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Der Gott, den es nicht gibt - Westliche Religion und die Lüge von Gott

Электронная книга - «Der Gott, den es nicht gibt - Westliche Religion und die Lüge von Gott». Краткое содержание книги:

Aus dem Englischen übertragen von Renate Schilling Titel der Originalausgabe
GOD IS DEAD – Now Zen is the only living truth Osho International Foundation, Switzerland, www.osho.com.
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Friedrich Nietzsche sah die Energie des Menschen als einen

See, der bisher »zu Gott hin ausgeflossen« war. Er wartete auf

den Tag, an dem der See nicht mehr ausfließen würde, an dem

ein Damm sich bilden würde, so dass sich die Energie des

Menschen höher und höher aufstauen kann.

Mir scheint, er war auf der richtigen Spur damit, dass es

darum geht, nach innen zu gehen, doch das Aufstauen von

Energien klingt für mich verdächtig nach Askese. Könntest du

das bitte kommentieren?

Friedrich Nietzsche war ein Denker, ein Philosoph von enormer Genialität. Doch was er sagt, ist nur eine logische, rationale, philosophische Aussage. Es ist nicht existentiell. Versuche also zu verstehen, dass ein Mensch, der niemals über den Verstand hinausgegangen ist, trotzdem gewisse Aussagen machen kann, die der Wahrheit sehr nahe kommen. Doch selbst nahe ist weit entfernt.

Er sagt, dass die menschliche Energie bisher wie ein See war, der ausfloss in Richtung Gott, nach außen. Er wartet auf den Tag, an dem der See nicht mehr ausfließen wird, an dem sich ein Damm bilden wird, so dass sich die Energie des Menschen höher und höher aufstauen kann. Er kommt sehr nahe an den Punkt der Meditation.

Eure Energien fließen nach außen, hin zu Objekten, zu Geld, zu Macht – und wenn ihr religiös seid, zum Paradies, zu Gott – doch all das ist außen. Eure Energien fließen also aus, und das Ergebnis davon ist, dass ihr euch vollkommen leer fühlt, hohl, unwürdig, als Versager. Nietzsche stellt sich vor, dass irgendwann der Tag kommen muss, an dem die Menschen einen Damm errichten, um dieses Ausfließen zu verhindern, so dass sich die ganze Energie im Innern ansammeln kann. Statt sich als dünne Schicht nach außen zu verbreiten, beginnt sie wie eine Säule im Innern anzusteigen.

Er hat vollkommen Recht, doch es ist nicht seine eigene Erfahrung. Er stellt es sich nur vor – »eines Tages«.

Ich biete euch diesen Tag an, den er sich vorstellte. Was ist Meditation? Meditation bedeutet einfach nur, alle Energien von außen abzuziehen und zum innersten Zentrum zu bringen. Und wenn sich die Energien ansammeln, steigen sie nicht nur höher, sie gehen auch gleichzeitig tiefer, so wie die Wurzeln eines großen Baumes. Die Wurzeln wachsen tiefer und tiefer nach unten, und der Baum wächst höher und höher nach oben.

Genauso werden euer Bewusstsein und eure Lebensenergie gleichzeitig weiter nach oben und nach unten wachsen. Sie berühren die Tiefen der Erde – das ist Materialismus. Und sie berühren die Sterne – das ist eure Spiritualität. So wie ein Baum nicht ohne Wurzeln wachsen kann, wird auch Spiritualität ohne Wurzeln in der Erde niemals gedeihen.

Der Osten weiß genau, dass seine Art von Spiritualität versagt hat, und doch behaupten die Menschen dort immer noch, dass Materialismus sich gegen Spiritualität richte. Aufgrund dieser Vorstellung leidet der gesamte Osten unter Armut und Hunger. Es wurden keine Wissenschaften entwickelt, es wurde keine Technologie entwickelt, die den Menschen helfen kann. Und der Westen hat ebenfalls gelitten, weil man dort denkt, die Wurzeln seien genug, der Stamm und die Blüten und die Früchte seien nicht notwendig. Doch was soll man allein mit den Wurzeln anfangen?

Der Westen hat tiefe Wurzeln in der Erde entwickelt, in Form von Technologie, von Wissenschaft, von objektiver Forschung, doch innerlich fühlt er sich vollkommen leer. Der Osten hat riesige Bäume entwickelt, deren Zweige zu den Sternen streben, doch sie fallen immer wieder um, denn ohne Wurzeln kann ein Baum nicht stehen. Beide brauchen eine große Begegnung. Osten und Westen, Materialismus und Spiritualität, das Innere und das Äußere, das Oben und das Unten – beide müssen zu einer gewissen Synchronizität finden, nur dann wird der Mensch ganz werden.

Doch deine Sorge ist unnötig. Du sagst: »Mir scheint, er war auf der richtigen Spur damit, dass es darum geht, nach innen zu gehen, doch das Aufstauen von Energien klingt für mich verdächtig nach Askese. «

Er wusste überhaupt nichts von Meditation, also verwendete er das Wort »aufstauen«. Doch dieses Wort sollte symbolisch verstanden werden. Es stammt von einem Philosophen, der sich immer noch im Bereich des Verstandes bewegt. Nietzsches Verstand zählte vermutlich zu den großartigsten, die es je auf dieser Erde gab, denn er konnte sich etwas jenseits des Verstandes vorstellen, während er noch im Verstand lebte. In einer dunklen Zelle ohne jede Öffnung konnte er sich doch in seinen Träumen den Sonnenaufgang vorstellen. Er hat ihn niemals gesehen. Seine Vorstellungskraft war enorm und sollte gewürdigt werden.

Nein, er war kein Asket. Er war vollkommen gegen Askese, also konnte er nicht meinen, was du befürchtest. Es klingt so, als würde das Festhalten aller Energien im Inneren bedeute n, dass man sie gefangen hält, so dass sie nicht nach außen fließen können. Doch er war einfach nicht in der Lage, die richtigen Worte zu finden, weil ihm die Erfahrung fehlte.

Wenn deine Energien wie eine Säule nach oben steigen und gleichzeitig in die tiefsten Tiefen reichen, werden beide Welt en zusammenkommen – die innere und die äußere Welt –, weil das Innere und das Äußere zwei Aspekte derselben Energie sind.

Natürlich wird die Energie dann nicht mehr in Richtung Gott fließen, der nur eine Fiktion ist. Sie wird zum wahren Ozean des Bewusstseins fließen, und du wirst dich darin auflösen.

Das ist nicht Askese. Ganz sicher war er kein Asket, also kann er es nicht so gemeint haben. Doch ein Mann ohne Augen, der über das Licht spricht — und er kommt ihm so nahe —, sollte wirklich gewürdigt werden. Er hatte keine Augen, also hatte er keine Vorstellung davon, was Licht ist, doch er kam ihm sehr nahe, indem er einfach nur darüber nachdachte. Zwar ist seine Aussage nicht vollkommen richtig, sie geht nur in die richtige Richtung, aber kein anderer Philosoph ist der Wahrheit jemals so nahe gekommen.

Das macht seine Schönheit aus.

Gott ist das Geschäft der Priester

Als lmpo sich von Ma Tzu verabschiedete, fragte dieser:

»Wohin gehst du?«

Impo antwortete: »Ich gehe zu Sekito.«

Ma Tzu warnte ihn: »Der Weg auf dem Stonehead ist glatt!«

Impo erwiderte: »Ich nehme den Stab eines Seiltänzers mit - ich

kann ihn einsetzen, wann immer ich möchte.« Und damit brach

er auf.

Als er bei Sekito ankam, ging Impo einmal um Sekitos Zen-

Sessel herum, schwang seinen Stab mit einem Schrei und fragte:

»Was ist das Dharma hiervon?«

Sekito antwortete: »Wie traurig! Wie traurig!«

Impo wusste darauf nichts zu sagen, also ging er zurück zu

Ma Tzu und erzählte ihm die Geschichte. Darauf wies Ma Tzu

ihn an:

»Geh noch einmal hin, und wenn Sekito sagt: >Wie traurig',

dann beginne zu weinen.«

Also ging Impo erneut zu Sekito und fragte auf dieselbe

Weise: »Was ist das Dharma hiervon?« Da begann Sekito zu

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