Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
Die Jüdin von Toledo - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Die Jüdin von Toledo

Электронная книга - «Die Jüdin von Toledo». Краткое содержание книги:

Eine tragische Liebesgeschichte
La Fermosa, die Schöne, wird im mittelalterlichen Spanien Raquel, die Tochter des angesehenen Juden Jehuda Ibn Esra, genannt. In König Alfonso VIII. von Kastilien erwacht bald eine tiefe Leidenschaft für die gebildete, schöne junge Frau, und was für Raquel als politisches Opfer im Interesse der Vernunft und des Friedens begann, wächst auch bei ihr zu einer stürmischen Liebe für den mutigen König.
1 ... 59 60 61 62 63 64 65 66 67 ... 121
Перейти на страницу:

Don Manrique berichtete. Die Verhandlungen waren weit gediehen, sogar der Heilige Vater wußte darum, und ein Legat, Kardinal Gregor von Sant’ Angelo, war unterwegs, damit er helfe, den Zwist der Könige beizulegen. »Wer hat den Papst von den Verhandlungen unterrichtet?« fragte finster Don Alfonso. »Don Pedro?« – »Ich habe ihn benachrichtigt«, sagte freundlich Doña Leonor.

Don Manrique legte die Klauseln des Pakt-Entwurfes dar. Die Armeen der beiden Länder sollten einer einheitlichen Führung unterstellt werden. Kastilische Ritter sollten in den Stab des aragonischen Heeres eingereiht werden, aragonische in den Stab des kastilischen. Don Pedro verpflichtete sich, den Rat Don Alfonsos mit der Aufmerksamkeit anzuhören, die der jüngere Ritter dem älteren schulde. »Anzuhören?« fragte Don Alfonso. »Anzuhören«, bestätigte Don Manrique. »Eine deutlichere Formulierung habt ihr nicht durchsetzen können?« fragte Alfonso. »Nein«, antwortete Doña Leonor.

Niemand sprach. »Welche weiteren Klauseln sieht der Vertrag vor?« fragte der König. Aragon stelle, erklärte Don Manrique, drei Hauptbedingungen. Zum ersten solle Kastilien auf die Lehnsherrschaft über Aragon verzichten. Wiewohl Alfonso von dieser Bedingung wußte, konnte er einen Laut des Unmuts nicht unterdrücken. »Zum zweiten«, fuhr Manrique fort, »verlangt Aragon, daß die Ansprüche seines Vasallen Gutierre de Castro auf Wiedergutmachung erfüllt werden.« Von dieser Forderung hatte man Alfonso nicht gesprochen. Er richtete sich halb hoch und schaute von Manrique auf Leonor. »Ich soll dem Castro Buße zahlen?« fragte er leise, gefährlich. »Von Buße ist nicht die Rede«, beschwichtigte Manrique. »Das Wort Buße ist vermieden.« – »Er weiß meine Notlage auszunützen, dieser Fant Pedro«, sagte bitter der König. »Er steckt sich hinter den Castro, um mich zu demütigen. Und Rom schickt seinen Kardinal, daß er Zeuge meiner Schande sei.« – »Es ist keine Schande«, sagte freundlich mit ihrer hellen Stimme Doña Leonor, »Opfer zu bringen, um den Heiligen Krieg zu ermöglichen. Eine Schande wäre es, wenn wir den Kardinal unverrichteterdinge zurückschickten. Dann würde, und mit Recht, die ganze Christenheit dem tatenlosen Don Alfonso ihr Hui und Pfui nachrufen.«

Die Herren saßen erschreckt. Schlaff hingen von ihren Stangen die Banner Kastiliens und Toledos. Blaß, voll maßlosen Zornes, starrte Alfonso auf Doña Leonor. Mit keinem Worte hatte sie ihm, solange sie mit ihm allein war, die Galiana vorgeworfen; kalt und rechenhaft hatte sie bis zu diesem Kronrat gewartet, um ihm hier vor seinen Räten, vor seinen nächsten Freunden, vor seinen Fahnen ins Gesicht zu schmeißen, was sie Schimpfliches von ihm dachte, hier, jetzt, ausgeklügelt rachsüchtig, in Wahrheit ihrer wilden Mutter Kind.

Aber Doña Leonor senkte nicht die großen, grünen Augen vor dem gewittrigen Schein, der von ihm ausging, nicht einmal das leise, unbestimmte Lächeln wich von ihrem stillen Gesicht. Mit Mühe zwang er seinen Zorn nieder. Er konnte nicht vor seinen Herren mit ihr hadern, und er wußte, da war niemand, der ihm recht gab – nicht einmal der Jude.

»Welche Buße verlangt der Castro von mir?« fragte er heiser. An Stelle Manriques antwortete Doña Leonor. »Die Forderungen sind peinlich«, sagte sie, »doch im Grunde nicht unbillig. Wir sollen ihm das verlangte Lösegeld zahlen für die Gefangenen von Cuenca, und wir sollen ihm sein Castillo in Toledo zurückgeben.« Wiederum war tiefes Schweigen, man hörte nur das starke Atmen Don Alfonsos. Es war vielleicht nicht ziemlich, aber alle schauten, gierig fast, auf Don Jehuda.

Der Erzbischof – er saß dem Juden so fern wie möglich und hatte ihn auch nicht begrüßt – nahm jetzt das Wort, seine Stimme hallte in dem weiten Raum wider. »Er tritt deiner Ehre sehr nahe, Herr König«, sagte er, »aber der Heilige Krieg wird viele Erniedrigungen fortwischen.«

Doña Leonor wandte sich freundlich an Jehuda. »Was ist dein Rat, Herr Escrivano?« fragte sie. »Mich dünkt«, antwortete Jehuda, »der rebellische Baron mutet der Majestät des Königs sehr viel zu. Aber ich bin nicht bewandert in Dingen der Ehre, und der hochwürdige Herr Erzbischof versichert, daß das große Ziel des Heiligen Krieges die Demütigung wert ist. Was mich selber anlangt, so verliere ich nur mit Schmerz das Haus meiner Väter, das ich durch die Gnade Gottes und die des Herrn Königs und um einen zureichenden Preis zurückerwarb und das meinem Herzen große Freude ist. Aber meine eigenen Wünsche und Eitelkeiten und meine Würde müssen wohl zurückstehen, wenn es um das hohe Ziel des Königs Unseres Herrn geht. Bereitwillig, Herr König, gebe ich, wenn dadurch die Allianz und der Kreuzzug ermöglicht wird, das Castillo Ibn Esra in deine Hände zurück mit allem, was ich zugebaut und eingebaut habe, und zur Hälfte des Preises, den ich deinem Schatze zahlte.« Er hatte diese Rede gut vorbereitet, doch konnte er ein leises Lispeln nicht verhindern.

Keiner hatte erwartet, daß der Mann seinen kostbarsten Besitz so kurzerhand aufgeben werde. Alfonso schaute erstaunt auf seinen Escrivano, selbst Doña Leonor konnte die freundlich damenhafte Miene nur schwer festhalten. Welche Tücke verbarg der Mensch hinter so viel Verzicht?

Der junge Garcerán de Lara riß sich als erster aus der Verblüffung. »Nun also«, sagte er fröhlich, »dann können wir ja übermorgen zu Felde ziehen.«

Aber: »Sprachst du nicht noch von einer dritten Bedingung Aragons, edler Don Manrique?« fragte bescheiden Jehuda. »Ja«, antwortete Manrique, »doch ist das wohl ein Punkt ohne viel Belang. Aragon wünscht noch Konzessionen in jenen alten Streitigkeiten um die gewissen Zölle, Marktrechte, verpfändeten Städte und ähnlichen Kleinkram.«

Jehuda hatte mit innerem Jubel wahrgenommen, welch tiefe Wirkung sein schneller Verzicht auf das Castillo getan hatte. Da saßen sie rings um ihn, die Feinde, die ihren Krieg haben und alles niederreißen wollten, was er mit so viel Klugheit und mit dem Segen Gottes aufgebaut hatte. Aber sie werden ihren Krieg nicht haben, diese da, die Ritter, die Dummköpfe, und er wird sein Castillo behalten. Er hatte seinen Plan mittlerweile gut ausgebaut in allen Einzelheiten, er fühlte sich sicher, Glück war eine Eigenschaft, und ihm hatte Gott diese Eigenschaft verliehen. Wie ein Jäger, der seine Hunde neckt, fühlte er sich den andern überlegen.

»Hast du ein Verzeichnis der verlangten Konzessionen, Don Manrique?« fragte er. Manrique reichte ihm das Schriftstück, Jehuda überflog es. »So harmlos, wie sie ausschauen«, meinte er, »sind sie wohl nicht, diese neunzehn Punkte. Da sollen wir zum Beispiel auf die Einkünfte der Stadt Logroño verzichten. Logroño ist zum Zentrum unseres Weinhandels geworden, wir haben der Stadt Logroño und der Landschaft Rioja die Steuern von drei Jahren erlassen, um diesen Weinhandel zu fördern.« – »Wenn ich den Juden recht verstehe«, sagte verächtlich der Erzbischof, »dann jammert er, daß während des Heiligen Krieges die Einnahmen des Kronschatzes vielleicht etwas magerer ausfallen. Wahrscheinlich hat er damit recht. Aber wer das Gelobte Land erobern will, darf die Wanderung durch die Wüste nicht scheuen und darf nicht jammern nach den Fleischtöpfen Ägyptens.«

Jehuda erwiderte nichts. Er wandte sich an den König: »Deine Wirtschaft, Herr König, hat in diesen letzten Jahren die Wirtschaft Aragons eingeholt. Viele der Unternehmungen, die wir in dieser Zeit gegründet haben, versprechen höchste Blüte. Die Nutznießung gerade dieser Unternehmungen aber spricht der schlaue Pakt, den die Räte des erlauchten Don Pedro ausgeheckt haben, dem Königreich Aragon zu. Es ist ein gefährlicher Handel, den man dir vorschlägt, Herr König. Gibst du in diesen neunzehn Punkten nach, dann wird in wenigen Jahren Aragon einen entscheidenden Vorsprung vor Kastilien haben. König Pedro hat einen sehr fähigen Schatzmeister. Wir werden Aragon auf die Dauer nicht gewachsen sein, wenn du diese Bedingungen annimmst.«

1 ... 59 60 61 62 63 64 65 66 67 ... 121
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)