Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Пост-апокалипсис » Leben ohne Ende [Earth Abides - de]
Leben ohne Ende [Earth Abides - de] - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Leben ohne Ende [Earth Abides - de]

Электронная книга - «Leben ohne Ende [Earth Abides - de]». Краткое содержание книги:

»… und die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika wird hiermit ihres Amtes enthoben …«
Dies war die Botschaft, die ein paar Stunden vor dem unabwendbaren Ende die Welt erschütterte.
Die Viruspest raffte neunundneunzig Prozent aller Menschen hinweg. Die wenigen, welche die Weltkatatastrophe und den Zusammenbruch der Zivilisation überlebten, unternahmen den verzweifelten Versuch, zu retten, was zu retten war.
Der vorliegende Roman erschien erstmals 1950 in England. Er wurde vom Science Fiction-Buchclub zum Buch des Jahres erwählt und erhielt kurz darauf den internationalen Fantasy-Preis. Inzwischen wurde der Roman in England viermal neu aufgelegt und in fast alle Weltsprachen übersetzt.
1 ... 69 70 71 72 73 74 75 76 77 ... 92
Перейти на страницу:

Eine Fliege summte an seiner Nase vorbei, und die überempfindliche Art, wie er zusammenzuckte, zeugte von der Anspannung seiner Nerven. Joey rief ihn zum Abendessen.

Abweichend von der Menschenlaus litt die Stubenfliege — die ihr Geschick nicht unwiderruflich an das des Menschen geknüpft hatte — an nichts, das auf ihr bevorstehendes Aussterben schließen ließ. Wie die Hausratte, die Hausmaus, der Menschenfloh und die Küchenschabe hatten diese andern engeren Hausgefährten lediglich eine starke Verminderung erlitten. Wo früher Hunderte und Tausende gesummt hatten, da flogen jetzt nur noch zwanzig oder zehn. Nichtsdestoweniger: sie waren noch da!

Denn gleich jenem Lord, den Prinz Hamlet eine »Wasserfliege« nennt, war die Stubenfliege im sicheren »Besitz des Kots«. Auch wenn der Mensch sich bis zu einer verschwindend geringen Zahl vermindern oder völlig verschwinden sollte, war die Stubenfliege gesichert, solange die größeren Tiere weiterlebten und Exkremente fallen ließen. Die darin abgelegten Fliegeneier schlüpften bald aus, und die Larve fand sich eingebettet in üppiges und saftiges Futter.

Dennoch kamen mit dem Niedergang des Menschen auch für sie harte Zeiten. Nicht länger boten Bauernhöfe Misthaufen und Dunggruben dar, nicht länger gab es auf dem Lande offene Aborte. Nur hier und da gestatteten ein paar Sammelplätze namhafter Exkremente es der Stubenfliege, große Mengen von Eiern zu legen, denen gefräßige Larven entkrochen, aus denen sich ein kräftiger, geschäftig summender Nachwuchs entwickelte.

Eine Woche später war die Epidemie in vollem Gange. Dick, Bobs Reisegefährte, war der nächste, der sich legen mußte. Dann packte es Ezra und fünf der Kinder. In dem Maße, wie die Zahl der Kranken zunahm, befand sich die Gemeinschaft in den Klauen eines, wie Ish fest glaubte, typhusartigen Fiebers.

Einige der Erwachsenen waren in den Alten Zeiten geimpft worden; aber ihre Immunität mußte seit langem dahin sein. Sämtliche Kinder waren völlig ungeschützt. Selbst bei dem Hochstand der Medizin hatte in den Alten Zeiten der Typhus im wesentlichen durch Vorbeugungsmaßnahmen bekämpft werden können. Wenn die Seuche einmal ausgebrochen war, konnte man sie nur ihren langen, verhängnisvollen Verlauf nehmen lassen.

Nun war es zu spät, dachte Ish, sich den Kopf darüber zu zerbrechen! Nun war es geschehen, dachte er bitter, daß Charlie, gleichgültig, welche Krankheiten er gehabt hatte oder gehabt zu haben glaubte, die Typhusbazillen übertragen hatte! Vielleicht hatte er die Krankheit vor Jahren gehabt; vielleicht erst vor kurzem; denn möglicherweise herrschte die Seuche in dem Gebiet, in dem er lebte. Sie würden es nie erfahren. Und was lag jetzt daran!

Was sie mit Sicherheit wußten, war, daß Charlie, ein höchst unsauberer Mensch, über eine Woche gemeinschaftlich mit den beiden Jungs gegessen hatte. Hinzu kamen die nicht allzu sorgfältig gebauten Abortanlagen, und die Fliegen trugen zur Verbreitung der Infektion bei.

Sie fingen an, alles Trinkwasser zu kochen. Sie verbrannten die alten Latrinen und warfen die Senkgruben zu. Sie bespritzten die neuen so reichlich mit Desinfektionsmitteln, daß keine Fliege am Leben bleiben konnte. Doch all dies wurde wohl zu spät unternommen.

Jeden Tag mußte einer sich legen, oder mehrere. Bob, der jetzt die zweite Woche krank war, wälzte sich im Fieberwahn.

Sie hatten kaum Zeit, an die Angst zu denken, und dennoch lauerte sie ringsum und zog ihre Kreise täglich enger. Bislang waren keine Todesfälle vorgekommen, doch noch hatten nicht alle die Krisis überstanden.

George, Maurine und Molly hatten Zuflucht zum Gebet genommen, und einige der Jüngeren hatten sich ihnen angeschlossen. Sie hatten Angst, Gott würde Charlies Tod an ihnen rächen. Ralph war drauf und dran, mit seiner noch nicht erkrankten Familie irgendwo andershin zu fliehen. Ish brachte ihn davon ab, für den Augenblick wenigstens, in dem er ihm vorstellte, einer von ihnen sei vielleicht schon infiziert, und wenn eine kleine, losgelöste Gruppe erkrankte, so sei das sehr viel gefährlicher, als dieses Los mit der ganzen Gemeinschaft zu teilen.

»Wir stehen unmittelbar vor einer Panik!« dachte Ish — und am nächsten Morgen fühlte er selber sich beim Erwachen niedergedrückt, fiebrig und fast völlig erschöpft. Er zwang sich zum Aufstehen, machte auf Ems Bitte Licht und wich ihren Blicken aus. Bob ging es sehr schlecht, und er beanspruchte den größten Teil von Ems Zeit. Ish betreute Joey und Josey, die beide im ersten Stadium waren. Walt hatten sie zur Hilfe in eines der anderen Häuser geschickt.

Als er sich am Nachmittag über Joeys Bett beugte, fühlte Ish sich dem Zusammenbrechen nahe. Mit der letzten Anspannung seiner Kräfte schleppte er sich zu seinem Bett und fiel in die Kissen.

Stunden später, wie ihm schien, kam er wieder zu Bewußtsein. Em schaute zu ihm nieder. Sie hatte es fertiggebracht, ihn auszuziehen und zu Bett zu bringen.

Er schaute zu ihr auf; er kam sich klein und hilflos vor. Er schaute zu ihr auf, wie wohl ein Kind aufgeschaut hätte, voller Furcht, in ihren Augen Furcht zu gewahren. Wenn sie Furcht hatte, war er verloren!

Aber er gewahrte in ihren Augen keine Furcht.

Die dunklen, weit auseinanderstehenden Augen schauten ihn ruhig an. O Mutter von Nationen! Und dann schlief er ein.

In den Tagen und Nächten des Fieberwahns kam ihm wenig von dem, was geschah, zum Bewußtsein. Große, gestaltlose Traumgespenster bewegten sich von der dunklen Außenwelt her auf ihn zu und bedrängten ihn — schrecklich, ihre Gestalt wechselnd wie Nebel und unangreifbar. Manchmal rief er, jemand solle ihm seinen Hammer bringen; mehrmals nannte er Joeys Namen, und dann wieder, was das schlimmste war, denjenigen Charlies. Doch selbst in seinen Schreckensträumen rief er nach Em, und dann schien es, als erwache er, wenn sie ihm die Hand auf die Stirn legte, und er schlug die Augen auf. Immer spähte er nach dem Ausdruck der Furcht; doch er gewahrte keine Furcht.

Dann kam eine Woche, da er ruhiger dalag, doch so zu Tode erschöpft, daß bisweilen das Leben nur schwach in ihm zu flattern und im Begriff zu sein schien, zu entfliehen, ohne daß er sich darum kümmerte. Nur wenn er aufschaute und Em erblickte, spürte er, wie Mut und Kraft in ihn überschwangen.

Wenn sie fortgegangen war, sagte er sich, als er wieder ein wenig denken konnte: »Sie wird zusammenbrechen! Eines Tages muß sie zusammenbrechen! Sie darf kein Fieber bekommen. Auf diesem Glücksfall beruht unsere Hoffnung! Aber sie kann nicht die Bürde von uns allen tragen.«

Nun gewann er eine klarere Vorstellung von dem, was geschehen war. Es waren, wie er wußte, Todesfälle vorgekommen; aber er wußte nicht, wer und wie viele gestorben waren. Er wagte nicht, danach zu fragen.

Einmal hörte er Jeanie kommen und hysterisch über den Tod eines Kindes jammern. Em sagte wenig, aber seltsamerweise schien sie Kraft auszustrahlen, und Jeanie ging voll neuen Mutes davon, um den Kampf wieder aufzunehmen. George kam, ungewaschen und verdreckt, ein schreckgeschlagener Greis — Maurine hatte einen Rückfall erlitten, und ihr Enkelkind lag im Sterben. Em sagte nichts von Gott, doch abermals schien sie Kraft auszustrahlen, und George ging erhobenen Kopfes davon.

»Wie sonderbar«, dachte Ish. »Sie besitzt nichts von allem, worauf ich so fest gebaut hatte — keinerlei Bildung, und nicht einmal eine starke Intelligenz. Sie verfügt über keinerlei Ideen. Und dennoch ist Größe in ihr, und die letzte Sicherheit. Ohne sie wären wir in diesen letzten paar Wochen der Verzweiflung anheimgefallen, hätten den Halt des Lebens verloren und wären untergegangen.« Und er kam sich im Vergleich zu ihr gering vor.

Eines Tages indessen sah er sie neben sich sitzen, und auf ihrem Gesicht lag eine so große Müdigkeit, wie er sie nie zuvor auf irgendeinem Gesicht erblickt hatte. Er war tief betroffen. Dann plötzlich überkam ihn ein Glücksgefühl; denn er wußte, daß sie sich niemals zu ihm gesetzt und ihre Müdigkeit zur Schau getragen haben würde, wenn nicht die Zukunft gesichert gewesen wäre. Doch es war eine Müdigkeit, wie er sie kaum je für möglich gehalten hätte. Plötzlich wußte er, daß hinter solch einer Müdigkeit ein großer Kummer liege.

1 ... 69 70 71 72 73 74 75 76 77 ... 92
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)