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Headhunt - Feldzug der Rache (German Edition)

Электронная книга - «Headhunt - Feldzug der Rache (German Edition)». Краткое содержание книги:

Nur nicht den Kopf verlieren, heißt es für Special Agent Aloysius Pendergast und Lieutenant Vincent D'Agosta: In New York treibt ein Serienkiller sein Unwesen, der die Köpfe seiner Opfer als Trophäen behält. Doch er hinterlässt kaum verwertbare Spuren, und die Ermordeten scheinen nichts gemeinsam zu haben – außer Geld, Macht und keinerlei Skrupel. Geht im Big Apple ein Rächer um? Eine Welle der Hysterie stürzt die ganze Stadt ins Chaos. Mittendrin Pendergast und D'Agosta, die kaum einen Schritt weiterkommen und nicht ahnen, dass die Motive des Killers finsterer sind als die neun Kreise der Hölle.
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Pendergast zog seine Les Baer, schlüpfte durch die Tür und ging über den Gang, bis er die beleuchtete Tür erreichte. Er wartete einige Augenblicke, um sich zu vergewissern, dass dort alles ruhig war. Dann legte er die Handfläche auf die Tür, stieß sie abrupt auf, trat mit gezückter Waffe vor und nahm den Raum ins Visier.

Das schummrige Licht erhellte lediglich jenen Bereich des Raums, in dem er stand. Die hinteren Bereiche, die sich durch Reihen leerer Regale hinzogen, waren zu dunkel, als dass man sie erkennen konnte. In der Mitte des Lichtkegels stand ein Tisch. Davor saß eine Gestalt auf einem Stuhl, mit dem Rücken zu ihm. Pendergast erkannte den Mann sofort. Selbst von hinten betrachtet konnten der zerknitterte Anzug, die kräftige Statur und die langen grauen Haare nur zu einem Mann gehören – Howard Longstreet. Den Kopf in der Haltung aufmerksamer Ruhe auf einen Arm gestützt, blickte er, so schien es, in die tiefe Dunkelheit im hinteren Bereich des Raums.

Pendergast hielt kurz inne, wie starr vor Überraschung. Der Mann war nicht gefesselt. Mehr noch: Er war augenscheinlich auf keinerlei Weise festgebunden.

»H?«, sagte er mit einer Stimme, die kaum mehr war als ein Flüstern.

Longstreet gab keine Antwort.

Pendergast trat einen Schritt auf die sitzende Gestalt zu. »H?«, sagte er noch einmal.

Noch immer schwieg Longstreet. War er bewusstlos? Pendergast trat auf die sitzende Gestalt zu und streckte die Hand aus, legte sie Longstreet auf die Schulter und rüttelte leicht daran.

Mit einer Art leisem, schlüpfrigem Seufzen fiel Longstreets Kopf ab, landete mit dumpfem Aufprall auf dem Tisch, rollte davon und blieb leicht schaukelnd liegen, während Longstreets graue Augen in stummer Todespein zu Pendergast heraufstarrten.

Gleichzeitig ging plötzlich das Licht aus. Und dann drang aus dem Dunkel ein leises Kichern des Triumphs.

52

Genauso schnell, wie es darin dunkel geworden war, durchflutete plötzlich grelles Licht den Raum. Dort – auf einem Holzstuhl in einer der hinteren Ecken – saß Lieutenant D’Agosta. Er war an den Stuhl gefesselt und hatte nur Boxershorts und eine ärmellose, mit Paketen Plastiksprengstoff vollgestopfte Weste an – eine Selbstmordweste. In seinem Mund steckte ein Billardkugel-Knebel. Er blickte Pendergast an. Seine Augen loderten.

»Ich bin innerhalb der geforderten fünfundfünfzig Minuten hier eingetroffen, Mr. Ozmian. Und trotzdem haben Sie Howard Longstreet ermordet. Das gehörte nicht zur Abmachung.«

Ein Augenblick verstrich. Und dann betrat Anton Ozmian leise den Raum. Er trug einen Tarnanzug und hielt in der einen Hand eine 1911er-Handfeuerwaffe – gerichtet auf Pendergast – und in der anderen einen Fernzünder.

»Legen Sie bitte Ihre Waffe auf den Boden, Agent Pendergast«, sagte er kühl.

Pendergast gehorchte.

»Stoßen Sie sie jetzt mit dem Fuß zu mir.«

Pendergast tat es.

»Ziehen Sie Ihren Mantel aus, drehen Sie sich um, stellen Sie sich breitbeinig hin und legen Sie die Hände an die Wand.«

Pendergast tat auch dies. Die Gelegenheit, dessen war er ziemlich sicher, würde kommen, den Spieß umzudrehen, aber vorerst blieb ihm nichts anderes übrig, als zu gehorchen. Er hörte, wie Ozmian sich näherte. Während Ozmian ihn durchsuchte, das Extramagazin entdeckte, außerdem mehrere Messer, Dietriche und Schlagschlüssel, eine Garotte, zwei Handys, Geld, einige Teströhrchen, eine Pinzette und einen einschüssigen Derringer, spürte Pendergast die kalte, harte Mündung der Waffe im Nacken.

»Legen Sie eine Hand auf den Rücken und stützen Sie sich mit der anderen gegen die Wand ab.«

Gleichzeitig spürte Pendergast, dass ihm ein Kabelbinder ums Handgelenk gelegt wurde. Dann wurde seine andere Hand nach hinten gezogen und mit der anderen gefesselt. Er hörte, wie Ozmian einen Schritt zurücktrat.

»Sehr gut«, sagte Ozmian. »Jetzt dürfen Sie neben Ihrem Freund Platz nehmen. Und dann unterhalten wir uns ein bisschen.«

Wortlos setzte sich Pendergast neben Longstreets Leichnam – der, nicht mehr durch den Arm gestützt, nach vorn auf den Tisch gefallen war, neben den abgetrennten Kopf. D’Agosta sah von seinem Stuhl in der gegenüberliegenden Ecke aus zu. Seine weit aufgerissenen Augen waren rot gerändert.

Ozmian setzte sich auf der anderen Tischseite auf einen Stuhl und inspizierte Pendergasts Hauptwaffe. »Sehr hübsch. Die bekommen Sie übrigens bald wieder zurück.« Er legte sie auf den Tisch und hielt kurz inne. »Erstens: Ich habe keinesfalls versprochen, beide Männer am Leben zu lassen. Meine genauen Worte lauteten: ›Sie werden einen Ihrer Freunde niemals lebend wiedersehen.‹ Wie Sie sehen, ist D’Agosta immer noch quicklebendig – jedenfalls fürs Erste. Zweitens: Glückwunsch, dass Sie gefolgert haben, dass ich der Enthaupter bin. Wie sind Sie darauf gekommen?«

»Hightower. Sie haben uns zu einem Tatverdächtigen geführt, der schlichtweg zu perfekt war. In dem Moment habe ich gewusst, dass hier ein meisterhafter Puppenspieler am Werke ist, und angefangen, die Teile zusammenzufügen.«

»Sehr gut. Haben Sie auch erraten, warum ich gerade diese Menschen getötet habe?«

»Erzählen Sie es mir«, sagte Pendergast.

»Ich würde es lieber von Ihnen hören.«

»Das Hobby, das Sie angeblich vor vielen Jahren aufgegeben haben – die Großwildjagd. Sie gierten nach dem ultimativen Nervenkitzel, dem ›gefährlichsten Spiel‹ sozusagen.«

Ozmian grinste breit. »Ich bin wirklich beeindruckt.«

»Mich wundert nur eines: Warum war Ihre Tochter Ihr erstes Opfer? Ich vermute, dass es etwas mit Ihren jüngsten Problemen in Ihrem Unternehmen zu tun hat.«

»Nun, ich will Ihnen gerne auf die Sprünge helfen, denn es wird allmählich spät, und das Spiel soll bald beginnen. Wie Sie richtig erraten haben, war es meine eigene Tochter, meine liebe, treu ergebene Tochter, die unseren proprietären Code ins Internet durchgestochen hat – und dadurch mein Unternehmen beinahe in den Ruin getrieben hätte.«

»Ich nehme an, dass die Beziehung zu ihr also nicht ganz so eng war, wie Sie uns vorgespielt haben.«

Worauf Ozmian einen Augenblick innehielt. »In ihrer Kindheit standen wir uns sehr nahe. Im Grunde genommen waren wir Busenfreunde. Sie hat mich abgöttisch geliebt, und nur bei ihr habe ich bedingungslose Liebe gefunden. Doch als sie in die Pubertät kam, hat sie getan, was sie wollte. Sie hatte einen brillanten Verstand, wenn sie ihn gebrauchen wollte, von ihrer erstaunlichen Gewandtheit im Umgang mit Computern von einem sehr frühen Alter an ganz zu schweigen. Ich hatte immer damit gerechnet, dass sie meine Geschäftspartnerin und schließlich meine Nachfolgerin werden würde. Als sie mich dann verriet, war ich, wie Sie sich vorstellen können, umso enttäuschter.«

»Warum hat Sie sie verraten?«

»Sie wissen doch, wie so was geht, Agent Pendergast. Eine Familie, die auseinanderbricht aufgrund von zu viel Geld, zu vielen Ex-Frauen, zu großen Konflikten.« Er lachte. »Oh, wir haben den Schein gewahrt – heute dreht sich ja alles darum, Promis zu gucken, und um Paparazzi-Fotos, nicht wahr, und wir beide haben in diesem Spiel mitgemacht. Aber fest steht, meine Tochter entwickelte sich zu einer drogensüchtigen, selbstzerstörerischen, gemeinen kleinen Schlampe, die bis auf mein Geld alles an mir hasste. Und als ich ihr das gesperrt habe, hat sie ihre beachtlichen Fähigkeiten dazu eingesetzt, sich in meinen privaten Rechner zu hacken und das eine zu tun, von dem sie wusste, dass es mir am meisten wehtun würde. Sie hat versucht, das Unternehmen, das ich für sie aufgebaut hatte, zu zerstören.«

»Und darum haben Sie sie in einem Wutanfall getötet.«

»Ja. Man sagt mir nach, ich hätte ›Probleme im Umgang mit Wut‹.« Ozmian schrieb Anführungszeichen in die Luft. »Nur, ich habe meine Wutausbrüche nie bereut. Sie sind in meinem Business ziemlich nützlich.«

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