Der Gott, den es nicht gibt - Westliche Religion und die Lüge von Gott
- Автор: Раджниш Бхагван Шри
- Язык: немецкий
- Жанр: Эзотерика
Электронная книга - «Der Gott, den es nicht gibt - Westliche Religion und die Lüge von Gott». Краткое содержание книги:
GOD IS DEAD – Now Zen is the only living truth Osho International Foundation, Switzerland, www.osho.com.
Da sagte mein Vater: »Du bist wirklich schwierig. Du nimmst mir meinen besten Kunden, und dann muss ich dir auch noch eine Belohnung geben? Lass es doch bitte einfach bleiben.«
Doch ich tat es. Und ich bekam zwei Belohnungen – eine von diesem langweiligen Mann, weil ich zu ihm sagte: »Die Wahrheit sollte immer belohnt werden, also gib mir eine Belohnung, weil ich meinem Vater einen seiner besten Kunden wegnehme.«
Er umarmte mich und gab mir zwei Rupien. Ich sagte zu ihm:
»Denk daran, du sollst nicht aufhören, im Laden meines Vaters einzukaufen, aber du solltest aufhören, ihn zu langweilen. Wenn du reden möchtest, kannst du mit den Wänden reden oder mit den Bäumen. Die ganze Welt steht dir zur Verfügung. Du kannst dich einfach in deinem Zimmer einschließen und mit dir selber reden.
Dann wirst du dich langweilen.«
Und zu meinem Vater sagte ich: »Mach dir keine Sorgen.
Schau, eine Rupie habe ich von dir bekommen, und zwei von deinem Kunden. Nun schuldest du mir noch eine weitere Rupie; du musst sie mir geben, weil ich die Wahrheit gesagt habe. Aber mach dir keine Sorgen. Ich habe dafür gesorgt, dass er ein noch besserer Kunde wird und dass er dich niemals mehr langweilen wird. Er hat es mir versprochen.«
Mein Vater erklärte: »Du hast ein Wunder vollbracht!« Von diesem Tag an kam der Mann nicht mehr vorbei, oder wenn, dann blieb er nur ein oder zwei Minuten, um hallo zu sagen, und ging dann wieder. Und er kaufte weiter im Laden meines Vaters ein.
Er sagte zu meinem Vater: »Es ist wegen Ihres Sohnes, dass ich weiter zu Ihnen komme. Andernfalls wäre ich verletzt gewesen, aber dieser Junge hat beides geschafft. Er hat mich davon abgehalten , Sie weiter zu langweilen , und gleichzeitig von mir verlangt, dass ich weiter bei Ihnen einkaufen soll, weil Sie von mir abhängen. Ich habe ihm zwei Rupien gegeben – und dabei hat er doch so schockierende Dinge zu mir gesagt. Niemand hat es je gewagt, mir zu sagen, dass ich langweilig bin.«
Er war der reichste Mann in unserem Dorf. Jeder war auf irgendeine Art und Weise von ihm abhängig. Die Leute borgten sich Geld von ihm oder pachteten Land von ihm, um es zu bearbeiten. Er war der reichste Mann und der größte Grundbesitzer in diesem Dorf. Jeder war ihm auf die eine oder andere Art verpflichtet, und daher konnte ihm niemand sagen, dass er langweilig war. Also sagte er: »Es war ein großer Schock, doch es war die Wahrheit. Ich weiß, dass ich langweilig bin. Ich langweile mich selbst mit meinen Gedanken. Das ist der Grund, warum ich immer zu anderen gehe und sie langweile, einfach nur um meine Gedanken loszuwerden. Wenn meine Gedanken mich selbst langweilen, dann weiß ich sehr wohl, dass auch die anderen davon gelangweilt sein werden, aber jeder ist mir irgendwie verpflichtet.
Nur dieser Junge war mir nicht verpflichtet und hatte keine Angst vor den Konsequenzen. Und er hat Mut! Er hat mich um eine Belohnung gebeten. Er hat zu mir gesagt: >Wenn du die Wahrheit nicht belohnst, belohnst du damit die Lüge.<«
Das ist der Grund, warum es in unserer Gesellschaft so verrückt zugeht. Jeder bringt euch bei, aufrichtig zu sein, doch niemand belohnt euch dafür, wenn ihr aufrichtig seid, so dass ein schizophrener Zustand entsteht. Die indische Regierung steht unter dem Motto Satyameva jayate – »Die Wahrheit ist immer siegreich«.
Das ist ihr Motto. Doch alle Politiker belügen die Menschen, geben Versprechen ab, von denen sie doch genau wissen, dass sie sie nicht halten können. In jedem Gerichtsgebäude steht Satyameva jayate –
»Die Wahrheit ist immer siegreich«. Doch vor Gericht ist es nicht die Wahrheit, die siegreich ist, sondern der geschicktere Anwalt, der besser argumentierende Anwalt gewinnt den Fall. Es spielt keine Rolle, ob er für oder gegen den Kriminellen ist.
Ich kannte einmal einen Anwalt, der einer der besten Rechtsexperten der Welt war. Er hatte drei Büros, eines in London, eines in Neu-Delhi und eines in Peking. Er reiste ständig von einem Land ins andere und verlor nie auch nur einen einzigen Fall. All die wichtigen Fälle, bei denen es um Millionen von Dollar ging ... alle indischen Maharadschas waren seine Klienten. Aber er trank.
Einmal vertrat er einen Fall vor dem Staatsrat in London, dem höchsten Berufungsgericht für Indien unter britischer Oberhoheit.
Der oberste Gerichtshof war in Indien, doch wenn man gegen diesen Berufung einlegen wollte, musste man vor den Staatsrat in London gehen. Und er war dort Anwalt; er vertrat ständig Fälle vor dem Staatsrat.
Eines Abends war er bei einer Party und trank zu viel. Am nächsten Tag hatte er einen Kater und war immer noch etwas zugedröhnt, doch er musste vor Gericht erscheinen. Der Fall ging um zwei Distrikte in Rajasthan, Udaipur und Jaipur. Die bei den Maharadschas stritten um ein Stück Land – zu welchem Distrikt es gehörte. Es ging um Tausende von Hektar Land. Doch wegen seines Katers hatte er vergessen, welche Partei er vertrat, Udaipur oder Jaipur.
Also richtete er alle seine Argumente gegen den Maharadscha von Jaipur; in allen Punkten wandte er sich gegen ihn. Viele Male zog ihn sein Sekretär am Ärmel, doch er wollte einfach nicht hören.
Als es Mittagszeit war, wurde das Gericht eine Stunde vertagt. Da sagte sein Sekretär zu ihm: »Sie haben den ganzen Fall verdorben.
Sie sollten eigentlich für den Maharadscha von Jaipur sein, doch sie argumentieren die ganze Zeit gegen ihn. Und damit haben Sie ein ganz schönes Problem geschaffen, denn der Anwalt, der den Maharadscha von Udaipur vertritt, der gegen Sie antritt, ein großer Experte, weiß überhaupt nicht mehr, was er tun soll. Alle Argumente, die er vorbereitet hat, haben Sie bereits gegen den Maharadscha von Jaipur vorgebracht.
So langsam ließ sein Kater nach, und er konnte wieder klar denken. Also sagte er: »Machen Sie sich keine Sorgen. Das bekomme ich schon hin.«
Nach der Mittagspause sagte er also zum Gericht: »Vormittags habe ich alle Argumente aufgeführt, die die Gegenpartei vorbringen kann. Jetzt werde ich diese Argumente Punkt für Punkt widerlegen, denn ich vertrete hier den Maharadscha von Jaipur. « Und dann widerlegte er bravourös seine eigenen Argumente.
Als er mir diese Geschichte erzählte ... Ich pflegte ihn oft zu besuchen. Er mochte mich sehr gern und sagte immer zu mir: »Du solltest an die juristische Fakultät wechseln, statt an der philosophischen Fakultät zu bleiben.«
Ich antwortete ihm immer: »Das ist nicht mein Gebiet.« Aber er liebte meine Argumente.
Er sagte: »Das ist ein Verlust für die Welt der Jurisprudenz und der Verfassung. Du kannst so gut argumentieren, dass du ein weltberühmter Rechtsexperte werden könntest.«
Darauf meinte ich: »Oh, ich werde ein in der ganzen Welt berüchtigter Unrechtsexperte werden. Mach dir meinetwegen keine Sorgen.«
Aber er mochte mich, also erzählte er mir von diesem Vorfall.
Es ist keine Frage der Wahrheit, es ist nur eine Frage, wer besser argumentieren kann. Zwar sagen die Regierung und die Religionen und alle Priester immer wieder: »Ihr sollt die Wahrheit sagen.«
Doch die Gesellschaft belohnt die Wahrheit nicht. Erst vor kurzem bekam ich einen Drohbrief von einem Anwaltsbüro in Madras, in dem stand, dass ich die religiösen Gefühle ihrer Klienten verletzt hätte. Ich sagte also meinem Rechtsberater, dass er ihnen antworten solle, dass es erstens keine religiösen Gefühle gibt. Religion ist jenseits von Gefühlen und Gedanken, sie ist jenseits des Verstandes. Ein religiöser Mensch kann nicht verletzt werden. Er kennt die Wahrheit. Doch hier geht es um religiösen Aberglauben.
Die Lügen, mit denen die Menschen leben, werden verletzt. Die Wahrheit vernichtet immer die Lüge. Sagen Sie also Ihren Klienten, dass sie wirklich religiös werden sollten. Wer über den Verstand hinausgeht, über Gefühle, Emotionen, Vorstellungen, kann nicht mehr verletzt werden. Doch wenn sie vor Gericht gehen möchten, können sie das ruhig tun. Mein ganzes Leben lang habe ich vor Gericht darum gestritten, ob die religiösen Gefühle bestimmter Menschen verletzt wurden. Ich habe den Richtern immer gesagt: