Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Пост-апокалипсис » Leben ohne Ende [Earth Abides - de]
Leben ohne Ende [Earth Abides - de] - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Leben ohne Ende [Earth Abides - de]

Электронная книга - «Leben ohne Ende [Earth Abides - de]». Краткое содержание книги:

»… und die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika wird hiermit ihres Amtes enthoben …«
Dies war die Botschaft, die ein paar Stunden vor dem unabwendbaren Ende die Welt erschütterte.
Die Viruspest raffte neunundneunzig Prozent aller Menschen hinweg. Die wenigen, welche die Weltkatatastrophe und den Zusammenbruch der Zivilisation überlebten, unternahmen den verzweifelten Versuch, zu retten, was zu retten war.
Der vorliegende Roman erschien erstmals 1950 in England. Er wurde vom Science Fiction-Buchclub zum Buch des Jahres erwählt und erhielt kurz darauf den internationalen Fantasy-Preis. Inzwischen wurde der Roman in England viermal neu aufgelegt und in fast alle Weltsprachen übersetzt.
1 ... 66 67 68 69 70 71 72 73 74 ... 92
Перейти на страницу:

»Wir müßten ihn auf der Landstraße möglichst weit wegbringen«, sagte Ezra. »Wir müßten ihn in den Jeep packen und ihn hundert oder vielleicht zweihundert Kilometer von hier wegbringen.« Dann aber, nach einer Pause, verbesserte er sich: »Ja, aber dann könnte er immer noch innerhalb eines Monats oder so mit Leichtigkeit wieder hier sein … ich mußte gerade daran denken, was ihn davon abhalten sollte, hier mit einem Gewehr herumzulungern und einen von uns zu erschießen. Ich habe keine Lust, den Rest meines Lebens fortwährend in Angst zu sein, er könne mit seinem Gewehr hinter jedem Busch auf der Lauer liegen.«

»Ihr könnt keinen Menschen für das bestrafen, was er noch nicht getan«, sagte George bockig.

»Warum nicht?« fragte Em mit scharfer Stimme. Alle wandten sich hastig ihr zu; aber sie schwieg.

»Nein … das könnt ihr nicht … natürlich könnt ihr das nicht«, sagte George. »Erst muß er was ausfressen, und dann das Gericht. So sagt … das Gesetz.«

»Welches Gesetz?«

Es entstand eine Pause, und dann schleppte das Gespräch sich hin, als bringe keiner den Mut auf, Em rückhaltlos zu folgen.

Aus der Empfindung heraus, daß er vorsichtig sein müsse, brachte Ish einen anderen Gesichtspunkt vor.

»Natürlich wissen wir nicht, ob er tatsächlich geschlechtskrank ist. Wir haben keinen Arzt, der es feststellen könnte. Vielleicht hat er früher mal so etwas gehabt. Vielleicht hat er sich nur damit aufgespielt. Manche Menschen tun das!«

»Das ist es eben!« sagte Ezra. »Da wir keinen Arzt haben, tappen wir im dunkeln. Ja, vielleicht hat er sich nur aufgespielt. Aber wollen wir uns der Gefahr aussetzen? Meiner Meinung nach ist der Bursche krank. Er bewegt sich langsam, als mache ihm irgend etwas zu schaffen.«

Jetzt ergriff Em das Wort.

»Ich habe gefragt: Welches Gesetz?« sagte sie. »Vermutlich gibt es noch die Gesetze in den alten Gesetzbüchern. Sie haben nur wenig Bedeutung für uns, nun alles ganz anders geworden ist. Wie George gesagt hat: das alte Gesetz wartete, bis jemand etwas ausgefressen hatte, und dann kam die Strafe. Aber das Geschehnis ließ sich nicht aus der Welt schaffen. Können wir jetzt die Verantwortung dafür übernehmen? Da sind alle die Kinder …«

Sie schien nichts mehr zu sagen zu haben. Alle saßen schweigend, und jeder erwog die Möglichkeiten.

»Nein«, dachte Ish. »Eine Philosophie hat sie nicht. Sie erwähnt die Kinder und macht daraus einen Sonderfall. Aber sie trägt vielleicht etwas Tieferes als Philosophie in sich. Sie ist Mutter; ihr Denken ist den Grundelementen alles Lebens näher.«

Vielleicht war eine weniger lange Zeit vergangen, als es ihnen allen vorkam. Dann fing Ezra zu sprechen an.

»Während wir hier sitzen, ist vielleicht … es geschieht alles in dieser Zeit sehr rasch! Es wäre besser, wenn wir etwas unternähmen.« Und dann fügte er noch hinzu, und es klang, als denke er laut: »Ich habe damals viele gute Menschen sterben sehen. Ja, es sind viele gute Menschen gestorben. Ich habe mich beinahe an den Tod gewöhnt … nein, ganz nicht.«

»Sollen wir nicht lieber abstimmen?« fragte Ish.

»Worüber?« fragte George.

Abermals entstand eine Pause.

»Ob wir ihn wegschaffen wollen«, sagte Ezra, »oder … das andere. Einsperren können wir ihn nicht, und was bliebe uns sonst zu tun übrig?«

Da faßte Em kurz entschlossen das Ergebnis zusammen.

»Wir können für Verbannung stimmen, oder wir können für Tod stimmen.«

Es lag viel Papier auf dem Wohnzimmertisch. Die Kinder zeichneten gern darauf. Nach einigem Suchen brachte Em vier Bleistifte zusammen. Ish riß einen Papierbogen in vier kleine Zettel, behielt einen und verteilte die übrigen an die drei andern. Bei vier Abstimmenden konnte natürlich Stimmengleichheit herauskommen.

Ish nahm seinen Zettel, schrieb ein großes V darauf und hielt dann inne.

Dies tun wir ohne Hast; dies tun wir ohne Leidenschaft, dies tun wir ohne Haß.

Dies ist keine Schlacht, in der der Mensch kämpft, angetrieben von der Furcht. Dies ist kein Streit zwischen zweien, die um Lebensraum oder um die Liebe einer Frau kämpfen.

Knüpft das Seil; wetzt die Axt, mischt das Gift; schichtet den Scheiterhaufen!

Es geht um den, der ursachlos seinen Mitmenschen tötete; es geht um den, der das Kind beiseite geschafft hat; es geht um den, der unseres Gottes Bildnis bespien hat; es geht um den, der ein Teufelsbündnis geschlossen hat um der Hexerei willen; es geht um den Verderber unserer Jugend; es geht um den, der dem Feind unsere geheimen Stätten verraten hat.

Wir haben Furcht; doch wir lassen die Furcht nicht laut werden. Wir hegen mancherlei tiefe Gedanken und Zweifel; aber wir sprechen nicht darüber. Wir sagen: »Gerechtigkeit«; wir sagen: »Das Gesetz«; wir sagen: »Im Namen des Volkes«; wir sagen: »Der Staat.«

Noch immer saß Ish da, und sein Bleistift zeigte auf das V auf seinem Zettel. In der tiefsten Tiefe seines Denkens war er sich bewußt, daß aller Wahrscheinlichkeit nach durch Charlies Verbannung keine Lösung herbeigeführt werden konnte. Charlie würde wiederkommen; er war ein starker und gefährlicher Mensch, und er konnte großen Einfluß auf die Jüngeren ausüben. Ish wußte, daß der »Stamm« hier etwas Wirklichem und Gefährlichem und selbst Furchtbarem gegenüberstand, das auf die Dauer an die Wurzeln seiner Existenz griff. Bei dieser Vorstellung war er sich bewußt, daß er nur ein einziges Wort hinschreiben konnte, um der Liebe und der Verantwortlichkeit für seine Kinder und Kindeskinder willen. Er strich das V aus und schrieb das andere Wort hin. Die Buchstaben starrten ihn an, und für kurze Zeit erlebte er seine Umkehrung seiner Gefühle. Tat er recht?

Er war nahe daran, das Wort wieder auszustreichen; doch er hielt abermals inne. Nein, obwohl er sich hin und her gerissen fühlte, konnte er das Wort nicht wieder ausstreichen. Wenn Charlie jemand umgebracht hätte, wäre es vielleicht leichter gewesen, die Todesstrafe auszusprechen, denn dann hätte es sich nur um die alte, übliche Denkweise gehandelt: Auge um Auge, Zahn um Zahn! Die Hinrichtung des Mörders machte den Ermordeten nicht wieder lebendig und war lediglich Vergeltung. Um wirkungsvoll zu sein, durfte die Strafe nicht Vergeltung sein, sondern sie mußte so viel wie eine Verhütung darstellen.

Wie lange hatte er sich bedacht? Es kam ihm jäh zu Bewußtsein, daß er schweigend dasaß und auf das Papier starrte, während die drei anderen auf ihn warteten. Schließlich verfügte er nur über eine Stimme; die anderen konnten ihn überstimmen, und so würde seinem Gewissen genug getan, und Charlie würde doch nur verbannt werden.

»Gebt mir eure Zettel«, sagte er.

Sie reichten sie ihm, und er legte sie vor sich auf den Tisch.

Viermal schaute er hin, und jedesmal las er: »Tod.« — »Tod.« — »Tod.« — »Tod.«

8

Sie schaufelten die Erde wieder in das Grab unter dem Eichbaum. Sie brachen Zweige ab und schleppten schwere Steine herbei, die sie darauf wälzten, so daß, was darin lag, vor räubernden Kojoten sicher war. Danach machten sie sich auf den eine Meile langen Rückweg.

Sie gingen dicht nebeneinander, als bedürfe einer des anderen Unterstützung. Ish ging in ihrer Mitte und schwang in der Rechten den Hammer. Er hatte keine Verwendung für den Hammer gehabt, aber er hatte ihn dennoch mitgenommen. Nun schien das abwärts ziehende Gewicht ihn fest auf dem Erdboden zu halten. Er hatte ihn wie einen Kommandostab in der Hand gehalten, als sie zu Charlie gegangen waren, und als Ish, flankiert von den schußbereiten Jungs, gesagt hatte, was zu sagen war, während Charlie widerlich zu fluchen begann.

1 ... 66 67 68 69 70 71 72 73 74 ... 92
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)