Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Фэнтези » Paladin der Seelen [Paladin of Souls - de]
Paladin der Seelen [Paladin of Souls - de] - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Paladin der Seelen [Paladin of Souls - de]

Электронная книга - «Paladin der Seelen [Paladin of Souls - de]». Краткое содержание книги:

Drei Jahre sind in Chalion vergangen, seit Königinwitwe Ista dy Boacia vom Fluch des Wahnsinns befreit wurde, der sie auf dem Stammsitz ihrer Familie gefangen hielt. Doch ihre neu entdeckte Freiheit ist nicht unbeschwert. Ehemann, Eltern und Sohn sind gestorben, und die Tochter lebt meilenweit entfernt am Königshof zu Cardegoss. Somit bleibt Ista allein mit ihren Schuldgefühlen und Geheimnissen — denn sie weiß, was ihr Land an den Rand des Abgrunds führte! Auf der Suche nach Absolution tritt Ista eine Pilgerfahrt an, den Göttern zur Buße und Abbitte. Aber auf sie wartet eine neue Gefahr, die größer ist, als sie ahnen kann: Erneut wird Chalion bedroht, und diesmal von einem heimtückischen Bösen, das nur Ista aufzuhalten vermag…
1 ... 56 57 58 59 60 61 62 63 64 ... 135
Перейти на страницу:

Ihre bloßen Füße verursachten auf den Dielen der Galerie weniger Geräusche als Cattis Hausschuhe. Kein orangefarbenes Glühen drang aus der dunklen Kammer gegenüber. Daher war Ista nicht überrascht, dass die inneren Läden von Illvins Fenster geöffnet waren und das Mondlicht einließen. Ista spähte behutsam über die Kante der verschlungenen eisernen Reben, die das Fenster sicherten. Von hier aus war Catti kaum mehr als ein dunkler Umriss, der sich unter anderen dunklen Umrissen bewegte, ein Schlurfen, ein Atemzug, ein Knarren der Dielen, leiser als das Quieken einer Maus.

Der Fleck auf Istas Stirn brannte wie eine Verbrühung.

Ich kann nichts sehen! Ich möchte sehen.

Stoff raschelte in dem Gemach.

Ista schluckte, versuchte es zumindest. Und sie betete, so wie sie es sich angewöhnt hatte: Sie machte ein Gebet aus ihrem Zorn, so wie mancher behauptete, mit seinen Liedern oder dem Werk seiner Hände zu beten. Solange es von Herzen kam, versprachen die Geistlichen, würden die Götter es hören. Istas Herz kochte über.

Ich habe verleugnet, was meine Augen mir gezeigt haben, sowohl die inneren, wie auch die äußeren. Ich bin kein Kind mehr, keine Jungfrau oder eine sittsame Ehefrau, die befürchtet, jemandem zu nahe zu treten. Meine Augen gehören niemand anderem als mir. Wenn ich jetzt nicht stark genug bin, alles zu sehen, was die Welt zu bieten hat — gut oder schlecht, schön oder abstoßend —, wann soll ich dann jemals stark genug werden? Es ist bei weitem zu spät für Unschuld. Meine einzige Hoffnung ist der viel schmerzhaftere Trost, den die Weisheit bringt. Und die kann nur durch Wissen erlangt werden.

Gib mir meine wahren Augen. Ich möchte sehen. Ich muss wissen.

Lord Bastard. Verflucht sei dein Name.

Offne mir die Augen.

Der Schmerz auf ihrer Stirn wurde heftiger und ließ dann nach.

Zuerst sah sie eine Anzahl alter Geister, die in der Luft schwebten, jedoch nicht aus Neugier oder einer ähnlichen Empfindung, denn kein Geist, der so kalt und dahingeschwunden war, konnte ein solches Gefühl entwickeln. Nein, diese Geister wurden eher angezogen wie die Motten vom Licht.

Als Nächstes erkannte Ista Cattis Hand, die ungeduldig durch die Luft wischte und die Geister davonjagte, als wollte sie störende Insekten beiseite wedeln.

Sie sieht die Geister auch.

Ista beschloss, sich später darüber Gedanken zu machen, als ihre Vision von dem milchweißen Feuer erfüllt wurde, das sie bereits in ihrem Traum gesehen hatte. Es ging von Illvin aus — ein zuckendes Glühen, das über die gesamte Länge seines Körpers loderte wie verschüttetes Öl.

Er war wieder in das schlichte ungefärbte Leinengewand gehüllt, obwohl sein Haar noch immer ordentlich geflochten war. Catti griff nach unten, rupfte den Knoten an seinem Gürtel auseinander, und schlug jede Seite seines Gewandes halb zurück, von der Schulter bis zum Knöchel. Darunter war er nackt, abgesehen von dem blassen weißen Streifen eines Verbandes, der seinen Brustkorb unmittelbar auf Höhe des Herzens umgab. Darunter lag jener verborgene Quell, aus dem das bleiche Feuer hervorströmte und abfloss.

Cattis Gesicht war kühl, unbewegt, beinahe ausdruckslos. Sie griff nach unten und berührte die Bandage. Das weiße Licht schien sich wie Wolle um ihre dunklen Finger zu winden.

Einer Sache war Ista sich sicher: Es war keine gute Kraft, die durch Cattilara strömte. Das Licht der Götter in all seinen Farbtönen war für das innere Auge unverkennbar. Und ansonsten kannte Ista nur eine weitere Quelle für derartige Zauberei.

Wo also ist der Dämon? Ista hatte seine unheilvolle Präsenz bisher nicht gespürt. Was sie hauptsächlich in Cattilaras Gegenwart gespürt hatte, war ein gewisser Zorn. Genug, um ihr tieferes Unbehagen zu überdecken? Nicht ganz, so schien es im Rückblick, selbst wenn Ista ihre Anspannung in Gegenwart der Gräfin als gemeine Eifersucht fehlgedeutet hatte. Teilweise fehlgedeutet, berichtigte sie sich. Ista konzentrierte sich und machte die Vision so klar wie möglich. Sie öffnete ihr inneres Auge weiter, um all das Lebenslicht aufzunehmen, das in ungeordneten Wellen durch den Raum schwappte.

Kein Licht: Dunkelheit, Schatten. Unter Cattilaras Brustbein schwebte ein düsterer lila Knoten, fest um sich selbst geschlungen. Versteckte er sich? Falls ja, war er nicht ganz erfolgreich — wie eine Katze in einem Sack, die vergessen hatte, ihren Schwanz mit hineinzuziehen.

Aber wer hatte wen in Besitz genommen? Verwirrenderweise wurde der Ausdruck Zauberer für beide spirituelle Zustände verwendet. Die Geistlichen bestanden zwar darauf, dass sie in theologischer Hinsicht zu unterscheiden waren, doch von außen konnte man sie kaum auseinander halten.

Ich kann es offenbar. Andererseits sehe ich es auch sozusagen von innen. Cattilara beherrschte diesen Dämon, nicht umgekehrt. Es war ihr Wille, der hier die Oberhand hatte, ihre Seele beherrschte diesen lieblichen Körper. Im Augenblick zumindest.

Cattilara ließ einen Fingernagel über Lord Illvins Oberkörper gleiten, von der Einbuchtung an seiner Kehle bis zum Nabel und tiefer. Entlang ihrer Bewegung schien das Feuer heller aufzulodern, wurde nach unten umgelenkt, als würde es durch einen neuen Kanal fließen.

Sie setzte sich neben ihn aufs Bett, lehnte sich über den liegenden Körper und begann ihn methodisch zu liebkosen, von den Schultern nach unten, von den Knöcheln nach oben. Sie richtete das Zentrum des Springquells aus Licht über seiner Leiste neu aus. Ihre Zärtlichkeiten wurden eindeutiger. Nicht einmal ein Zucken war an seinen gräulichen Augenlidern zu erkennen, doch andere Teile von Illvins Körper reagierten allmählich auf diese intensiven Aufmerksamkeiten. In gewisser Weise wurde er lebendig, sein Fleisch, wenn auch nicht sein Geist. Sichtlich.

Sind sie etwa Liebhaber? Ista kniff die Augenbrauen zusammen. Trotz aller zweckdienlichen Sachkunde war es die liebloseste Liebkosung, die Ista je gesehen hatte. Es sollte anregen, nicht befriedigen, und es wurde auch keine Befriedigung gesucht. Wenn ihre Hände je den Vorzug erhalten würden, über diese elfenbeinerne Haut zu streichen, über diese Muskeln, diese dunklere samtweiche Empfänglichkeit, würde sie nicht grob sein und so abgehackt, die Hände vor Anspannung zur Klaue verkrümmt. Ihre Handflächen würden geöffnet sein, im Entzücken schwelgen. Das hieß … wenn sie je den Mut fand, jemanden so zu berühren. Die Leidenschaft hierüber war Zorn, keine Lust.

Lord Bastard, deine Segnungen werden in diesem Bett verschwendet.

Catti flüsterte: »Ja, so ist es richtig. Komm schon.« Ihre fleißigen Finger arbeiteten. »Es ist ungerecht. Ungerecht. Dein Samen ist dick, und der meines Herrn ist zu Wasser geworden. Wofür brauchst du ihn? Wofür brauchst du irgendetwas?« Ihre Hände wurden langsamer. Ihre Augen funkelten, und ihre Stimme wurde noch leiser. »Wir könnten auf ihm reiten, das weißt du. Niemand würde es jemals erfahren. Du würdest trotzdem ein Kind kriegen. Es wäre zumindest zur Hälfte wie von Arhys. Mach es jetzt, solange du noch kannst.« Hatte sich der dunkle Knoten unter ihrem Brustbein bewegt?

Es folgte kurze Stille; dann zischte sie: »Ich will nicht das Zweitbeste. Er konnte mich ohnehin nie leiden. All seine dummen Scherze, die ich nie verstanden habe. Es gibt keinen anderen Mann für mich als Arhys. Es wird niemals einen anderen Mann für mich geben als ihn. Für immer und ewig.«

Der Knoten schrumpfte scheinbar in sich selbst zusammen. Ja, dachte Ista. Du bist gewiss nicht die Art von Schwangerschaft, die sie sucht.

1 ... 56 57 58 59 60 61 62 63 64 ... 135
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)