolg.«
«Inoffiziell. Ich habe an den Sensationshunger der Journalisten appelliert und Walther Apfel — wenn es ihm auch beinahe das Leben gekostet hätte — dazu gebracht, es halbwegs zu bestätigen.«
«Da muß ich unterbrechen«, sagte Elliot Stevens.»Ich glaube, das ist jetzt der Punkt, wo sich das Oval Office einschalten muß. Ich vermute, daß Sie, wenn Sie Zeitung sagen, die kanadische Frau meinen.«
«Eigentlich nicht. Die Story war bereits draußen; wir konnten das nicht verhindern. Carlos hat Verbindung zur Züricher Polizei; die hat jenen Bericht ausgegeben. Wir sind nur noch ein Stück weiter gegangen und haben sie mit einer ebenfalls falschen Geschichte in Verbindung gebracht, wonach Millionen von der Gemeinschaftsbank gestohlen worden seien. «Webb hielt inne und sah Abbott an.»Darüber müssen wir übrigens sprechen; vielleicht ist das gar nicht falsch.«